Goldener Schein

Goldener Schein

Durch den Brand einer Brauerei kommt eine mysteriöse Kultstätte zum Vorschein. Auf ihrer Spurensuche bringen die Helden erschreckende historische Fakten ans Licht, welche die Glaubenswelt und den Stolz der Garether ins Wanken bringen und so dem Namenlosen in die Hände spielen können.
Waren diverse berühmte Personen aus der Stadtgeschichte tatsächlich Anhänger des Dreizehnten, darunter insbesondere die Acht Märtyrer von Bosparan, die Idole des bürgerlich-freiheitlichen Gareths?


Region: Gareth
Datum: 21. Travia bis 6. Boron 1014 BF
Meister: Klemens
AP: 400

  • Inferno des Brauens
    TRA
    21
    1014 BF
    Inferno des Brauens
    Gareth, Mittelreich

    Die Helden stellen fest, dass sie dringend neue Stiefel und Schuhe benötigen – Praiala und Xolame hatten ein ärgerliches Unglück im Sumpf, und einen oder zwei Stiefel im Sumpf verloren, die Schuhe und Stiefel der Anderen sind auch sehr durchgelaufen.

    In der letzten Nacht wurde es recht spät und die Helden haben auch gut und lange geschlafen. Nach einem späten Frühstück erkundigen sie sich dann, welcher Schuhmacher zu empfehlen ist.
    Die Rezeptionistin, Ifirnja Bogner, empfiehlt ihnen ihren Bruder. Er ist Schuster und würde ihnen einen guten Preis machen wenn sie ihm sagen, dass sie von ihr geschickt wurden. Sein Laden ist in Heldenberg, dem Nobelviertel Gareths, gegenüber der Thaumaturgischen Werkstadt des Syronius, einem Alchemisten und heisst “Schuhmacherei Tsalando”.

    Die Helden machen sich also auf den Weg zur Werkstadt des Schusters. Das Wetter ist trüb, ein windiger Herbsttag.

    Ihr Weg führt sie an der alten Residenz vorbei, in der Storko von Garet lebt, ein Mitglied der Kaiserfamilie. Die Straßen sind sehr sauber und gepflegt.
    Am Ingerimmtempel und Tsatempel vorbei führt die Helden der Weg über den Wirselbach in die Gartenstraße. Als die den Schuster erreichen stürmt es bereits sehr und ein Geselle ist damit beschäftigt die Läden der vergitterten Schaufenster zu schließen.
    Als sie erzählen, dass sie von Ifirnja geschickt wurden und neue Stiefel benötigen, bittet sie der Schustermeister herein. Er zeigt ihnen sein Sortiment an unterschiedlichsten Stiefeln und befragt die Helden nach ihren Vorlieben, ehe er Maß nimmt und sich alles notiert.
    Er wird wohl bis Ende der Woche brauchen um die Stiefel für die ganze Gruppe fertig zu haben und bittet ihm bei zusätzlichen Sonderwünschen eine Nachricht zukommen zu lassen.
    Praiala bestellt sich zu den Stiefeln auch noch Schuhe für ihr Festtagsornat.

    Als die Helden schließlich fertig sind, verlassen sie den Laden und stehen vor der mit Läden verschlossenen Auslage unter einem Vordach. Der Sturm hat stark zugenommen, Donner grollt und der Himmel ist bedeckt von tiefschwarzen Wolken. Der tosende Wind treibt lose Blätter und losgerissene Wäsche durch die Straßen und man hört Hunde bellen.
    Auf der anderen Seite der Straße befindet sich eine große Werkshalle neben der Werkstatt des Alchemisten, aus dessen Schornstein farbiger Rauch aufsteigt der vom Wind verweht wird.
    Alawin sieht in den Wolken Wetterleuchten, ehe ein lauter Knall ertönt und sie vom grellen Licht geblendet werden. Von einer Druckwelle getroffen werden die Helden zu Boden geschleudert und als sie nach einigen Augenblicken wieder langsam etwas sehen können scheint um sie alles totenstill. Alles bewegt sich in Zeitlupe und sie können die Worte des herbeieilenden Schusters nicht verstehen.
    Ein Teile der Werkshalle gegenüber ist zerschmettert, von einem der Silos steht nur mehr das Gerippe und riesige Flammen lodern zum Himmel empor.
    Der Schustermeister und dessen Tochter helfen den Helden auf und antworten den Helden, dass es sich bei dem Gebäude gegenüber um das Brauhaus Eichstätter handelt. Einer der Malzsilos steht in Flammen, ein zweiter ist von der Druckwelle umgestürzt und die Werkshalle hat Feuer gefangen.

    Durch den starken Wind ist das Feuer besonders gefährlich. Wenn es nicht rasch unter Kontrolle gebracht wird könnte das Feuer auf das Alchemistenlabor übergreifen.
    Der Schuster berichtet, dass gute fünf Duzend Leute in der Brauerei arbeiten und die Helden machen sich auf den Weg auf das Werksgelände um nach Verletzten zu suchen.
    Als sie den Eingang erreichen erblicken sie zahlreiche Arbeiter. Einige liegen am Boden, tot oder bewusstlos, andere retten sich hustend aus der brennenden Halle.
    Die Helden nehmen sich als erstes der am Boden liegenden an um sie aus dem Gefahrenbereich zu bringen und sicherzustellen, dass sie nicht lebensgefährlich verletzt wurden.
    Währenddessen bilden Männer der Werkssicherheit eine Löschkette und retten hustende Arbeiter aus der Werkshalle.

    Die Helden benetzen schließlich Kleidungsstücke im am Gelände vorbeifließenden Wirselbach mit Wasser, schützen sie damit das Gesicht und wagen sich in das brennende Gebäude.
    Inzwischen scheinen schon viele aus der Werkshalle entkommen zu sein. Das Tor der Halle steht weit offen, vieles brennt, unter anderem auch der Dachstuhl. Bruchstücke versperren den Weg und aus dem hinteren Teil, wo die Flammen lodern, sind Schreie zu hören.
    Xolame und Dariyon werden von einem Teil eines herabstürztenden Balkens gestreift und verletzt. Daraufhin entscheiden sich die Beiden umzukehren.
    Die Anderen erreichen den Teil des eingestürzten Malzsilos, ein richtiges Flammeninferno.
    Leute versuchen mit langen Metallstangen und Haken glosende Trümmer wegzuziehen unter denen noch Arbeiter eingeklemmt sind. Die Helden schließen sich an und helfen so gut sie können bei der Rettungsaktion.

    Währenddessen eilen Xolame und Dariyon zum Gebäude des Alchemisten und unterstützen jene Bürger die dort bereits damit beschäftigt sind das Dach des Alchemisten mit Wasser zu schützen.
    Auch die Adepten des Alchemisten helfen dabei mit während ihr Meister eilig Fässer aus dem Gebäude auf den rückseitigen Hof rollt.

    Schließlich trifft auch die Brandwehr mit entsprechender Ausrüstung und großer Mannstärke ein. Ein paar springen vom Wagen und helfen beim Alchemistengebäude, während der Rest auf das Werksgelände eilen um den Brand zu löschen.
    Auch wenn das Feuer an manchen Stellen übergreift, kann es gelöscht werden und zum Glück explodiert nichts. Die Helden retten in der Werkshalle vielen Menschen das Leben, werden jedoch selber auch dabei verletzt und erleiden Verbrennungen, Prellungen und Schürfwunden.

    Schließlich sind die Flammen bezwungen und die verbleibenden Glutherde unter Kontrolle gebracht. Die Suche nach Überlebenden geht jedoch weiter und die Helden finden noch weitere Verschüttete. Als die Helden auf den Werksleiter treffen bedankt sich dieser bei ihnen für ihre Hilfe und fragt nach ihren Namen.
    Auf der Suche nach weiteren Verschütteten finden sie Helden hinter einer umgestürtzten Mauer einen alten staubigen Raum der durch den Einsturz freigelegt wurde. Xolame bemerkt einen Hohlraum unter ihnen und als die Helden die Steinplatten anheben legen sie ein verlassenes, düsteres Kellergewöble frei.
    Einer der Werksleute merkt an, dass man von diesem Gewölbe gar nichts wusste, der Raum darüber wurde früher wohl als Fasslager verwendet.

    Als die Helden das Gewölbe betreten beleuchtet Dariyon den Raum mit einem FlimFlam und Xolame entzündet ihre zwergische Universallaterne. Es riecht modrig und Spinnweben sind zu sehen – der Gang führt wohl unter die Werkshalle und zwischen den Steinplatten und Ritzen hat sich Schimmel und Moder gebildet.
    Xolame erkennt, dass das Mauerwerk im Keller deutlich älter ist und auch ziemlich marode, sie bittet die Helden auch um Vorsicht. Die Zwergin erkennt, dass es sich bei dem Gewölbe wohl um die Kellerräume eines ehemaligen Wohnhauses handelt. Hinter einem durch den Einsturz freigelegten Geheimgang führt eine Treppe noch tiefer hinab.

    Im untersten Stockwerk ist es deutlich beengter und sie müssen sich durch die engen Gänge quetschen. Plötzlich sind hinter ihnen Schreie zu hören, von Arbeitern die sie begleitet haben und die anders abgebogen sind. Den Worten entnehmen sie, dass wohl eine Art Massengrab gefunden wurde. Es ist alles chaotisch und beengt, die Helden können nicht zurück da sie in den engen Gängen aneinander nicht vorbeikommen und so gehen sie noch weiter voraus und gelangen nach einer Abbiegung in einen vieleckigen (12?) Raum.
    Einige Steinbrocken sind bereits herabgestürzt, wohl schon früher. Xolame merkt an, dass es hier aufgrund des schlechten Mauerwerks gefährlich ist, jederzeit könnte etwas von oben nachrutschen. Die Helden erblicken einen Opferaltar und eine Sakristei, von der Bauart her vermutlich ein Tempel eines Kultes, vermutlich nicht 12göttlich.

    Xolame erkundet den Altar genauer und erkennt eine Blutrinne sowie verrostete Ketten mit Hand und Fußeisen. Hier wurden wohl in vergangenen Jahrhunderten Blutopfer dargebracht.
    Einer der Arbeiter der bei dem Massengrab war bekommt langsam eine ungesund Grüne Färbung im Gesicht. Man bittet Praiala sich um ihn zu kümmern.
    Bevor die Geweihte das Unheiligtum verlässt rät sie noch, nichts anzugreifen, die Räume zu verlassen und erst nachdem sie gesichert sind zu untersuchen. Praiala geht mit dem erkrankten Mann hinauf.

    Inzwischen sieht sich Tejeran im Altarraum nach Menschenschädeln um, Dariyon findet Mauerreste mit Fragmenten Bosparanischer Inschriften.
    Xolame entdeckt ein kleines goldenes Schmuckstück, hebt es auf und sieht es sich an. Es sieht aus wie ein Haizahn oder ein Rosendorn. Spitz geformt, dreieckig und dem Gewicht nach zu urteilen aus purem Gold. Es hat Ösen um es z.B. an einer Kette zu tragen, hat aber keinerlei Gravuren.

    In einer Seitenkammer finden sie einen Riss im Fels aus dem eine große Zahl von Gruftasselnest strömt als diese sich durch das Licht der Laternen gestört fühlen. Die Helden ziehen sich zurück.

    Als sie wieder in die vom Feuer zerstörte Brauerei hinaufsteigen treffen sie auf den Besitzer, Herren Eichstätter. Der Leiter der Werkssicherheit berichtet ihm gerade und erzählt auch, dass die Helden – “Bürger aus der Umgebung” so seine Worte – tatkräftig mitgeholfen haben und einigen Arbeitern das Leben gerettet haben. Er berichtet zudem von dem gefundenen Kellergewöble.
    Währenddessen trifft Kerry ui Brioghan, eine Schreiberin des Aventurischen Boten, mit einem Gehilfen ein und besichtigt mit Erlaubnis Herren Eichstätters das Werksgelände.

    Praiala begleitet unterdessen den erkrankten Arbeiter zu einem Medicus und wartet die Diagnose ab – sie will doch wissen, ob es sich dabei um eine ansteckende Krankheit handeln könnte. Der Heiler diagnostiziert Grabfäule die den Erkrankten lähmt und erklärt, dass der Kranke nicht direkt ansteckend ist (nur wenn er gegessen würde).
    Die häufigsten Ursachen für die Erkrankung sind das Ausheben von ungesegneten Gräbern, aber auch Bisse von Untoten übertragen die Krankheit. Sie führt zu einer langsamen Lähmung die jedoch nicht länger als einen Tag anhält. Der Medicus empfiehl dem betroffenen Bettruhe und ein Gebet an den Herren Boron.
    Danach kehrt Praiala mit dem Kranken zur Brauerei zurück.

  • Ein uralter Tempel

    Herr Eichstätter bedankt sich bei den Helden und sie warnen ihn vor den Gruftasseln. Sie berichten von den gefundenen Gewölben und dem Massengrab.
    Nach dem Gespräch wendet sich Herr Eichstätter anderen Dingen zu und die Helden verlassen das Gelände auf der Suche nach einem Badehaus.

    Inzwischen ist es Nachmittag. Es stürmt noch, aber es regnet nicht.

    Nach ihrem Besuch im Badehaus machen sie sich auf den Heimweg und besorgen sich das Extrablatt des Aventurischen Boten.

    Skandal! Tempel des Namenlosen unter Traditionsbrauerei!

    Die Helden kehren zurück und übernachten im Hotel Handelsherr. Tejeran arbeitet weiter an seinem Buch, Praiala schreibt einen Bericht an ihren Vorgesetzten und Alawin vertieft sich ins Gebet.

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    1014 BF
    Ein uralter Tempel
    Gareth, Mittelreich

    Am nächsten Morgen gehen Praiala und Alawin nach dem Frühstück erst zum Rondratempel wo Alawin mit einem Theologen über den Blitzeinschlag spricht und vom Fund des Tempels berichtet.

    Danach schauen sie bei der Brauerei vorbei und werden von der Werkssicherheit begrüßt, aber nicht eingelassen. Auf die Frage nach den bisherigen Maßnahmen in Bezug auf die Gewölbe und den darin gefunden Tempel werden sie darüber informiert, dass gestern noch eine junge Geweihte der Hesinde vorgesprochen hat und sich mit der Erlaubnis des Besitzers alles angesehen hat.

    Die Beiden suchen schließlich den Pentagontempel auf und betreten den großen Sternensaal. Die Akoluthen verweisen sie an die junge Geweihte Glarike Walbirga Stippensten. Diese ist im Geweihtenquartier zu finden. Auf dem Boden ihres Arbeitszimmers liegen die Bruchstücke einer Statue. Sie stellen sich vor und Glarike erkennt die Namen der Helden im Bezug auf die Kette der Zwölfgötter, welche die Helden nach Gareth gebracht haben.

    Sie hat bereits vor dem Fund des Tempels unter der Brauerei Eichstätter bei ihren Nachforschungen im Stadtarchiv Schriften entdeckt die über einen Tempel des Namenlosen berichten der ca. 350 BF in Alt-Gareth existierte. Randnotizen weisen darauf hin, dass er sich in einem geheimen Keller unter einem Gebäude am Wirselbach befand. Als sie von dem Fund des Tempels erfuhr ist sie sofort dorthin gegangen um ihn zu untersuchen. In den Schriften befand sich auch ein Grundriss des Tempels, welcher genau mit dem gefundenen Gewölbe übereinstimmt. Eine Signatur auf dem Pergament des Grundrisses zeigt die Initialen “H v. S”.
    Mittlerweile hat Glarike herausgefunden, dass die Brauerei Eichstätter 595 BF erbaut wurde, auf den Ruinen eines Waisenhauses das im Krieg der Magier zerstört wurde. Dieses war um 0 BF das Waisenhaus der Heiligen Celissa, einer der Acht Märtyrer von Bosparan, Stadtheilige und Streiterin für die Zwölfe, Schutzheilige der Kindern, Armen und Kranken.
    Sie schlussfolgern, dass 350 Jahre später der Keller gebaut wurde und das Haus dann zweckentfremdet wurde.

    Glarike Glaubensschwester, Chrysallia Stoerrebrandt, boykottiert ihre Nachforschungen, da sie in Glarike eine Konkurrentin um die Gunst des Erzwissensbewahrers sieht. Zudem wurde sie kürzlich aus dem Stadtarchiv verbannt, da sie sich mit ihren feurigen Reden über wuchernde namenlose Kulte in Gareth wohl etwas zu weit aus dem Fenster lehnte.

    Sie hat noch eine zweite Karte gefunden, die auch mit “H v. S” signiert ist und aus einem Tempelbauprojekt der Praioskirche 380 BF hier im Stadtbezirk Tempelhöhe stammt.
    Auf der Karte steht das Wort “Sanguis” – Blut auf Bosparano.
    Die Signatur “H v. S” ist auch deutlich zu lesen.
    Glarike bittet die Helden herauszufinden um welches Gebäude es sich dabei handelt. Sie vermutet, dass es ebenfalls einst ein Tempel des Namenlosen war.

    Die Helden treffen sich im Hotel Handelsherr und überlegen was zu tun ist.
    Praiala sucht die Stadt des Lichts auf, denn sie möchte gerne ins Archiv der Heiligen Schriften um nach Tempeln aus dieser Zeit zu recherchieren.
    Alawin und Tejeran gehen zum Stadtarchiv, Dariyon besucht Gyldana Bugenhog in der Akademie und forscht in der Bibliothek nach.

    Die Bibliothek in der Akademie befasst sich großteils mit Magierecht und ein wenig mit magischen Sprüchen, es ist daher schwieriger etwas zu Chroniken aus dieser Zeit zu finden.
    Die Recherche ist mühsam und an diesem Nachmittag werden sie nicht fündig. Am Abend treffen sie sich wieder im Hotel Handelsherr.

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    1014 BF
    Ein uralter Tempel
    Gareth, Mittelreich

    Am nächsten Tag setzen sie ihre Recherche fort.

    Praiala stellt fest, dass es im Kirchenarchiv generell wenige Unterlagen aus der Priesterkaiserzeit gibt. In einem Buch aus dieser Zeit liest sie, dass ein “Tempel der Läuterung” erwähnt wird. Scheinbar ein Praiostempel, der zur Zeit der Priesterkaiser in Gareth erbaut wurde.
    Im Stadtarchiv finden Alawin und Tejeran heraus, dass es 415 BF einen großen Stadtbrand gab, bei dem viel zerstört wurde. Fast alle Gebäude auf der Tempelhöhe wurden bei dem Brand zerstört.

    Am Abend trffen sie sich wieder im Handelsherr und tauschen sich über ihr Ergebnisse aus, ehe sie am nächsten Tag weiter forschen.

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    1014 BF
    Ein uralter Tempel
    Gareth, Mittelreich

    Alawin beschließt im Rondratempel nachzuforschen, leider nicht sehr erfolgreich.
    Dariyon findet in der Akademie heraus das während der Priesterkaiserzeit Künstler, Magiekundige und Rondrageweihte von der Praioskirche gefoltert und vor dem Tempel hingerichtet wurden.
    Im Stadtarchiv finden sie ein Dokument das über den Beginn der Priesterkaiserzeit berichtet. 335 BF wurde Rude II. von Gareth, Sohn Kaiser Ugdalf’s von Gareth, drei Tage vor seiner Krönung am 19. Rondra ermordet. Obwohl er das fünfte Kind seines Vaters war, kam er als Einziger für die Thronfolge und die Fortführung der Linie in Frage. Seit dem Tod seines Vaters 333 BF regierte für ihn ein Regentschaftsrat unter Vorsitz des Boten des Lichts Aldec Praiofold II.
    Die Wunden auf dem Leichnahm des ermordeten Prinzen wiesen einen Purpurschimmer auf und an seinem Leib wurden Löwenmale gefunden die als Indizien einer Verwicklung der Rondra-Kirche in die Tat gedeutet wurden.
    Am 4. Travia 335 BF, am Tag des Erntefestes, ermächtigte der Bote des Lichts, der zu dieser Zeit bereits Reichsverweser und Vorsitzender des Regentschaftsrats war, den Sonnenmarschall Praioslob von Selem, einen befürchteten Umsturz durch die Rondra-Kirche zu vereiteln. Das Vorgehen der Sonnenlegion ging als Erntefestmassaker in die Geschichte ein und läutete die Ära der Priesterkaiser ein. Es kam reichsweit zu Schließungen von Rondra-Tempeln, Verhaftungen, gewaltsamen Konflikten und in Folge auch zu Hinrichtungen.

    Idrasmine empfielt Tejeran einmal in der Taverne Smaragdnatter mit dem Wirt zu sprechen. Dort treffen sich gerne Gelehrte, vielleicht ist auch jemand dabei der die Geschichte Gareths sehr genau kennt. Der elfische Wirt, Lamiadon Farnweide, sei dafür bekannt sich gerne mit seinen Kunden in philosophischen Exkursen zu verlieren.

    Tejeran besucht abends die Smaragdnatter und unterhält sich mit dem Wirt. Dieser kennt sich zwar mit der Geschichte der Stadt aus, wo ein ehemaliger Praiostempel mit dem Namen “Tempel der Läuterung” vielleicht gestanden haben mag, weiß er leider auch nicht. Lamiadon nennt Tejeran jedoch eine Reihe von Namen von Personen die ihm vielleicht weiterhelfen könnten.
    Ymratan Mallorn, den Leiter des Museums für Reichsgeschichte, ein profunder Kenner der Geschichte des Reiches.
    Curvan Baerensen, den Oberarchivar des Stadtarchivs, der das kryptische Ordnungssystem des Stadtarchivs verwaltet.
    Valnar Yitskok, den Erzwissensbewahrer des Mittelreichs, sofern er sich herablässt sich zu solchen Themen zu äußern.
    Ingor Torbauer, ein Patrizier der aktuell den Sitz als Bauherr von Gareth im Stadtrat inne hat und damit über alle Bauvorhaben in der Stadt entscheidet.
    Jergolf Prackstetter, ein Mietkutschenfahrer und Freizeit-Historiker der seine Kunden gerne mit Details aus der Stadtgeschichte unterhält.

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    1014 BF
    Ein uralter Tempel
    Gareth, Mittelreich

    Am nächsten Morgen suchen die Helden Jergolf Prackstetter auf und mieten ihn für einen ganzen Tag. Bei der Rundfahrt erzählt er ihnen verschiedene unterhaltsame Geschichten, auch über die Priesterkaiserzeit, von einem “Tempel der Läuterung” weiß er jedoch nicht zu berichten.
    Sie lassen sich von ihm zum Rathaus fahren um dort den Bauherren Ingor Torbauer zu befragen.

    Sie betreten das Rauthaus durch den Vorhof, in dem eine hölzerne Tribüne zur Verlesung öffentlicher Kundgebungen steht die, wie ein Galgen verrät, auch bei Hinrichtungen Verwendung findet.
    Im Durchgang zur Eingangshalle sind eine ganze Reihe von Steckbriefen und öffentlichen Aufrufen ausgehängt.

    Aushänge

    – Gesucht wird der Buntig! Macht seinen Schmierereien ein Ende und helft unserer tapferen Stadtgarde bei der Suche! Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, werden mit 3 Dukaten belohnt. Liefert ihn selbst und ihr erhaltet volle acht zehn Dukaten!

    – Es sei hiermit zur Kenntnis gegeben, dass das Bußgeld für öffentliches Schnorren in Alt-Gareth ohne Bettelmarke des Bettelvogts aufgrund wiederholter Vorfälle auf 3 Silbertaler angehoben wird! Der Bettelvogt

    – Witwe Hermine Ahlemeier sucht ordentliche Untermieter für geräumige Wohnung im Arenaviertel, Schnittengasse (alte Sattlerei). Reichlich Platz und täglich warme Kost (gegen Aufpreis).

    – Lasst Euch nicht die Premiere vom Schneider von Vinsalt im Fuchsbau entgehen! Erlebt Liebe, Habgier, Tragik, Blut! Eintritt ab 8 Heller, die Loge für nur 2 Dukaten!

    – In Praios’ Namen fahndet die Stadtgarde nach der gemeinen Diebin und hinterlistigen Einbrecherin, genannt Silberkatze. Lasst euch nicht vom Namen täuschen, sie ist herzlos wie ein Zant! Halbelfe, silberweißes Haar, blaue Augen, graziler Körperbau, markanter Ausschnitt. 40 Dukaten und die Bronzene Banderole der Stadt Gareth als Belohnung für ihr Ergreifen!

    – Helft mit! Verhindert Seuchen! Meldet Eure Kranken! Der Siechenherr

    – Gesucht: Isidian Winterkalt, wegen Verstoß gegen Magiegesetze. 25 Dukaten. Ausgeschrieben durch den Bund des Weißen Pentagramms.

    – Extrem-Nørdsdag am 30. Boron im Tanzgewölbe Nachtwacht. Mit: Sturmfront, Metaella Donnerklang, Stahlimdottir und das Alt-Thorwal Hammer-Orchester! Alle Biere bis Mitternacht zum halben Preis.

    – Lautenklang! Spielmann Odilbert spielt auf! Auf ihrem Geburtstag, ihrer Taufe, Hochzeit, oder Feier. Zu finden im Bardenhaus Aldifreid von Trallop.

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    Die Helden erreichen den Spießersaal und die Schreibstuben der Beamten. Hier melden sich die Bürger bei ihren Amtsbesuchen an und warten darauf aufgerufen zu werden. Die Gruppe gibt an mit Ingor Torbauer in der Sache des Stadthauses der Familie von Luring sprechen zu wollen da aufgrund der Beschädigungen bei der letzten Feier ein größerer Umbau ansteht der auch die Fassade betrifft.
    Während des Wartens betrachten sie Schlachtengemälde von Gareths Kämpfern die den Spießersaal schmücken.
    Nach einiger Zeit des Wartens werden sie aufgerufen und von einem Beamten ins Obergeschoß geführt.
    Vorbei am Ratssaal in dem der Stadtrat zu seinem Sitzungen zusammenkommt und durch die Galerie zur Treppe ins Dachgeschoß. Hier führt der Beamte sie durch den Heldengang, in dem Gemälde bedeutender Garether Helden ausgestellt sind, durch den Empfangssaal in dem das in Gold eingeschlagene “Buch der Helden Gareths” liegt und vorbei am Pachtbalkon, dem Greifensaal mit dem Freigericht und dem Hochgericht sowie der Praioskapelle zu den Kammern der Ratsherren. Hier finden sie die Zimmer des Gerichtsherren, der Siegelherrin, des Speicherherren, des Kammerherren und auch das des Bauherren.
    Der Bauherr Ingor Torbauer begrüßt die Helden freundlich und lässt sich über das mögliche Bauvorhaben berichten. Da sie behaupten das Gebäude im Stil der Priesterkaiserzeit halten zu wollen und nach Details zu dieser Epoche fragen verweist der Bauherr sie auf zwei Personen die die Geschichte der Baustile bestens kennen.
    Mirya Steinsberg, kompetente Architektin und Leiterin des Bauunternehmens “Felsenfest”.
    Donatus Malscetta, zweiter Baumeister am Ingerimmtempel und Lehrmeister der Architekturgeschichte.
    Die Helden verabschieden sich und suchen den Ingerimmtempel auf wo sie Meister Donatus Malscetta zu einem Exkurs über die Baustile des Mittelreiches überreden.
    Der gutaussehende, studierte Horasier mit dem braunen Kinnbart freut sich sichtlich über das Interesse und teilt gerne sein Wissen.

    Geschichte der Baustile des Mittelreichs

    Wie die Helden wohl wissen ist Gareth berühmt für seine prachtvollen Bauten aus allen Epochen. Die Unterscheidung der Baustile verzückt nicht nur Hesindejünger und Baumeister, sondern auch die Geschichtsgelehrten des Reiches. Die heutigen Neubauten lehnen sich an etablierte Stile nach den Vorlieben der Bauherren an.
    Die Praioskirche baut nach wie vor im Ucurianischen Stil, Gelehrte schätzen den Rohalismus, günstige Mietskasernen entstammen dem Geist des Pervalschen Stils. Am weitesten verbreitet ist jedoch die Garethik.

    Ordnet man die Baustile nach den Epochen ihrer Entstehung so beginnt man mit dem Güldenländischen Tempelstil der mit der Güldenländischen Einwanderung begann. Im Gegensatz zu dem sonst vorherrschenden tulamidischen Stil erkennt man ihn an den großen Pylonen, dicke, bemalte Säulen und den lichtarmen Hallen der Gebäude.

    Mit der Ausbreitung des Bosparanischen Reich verbreitete sich danach der Bosparanische Stil den man an den Kuppeln, Atrien und Säulengängen erkennt, ein gutes Beispiel dieses Stils sind die Kaiserthermen Gareths.

    Mit dem Fall Bosparans begann der Garethische Stil, auch Garethik genannt, seine Blütezeit. Er ist eher trutzig, bedient sich aber auch vertikalem Strebwerk sowie Rippen- und Spitzbögen. Hier finden sich erstmals die bekannten Fassadenfiguren wie Wasserspeier. Besonders gute Beispiele für diesen Stil sind die Alte Residenz, der Rondratempel, das Rathaus sowie die Wehrtürme der Stadtmauer.

    Mit der Priesterkaiserzeit nahm der der Ucurianische Stil Einzug der durch Prunkvolle Kuppeln, überbordendes Schmuckwerk, Gold, Bernstein sowie große Monumentalstatuen glänzt. Gebäude aus dieser Zeit sind natürlich der Tempel der Sonne und die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale.

    Die Rohalszeit prägte dann die Rohalsche Ornamentalistik die auf eine dezente Bauweise setzt die oft Pflanzensymbolik aufweist und in ihrer Form das Gewachsene imitiert. Schön zu sehen sind diese Merkmale am aus dieser Zeit stammenden Pentagontempel.

    Mit der Elsamidenzeit verbreitete sich danach der Elsamidische Stil, mit ihren Arkaden, Zwiebeltürme und filigrane Verzierungen. Sehen sie sich dies an der Neuen Residenz oder am Rahjatempel an.

    Schlussendlich kommen wir zum Monumentalstil, auch Pervalscher Stil, da er zu Zeiten Kaiser Pervals seine Blüte erlebte. Diese Epoche prägen Kolossalbauten, schmucklose Standbilder und glatte Fassaden. Der Zirkel der Freien Wissenschaften und die Bardo-und-Cella-Thermen sind gute Beispiele dieses Stils.

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    Nach diesem Gespräch das in einer Privatvorlesung mündete bedanken sich die Helden und nehmen die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale genauer in Augenschein um sich die stilistischen Merkmale des Ucurianischen Stils einzuprägen.

     

  • Der Tempel der Läuterung

    Die Helden beschließen durch die Straßen des Bezirks Tempelhöhe in der Altstadt zu spazieren und nach Gebäuden ausschau zu halten die Elemente des Ucurianischen Stils aufweisen. Um schneller voranzukommen teilen sie sich in drei Gruppen auf. Xolame und Dariyon nehmen den Teil östlich der Kaiserthermen, Praiala und Idra den mittleren Teil zwischen dem Hesindeplatz und den Kaiserthermen, und Alawin und Tejeran den Hesindeplatz und den Teil westlich davon.

    Alawin und Tejeran besuchen zuerst den Ingerimmtempel und bitten dort um Unterstützung in Form von Begleitung durch jemanden der in der Baukunst bewandert ist. Für eine Spende wird ihnen die Novizin Josmine Strählmacher mitgeschickt.
    Nach einiger Zeit der Suche finden Tejeran und Alawin in der Wagnerzeile, einer Querstraße der Natternstraße, südlich des Hesindeplatzes, zwei Häuser in deren Mauern Säulen und Reliefe Ucurianischen Stils mitverbaut wurden. Auch das die Zwischenräume füllende Mauerwerk sieht alt aus, stammt jedoch sicherlich aus einer späteren Epoche. Aufgrund der Größe und Bauart ist den Helden klar, dass die massiven, schweren Marmorscheiben der in das Mauerwerk integrierten Marmorsäulen nur mit sehr viel Aufwand, falls überhaupt, bewegt worden sein konnten.
    Das erste der beiden Häuser ist die Taverne “Voller Humpen”, deren Aushängeschild ein trauriges Gesicht neben einem leerem Humpen und ein lachendes Gesicht neben einem vollem Humpen zeigt. Das zweite ist der Fuhrhof der Familie Wagenhalter deren Fuhrwerke und Wagen von Händlern und Gewerbetreibenden der Stadt angemietet werden um Waren, Baumaterial und andere schwere Güter zu transportieren.

    Gefolgt von Alawin und der Novizin begibt sich Tejeran zuerst in den Vollen Humpen und sieht sich um. Die Taverne wirkt schmuddelig, die Gäste sind Fuhrleute, Wasserträger und Güllner die hier ihren Durst mit billigem Bier löschen. Die Helden nehmen an einem Tisch platz und sie bestellen je ein Bier und eine einfache Mahlzeit. Sie sehen sich die Schankstube an und finden hier sogar schwere Steinplatten im Boden von denen eine ein Greifen-Motiv zeigt.
    Als Tejeran den Wirt befragt stellt sich dieser als recht verschlossen heraus, von einer Untersuchung seines Hauses aufgrund der bemerkenswerten Architektur will er nichts wissen. Er spricht von einem laufenden Umbau und will auch für Geld keine “Führung” durch das Haus machen. Tejeran fragt ihn noch wo er wegen des Umbaus genau nicht hingehen sollte, und erklärt er werde später wiederkommen.

    Schließlich verlassen die Helden die Taverne und sehen sich um. Ein Bettler erzählt ihnen, dass die Taverne auch Nachts sehr gut besucht ist und dass der Wirt Mokel Wagenhalter heißt und ihm hin und wieder Essensreste schenkt.
    Danach begeben sie sich zum daneben gelegenen Laden der Gerbereizubehör verkauft. Von dort aus können sie durch ein Fenster in einem Hinterzimmer in den Hinterhof der Taverne sehen. Wie sich herausstellt lagern dort Ersatzteile für Fuhrwerke und Kutschen, Wagenräder, leere Transportkisten, Fässer und ähnliches. Eine Scheune ist an die Taverne gebaut und eine Mauer mit einem Tor trennt den Hinterhof vom Fuhrhof der Familie Wagenhalter.
    Der Besitzer des Ladens erzählt, dass er das Haus vor etwa zehn Götterläufen von der Familie Wagenhalter gekauft hat und erwähnt, dass der Wirt der Taverne Voller Humpen zur Familie Wagenhalter gehört.

    Schließlich bringen die Beiden die Novizin zurück zum Ingerimmtempel und kehren Nachts zurück um über eine Mauer in den Innenhof einzusteigen und sich auch ohne Erlaubnis des Wirtes umzusehen. In der Scheune finden sie Abdeckplanen sowie Säcke voll Stroh das wohl dazu dient zerbrechliche Waren vor Stößen beim Transport zu schützen. Beim Versuch in die Hintertür der Taverne einzudringen werden sie beinahe entdeckt und so ziehen sie sich zurück und klettern schließlich über die Trennmauer in den angrenzenden Fuhrhof. Dort werden sie fast von einer patrouillierenden Nachtwache bemerkt, huschen jedoch noch davon und laufen beinahe einer Gruppe von sechs dunklen Gestalten in Fuhrmannskleidung in die Arme. Sie klettern unter eines der Fuhrwerke, wurden aber schon bemerkt und sind auch bald umstellt.
    Schließlich zerren die Fuhrknechte die beiden hervor, während Tejeran vergeblich versucht sich und Alawin schnell und unbemerkt mit einem Axxeleratus zu bezaubern.
    “Ihr seid doch die Typen die im Humpen heute so viele Fragen gestellt haben. Wir werden euch zeigen was mit denen passiert die bei uns einbrechen. Mischt sie auf Jungs!”, ruft eine Frau die wie eine Fuhrfrau gekleidet ist.
    Es entbrennt eine Rauferei in der die Helden schließlich von mehreren Männern festgehalten werden während ein Weiterer mit einem Schlagring auf sie einschlägt. Tejeran ist nach dem zweiten Schlag bereits bewusstlos, Alawin kann sich nach drei Treffern dem Griff der Männer entreißen und bricht dem Schläger mit einem Hruruzat-Tritt das Knie. Die Anderen greifen zu Wurfmessern unter deren Treffern Alawin schließlich zu Boden geht. Die Helden werden auf ein Fuhrwerk geworfen und Alawin spürt, dass die Wurfdolche wohl sogar vergiftet waren, denn er wird von Magenkrämpfen geschüttelt und erbricht mehrfach. Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt werden sie vom Fuhrwerk in den vor Gülle stinkenden Gardelbach geworfen.
    “Lasst euch das eine Lehre sein! Wenn ihr bei uns noch einmal einbrecht legen wir euch um!”

    Verdreckt und halb tot kriechen sie aus dem stinkenden Gewässer. Tejeran spricht einen Heilzauber auf seine verwundete Brust und sie sehen sich um. In der Nähe erkennen sie das Zunfthaus der Gerber und Kürschner wieder, in dem die Sturmratten, eine Straßenbande des Namenlosenkultes, ihr Hauptquartier hatte. Gegenüber geht die Rattengasse tiefer durch das Stadtviertel Meilersgrund, in der sich die Rauschkrauthöhle Memoria und der Barbiersalon des Eboreos Bartschneider befindet.
    Nachdem sie sich halbwegs orientiert haben folgen sie dem Gardelbach aufwärts zur alten Stadtmauer. Tejeran erklärt den Stadtwachen, dass sie überfallen wurden und kann sie überzeugen sie einzulassen.
    Im Hotel Handelsherr waschen und baden sie sich erst einmal und verarzten ihre Wunden bevor sie sich schlafen legen.

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    1014 BF
    Der Tempel der Läuterung
    Gareth, Mittelreich

    Alawin und Tejeran erwachen erst spät Abends nachdem sie den Tag über durchgeschlafen haben.
    Als sie Idra zur Familie Wagenhalter befragen erzählt diese, dass sie in ihrer Lehrzeit bei der Familie Adersin recht viel in der Altstadt herumgestreunt hat. Dabei hätte sie aufgeschnappt, dass sie Familie Wagenhalter in der Alten Gilde eine wichtige Rolle spielt. Die Alte Gilde sei eine Straßenbande der Garether Unterwelt die ihr Geld mit Einbruch, Taschendiebstahl, Hehlerei, Schutzgelderpressung bis hin zu Dokument- und Siegelfälscherei verdient. Mokel Wagenhalter, der Wirt der Taverne Voller Humpen, verdiene angeblich den meisten Umsatz als Drehscheibe für gestohlene oder geschmuggelte Waren. Man rühmte sich damals damit dass ‘in manchen seiner Fässer nicht Dünnbier und eingelegter Kohl lagern, sondern die Seidenvorhänge der Siegelherrin von Alt-Gareth, die letzte Woche noch in ihrer Villa hingen’.

    Nichtsdestotrotz machen sie sich wieder auf den Weg zur Wagnerzeile und brechen erneut in den Hinterhof ein. Diesmal gelangen sie in den Keller der Taverne wo sie tatsächlich vielerlei gelagertes Diebesgut vorfinden. Eine schwere Eisentür führt von hier in die Kanalisation. Als sie dem Kanal folgen bis sie sich unter dem Fuhrhof befinden bemerken sie dort eine Sackgasse die an einer alten Mauer endet. Der Kanal wurde hier wohl schon vor hundert Jahren zugemauert. Sie brechen genug Steine heraus um sich Zutritt zu verschaffen und dringen in ein Gewölbe ein das sich als der verfallene Folterkeller des ehemaligen Tempels der Läuterung herausstellt. In den Trümmern finden sie erneut ein goldenes Schmuckstück. Identisch wie das Erste gleicht es einer Art Rosendort oder Haifischzahn mit je einer Öse links und rechts.
    Nachdem sie sich gründlich umgesehen haben verschließen die Helden den Zugang wieder so gut es geht und verlassen die Kanalisation wieder.
    Da die Sonne bereits aufgegangen ist gehen sie gleich zum Pentagontempel und berichten Glarike über ihren Fund.

    Danach begeben sie sich wieder zum Hotel Handelsherr und schlafen sich nach einem erneuten Bad gut aus.

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    1014 BF
    Der Tempel der Läuterung
    Gareth, Mittelreich

    Skandal: Gefolterte Duridanya! Priesterkaiser schändeten Bild der Heiligen!

    Die Helden lesen am nächsten Tag die Schlagzeilen des Aventurischen Boten in der Loge des Hotels. Ein Bericht der Schreiberin Kerry ui Brioghan detailliert die Funde der Geweihten Glarike Walbirga Stippensten. Offenbar wurden in den Gewölben Bruchstücke einer zerstörten Duridanya-Statue gefunden. Die Tänzerin Duridanya gehörte zu den Acht Märtyrern von Bosparan. In Gareth bittet man die Heilige bei Sonnenaufgang um einen unbeschwerten Tag und bei Sonnenuntergang, dass der oder die Liebste an einen denke. Die gefundene Statue aber zeigte das Gesicht der Heiligen grauenhaft verzerrt, beide Daumen und die linke Brust fehlten ihr, an den betroffenen Stellen wurden vom Bildhauer Folternarben nachgebildet. Verrostete Eisen um die Gelenke der Statue und Ketten weisen darauf hin dass die Tänzerin Duridanya sogar angekettet dargestellt worden war.

  • Weitere Nachforschungen

    Vom Bericht überrascht suchen Alawin und Tejeran das Redaktionshaus des Aventurischen Boten auf und fragen sich zur Autorin des Artikels, Kerry ui Brioghan, durch. Ihre Schreibstube befindet sich im ersten Stock oberhalb der Druckerei, die mit ihren 16 modernen Druckerpressen die größte Aventuriens ist. Die 35-jährige Berichterstatterin, rothaarige Albernierin mit Stupsnase, begrüsst die Helden freundlich und erzählt dass sie einem Skandal in der Kirchengeschichte des Praioskultes auf der Spur sei. Sie fragt den Helden Löcher in den Bauch und gibt zu die Helden seit einiger Zeit von einem jungen Kollegen namens Igan Trappenfeld beschatten zu lassen.
    Die beiden Helden vereinbaren mit Kerry, dass diese ihre Informationen mit ihnen teilt, im Gegenzug dürfte Igan die Helden begleiten.

    Zur Mittagsstunde essen sie in der Smaragdnatter, einer von vielen Gelehrten besuchten Taverne, nahe des Pentagontempels. Auch Gyldana Bugenhog, die bildhübsche Bibliothekarin der Akademie der Magischen Rüstung sitzt dort mit einigen Kollegen zum Mittagessen.
    Tejeran unterhält sich mit dem elfischen Wirt, Lamiadon Farnweide, über die Baukunst der Priesterkaiserzeit.
    Nachmittags gehen Alawin und Tejeran erneut ins Stadtarchiv um dort nach bedeutenden Architekten aus der Zeit der Priesterkaiser nachzuforschen. Auch Idra und der junge Schreiberlehrling Pheco kommen mit da sie die Gelegenheit nutzen möchte ihm zu zeigen wie man bei einer Bibliotheksrecherche am besten vorgeht.

    Die Helden werden auch bald fündig:

    • Einer der bedeutendsten Baumeister dieser Zeit war Owilmar von Gareth. Der 384 geborene Heilige der Praios-Kirche und gilt als Bringer von Licht und Schönheit. Als Baumeister während der Praiokratie der Priesterkaiser erbaute er zunächst die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale und später eines der Menschenwunder, die Stadt des Lichts mit dem Herzstück und zentralen Heiligtum, dem Tempel der Sonne.
    • Auch Owilmar’s Lehrmeister, Grimmwulf Steinhauer, erbaute zahlreiche Tempelgebäude während der Priesterkaiserzeit, auf Anweisung der Erleuchteten und Geheimen Tempelmeisterin des Ordens der Göttlichen Kraft, Heliodane von Streitzig.

    Beim Abendessen im Hotel Handelsherr sprechen die Helden über ihre Erkenntnisse. Praiala bietet sich an morgen in der Praioskirche nach Informationen über Heliodane von Streitzig zu suchen.

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    1014 BF
    Weitere Nachforschungen
    Gareth, Mittelreich

    Praiala macht sich früh morgens auf den Weg zur Priesterkaiser-Noralec-Sakrale, dem großen Praiostempel von Alt-Gareth, da sie vermutet hier mehr herausfinden zu können, immerhin wurde die Stadt des Lichts ohnehin später erbaut und Praiala kennt hier viele der Priester sehr gut von ihrer Ausbildungszeit. Der amtierende Tempelvorsteher, der Lichthüter Folmian Praiobur Lustratus, hat bereits von den bisherigen Funden und gehört und ist wenig erfreut über den Mangel an Diskretion den die Helden an den Tag legen. Er verbittet sich außerdem Verdächtigungen, mit der Sakrale, einem Werk des Heiligen Owilmar, stimme vielleicht etwas nicht. Gerade die im Aventurischen Boten abgedruckten Vermutungen ausgelöst durch den Fund eines möglicherweise als Kultraum des Namenlosen genutzten Folterkellers unter dem früheren Tempel der Läuterung, empören ihn zutiefst. Seiner Meinung nach versuche die Botenschreiberin einen Skandal zu inszenieren und die Praioskirche in den Schmutz zu ziehen.
    Da Praiala hier wenig Hilfe wendet sie sich an den Inquisitionsrat Praiodan von Luring. Da es sich bei dieser Recherche jedoch um für die Praioskirche recht heiklen Themen dreht schicht er sie zu seiner Vorgesetzten weiter, der Geheimen Inquisitionsrätin Gareths, Gilbyra Steinhauer (seines Wissens nicht verwandt mit dem Baumeister Grimmwulf).
    Die Geweihte erhält bei ihrer Exzellenz einen Termin im Hauptquartier der Inquisition in der Stadt des Lichts.
    Ihre Exzellenz gibt Praiala die Erlaubnis sich über die Order des Lichthüters hinwegzusetzen und in den Garether Tempeln nach Hinweisen auf Namenlose Umtriebe während der Priesterkaiserzeit zu suchen. Gilbyra Steinhauer will die Maßstäbe der Wahrheitssuche sogar auch auf die Glieder der Kirche selbst angewendet sehen, fordert jedoch von der Geweihten Diskretion, Stillschweigen und Geheimhaltung ein. Eine Forderung die sich mit einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Aventurischen Boten ganz klar nicht vereinbaren lässt.

    Alawin, Tejeran, Idra und Pheco setzen unterdessen ihre Suche im Stadtarchiv fort. Diesmal jedoch gezielt nach Informationen über Heliodane von Streitzig und ihrem Wirken in Gareth zur Zeit der Priesterkaiser.

    Als sich die Helden Abends absprechen und ihre Informationen austauschen haben sie folgendes herausgefunden:

    • Heliodane von Streitzig lebte von 326-409 BF.
    • Sie stammte aus dem ehrwürdigen garetischen Adelsgeschlecht derer von Streitzig.
    • Sie gehörte dem Orden der Göttlichen Kraft an und stieg bis zum Rang der Geheimen Tempelmeisterin auf.
    • Sie war in jungen Jahren Vertraute Praioslob von Selems.
    • Sie ging unerbittlich gegen Ketzer und Häretiker vor.
    • Sie galt als Verfechterin einer Götterherrschaft, bei der Hesinde, Tsa, Phex und Rondra ausgeschlossen blieben.
    • Auf ihre Initiative hin wurden zwischen 348 und 408 BF mehrere Bildnisse und Bauwerke zu Ehren Praios’ errichtet, unter anderem:
      – Der heute als Zwölfgötter-Brunnen bekannte Brunnen im Schlossviertel
      – Ein Praiosschrein auf dem ehemaligen Stadtfriedhof für Patrizier
      – Der Tempel der Gerechtigkeit im heutigen Arenaviertel
      – Der ehemalige Tempel der Läuterung im heutigen Bezirk Tempelhöhe
      – Die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale am Greifenplatz im Bezirk Nardesheim
    • Ab 345 BF lebte sie in Gareth. Ihre Stadtvilla lag in Nardesheim.
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    1014 BF
    Weitere Nachforschungen
    Tag des Heiligen Gilborn von Punin, Erzheiliger der Praioskirche
    Gareth, Mittelreich

    Alawin, Tejeran und Idra forschen über die von Heliodane von Streitzig in Auftrag gegebenen Bauwerke im Stadtarchiv nach, dabei erfahren sie folgendes:

    • Der Zwölfgötter-Brunnen wurde vom Baumeister Yendan Korden im Auftrag Heliodanes von Streitzig erbaut und hatte ursprünglich nur acht Statuen. Einige der Statuen wurden über die Jahre zerstört und durch neue ersetzt, die Statuen von Hesinde, Tsa, Phex und Rondra wurden später hinzugefügt.
    • Der ehemalige Stadtfriedhof für Patrizier wurde im Laufe der Zeit Umgewidmet. Heute steht auf dem Anwesen die Villa des Patriziers Kalman Karinor. Dieser ist ein Al’Anfaner Diplomat und Botschafter aus dem Hause Karinor, einer Al’Anfaner Grandenfamilie. Idra erwähnt, dass der schöne südländische Gesandte mit verschwenderischer Pracht Hof hält und Orgien feiert, wie man es in Gareth von jemandem aus der Schwarzen Perle erwartet. Auf Bitte der Gruppe erklärt sich Idra bereit sich umzuhören ob Kalman Karinor in naher Zukunft zu einem Fest auf sein Anwesen einlädt und ob sie, als junge Grafentochter und Schwester ihres spielsüchtigen Bruders Drego, an eine Einladung zu einer solchen Feier kommen kann.
    • Heliodanes Stadtvilla hat sich im nordwestlichen Teil von Nardesheim befunden, nahe dem Wehrheimer Tor, an der Kreuzung Frömmlgasse, Praiosgrueszer-Weg. Anhand eines Stadtplanes aus der Rohalszeit können sie Helden den Standort ermitteln obwohl die Straßen heute andere Namen tragen.

    Danach besuchen die drei Helden den Platz der Zwölfgötter. In der Mitte des gut besuchten Platzes steht der bekannteste Brunnen des Mittelreichs, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Gareth’s.
    Der Zwölfgötter-Brunnen besteht aus mehreren in Stufen übereinander gebauten Marmorbecken. Beständig plätschert Wasser von den höheren Becken in die darunterliegenden. Um die Marmorbecken tummeln sich Statuen der Zwölfgötter auf einer Felslandschaft, über die sich das Wasser in ein umgebendes, großes, flaches Becken ergießt. Die Wirkung des Brunnens wird durch ein ansteigende Niveau zur Mitte des Zwölfgötter-Platzes noch erhöht. Das umgebende Becken ist mit einem Schmiede-eisernen Geländer umgeben.
    Handel ist auf dem Platz untersagt, dennoch pulsiert hier das Leben: Viele Bürger werfen Münzen als Opfergabe in den Brunnen. Von Zeit zu Zeit halten Geweihte auf dem Platz einen Götterdienst für alle Zwölfe ab, fischen zu diesem Anlass die Münzen aus dem Brunnen und teilen sie unter den Spendenkassen der Tempel auf.
    Idra beobachtet lange die Statue des Firun, welche einen bärtigen Gott in Jagdkleidung zeigt. Er hält links einen Bogen und rechts einen steinernen Falken auf ausgestreckter Hand. Seine Finger weisen nach Ostnordost in Richtung der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale, deren Dächer von hier aus gut zu sehen sind. Idra erklärt, dass das Gesicht der Statue große Ähnlichkeit mit dem Reichsgründer Raul von Gareth aufweist, wie er auf diversen Büsten und Reliefs in Gareth zu sehen ist. Raul von Gareth, der wie wenige wissen, eigentlich Tulamide war, war der Vetter des heiligen Emmeran, der tatsächlich Emran ibn Mahut hieß, und einer der acht Märtyrer war. Der heilige Emmeran, war ein Falkner und wird vom Stadtadel mit (Beiz-)Jagden und üppigen Festen geehrt, gilt aber auch als Heiliger der Gastfreundschaft und ist daher bei Reisenden beliebt.
    Die Helden glauben an der Gürtelspitze der Statue etwas goldenes aus einem Riss im Marmor blitzen zu sehen.

    Danach begeben sich Alawin, Idra und Tejeran zum Tempel der Gerechtigkeit, dem Praiostempel im Arenaviertel. In der öffentlich zugänglichen Tempelhalle sehen sie eine große goldene Statue des Praios mit der Waage der Gerechtigkeit in der Hand. Auch an dieser Statue fällt den Helden auf, dass diese eine eindeutige Ähnlichkeit mit dem heiligen Richter Eboreus hat. Der heilige Eboreus, ein Richter, wird vor Geschäftsabschlüssen, Gerichtsurteilen und bei Streitigkeiten angerufen.
    Tejeran übersetzt eine Inschrift unter der Statue: Unus aeternus est. Octo imperant. Quorum numerus et corpus nomen eius venerantur. aus dem Bosparano: “Einer ist ewig. Acht herrschen. In ihrer Zahl und Gesamtheit ehren sie seinen Namen.” Er merkt an, dass man den letzten Satz alternativ auch als “Mit ihrer Zahl und ihrem Körper ehren sie seinen Namen.” lesen könnte.

    Zum Mittagessen treffen sich die Helden wieder in der Smaragdnatter. Ihr nächstes Zeil ist die ehemalige Stadtvilla der Heliodane von Streitzig. Als sie zu der genannten Kreuzung kommen finden sie dort jedoch nur eine verwildertes Anwesen auf dem ein Windschiefes Haus steht. Das Haus sieht bewohnt aus, jedoch recht verwahrlost. Von einem Nachbarn erfahren sie, dass dort eine alte Frau namens Alfrede Rübenkraudt mit ihren Katzen wohnt. Sie sei sehr neugierig, spioniere die Nachbarn aus, verbreite Tratsch, habe üblen Mundgeruch und eine Warze auf der Nase. In warmen Sommernächten höre er sie manchmal Selbstgespräche führen. Sie sei abends meist in der Taverne zum Alten Wachhaus anzutreffen.
    Von der Straße aus erkennen die Helden dass sich im Garten des Grundstücks Mauerreste, Schutthaufen und efeuumrankte Statuen befinden.
    Die Helden besorgen sich von der Taverne, in der Alfrede Stammgast ist, deren Lieblingsschnapps, Bockshagner Gerstenschlag, bringen ihn als Gastgeschenk mit, und bitten die alte Frau ob sie sich die Statuen im Garten ansehen dürfen. Sie hat nichts dagegen, ermahnt sie jedoch nichts zu stehlen und beobachtet die Helden vom Fenster aus.

    Eine der zwei Statuen stellt den zweigesichtigen Praios dar, eine in der Priesterkaiserzeit verbreitete Darstellung des Götterfürsten, die seinen Anspruch absoluter Herrschaft verdeutlichen soll.
    Die zweite Statue zeigt die Heiligen Palinai. Die heilige Palinai, eine Bäuerin, wird auf der Rosskuppel als Vorbild verehrt und man bringt ihr Ernteopfer.
    Unter dem Schutt finden die Helden einen Zugang in die Kellergewölbe der ehemaligen Stadtvilla. Neben einem Zugang zur Kanalisation werden sie von einer Riesenamöbe angegriffen die Alawin umschlingt und zu verschlucken droht. Dank Tejeran’s zum Flammenschwert verwandelten Zauberstabes können die Helden die gallertartige Kreatur bezwingen und finden in ihrem Inneren verschiedene Dinge welche sich über die Jahre angesammelt haben.

    • Ein Honigfarbener Bernstein von etwa 25 Karat
    • Ein Orden der Sonnenlegion
    • Eine mit Blei versiegelte Tonflasche Boronwein
    • Ein Medallion mit einem Kupferstich des Portraits einer hübschen Frau, darunter der Name Carimina Rübenkraudt
    • Eine Art goldener Rosendort oder Haifischzahn mit je einer Öse links und rechts
    • Ein mit Goldtopasen besetzte Halterung für Waffengürtel aus vergoldetem Khunchomer Stahl mit ziselierten Praiosblumenmotiven

    Die Helden zeigen Alfrede Rübenkraudt die Fundstücke, diese freut sich über das Familienmedallion, möchte die offensichtlich zur Praioskirche gehörigen Gegenstände aber nicht behalten und bittet die Helden, dass diese sie zum Praiostempel bringen und dem Tempelvorsteher übergeben.

    Nachts steigen Tejeran und Alawin mit einem Visibili unsichtbar gemacht am Platz der Zwölfgötter in den Zwölfgötter-Brunnen und brechen aus der Gürtelspitze der Firun-Statue einen weiteren goldenen Rosendorn/Haifischzahn.

  • Der Zorn des Volkes
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    1014 BF
    Der Zorn des Volkes
    Gareth, Mittelreich

    Nach dem Frühstück machen sich die Helden auf den Weg zu ihren Zimmern im Obergeschoss, als Valpo der Schneider sie auf der Treppe einholt.
    Er berichtet von einem Tumult auf der Straße und dass die Leute Praios’ Namen schreien. Die Helden bewaffnen sich, Praiala zieht ihr Ornat an und die Gruppe geht mit Valpo nach unten.

    Die Helden eilen Valpo hinterher, der voraus läuft, hinaus aus dem Hotel und dann in Richtung Hesindeplatz. Sie holen ihn ein bevor er den Greifenplatz erreicht und sehen schon von weitem eine große Menschenansammlung in der Kaiser-Reto-Straße.

    Valpo erzählt im Laufen, dass er in den frühen Morgenstunden am Bürgerplatz war um einen Aventurischen Boten zu kaufen, da die Helden ja schon fast jeden Tag dort erwähnt werden. Dabei bemerkte er Leute die Parolen geschrien haben und so ist er zu den Helden geeilt.

    Die Helden hören verschiedene Rufe die den allgemeinen Lärm der Menge übertönen.
    “Wir wollen keinen Kult des Namenlosen in Gareth!”
    “Was habt ihr den Stadtheiligen angetan?”
    “Wir wollen die Wahrheit!”
    “Ihr predigt Wahrheit und Gerechtigkeit und belügt uns doch!”

    Die Tore der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale sind geschlossen, auf den Stufen vor dem geschlossenen Haupteingang steht ein Akoluth der mit der Menge spricht, seine Worte gehen aber in den Rufen der Menge unter.
    Generell scheint die Menschenmenge von gemischtem Stand, sowohl arme Leute, als auch Handwerker und Menschen des Bürgertums.
    Nach einigem Überlegen betet Praiala und ruft Praios um göttlichen Schutz an. Als sie das Leuchten der Goldenen Rüstung umgibt beginnt sie mit lauter Stimme zu sprechen, muss schließlich jedoch richtig schreien um von einer größeren Zahl von Leuten gehört zu werden. Sie erklärt, dass Sie, die Helden von Greifenfurt, die Geschichte untersuchen und zwar im Namen der Praioskirche. Schließlich gelingt es ihr die Menge zu überzeugen, dass die Helden die Vorwürfe untersuchen und die Menschen am nächsten Praiostag bei der Messe mehr erfahren werden.

    Mit Praiala’s Ansprache schaffen es die Helden die Menge zwischen ihnen und dem Tempel zu teilen und die Stadtgarde, welche aufmarschiert ist um etwaige Unruhen zu verhindern, drängt mit ihrem Männern einen Keil quer durch den Platz. Schließlich gelingt es den Aufruhr etwas zu zerstreuen und zwei Gardisten erreichen die Helden durch die Menge.
    “Hochwürden! Habt Dank! Die Situation scheint hier unter Kontrolle zu sein. Wir haben Befehl ins Arenaviertel abzurücken, dort ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen.”

    Eilig folgen die Helden folgen der Stadtgarde – auf dem Weg sehen sie schon eingeschlagene Fenster, Kampfspuren – und in den Gassen um den Tempel der Gerechtigkeit ein großer Mob der wütend schreit.

    Die Helden hören immer wieder Rufe die den allgemeinen Lärm der Menge übertönen.
    “Schande über euch! Ihr besudelt das Andenken an die Heiligen der Stadt.”
    “Alles Lügen! Heuchler! Die Praioskirche ist ein Sumpf der Vertuschung!”
    “Wir wollen euch nicht in der Stadt!”
    “Zeigt uns was ihr verheimlicht!”
    “Sie werden es nicht zugeben! In den Tempelbüchern steht sicher die Wahrheit!”
    “Nieder mit dem Praiostempel!”
    “Die Gesetze sind es wegen denen wir bluten während der Adel in Gold badet!”
    “Und wer hat diese Gesetze gemacht?”
    “Nieder mit der Knechtschaft! Nieder mit dem Praiostempel!”
    “Schlagt sie alle nieder!”

    Schon von Weitem erkennen die Helden, dass die Tore des Tempels der Gerechtigkeit geöffnet sind, und der Aufruhr auch im Inneren des Tempel tobt. Die Helden schließen sich der Garde an die mit Schilden und Knüppeln gegen randalierende Aufrührer vorgeht und versucht die Straße zu räumen um zum Tempel vorzudringen.
    Sie erkennen dabei, dass es wohl Leute in der Menge gibt die mit Schlachtrufen und Hassparolen die Stimmung weiter anheizen. Die vorrückende Stadtgarde wir mit Steinen beworfen und reagiert darauf mit Waffengewalt. Über die Köpfe der Leute hinweg sehen die Helden bereits Rauch über dem Praiostempel aufsteigen.
    Tejeran glaubt in einem Moment einen potentiellen Rädelsführer zu erkennen und blendet ihn mit einem Zauber. Der Mann fällt und wird von anderen Aufrührern niedergetrampelt.
    Die Helden helfen den Gardisten unter Einsatz nicht tödlicher Waffengewalt durch den wütenden Mob in Richtung Tempel zu kommen.
    Gemeinsam bahnen sie sich einen Weg zum Tempel der Gerechtigkeit und erreichen das geöffnete Portal. Innen sind schon zahlreiche Gardisten die die Situation im Tempelschiff unter Kontrolle gebracht haben. Leute werden festgenommen, andere liegen verletzt am Boden. Die Helden erkennen drei Tempelgardisten, zwei Akoluthen und einen Priester, die offenbar von den Aufrührern arg zugerichtet wurden.

    Die Garde hat inzwischen das Feuer löschen können und Tejeran nutzt den Augenblick der Ruhe um die Statue anzusehen. Praiala kümmert sich um die Verletzungen der Diener des Götterfürsten und erkundigt sich wie der Aufstand angefangen hat.
    Der Tempelvorsteher, Praioshelm Sonnenbach, erzählt, dass er kurz vor Sonnenaufgang Rufe aus der Straße gehört habe und als er nachsah hatte sich bereits eine Menge von Menschen vor dem Tempel befunden die Parolen schrien und ihm Steine entgegen warfen. Er schloss das Tempelportal, dieses wurde jedoch später von den Aufrührern eingeschlagen.
    Auf seine Bitte hin hilft Praialas ihm auf, stützt ihn und begleitet ihn in die Sakristei. Dort gelangen sie an einen Geheimgang der zu einer verborgenen Kammer führt. Am herrschenden Durcheinander kennen sie, dass der Geheimraum geplündert wurde, woher die Eindringlinge von dieser Kammer wussten, kann sich der Tempelvorsteher nicht erklären. Er sichtet den Schaden und erzählt Praiala, dass sich unter den gestohlenen Dingen Goldstatuetten aus der Priesterkaiserzeit befinden die einen zweigesichtigen Gott darstellen, eine Darstellung die Praios’ Anspruch absoluter Herrschaft verkörperten. Auch uralte Kirchenbücher aus der Zeit der Priesterkaiserzeit, in denen gegen Andersgläubige (besonders Hesinde- und Tsakulte) gehetzt wird, wurden entwendet. Am erschütterndsten ist aber, dass Fehlen eines bedeutenden Talismans der hier, unter strenger Geheimhaltung, versteckt wurde: Die Kette der Zwölfgötter – welche die Helden vor nunmehr zwei Jahren auf den Zyklopeninseln den Schergen des Namenlosen Gottes entreißen konnten.
    Praiala folgert, dass die Kenntnis der geheimen Kammer bedeutet, dass jemand mit Insiderinformationen am Raub beteiligt war und der Aufstand nur als Ablenkung für die Tat diente.
    Die Geweihte sucht unverwandt den Blick des Tempelvorstehers, und als sich die Blicke beider treffen lodert die Flamme des Gerechten in den Augen der Geweihten auf während ihr Blick in den Geist des Lichthüter’s Praioshelm eindringt. Praiala’s Blick erfasst seine heimlichen Gedanken, findet die geheimsten, verborgensten – und schaut schließlich noch darüber hinaus: in die Seele des Tempevorstehers, wo die endliche Wahrheit geborgen ist. Dort erkennt sie, dass er es als seine schlimmst Verfehlung ansieht, seinen Gott enttäuscht zu haben.
    Als sie ihn schließlich fragt, ob in der Geheimkammer, in der die Relikte aus der Priesterkaiserzeit aufbewahrt wurden, auch eine Art Dorn oder Haifischzahn, wie ihn die Helden an anderen Pätzen fanden, aufbewahrt wurde, nickt dieser. Er sieht nach und stellt fest, dass auch dieser Gegenstand entwendet wurde. Über die Bedeutung dieses Schmuckstücks, weiß er leidet nichts, nur ein weiteres Relikt aus vergangenen Zeiten.

    Praiala benachrichtigt die Gardisten über den Diebstahl und Plünderung des Tempelschatzes und erwähnt den Helden gegenüber, dass ihr Schmuckstück aus Neetha verschwunden ist. Die Geweihte schickt Valpo mit einer Nachricht zu Praiodan von Luring um ihn über den Diebstahl zu informieren.
    Die Helden befragen die Leute im Tempel und erfahren, dass mehrere Gestalten im Tumult mit Wertsachen den Tempel verlassen haben. Einer davon scheint auch der Rädelsführer der Aufrührer gewesen zu sein, der mit seinen Hetzreden für die Eskalation gesorgt hatte.
    Als sie nach einer Beschreibung fragen erklärt man ihnen, dass der Mann eine Narbe im Gesicht trug, er war blond, hatte schlechte Zähne und ein verkrüppeltes linkes Ohr. Tejeran nimmt sich die Zeit zusammen mit den Augenzeugen eine Phantomzeichnung anzufertigen.

    Schließlich verlassen die Helden den Tempel und wollen in der Straße noch weitere Leute befragen. Dort erfahren sie jedoch leider nicht mehr. Die Stadtgarde führt verschiedene Personen ab die im Laufe des Aufruhrs festgenommen wurden, der Hauptmann erwähnt, dass der Praioskirche alle Berichte zur Einsicht offen liegen werden.
    Die Helden versuchen in der Straße mit Hilfe der Zeichnung mehr über den Mann herauszufinden der wohl die Aufrührer mit seinen Hasspredigten angestachelt hatte, haben damit aber nicht viel Glück. Erst nach einer ganzen Weile treffen sie auf einen 12-jährigen Knaben, der an einem Stand kleine gelbe Singvögel mit schwarzen Flügeln, Praiosgrüßer, in Käfigen verkauft. Er berichtet, dass er den Mann gesehen habe als er auf dem Scherbenmarkt seine Vögel feil bot. Dieser Hetzredner und Hassprediger hätte seit ein paar Tagen auf dem Scherbenmarkt Hetzreden gehalten. Der Namen weiß er nicht, hält ihn aber für einen Ketzer.

    Während sich die anderen Helden in die Südstadt begeben um den Scherbenmarkt, der im Stadtbezirk Eschenrod liegt, aufzusuchen, wird Praiala bei Gilbyra Steinhauer vorstellig. Sie berichtet der Geheimen Inquisitionsrätin über den Diebstahl der Kette und wird mit der Jagd auf die entwendeten Schätze und weiterer Nachforschungsarbeit betraut.

    Auf dem Scherbenmarkt sehen die Helden, dass hier tagtäglich eine große Zahl an Tongütern, Tuchen, Lederwaren und allerlei anderen Handwerkserzeugnissen umgeschlagen wird. Die Waren sind oft von lausiger Qualität und tragen wohl auch gefälschte Zunftsiegel. Lebensmittel werden hier nicht verkauft. Idra erzählt, dass die großen Unterweltbanden hier versuchen, Schutzgelder von auswärtigen Händlern zu erpressen, und so manches Mal würde ein uneinsichtiger Kaufmann vor den Trümmern seines Standes oder gar seiner ganzen Existenz stehen. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit, meint sie, werden die Stände abgebaut und die Ärmsten Eschenrods klauben die Stoffreste und Scherben vom Boden, um ein karges Auskommen zu finden. Idra warnt davor auffällig viele Fragen zu stellen und möchte den Markt bald wieder verlassen. Die Helden finden hier keine Spur des Hasspredigers, auch die Anwesenden mit denen sie sprechen wollen nichts davon wissen und so macht sich die Gruppe wieder auf den Rückweg in die Altstadt.

    Als sie zum Hotel Handelsherr zurückkehren um zu Mittag zu essen treffen sie auf Valpo, der von seinem Botengang zurück ist. Er hält bereits das neuest Extrablatt des Aventurischen Boten in Händen.

    Skandal: Bettler plündern Praiostempel: Kirchenschätze gestohlen!

    Auch der Diebstahl der Kette der Zwölfgötter wird erwähnt. Die Helden können sich nicht erklären wie die Botenschreiberin davon wissen konnte. Neben dem reißerischen Bericht über die Plünderung im Tempel der Gerechtigkeit finden die Helden auch noch weitere Artikel die sie interessieren:

    Aufrührerische im Südquartier

    Aufrührerische im Südquartier

    Der Volksredner Glorius Fornheld, von den Armen ‘der Befreier’ genannt, ist erneut aufgefallen durch Unbotmäßigkeit, Aufruf zur Revolte und Hämmern an den Grundfesten von Recht und Ordnung. Drei Tage hintereinander versammelte Fornheld vor seinem Mundwerk auf dem Scherbenmarkt eine wachsende Anzahl an Menschen. Der Aufrührer prangerte die Armut und das Elend im Südquartier an und lenkte den Unmut der Menge auf die heilige Kirche des Herrn Praios, das Patriziat und die bürgerliche Stadtregierung. Der Stadtgarde vor Ort gelang es nicht, des Redners habhaft zu werden.
    Zuviele Zuhörer stellten sich den Gerüsteten in den Weg, manche erwehrten sich des Arms des Gesetzes mit Waffengewalt. Erst am dritten Tag gelang es der Stadtgarde mit ausreichender Unterstützung von Gardisten aus anderen Stadtteilen, die wieder zusammengetretene Menge zu zerstreuen und den Aufrührer festzunehmen. Fornheld ließ sich nicht ohne Zetern und Bocken abführen, er beschrie seine Verhaftung als Beweis seiner Thesen. Gerichtsvögtin Garetha Burkherdall verurteilte den Demagogen wegen Tuns wider die Stadt und ihrer Bürger zu 15 Rutenhieben und zwei Tagen
    Pranger. Anhänger Fornhelds versprachen, in großer Zahl zur Vollstreckung zu erscheinen und den Tag zu einem “Alptraum der Garde und der Vogtei” zu machen. Daraufhin wandelte die Vogtei die Strafe in zwei Monate Haft im Schuldturm um, was nächtens Ausschreitungen im Südquartier nach sich zog. Nach drei Tagen im Schuldturm brachte Fornheld 80 Dukaten als Auslösesumme auf und wurde unter großem Jubel und Handgeklapper aus der Haft entlassen. Tagelöhner, Wäscherinnen, Färbergesellen und Bettler begleiteten ihn im großen Pulk aus Alt-Gareth. Woher Fornheld, der nicht als wohlhabend bekannt ist, das Geld nahm, bleibt ungewiss.
    Kerry ui Brioghan

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    Boronwein beschlagnahmt

    Boronwein beschlagnahmt

    Das weiße Gift aus Al’Anfa beherrscht nach wie vor viele Gassen Gareths und macht die Menschen siech und schwach. Um so erfreulicher die Meldung, dass es unserer tapferen Stadtgarde im Viertel Sonnengrund gelungen ist, einen Verkäufer des verbotenen Rauschmittels Boronwein festzusetzen und dabei 140 Unzen des lästerlichen Gebräus zu beschlagnahmen. Hauptfrau Vierok von der Sonnengrunder Wache verkündet: “Den Übeltäter erwartet der Pranger.”

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    Alrik Ragather ist nicht zu fassen

    Alrik Ragather ist nicht zu fassen

    Wieder einmal scheiterte vor dem städtischen Gericht eine Anklage gegen den Bürger Alrik Ragather, von manchen ‘der Magnat’ genannt und als vermeintlicher Anführer der Unterweltbande der Almadaner bezeichnet. Ein Meilersgrunder Händler, der sich selbst der Hehlerei für die Almadaner bezichtigte, beschuldigte Ragather des mehrfachen Mordes, der Anstiftung zu Schmuggel, des Gifthandels und der Schutzgelderpressung. Zwar wurde eine Verhandlung angesetzt, doch der Beklagte erschien aufgrund einer Erkrankung an Lutanas nicht selbst. Sein Advocat Bolatrius Groterian benötigte nur eine Stunde, um die Anwürfe seitens des Klägers und des städtischen Advocaten zu entkräften: Zeugen waren schlecht beleumundet oder erscheinen nicht zum Prozess (bei zweien wurde später bekannt, dass sie leider verstorben waren), vermeintliche Beweise, die auch die Garether Criminal-Cammer vorlegte, waren offenbar manipuliert, die Zahl der Leumundszeugen für Ragather beachtlich. Das Gericht sprach den Angeklagten in allen Punkten frei. Der Kläger schien es sehr eilig zu haben, die Stadt noch vor Sonnenuntergang zu verlassen.
    Mikail Bauer

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    Während die Helden nach dem Lesen des Botens darauf schließen, dass ihr gesuchter Hassprediger wohl jener Glorius Fornheld ist, erwähnt Idra, dass sie es geschafft hat an eine Einladung zu einer Feier des Al’Anfanischen Diplomaten, Kalman Karinor, zu kommen. Das Feste finde heute Abend in der Villa Karinor statt. Sie ermahnt ihre Freunde, dass sie dort gut gekleidet erscheinen sollten um nicht abgewiesen zu werden.
    Da Alawin keine passende Kleidung besitzt geht sie mit ihm zum Atelier Ranari Espenkind, der höchsten Autorität in Modefragen. Die halbelfische Leiterin der berühmten Schneiderei im Garether Schlossviertel ist dank des Rufes der Helden und Idra’s Standes gerne bereit für ein paar Dukaten mehr noch diesen Nachmittag eine passende Garderobe für Alawin zu kreieren. Sie zeigt ihm verschiedene Modelle, nimmt Maß und verspricht die Kleidung bis Sonnenuntergang per Kurier zum Hotel Handelsherr bringen zu lassen.
    Im Anschluss geht der Krieger noch zum Badehaus und zum Barbier.
    Tejeran legt sich unterdessen sein Konventsgewand zurecht und macht sich mit einem Pectetondo Zauberhaar hübsch.

    Auf der Orgie des Al’Anfaner Botschafters trifft sich heute am letzten Tag des Traviamondes die Crème de la Crème der Garether Oberschicht. Alawin, Tejeran und Idra sehen sich in der Villa um, stellen jedoch fest, dass diese gänzlich im Eslamidischen Stil erbaut ist. Erst im Garten sehen sie verschiedene Statuen und schließlich ein praiosgefälliges Fresko das durch den weißen Verputz der Rückwand des Gesindehauses durchscheint.
    Mit einem Visibili unsichtbar gemacht und einem Silentium dringen Alawin und Tejeran unbemerkt in das Gebäude ein, in dem Mohasklaven nach modernster gastronimscher Kunst auserlesene Köstlichenkeiten für die Gäste vorbereiten. Die Leckerbissen werden dann von hübschen Sklavinnen in gewagter Al’Anfaner Damenmode auf Silbertabletts zu den Gästen getragen.
    Im Weinkeller unter dem Gesindehaus finden die Helden schließlich ein Drogenlabor in dem Boronwein hergestellt oder gelagert wird und erreichen durch einen Geheimgang eine uralte Krypta. Hier stehen Steinsärge die bis ins Jahr 40 Murak zurückreichen und eine Statue des Heiligen Lucian als alten, blinden Totengräber, dem Raben das Fleisch zwischen den Fingern wegpicken. Im jüngsten Steinsarg finden sie schließlich einen weiteren goldenen Dorn/Haifischzahn.
    Die beiden machen sich unbemerkt wieder auf den Weg zurück und finden Idra unter den Gästen der Orgie in den privaten Thermalbecken des Hauses.
    Es ist schon spät Nachts als die Helden die Feier verlassen und zum Hotel Handelsherr zurückkehren.

  • Weitere Hinweise
    BOR
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    1014 BF
    Weitere Hinweise
    Tag des Totenfestes
    Gareth, Mittelreich

    Die Helden überlegen welchen Spuren sie folgen können um der Kette und dem Aufrührer auf die Spur zu kommen. Sie befragen in der Vogtei in Eschenrod die Angestellten, wer die Kaution für ihn bezahlt hat. Sie erfahren dass eine große Menge an Leuten – die nicht bekannt sind – und alle ihren Namen mit Alrik angegeben haben – das Geld aufgebracht haben.

    Da sie sich schon nahe des Scherbenmarktes befinden nutzt Dariyon die gute Gelegenheit um im Borontempel, dem Tempel des schwarzen Lichts, vorzusprechen. Anlässlich dieses Tages ist der Tempel gut gefüllt und es fällt ihm nicht leicht einen Geweihten zu finden mit dem er über seine Erlebnisse in Nahemas Turm in Havena sprechen kann.

    Anschließend suchen die Helden ihre Bekannte, die Geweihte Glarike, im Hesindetempel auf um herauszufinden was sie zur Geschichte der Kette der Zwölfgötter weiß.

    Sie fragt die Helden auch was weiter geschehen ist und diese berichten ihr von den letzten Erlebnissen. Sie wird den Wissensbewahrer nach der Kette fragen und den Helden berichten, was sie kann.

    Beim Mittagessen im Handelsherrn erfahren sie von einer Vorladung von der Siegelherrin Amilia Groterian, die die Helden zum Stadtrat zitiert und um eine Unterredung bittet.

    Die Helden ziehen sich gut an und machen sich ohne ihre Waffen auf den Weg zum Ratshaus, wo die Helden im ersten Stock zur Siegelherrin vorgelassen werden.

    Sie berichtet den Helden, dass sie ursprünglich Glarike Hausverbot im Stadtarchiv erteilt hat um Verschwörungstheorien aufzuhalten.
    Da der Bote dazu immer mehr publiziert und sie den Eindruck hat, dass die Helden dem Boten Material liefern, appeliert sie an die Helden das Wohl der Stadt im Auge zu behalten und dem Boten keine Informationen mehr zu liefern.

    Die Siegelherrin erklärt zudem, dass sie fürderhin eigene Nachforschungen hat anstellen lassen und berichtet den Helden, dass Heliodane von Streitzig einen Praiosschrein im Ucuriuskastell hat errichten lassen. Diese uralte Stadtfestung wurde während der Dunklen Zeiten erbaut und diente in der Priesterkaiserzeit der Sonnenlegion. Heute beherbergt das altehrwürdige Bauwerk die Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert, in der die angehenden Fähnriche der königlichen oder kaiserlichen Garden in Taktik, Etikette und Reiterei unterrichtet werden. Patron und angeblicher Gründer der Schule ist der Heilige Vitus mit dem Goldenen Schwert, einer der acht Märtyrer. Seine goldglänzende Klinge, mit der angeblich Hela-Horas durchbohrt worden ist, hängt in Drahtseilen von der Decke der Haupthalle.

    Nach der Unterredung im Rathaus machen sich die Helden auf den Weg zur Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert. Im ganzen Gebäude finden sie Greifenbildnisse und Reliefs von Sonnenlegionären im Kampf gegen Rondrageweihte.
    Die Rückwand des Praiosschreins ziert ein Relief mit dem Bild eines einäugigen Veteranen, dem Heilige Vitus, in Greifenreiterrüstung, der vor einem Scheiterhaufen steht, auf den von beiden Seiten vier Personen in Büßergewändern steigen. Ein Mosaik auf dem Fußboden des Tempels zeigt die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale inmitten einer achtzackigen Windrose. Darunter befindet sich derselbe Spruch wie im Tempel der Gerechtigkeit: “Unus aeternus est. Octo imperant. Quorum numerus et corpus nomen eius venerantur.”
    Idra fällt auf, dass die Orte an denen die Helden bisher Statuen der Heiligen fanden sich, auf einem Stadtplan, sternförmig um die Priesterkaiser-Noralec-Sakrale verteilen.
    Die Helden bitten darum, dass man ihnen erlaubt das goldene Schwert des Heiligen Vitus zu untersuchen, werden jedoch abgewiesen.

    Danach begeben sie sich zum Redaktion des Aventurischen Boten um Kerry ui Brioghan zu befragen woher sie über den Diebstahl der Kette der Zwölfgötter wusste.
    Die Gruppe vermeidet es ihr weitere Information zuzuspielen und als Praiala ihr erklärt, dass sie im Dienste der Heiligen Inquisition ermittelt berichtet die Botenschreiberin schließlich dass sie dies von einem Ermittler der KGIA erfuhr der ebenfalls in dieser Sache Untersuchungen anstellt. Ihr Informant heißt Gerding Lohgar und arbeite als Schreiber für die Kaiserlich-Garethische Central-Registratur. Gerding wohnt am Südwall neben dem Badehaus Bellona.

    Als die Helden Gerding Lohgar aufsuchen finden sie dessen Leiche in seiner Schreibstube. Eine Untersuchung der Leiche zeigt den Helden, dass er mit einer kurzen Klinge durch den Rücken erstochen wurde. Unter seinem Körper finden sie noch eine zusammengeknüllte Notiz. Diese zeigt drei Symbole:
    – Das Wappen der Goldschmiede- und Juwelenschneiderzunft Gareths
    – Den Fuchs-Zinken für “Einstieg durch Keller/Gewölbe”
    – Den Fuchs-Zinken für “Magische/Gefährliche Falle”

    Die Helden untersuchen den Schreibtisch dessen Schubladen verschlossen sind und knacken zwei Schlösser. Idra wird von einem Springdorn mit Mandragora vergiftet und Dariyon untersucht den Inhalt der Schubladen nach einem erfolgreichen Foramen. Einige verschlüsselte Niederschriften und ein KGIA Einsatzhemd. Der Magier erkennt die außergewöhnliche Beschaffenheit des unscheinbaren Hemdes und nimmt es für Idra mit.

    Danach suchen die Helden die Stadtwache auf und zeigen den Mord an Gerding Lohgar an. Hier erfahren sie auch, dass die Stadtgarde einen tulamidischen Händler festgenommen und befragt hatte der eine der goldenen Statuetten zu verkaufen versuchte die aus dem Tempel der Gerechtigkeit entwendet worden war.
    Der Tulamide gestand sie von einem Straßenverkäufer in Eschenrod gekauft zu haben. Er behauptete den Verkäufer, einen kräftigen, glatzköpfigen Moha, der Säcke voller falschem Schmuck mit sich herumtrug, in der Taverne Roter Hahn getroffen zu haben. Diese Taverne ist bekanntermaßen ein Treffpunkt des Organisierten Verbrechens der Stadt und daher unternimmt die Stadtgarde auch keinen Versuch dem nachzugehen.

    Als sie ins Hotel Handelsherr zurückkehren überreicht ihnen ein Bote einen anonymen Brief.
    ‘Ich habe Informationen für euch. Trefft mich hinter dem Tobrischen Hof nahe des Wehrheimer Tors am Wirselbach.’
    Trotz der vorgerückten Stunde machen sich die Helden gleich auf den Weg dorthin. Der Ort stellt sich als ein düsteres Eck heraus wo der Schatten der Stadtmauer das Licht des Madamals verdeckt und das Brabbeln des Wirselbachs die Geräusche der Umgebung übertönt.
    Hinter dem Gitter in der Stadtmauer wo der Wirselbach hindurchfließt erkennen die Helden ein schwaches Licht einer brennenden Pfeiffe. Sie gehen darauf zu und sehen hinter dem Gitter einen verhüllten Mann in den Schatten der bedächtig an seiner Pfeiffe zieht.
    Der Befreier ist untergetaucht”, erklärt er. “Ihr werdet ihn nicht finden. Geht in die Greifenstraße und beobachtet den Goldschmied Reo Gemmenschneider.”
    Danach wendet sich der Unbekannte ab und die Helden kehren ins Hotel zurück.

  • Die Gestohlenen Kirchenschätze
    BOR
    2
    1014 BF
    Die Gestohlenen Kirchenschätze
    Gareth, Mittelreich

    In der Metropole herrscht herbstliches Wetter und in dieser Nacht hat es noch einmal stark abgekühlt.
    In der Früh begrüßt die Helden die Morgensonne auf einem wolkenlosen Himmel. Ein kalter Wind weht durch die Straße und Idra und Valpo, die sich bereit erklärt haben in der Greifenstraße nach dem Juwelier Reo Gemmenschneider zu suchen, hüllen sich in ihre warmen Wintermäntel.
    Auf der Greifenstraße ist viel Volk unterwegs denn alle die von der Reichsstraße kommen und den Weg durchs Angbarer Tor in die Altstadt suchen müssen hier hindurch. Zur ihrer rechten sehen sie die Herberge Greifenstube, ein Anlaufpunkt für Pilger und Reisende die nach Einbruch der Nacht vor geschlossenen Stadttoren standen.
    Etwa auf halber höhe zwischen dem Angbarer Tor und dem Greifentor finden die schließlich den Goldschmied. “Reo Gemmenschneider’s praiosgefälliges Edelhandwerk” steht in goldfarbenen Lettern auf rotem Grund über der Türe.
    Die beiden schlendern noch ein wenig durch die Greifenstraße und kehren dann wieder zum Hotel Handelsherr zurück um beim Mittagessen bericht zu erstatten.

    Unterdessen findet sich Praiala erneut bei der Inquisition ein, wo sie um ein Schreiben bittet das die Leiterin der Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert, Abrakas Edle von Silkwiesen, anweist den Helden die Untersuchung des goldglänzenden Schwertes des Heiligen Vitus zu erlauben. Diese Waffe, nach der die Akademie benannt wurde, gehörte einst dem Heiligen Vitus, dem Patron und Gründer der Akademie, einem der acht Märtyrer Bosparans, und hängt nun an Drahtseilen von der Decke der Haupthalle.
    Leider kann Praiala jedoch weder eine Unterredung mit der Geheimen Inquisitionsrätin Gilbyra Steinhauer erwirken, noch selbst ein solches Schreiben aufsetzen und rechtmäßig Siegeln lassen.

    Am selben Vormittag gehen Alawin und Tejeran zum Stadtarchiv und suchen nach Stadtplänen Gareth’s aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte um mit Zirkel und Messinglineal den Ort zu ermitteln der dem achten Zacken der Windrose entspräche die am Boden des Praiosschreins in der kaiserlichen Schule dargestellt ist.
    Sie prüfen noch einmal, dass die anderen sieben Zacken auch tatsächlich genau auf jene Orte weisen an denen sie bisher Statuen der Stadtheiligen fanden.
    Ihr Untersuchung ergibt schließlich, dass sich der gesuchte Ort wohl nördlich des Immanstadions, zwischen der Ross-Straße und der Rohal-Allee befindet. Und zwar in der Straße die vom Spießlauf Richtung Greifenplatz führt.

    Zu Mittag treffen sich die Helden im Hotel Handelsherr wo sie beim Essen ihre neuesten Erkenntnisse austauschen.

    Nachmittags geht Idra mit Valpo zum Zunfthaus der Schneidergilde um dort einen Gewerbeschein für den Straßenverkauf von Schneiderwaren für ihn ausstellen zu lassen. Danach führt sie ihr Weg zum Magistrat, dem Rathaus von Neu-Gareth, wo sie um die Zulassung für einen Marktstand in der Greifenstraße ansucht.
    Schlussendlich erwerben sie auf dem Scherbenmarkt einen alten, gebrauchten aber funktionstüchtigen Verkaufsstand um ihn am nächsten Morgen nahe dem Goldschmied aufzustellen und sein Haus zu beobachten.

    In der Zwischenzeit suchen Alawin und Tejeran in den Straßen zwischen Greifenplatz und Stadion nach jenem Ort den sie auf den Stadtplänen ermittelt haben. Dabei treffen sie auf den Mietkutschenfahrer Jergolf Prackstetter, der sie bereits in der Vergangenheit mit so mancher Legende aus der Stadtgeschiche unterhalten hatte.
    Er erinnert sich an die Helden und erzählt ihnen für ein paar Heller die “Mär von Owilmar von Gareth”, dem Erbauer der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale und der Stadt des Lichts mit ihrem Herzstück, dem Tempel der Sonne.

    Danach finden die Helden an der im Stadtarchiv ermittelten Straßenecke auch tatsächlich ein alt-ehrwürdiges Gebäude: das Zunfthaus der Goldschmiede. Sie erfahren, dass dies das Geburtshaus der Heiligen Yasinthe war. Sie gilt als Schutzheilige der Künste und des Handwerks und wird daher besonders von den Garether Handwerkern verehrt.
    Seit 360 BF wird das Gebäude von den Goldschmieden der Stadt als Zunfthaus benutzt und man richtete der Heiligen ein eigenes Museum ein.
    Alawin und Tejeran betreten das Zunfthaus und fragen nach einer Führung durch das Museum. Ein eifriger Jung-Geselle der Zunft führt sie durch das Haus und erzählt ihnen viel vom Leben und Wirken der Heiligen.
    Sie erfahren, dass die Goldschmiedin Yasinthe 28 v. BF geboren wurde und im Jahre 1 v. BF zusammen mit den anderen der Acht Märtyrer von Bosparan von Hela-Horas auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
    Die Märtyrer waren angesehen Bürger der Stadt die sich freiwillig meldeten um der Gott-Kaiserin die Depeche der freien Völker Aventuriens zu überbringen.
    Hela-Horas hatte sich als Göttin über die Götter ausrufen lassen und die Kirchen der Zwölfgötter wollten sie von diesen Weg des Frevels an den Göttern abbringen. Die Botschaft der Märtyrer war eine Warnung, dass die Götter diesen Frevel nicht dulden würden. Doch Hela-Horas verbrannte die Botschafter Gareth’s, die daraufhin als die Märtyrer von Bosparan in die Geschichte eingingen, demonstrativ auf dem Platz der Sonne Bosparans.
    Sie verkündete, dass die Götter, sollten sie sie nicht anerkennen, solch einen Frevel augenblicklich strafen würden, doch blieb der Himmel Wolkenlos und kein Bannstrahl fuhr aus Alveran hernieder. Erst als Hela-Horas gegen Gareth zog um das Bürgerheer mit ihren Legionen zu vernichten, wurde ihr ihr Hochmut zum Verhängnis. Höchstselbst befehligte sie die Legionen obwohl sie wenig von der Kunst der Feldherren verstand und als sie schließlich zu unterliegen drohte rief sie mit dem alten Ritual, mit dem schon Fran-Horas die Dämonen beschwor, die Erzdämonen selbst herbei sie zum Sieg zu führen.
    Daraufhin stiegen die Götter selbst auf das Schlachtfeld herunter und noch heute zeugen die Ruinen von Brig-Lo von der zweiten Dämonenschlacht. Wie in der Dämonenbrache, dem Schlachtfeld der ersten Dämonenschlacht welche Fran-Horas entfesselte, gehen auch dort nachts nicht nur die Geister der Verstorbenen um.
    Der Geselle berichtet dass die Heilige Yasinthe eine solch vollkommene Goldschmiedin war, sie wusste Gegenstände gar lebensecht nachzubilden. Ihre beliebten Kunstwerke sind von solcher Schönheit dass sie in den Jahrhunderten oft gestohlen wurden.
    Ein Silberstich zeigt die Heilige Yasinthe als sie die Amulette der Kette der Zwölfgötter schuf. Verwundert fragen die Helden wie das Bildnis zu verstehen ist und der Geselle erklärt ihnen, dass die Heilige tatsächlich die Kette erschuf. Die Legende, dass diese Amulette Geschenke der Zwölfgötter seien, als Bestätigung des Silem-Horas-Edikts, ca. einhundert Jahre vor dem Fall Bosparans, sei nur in sofern wahr als dass die Götter die Amulette mit karmaler Kraft segneten die man nur in den höchsten Talismanen der Zwölfgötterkirchen findet. Der Geselle sieht dies als Bestätigung der Götter, dass Yasinthe’s Werk selbst unter den Augen der Götter von unvergleichlicher Handwerkskunst zeugt.
    Als letztes erblicken Alawin und Tejeran im Museum der Goldschmiedezunft eines von Yasinthes Glanzstücken, ein aus Gold und Edelsteinen gefertigtes Mosaik, ein Selbstportrait der Heiligen. Bei Betrachtung dieses Werkes der Heiligen selbst bestätigt sich den beiden Helden höchstselbst warum Yasinthe als Schutzheilige der Künste und des Handwerks verehrt wird, denn es ist von beispielloser Schönheit und unübertroffener Kunstfertigkeit.
    Alawin ersteht im Zunfthaus acht kleine, teilvergoldete Zinnstatuetten die die acht Stadtheiligen darstellen.
    Danach verlassen sie das Zunfthaus und treffen sich zum Abendessen wieder im Hotel Handelsherr mit ihren Freunden.

    Bevor die Stadttore schließen brechen Alawin, Tejeran und Idra auf um in Eschenrod die Taverne “Roter Hahn” zu besuchen. Zu dieser späten Stunde ist es noch einmal kälter geworden als bereits Tagsüber und ein kalter Wind pfeift durch die Straßen.

    Versteckt in den verwinkelten Gassen des Südviertels, wo eine Bruchbude teils an, teils auf, die Andere gebaut ist, finden sie spät Abends jene berüchtigte Schänke Eschengrunds wo derart viele Gestalten aus den Schatten anzutreffen sind wie in kaum einem anderen Ort der Stadt.
    Tejeran bestellt an der Bar billigen Fusel deren teils kuriose Namen wie, Hexengeist und Rahjakorn, mehr versprechen als sie halten. Daweil unterhält er sich mit der geselligen Wirtin Effe Gussel, die ihm für einen Golddukat sehr bereitwillig Auskunft gibt.
    Einen kräftigen, glatzköpfigen Moha, kennt sie wohl, und falschen Schmuck verkaufen würde er auch. Sein Name sei Uakaro, ein ‘urbaner Waldmensch’ wie er sich selbst nennt. In Rahjas Festung sei er öfter anzutreffen, einem Bordell im Südviertel. Als Tejeran sie nach dem Weg fragt meint diese nur: “Von der Stadtvogtei nach Süden in die enge Gasse runter. Das windschiefe Haus, da wo sie ihre Titten und Ärsche aus dem Fenster hängen.”

    Mit dieser Beschreibung machen sich die Helden auf den Weg zu Rahjas Festung. Das Bordell ist schnell gefunden und tatsächlich machen die Damen trotz des kalten Wetters in den Fensterlöchern und auf den Balkonen im Obergeschoß freizügig Werbung mit ihren Körpern. Im Inneren treffen Alawin und Tejeran auf die Besitzerin Ludovica, welche zwar zuerst davon spricht, dass Diskretion in ihrem Gewerbe wichtig sei, für einen Golddukaten dann aber gerne preisgibt, dass der gesuchte Mann ein Stammkunde sei, und sich auch des öfteren mal Hausbesuche leiste. Daher nennt sie den Helden seine Adresse, ein schwarz gestrichenes, düsteres Haus am Scherbenmarkt. Es trägt die Aufschrift “Bestattung Ackermann”, und hat wohl mal einem Unternehmen gedient das im Umfeld des Tempel des Schwarzen Lichts arbeitete.

    So brechen Alawin, Tejeran und Idra auf zum Scherbenmarkt, der zu dieser späten Nachtstunde recht ausgestorben wirkt.
    Das gesuchte Gebäude ist schnell gefunden, jedoch sieht es verlassen aus. Die Tür ist verriegelt und auch das große Tor das wohl in den Innenhof führen mag ist verschlossen. Da sich auch auf das Klopfen der Helden nichts rührt suchen sie weiter und finden schließlich einen Hintereingang in einer Nebengasse, der ebenso verschlossen ist.
    Idra geht mit ihren Dietrichen ans Werk und bald ist die Tür geöffnet.
    Über einen kurzen Gang erreichen die Helden, leise schleichend, den Innenhof, in dem ein Fuhrwerk steht auf dem verschiedene Holzkisten gestapelt sind.
    Sie öffnen noch eine Tür zum Hauptgebäude, durchqueren einen Flur und hören aus einem nahen Raum einen monotonen Gesang, der die Helden an ihre Freundin Wapiya, eine Schamanin vom Stamm der Darna, erinnert. Als sie die Tür zu einem großen Arbeitsraum öffnen erblicken sie im Schein der dort brennenden Kerzen nebst Stapeln von Kisten und Totenbahren den gesuchten, breitschultrigen Moha, mit einer Totenkopf-Bemalung im Gesicht.
    Neben ihm steht eine junge Frau, von Haartracht und Kleidung offenbar von Stand, aus deren Gesicht man ihre Verzweiflung erkennen kann.
    Auf der Totenbahre hinter der sie stehen sitzt kerzengerade ein Mann in weitem Leichengewand und fahl-weißem Gesicht.
    Uakaro hält in seinem Wirken inne und konfrontiert die Helden damit, dass sie hier nichts zu suchen haben, woraufhin die Gestalt auf der Totenbahre mit einem langgezogenen Stöhnen niedersinkt, begleitet von verzweifelten Worten der jungen Frau. Aus deren Worten schließen die Helden dass es sich dabei wohl um ihren verstorbenen Vater handelt.
    Tejeran beginnt einen Zauberspruch der Magica Clarobservantia, genauer einen Ocolus Astralis, zu wirken um zu erkennen welch Boronfrevel hier am Werk ist. Zugleich reagiert auch der Schamane und intoniert weitere Gesänge. Alawin zückt einen Dolch und nähert sich dem Moha und der Dame, wobei er diese Fragt was sie hier tue. Die Frau antwortet jedoch nicht, blickt nur hin und her zwischen ihm, dem Schamanen und dem Toten, Hilfesuchend und Händeringend.
    Der Schamane zerbricht schließlich ein knöchernes Gefäß aus dem ein weißer Staub fällt der sich ganz plötzlich in alle Richtungen im Raum verteilt. Ein Dröhnen wie von Donner füllt den Raum, ein Lärm hebt an als jeder einzelne, bewegliche Gegenstand im Raum zu wackeln und klappern beginnt als erzittere beständig Sumus Leib selbst.
    Tejeran erkennt in seinem Zauber eine Art von Wolke, ein Geisterwesen so glaubt er, und hört wie Uakaro ihm wohl Befehle gibt, allein sein Mohisch reicht nicht aus um zu ergründen was er sagt.
    Eine Knochenkeule erhoben meint der Schamane sich gegen den albernischen Krieger verteidigen zu müssen, welcher gerade noch einer massiv-hölzernen Totenbahre ausweichen kann welche wie von Geisterhand bewegt ihn zu zerquetschen droht.
    Die Helden lassen von eigenen Angriffen ab und erklären Uakaro, dass sie ihn wegen der gestohlenen Kirchenschätze aus dem Tempel der Gerechtigkeit aufsuchen. Erst als sie jedoch davon sprechen ihm solches Diebesgut abkaufen zu wollen lässt er sich auf das Gespräch ein.
    Uakaro behauptet die gestohlenen Gegenstände durch einen Zusammenstoß mit einem Dieb, im Umfeld des Tumults am letzten Tag des Traviamondes, an sich gebracht zu haben. Der Dieb habe sich nahe seines Hauses herumgedrückt und Uakaro mit einem Schwarm von Ratten angegriffen die er zu Hilfe rief. Der Schamane überwältigte den Dieb und stellte ihn in seinem Haus zur Rede, bekam aus ihm aber nur die Antwort heraus dass sie die Kette niemals finden würden. Die Gestohlenen Dinge sind zwei goldene Statuetten eines zweigesichtigen Gottes und ein goldener Zahn- oder Rosendorn-Anhänger. Der Moha ist sich recht sicher, dass der Dieb zu den Rattenkindern gehörte, einer Gruppe von Namenlosenanbetern von denen man erzählt, dass sie in Unter-Gareth ihrem verderbten Gott huldigen. Über den Verbleib einer “Kette der Zwölfgötter” weiß er nichts. Uakaro überlässt den Helden die Dinge für insgesamt 60 Dukaten und fordert sie auf sein Haus wieder zu verlassen.

    Darüber spekulierend ob sie die 60 Dukaten irgendwann wieder ersetzt bekommen machen sich die Helden schließlich mit den gestohlenen Kirchenschätzen auf den Heimweg.
    In der Nacht steigen Alawin und Tejeran noch in die Kanalisation hinab und versuchen sich in den weit verzweigten Kanälen zurechtzufinden, kehren aber nach einer weile erfolglos zum Hoten zurück.

    BOR
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    1014 BF
    Die Gestohlenen Kirchenschätze
    Gareth, Mittelreich

    Ein eisiger Nordwind bläst durch die Gassen als die Helden morgens zum Tempel der Gerechtigkeit gehen um die gestohlenen Statuetten zurückzubringen.
    Der Tempelvorsteher bedankt sich bei ihnen für ihre hingebungsvolle Suche und bringt die Statuetten wieder an ihren ursprünglichen Aufbewahrungsort.

    Im Anschluss begeben sie sich zum Zunfthaus der Gold- und Silberschmiede um sich erneut im Museum das goldene Mosaik der heiligen Yasinthe anzusehen. Sie stehen lange davor und betrachten jedes Goldplättchen und jeden Edelstein in der Hoffnung einen weiteren goldenen Rosendorn- bzw. Haifischzahn-Anhänger darin zu entdecken.
    Erneut sind sie von dem Meisterwerk fasziniert und ihnen wird bewusst wieso die Garether Bürger ihre Heiligen verehren. Die Heiligen waren begnadete Menschen deren Wirken andere inspirierte und die sich als einzige selbstlos freiwillig zu einer Mission meldeten die ihr Leben fordern würde: Der Gott-Kaiserin Hela-Horas die Depeche der Freien Völker zu überbringen, dass ihre Ausrufung zur Göttin über die Götter ein Frevel sei den die Zwölfgötter nicht ungesühnt lassen würden. Warum nur, wollte die Praioskirche, und im speziellen Heliodane von Streitzig, Erleuchtete und Geheime Tempelmeisterin des Ordens der Göttlichen Kraft, gut 300 Jahre nach dem Märtyrertod der Heiligen, deren Andenken verraten und ließ sie so entstellt darstellen? War dies ein Teil der Machenschaften der Praioskirche während der Priesterkaiserzeit?
    Da die Helden durch eine Absperrung daran gehindert sind sich dem Mosaik zu nähern, sie es aber gerne genauer überprüfen würden, im speziellen um zu erfühlen ob eines der Goldplättchen des Mosaiks nicht doch ein goldener Dorn-Anhänger sei, fragen sie den Zunftgesellen der das Museum überwacht. Dieser erklärt, dass das Mosaik und das gesamte Zunfthaus durch eine Vielzahl magischer Fallen geschützt sei und man das Mosaik daher nicht berühren könne ohne vorher die Fallen zu deaktivieren. Dies wäre nur durch die Kollegen der Akademie der Magischen Rüstung möglich und nur auf direkte Anweisung der Zunftmeisterin Schelachania Lunk. Zudem rät er von einer magischen Untersuchung des Meisterwerkes ab, da verschiedene Fallen speziell durch das wirken von Zaubern ausgelöst würden.
    Ohne wesentliche Erkenntnisse gewonnen zu haben brechen die Helden wieder auf. Inzwischen treibt Iyi (der schwarze Himmelsadler) mit den eisigen Nordwinden erste Schneeflocken heran die in den engen Gassen im wilden Tanz umherwirbeln. Fest in ihre Winterkleidung gehüllt führt die Helden ihr Weg zum Angbarer Tor hinaus und in die Greifenstraße wo sie schon von weitem ihre Freundin Idra hören können welche ganz probat als Marktschreierin Kunden zu ihrem und Valpo’s Stand lockt. Tatsächlich geht das Geschäft sogar ganz gut, die beiden verkaufen Aufnäher mit Sonnenmotiven an Pilger und Reisende, während sie das Haus des Juweliers Reo Gemmenschneider ständig im Auge behalten.
    Sie berichten den Helden, dass der Juwelier drei Gesellen, oder Lehrlinge, im Haus habe, sonst jedoch alleine wohne.
    Idra ist so durchgefroren, dass sie sich ablösen lässt um in der Altstadt eine warme Suppe essen zu gehen und danach die Kaiserthermen zu besuchen.
    Valpo hält bereitwillig weiter die Stellung, empfiehlt den Helden jedoch erst Abends wiederzukommen da der Goldschmied tagsüber das Geschäft nicht verlasse.

    Also begeben sich die Helden zum Rathaus und ersuchen um eine Anhörung vor der Siegelherrin Amilia Groterian. Diese nimmt sich sofort Zeit für sie und befragt sie zu ihren neuesten Erkenntnissen. Die Helden berichten von ihrem Fund in der Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert. Aufgrund der dort abgebildeten Windrose hat sich der Verdacht erhärtet, dass sich im Zunfthaus der Goldschmiede, wo sich auch das Museum der Heiligen Yasinthe befindet, ein weiterer Hinweis verbergen könnte.
    Die Siegelherrin berichtet ihrerseits von einer Akte die ihr vom Archivar des Stadtarchivs vorgelegt worden sei, darin befinden sich Baupläne eines Umbaus in just diesem Zunfthaus, versehen mit den Insignien H.v.S.
    Auf den Plänen erkennen die Helden einen Geheimgang der wohl in die Kellergewölbe führt.
    Amilia vermutet ebenfalls, dass sich in der Waffen- und Lebensschule noch ein weiterer Hinweis befindet, den die Helden bisher übersehen haben. Sie wird versuchen zu veranlassen, dass das Goldene Schwert des Heiligen Vitus untersucht wird, kann aber nichts versprechen.
    Praiala kommt zu dem Schluss, dass es über die Arbeit der Erleuchteten, Heliodane von Streitzig, sicherlich Aufzeichnungen geben wird, das beste Archiv zu diesem Thema ist wohl die Halle der Heiligen Schriften im Tempel der Sonne. Dort hatte sie schon vor einigen Tagen nach einem Tempelbau im Bezirk Tempelhöhe gesucht und Details über den Tempel der Läuterung gefunden, nach dem Leben und Wirken Heliodane von Streitzig’s hatte sie jedoch damals noch nicht gesucht. Sie nimmt sich vor morgen die Stadt des Lichts aufzusuchen.
    Nach dem Besuch im Rathaus gehen die Helden erneut in die Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert. Dort sehen sie sich die Fresken und Reliefs noch einmal genauer an und lassen sich von einem Akademiegardisten im Praiosschrein des Gebäudes die Legende des Heiligen Vitus vorlesen. Nach einer zweiten Führung durch das Gebäude, auf der sie einen jungen Schüler namens Ardo von Streitzig treffen, lässt sie der Gardist alleine.
    Schließlich finden sie heraus, dass sich die Deckplatte des Altars des Praiosschreins verschieben lässt. Darunter entdecken sie eine Mulde in der sich ein weiterer goldener Rosendorn- oder Haifischzahn-Anhänger verbirgt.

    Abends gehen die Helden schließlich wieder zu ihrem Marktstand in die Greifenstraße. Als der Goldschmied Reo Gemmenschneider unauffällig durch den Seitenausgang das Haus verlässt, heften sie sich an seine Versen und verfolgen ihn bis zum Zunfthaus der Goldschmiede.
    Leider sind die Helden zu weit entfernt um zu hören mit welchem Klopfzeichen oder welcher Parole er eingelassen wird, sie selbst stehen daher vor verschlossener Tür.
    Die Gruppe kehrt zum Hotel Handelsherr zurück. Von ihrem Zimmer aus teleportieren sich Alawin, Idra und Dariyon in das Museum der Heiligen Yasinthe, im Zunfthaus.
    Sie schleichen sich durch die Dunkelheit durch die Korridore und finden schließlich das Zimmer in dem der Geheimgang eingezeichnet war. Dieser steht offen und dahinter führt eine Treppe in die Kellergewölbe.
    Ein Wald aus ucurianischen Säulen trägt die hohe Decke doch das Gewölbe wirkt leer. Ein Odem des Zauberers lässt ihn jedoch einen starken Illusionszauber entdecken der auf dem gesamten Keller liegt. Vorsichtig tasten sich die Helden durch das Gewölbe zu einer weiteren Tür. Mit einem weiteren Hellsichtzauber enthüllt Dariyon, dass die Tür ebenfalls mit potenten Sprüchen gegen mundane so wie magische Einbruchsversuche geschützt ist. Glücklicherweise steht sie jedoch angelehnt und so können die Helden gefahrlos hindurchschlüpfen. Dahinter erreichen sie einen Zugang zur Kanalisation in der das stinkende Wasser Schulterhoch steht.
    In einem Tunnel erkennen sie entfernt ein schwaches Licht, dem sie folgen. Schließlich erreichen sie ein größeres Gewölbe, das, wie auch der Tunnel, hoch mit Abwasser geflutet ist. Leichen schwimmen unter der Oberfläche, hier und da hört man hinter sich ein platschen und Alawin entdeckt ein Licht unter Wasser und Bewegungen als würde ein Ertrinkender unter Wasser um sich schlagen. Alawin hält darauf zu um zu helfen, steigt jedoch plötzlich ins Leere und sinkt in die nasse Tiefe.
    Zwischen Wasserleichen und Unrat kämpft er damit an die Wasseroberfläche zu kommen als ihn ein plötzlicher Schmerz am Bein trifft. Nach mehreren Treffern gelingt es Alawin wieder Luft zu schnappen und sich aus dem tiefen Wasser zu retten, wird jedoch weiterhin angegriffen. Dariyon vermutet, dass es sich bei der Erscheinung um ein Tunnel-Irrlicht handelt, welches die Helden in ein gefährliches Gewölbe gelockt hat. Die zahlreichen Wasserleichen geben ohnehin ein beredtes Zeugnis welch arger Bedrohung sie hier gegenüberstehen. Seine Kenntnis über Geister verrät dem Magier, dass das Irrlicht weder durch einen Kampfzauber noch durch die Waffe seines Freundes Alawin bezwungen werden kann und so teleportiert er die Helden heraus aus der Kanalisation und zurück in ihr Hotelzimmer.

  • Der Weg in den Untergrund
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    1014 BF
    Der Weg in den Untergrund
    Gareth, Mittelreich

    Auf den eisigen Nordwinden trägt Läjan (der weiße Waldlöwe Firuns) tosende Schneegestöber über Garetiens Felder, Auen und Städte. Dicke Flocken fallen dicht an dicht und hüllen die Straßen, Plätze und Häuser der Metropole in eine weiche Decke ifirnsweißen Schnees.

    Praiala macht sich früh morgens bereits auf den Weg zur Stadt des Lichts um in der Halle der Heiligen Schriften des Tempels der Sonne Nachforschungen zu betreiben.
    Unterdessen suchen die anderen Helden die Siegelherrin, Amilia Groterian, im Rathaus auf und berichten über ihre Funde.
    Tejeran fragt die Siegelherrin ob sie einen Führer durch Unter-Gareth organisieren könnte, da er annimmt, dass die Güllner im Dienst des Seuchenherren die Kanäle von Unter-Gareth kennen. Amilia lässt die Gruppe von einem Amtsgehilfen zur Taverne Schwert und Panzer führen. Dort werden sie mit Radrik Bugenhog bekannt gemacht, einem dürren, ziegenbärtigen Mann der sich selbst als Aquäduktforscher bezeichnet und sich der Erforschung alter Wasserleitungen aus bosparanischer Zeit widmet. Die Familie Bugenhog, erzählt er, unterhält die Kaiserthermen und stellt seit Kaiser Eslam I. den kaiserlichen Bademeister. ‘Ohne Wasser kein Leben’ so der Wahlspruch seiner Familie. Er berichtet, dass die Wasserversorgung der Stadt mit dem Anwachsen Gareth’s zu einem ernstzunehmenden Problem geworden ist. Das Wasser der Wirsel- und Gardelbäche wird innerhalb von Gareth durch Schwarzwasser, Industrielle Abwässer, Abfälle und Unrat verunreinigt. Neben den Bächen versorgen einige wenige tiefe Brunnen die Metropole. Regen wird gesammelt und für Trockenzeiten und Wasserdruck in Zisternen und Wassertürmen gespeichert. Die Reinheit des Wassers ist Anliegen der Brunnenmeister, die dem Holzherren, dem vom Stadtrat eingesetzten Beauftragten für Frischwasser, zu Diensten sind. Radrik erzählt, dass es in Unter-Gareth einen unterirdischen Aquädukt gibt der die Kaiserthermen seit Bosparanischer Zeit mit frischem Thermalwasser versorgt. Er ist davon überzeugt, dass es noch mehr Aquädukte gegeben hat welche über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten sind.
    Radrik erhält einen von Amilia Groterian gesiegelten Brief und erklärt sich dafür bereit die Gruppe unter Zuhilfenahme seiner Aquädukt-Karten zu führen.

    Die Helden lassen sich von ihm unter das Zunfthaus der Gold- und Silberschmiede führen. Dort angekommen stellen sie fest, dass die Tür, welche von den Kellergewölben in die Kanäle führt, nun verschlossen ist. Sie erinnern sich, daran sie auf Zauber untersucht zu haben. Dabei hatten sie potente Schutzzauber entdeckt, welche sich bei jedem Versuch die Tür zu öffnen auslösen würden.
    Mit Radrik im Rücken möchten die Helden sich auch nicht unerlaubt Zutritt verschaffen da ein Einbruch in das Zunfthaus sicher ein schweres Delikt darstellt. Stattdessen bitten sie Radrik ihnen morgen erneut zur Seite zu stehen und kehren ins Hotel zurück um Praiala zu bitten sich offiziell Zutritt zu verschaffen.

    Abends kehrt Praiala zum Hotel zurück und berichtet was sie in den Halle der Heiligen Schriften über das Leben und Wirken der Heliodane von Streitzig (326-409 BF) lernen konnte.
    In den Aufzeichnungen der Erleuchteten und Geheimen Tempelmeisterin des Ordens der Göttlichen Kraft, Heliodane von Streitzig, erfuhr Praiala viel über die Geschichte dieses Ordens denn sie erforschte die Wurzeln der Geschichte ihres eigenen Ordens.
    42 BF hatte Anselmo Praiotin I. Heliodan den Orden der Göttlichen Kraft ins Leben gerufen, aus welchem später die Heilige Inquisition entstand. Er tat dies auf Initiative seines Beraters Aurelian Feyenord des Hochgeweihter der Praioskirche von Gareth.
    Aurelian Feyenord war seit 5 v. BF Mitglied eines geheimen Zirkels gewesen. Jener Zirkel unterhielt damals einen verborgenen Tempel in Gareth von welchem aus er die Stadt beherrschte.
    Dieser Tempel war gegen Ende der Siedlerzeit (um 600 v. BF) von den Dienern des Dreizehnten, des namenlosen Gottes, errichtet worden. 166 v. BF schlugen Blitze in den Tempel ein und er brannte bis auf die Grundmauern ab. 54 v. BF zog ein nun verbotener und heimlicher Kult des Namenlosen in die erhaltenen unterirdischen Gewölbe ein, jener geheime Zirkel zu dem Aurelian Feyenord gehört hatte.
    Aufgrund dieser Erkenntnisse machte Heliodane es sich zur Lebensaufgabe, nach dem verlorenen Tempel des Namenlosen zu suchen, um ihn zu zerstören.
    Dabei fand sie heraus, dass Aurelian 1 v. BF die Führung über den Kult des Namenlosen errungen und es geschickt einfädelt hatte, dass acht seiner Gefolgsleute als Legaten gen Bosparan gesandt worden waren: Ihre tatsächliche Botschaft war nicht die Ermahnung an die Demut vor den Zwölfen, wie die Garether glaubten. Nein, Hela-Horas sollte sich dem Namenlosen unterwerfen – oder untergehen. Die Kaiserin ließ die Gesandten auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Bosparan fiel – doch die acht Diener des Namenlosen werden noch heute als Märtyrer, Stadtheilige und Streiter für die Zwölfe verehrt.
    Bei ihrem Feldzug gegen das Böse begann Heliodane immer mehr an Praios’ Macht zu zweifeln. War es nicht besser, den Tempel des wahren Gottes wiederaufzubauen? Sie hoffte, die Acht Märtyrer würden ihr den Weg dorthin weisen: Sie errichtete ihnen Statuen und Schreine, getarnt als Weihestätten Praios’.

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    5
    1014 BF
    Der Weg in den Untergrund
    Gareth, Mittelreich

    Der Schneefall hat nachgelassen. Dicker Schneematsch liegt in den Straßen, hier und da schieben Bürger mit breiten Schaufeln den Schnee zu großen Haufen zusammen.

    Praiala macht sich auf den Weg zu Gilbyra Steinhauer, der Geheimen Inquisitionsrätin Gareths, berichtet und bittet um Unterstützung um den verborgenen Keller des Zunfthauses der Gold- und Sielberschmiede untersuchen zu können. Sie erhält Unterstützung durch Inquisition und Stadtgarde, gemeinsam mit den Helden betreten sie das Zunfthaus und öffnen den Geheimgang zum Keller. Der Zunftgehilfe und Museumswärter leistet keinen Widerstand.
    Wie schon bei ihrem nächtlichen Eindringen erreichen sie ein leeres, unterirdisches Gewölbe das sich unter dem Zunfthaus befindet. Schwere Marmorplatten bedecken Boden und Wände und ein Wald aus ucurianischen Säulen trägt die hohe von Bögen verstrebte Decke.
    Dariyon berichtet, dass ein starker Illusionszauber in diesem Gewölbe wirkt und so ruft Praiala mittels Praios Magiebann das Auge des Praios herbei. Im göttlichen Licht, dieses Talismans der Praioskirche, beginnen die Wände zu bröckeln, der Boden zu vermodern und die Säulen zu zerfallen. An den Wänden erkennen die Helden schließlich uralte unentzifferbare Glyphen von denen Tejeran vermutet, dass sie die Illusion erzeugten. Ein Geruch von Moder und Verwesung macht sich breit und mischt sich mit dem Gestank der nahen Kanalisation.
    Auf dem Boden erkennen die Helden Schleifspuren als hätte jemand schwere Kisten geschoben. An einer Stelle ist ein Abdruck zu erkennen, der vom Sockel einer Statue stammen könnt. Die Helden vermuten, dass der Keller kürzlich leergeräumt wurde, vermutlich gab es hier eine weitere Statue, wohl der Heiligen Yasinthe, welche ebenfalls weggeschafft wurde. Die Spuren führen in die Kanalisation.

    Mit Hilfe von Radrik Bugenhog folgen die Helden der Spur. Auf ihrem Weg durch die unterirdischen Tunnel und Kavernen sehen sie einen Wühlschrat, das verlassene Gelege eines Tatzelwurms, begegnen einer dunklen Gestalt (welche Idra erkennt und den Helden hilft). In einer Höhle treffen sie auf Lichtnebler-Pilze deren Sporen starke Verätzungen auf der Haut oder Gar in der Lunge verursachen können. Dank des Hinweises der dunklen Gestalt verhüllen sich die Helden bevor sie die Höhle durchqueren und erreichen schließlich ein verworrenes Gangsystem aus uralten Grabnischen und Krypten. Gewundene Tunnel sind wie durch riesige Tiere durch den Untergrund getrieben und Ratten durchstreifen die Gegend. Radrik glaubt, dass sie das berüchtigte “Rattennest” gefunden haben, den heiligen Ort der Rattenkinder. Er versteckt sich in einer Krypta und wartet auf die Rückkehr der Helden.
    Schließlich trifft die Gruppe auf eine große Zahl von Kultisten welche mit Waffen, Zaubern und Namenlosen Wundern auf sie lostgehen. Auch Reo Gemmenschneider ist darunter. Die Helden behalten jedoch die Oberhand und schließlich fliehen die Anführer tiefer in das Unheiligtum und die Helden können den Kampf für sich entscheiden. Bei den Toten finden die Helden vier weitere goldene Rosendornanhänger.
    Sie verfolgen die flüchtenden und stellen sie schließlich in der Kammer des Rattenkönigs, einem mehrere Schritt durchmessende Knäuel aus Mäulern und Schwänzen. Von den Wänden hallt das ständige schrille, kakophonische Fiepen der unzähligen Tiere wieder. In ihm fressen, verdauen und sterben die Ratten, sogar Geburten kann man erkennen. Ihr Futter besteht anscheinend aus den verstorbenen Ratten des Knäuels und dem, was die Kultisten ihnen geben, denn auf Jagd begeben kann sich dieses Etwas wohl nicht. Es verhält sich wie ein einzelnes Lebewesen, als ob die wimmelnde Masse ein eigener denkender Organismus wäre.
    In ihrer Mitte erkennen die Helden die Statue der Heiligen Yasinthe, um ihren Hals die Kette der Zwölfgötter.
    Aus den Händen der Kultisten schiessen flüssige Strahlen schwarzer Flammen auf Alawin, welcher sofort zu Boden geht. Tejeran gelingt es zwei zu paralysieren, Dariyon schickt einen anderen mit einem Flammenstrahl zu seinem finsteren Herren. Unter den Anrufungen der Kultisten eilen Schwärme großer Wolfsratten herbei, welche sich auf die Helden stürzen.
    Xolame erweht sich der Tiere mit ihrer Axt während Idra Alawin einen Heiltrank einflößt. Tejeran schützt sich mit einem Armatrutz, Praiala ruft die Goldene Rüstung herbei.
    Die Kultisten belegen die Helden mit Namenloser Kälte und lassen ihre Zauberkräfte schwinden. Praiala kämpft gegen den Rattenkönig, die Helden erwehren sich der Wolfsrattenschwärme. Als Tejeran versucht Praiala zu helfen und sich dem Rattenkönig stellt wird er von einem Kultisten verwundet dessen Waffe mit einem Waffenfluch belegt ist. Als Dariyon erkennt, dass mit jeder Wunde die sie dem Rattenkönig schlagen, mehr Rattenschwärme hervordringen, wirkt er einen Motoricus und ergreift die Kette der Zwölfgötter mit telekinetischer Kraft.
    Schließlich gelingt es Dariyon sich mittels einer Welle der Schmerzen der Wolfsratten zu entledigen, Tejeran und Alawin töten die verbleibenden Kultisten. Aggressiv und erbarmungslos kämpft der Rattenkönig bis zum Ende und die Helden können ihm schließlich soweit zusetzen dass er sich auflöst.
    Die Helden finden einen weiteren goldenen Anhänger und töten die paralysierten Kultisten. Schwer verletzt durch den Kampf setzt den Helden die Namenlose Kälte weiterhin zu. Alawin und Dariyon sehen sich schon an der Schwelle des Todes. Bis in die Stadt werden es die Helden nicht schaffen, Alawin und Dariyon vermutlich nicht einmal aus dem Unheiligtum heraus. Bald würden sicher auch weitere der Rattenkinder zurückkehren und ihre erfrorenen Leichen finden und bei ihnen – die Kette. Dann kommt ihnen plötzlich die rettende Idee. Sie lösen das Amulett der Hesinde aus der Kette, beten und flehen inbrünstig zu Hesinde, der Allweisen, sie zu erlösen. Und tatsächlich haben sie sich richtig an die Worte des Illuminaten erinnert, der ihnen vor zwei Jahren bei ihrer Rückkehr von den Zyklopeninseln und Übergabe der Kette erzählt hatte welche Macht jedem der Amulette innewohnt. Das Amulett der Hesinde bannt jede Magie und jedes göttliche Wirken und nimmt den unheiligen Fluch von ihnen. Vom nahen Tode erlöst und schwer erschöpft machen sich die Helden mit Radrik Bugenhog auf den Rückweg.

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    1014 BF
    Der Weg in den Untergrund
    Gareth, Mittelreich

    Firunskälte hält die Metropole fest im Griff, der Himmel ist wolkenverhangen und düster.

    Während Praiala bei ihren Vorgesetzten Bericht erstattet suchen die Helden erneut Amilia Groterian im Rathaus auf. Sie berichten was im Keller des Zunfthauses gefunden wurde, ihr eindringen in das Rattennest, den Fund der Kette und der nunmehr 12 goldenen Rosendorn-Anhänger.
    Amilia zeigt den Helden eine weitere Karte welche die Initialen von Heliodane von Streitzig trägt. Auf dieser originalgetreuen Kopie von Owilmars Entwurf der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale hat Heliodane eine Krypta unterhalb des Praiosaltars eingezeichnet. Auf der Karte befindet sich zudem eine 600 Schritt lange, schwer zugängliche Verbindung in der Kanalisation zwischen der Krypta und dem Tempel der Sonnenlegion. Der Gang beginnt unter dem Altar im Praiosschrein der Waffenschule.
    Amilia drängt darauf schnell aufzubrechen. Die Karte befand sich bis vor kurzem in Privatbesitz und der Eigentümer berichtete, dass sich auch andere Personen vor kurzem dafür interessierten und Kopien anfertigten. Sie hat bereits Vorkehrungen getroffen und wird sich in Kürze mit fünf Weißmagiern von der Akademie der Magischen Rüstung und zwölf Elitekriegern der Drachengarde vor der Waffen- und Lebensschule zum Goldenen Schwert treffen. Amilia bittet die Helden sich zu bewaffnen und sie zu begleiten.
    Schnell holen die Helden ihre Waffen und Rüstungen und treffen sich mit der Siegelherrin am ausgemachten Treffpunkt.
    Im Praiosschrein der Kriegerakademie finden sie unter einer steinernen Bodenplatte den Anfang des Verbindungsgangs. Er ist streckenweise überflutet und Teile der Decke sind eingestürzt, kann aber noch problemlos durchquert werden.

    An den Wänden der Krypta unter der Praiossakrale stehen goldene Statuen der acht Märtyrer – allesamt in irgendeiner Weise verstümmelt (fehlende Augen, Ohren, Finger, Hände etc.)
    In der Decke der Krypta gibt es ein Loch, das bis unter den ausgehöhlten Altar in der Tempelhalle der Sakrale führt. Über einen Spalt zwischen Altarplatte und Altarsockel kann ein Teil der Halle überhört – oder ein Prediger beeinflusst – werden.
    In der Mitte der Krypta ist eine Steintafel mit etwa dreißig Namen im Boden eingelassen. Die Tafel ist aus einem anderen Gestein und wesentlich älter als der Rest des Gewölbes.
    Unter den Namen finden sich die von Aurelian Feyenord und den acht Märtyrern (Emmeran als Emran ibn Mahut). Neben den Namen stehen Daten zwischen 5 und 42 Murak, 1 und 17 Hela, 1 und 51 Raul (54 v.BF-51 BF, bei den Märtyrern bis maximal 16 Hela), offenbar Beitrittsdaten. Eine Figur Aurelians hält eine goldene Kugel in Händen die aussieht als wäre sie ein Schlussstück zur Kette der Zwölfgötter, auch die goldenen Dornen-Anhänger könnten zusammenpassen. Weitere Fundstücke weisen den Raum eindeutig als Tempel des Namenlosen aus. In einem Sarkophag liegen die sterblichen Überreste Heliodanes. Ein schriftliches Vermächtnis beschreibt, wie sie den alten Tempel der Dreizehn und das Tridekarion suchte, aber bis zu ihrem Todestag nicht fand.
    Dies untermauert die Vermutung, wer die Acht Märtyrer in Wahrheit waren und dass Heliodane offenbar als Dienerin des Namenlosen überall in Gareth Schreine errichten ließ. Den Helden ist klar, welchen Aufruhr es in Gareth gäbe, wenn die Stadtheiligen als Kultisten entlarvt würden. Auch das Ansehen der Praioskirche, ja das Göttervertrauen würde Schaden nehmen, wenn der Skandal bekannt würde.
    Während die Helden und Amilia sich leise darüber unterhalten welche weitreichenden Folgen eine Enthüllung hätte wird ihre Aufmerksamkeit plötzlich auf einen bisher finsteren Teil der Krypta gezogen. Eine Stimme dankt ihnen süffisant für ihre Arbeit und eine Gruppe von Kultisten in purpurnen Roben, Schwarzmagiern und Meuchlern der Spinne enthüllt ihre geheime Anwesenheit. Offenbar haben sie sich durch Magie oder wahrscheinlicher durch ein dunkles Wunder hier verborgen gehalten und auf die Ankunft der Helden gewartet. Den Helden welche beinahe alle Teile der “Kette der Herrschaft” – so höhnt der Hochgeweihte des Dreizehnten – zu ihm gebracht haben.
    Die bisherige Grabesstille der Krypta wird von geschrieenen Befehlen durchbrochen. Waffen werden gezogen, Kampfformationen gebildet, Zauberschilde bauen sich auf. Einen endlos scheinenden Augenblick warten beide Parteien auf den Befehl zum sofortigen Angriff.
    Plötzlich erschallt eine kräftige Stimme vom Eingang. “Halt im Namen des Herren Praios! Senkt die Waffen, Ketzer!” Drei Inquisitoren, flankiert von Sonnenlegionären dringen in die Krypta ein. Auch sie ziehen ihre Waffen und schützen sich mit Liturgien ihres göttlichen Herren.

    “Die Kette der Herrschaft gehört uns!”, höhnt der Namenlosengeweihte. “Niemals!”, ist die Antwort seiner Gegner.
    “Dann wird der Skandal noch heute offenbar werden. Das Volk wird sich erheben. Die Praioskirche wird brennen!”

    In der Folge kommt es zum unausweichlichen Kampf zwischen den drei Parteien aus dem die Praioskirche siegreich hervorgeht.
    Die Helden selbst geraten dabei zwischen die Fronten, überleben den Kampf jedoch und werden schließlich von der Inquisition befragt.
    Von Gilbyra Steinhauer erfahren die Helden, dass die Praioskirche das Nötige tun wird um zu verhindern, dass der Skandal in der Öffentlichkeit verbreitet wird, auch wenn dies vermutlich zu spät sein wird.