Game Thread (IC)

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Idrasmine
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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Mon May 24, 2021 8:22 pm

"Wir müssen springen. Von einem Felsen zum Anderen. Hesindiane, du zuerst, ich zuletzt", ruft Praiala eilig aus, denn was auch immer sich ihnen nähert wird sie gleich eingeholt haben.
Rasch kniet sie sich zu dem zitternden Mädchen um sie zu dem notwendigen Wagnis zu
bewegen
Ueberreden
KL
IN
CH
TaW
Mod.
13
15
15
16
-10
Idrasmine hat 3w20 gerollt:
18, 15, 7
TaP*
Anmerkung: Die Erschwernis setzt sich wie folgt zusammen:
-25 Schwierigkeit der Probe (WdS 13)
+3 Einstellung, Vertrauen ggü. Geweihten
+12 Selbsterhaltungstrieb
: "Ich weiß du hast Angst aber wir bringen dich in Sicherheit. Folge Hesindiane. Du musst mit aller Kraft springen. Ich bin gleich hinter dir. Wir passen auf dich auf."

Hesindiane setzt mit einem geschickten Sprung zum ersten Felsbrocken über. Unter ihr züngelt der dämonisch belebte Hakendorn nach ihren Fersen. Ohne zurückzublicken ist sie mit einem weiteren Sprung auch schon auf dem nächsten Felsen.

Einen Augenblick zögert das Mädchen. Ihre Beine zittern erbärmlich. Wie soll sie in diesem Zustand einen solchen Sprung schaffen?
"Ganz ruhig", sagt die Geweihte und legt ihr sanft die Hand auf die Schulter. "Du schaffst das."
Mit dem Mut der Verzweiflung läuft das Bauernmädchen auf die Kante zu und springt so gut sie kann.

'Zu kurz', entfährt es Praiala als sie das Kind abspringen sieht und
hechtet
Koerperbeherrschung
MU
IN
GE
TaW
Mod.
15
15
13
8
-2
Idrasmine hat 3w20 gerollt:
12, 7, 19
TaP*
Anmerkung: Die Erschwernis setzt sich wie folgt zusammen:
-0 Schwierigkeit der Probe (WdS 13)
-2 BEx2
sofort hinterher um sie vielleicht beim Aufprall noch zu fassen zu kriegen.

Mit einem lauten Knirschen treffen Ornat, Kettenhemd, Fleisch und Knochen auf den Fels als Praiala sich der Länge nach abfängt, die Arme bereits im Aufprall nach dem Kind ausgestreckt und es mit einem kräftigen Ruck zu sich emporzieht, bevor die Ranken des Hakendorns sie hinabziehen können.

Der Schmerz in ihrer Schulter lässt die Geweihte nach Luft ringen. Rote Schlieren und helles Gleißen tanzen vor ihren Augen die auf den Hügel hinter ihnen gerichtet sind.
Dort, auf dem Felsen von wo aus sie gerade herübergesprungen sind brechen drei gewaltige Keiler aus dem Unterholz. Ihre mit mehreren Reihen scharfer Zähne bewehrten Mäuler triefen vor eitrig gelbem Geifer und aus ihren Rücken ragen schwarz glänzende Dornen.
Schnaubend und vor Fressgier zitternd machen sie an der Felskante halt und starren die Geweihte und das gerettete Mädchen aus ihren kleinen, blutunterlaufenen Augen an.
Ein dumpfes Krachen ist aus dem dichten Wald zu hören und die Wildschweine wenden sich ab um wieder im Unterholz zu verschwinden.

Mit bebendem Körper und verkrampften Muskeln kommt die Geweihte langsam wieder auf die Beine. Die Verfolger haben den Sprung nicht gewagt, doch ihr plötzlicher Rückzug macht ihr Sorgen. Gibt es einen anderen Weg?

Nachdem sie sich wieder beruhigt haben springt das Bauernmädchen weiter zum nächsten Felsen. Dieser liegt näher und Hesindiane erwartet sie dort um ihr zu helfen.

Nur noch ein letzter Sprung, dann haben die Beiden es geschafft. Dann werden sie den Waldrand erreicht haben. Etwas bewegt sich darüber am Himmel. Dutzende kleiner, schwarzer Schatten. Ein Krähenschwarm der sich in ihre Richtung herabsenkt.

"Los! Springt!", schreit die Geweihte und springt so schnell und kräftig wie ihr verletzter Körper es erlaubt hinter Hesindiane und dem geretteten Mädchen hinterher.

Gerade als sie den Waldrand erreichen und in das rettende Unterholz stolpern hören sie das vielfache wilde Geschrei der wütenden Vögel über den Ästen.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Sat Sep 25, 2021 12:59 pm

"Hier entlang!", keucht Hesindiane vor ihnen durch das Geschrei der Vögel und schiebt mit den Armen das Unterholz aus Luftwurzeln, fauligen Farnwedeln und wuchernden Trieben beiseite, auf der Suche nach einer Möglichkeit sich durch diesen dämonischen, vermodernden Wald zu kämpfen.

Von Westen her kommt ein stetiger kalter Wind, der den fauligen Gestank des schwarzen Moores mit seinen verlorenen Seelen heranträgt.
Die finsteren Äste der Bäume um die Geweihte werden ächzend hin und her bewegt, als wäre die gesamte Brache ein einziges atmendes, lebendes Wesen.

Kein Regen fällt, aber die Luft ist beißend kalt und um sie herum tanzen im Zwielicht die Schatten der Bäume, unter einem von dicken, dunklen Wolken verfinsterten Himmel.

Mit einem Schnaufen hebt Praiala den Arm um ihr Gesicht und das Mädchen zu schützen während sie ihren Körper hinter Hesindiane her durch das knackende Unterholz schiebt. Sie beißt die Zähne zusammen und versucht die stechenden Schmerzen und das Brennen in ihren Muskeln zu besiegen. Mehrmals scheitert sie als sie an ihre Schmerzgrenze gelangt und muss stehenbleiben, doch ihr Pflichtgefühl und ihr fester Glaube lassen sie jedesmal ihr eigenes Leid überwinden um das Kind vor dem Verderben zu retten. Sie wird sie nicht aufgeben!

Ein Ast bohrt sich unter ihrem völlig von Dreck verkrusteten Ornat in die Rüstung, schleudert sie zurück und zwingt sie in die Knie. Sie packt den Ast und versucht, ihn zu zerbrechen, aber das Holz widersteht ihr, und sie hat das Gefühl, ihre Arme wären völlig kraftlos geworden.
Sie bleibt einen Moment lang schnaufend stehen und schnappt nach Luft. Hesindiane drängt darauf, dass sie sich weiter durch das Unterholz fortbewegen sollen. Aber Praiala hat das Gefühl, dass diese Richtung, sie vom Rand des Sumpfes, dem sie auf dem Herweg gefolgt sind, fortführt. Stattdessen gelangen sie immer tiefer in ein dichtes Gehölz aus toten Bäumen. Das verstrickte Wurzelwerk des Waldbodens ist hier voller Lücken und Luftlöcher über die sie klettern müssen um sich ihren Weg zu bahnen. Kein lebensspendender Humus füllt den leeren Raum zwischen dem Wurzelgeflecht unter ihnen.

Praios sei Dank können die wilden Tiere sie in diesem dichten Gewirr toter Wurzelstöcke nicht verfolgen.

Führt Hesindiane sie wirklich näher an den Waldrand?
Die Geweihte kann diesen erstickenden toten Wald einfach nicht mehr ertragen, dieses dunkle Etwas, das sie ständig in die Hocke zwingt, mit Ästen und Zweigen nach ihnen schlägt und mit Stacheln und Dornen ihre Haut ritzt. Ihre Kehle brennt. Getrockneter Schweiß hinterlässt eine Salzkruste auf ihrer Haut und scheuert die Innenseite ihrer Schenkel und den Bereich unter ihrem Gürtel wund.
Ihre Muskeln sind so überanstrengt, dass sie Krämpfe bekommt. Sie müssen unbedingt dieses wirre dichte Gehölz hinter sich bringen.

Plötzlich gibt das faulige Wurzelwerk unter ihnen nach und sie stürzen in die Tiefe.

Der Schmerz des Aufpralls nimmt ihr den Atem. Wurzeln kratzen und schaben gegen ihre Rüstung. Sie winden sich um ihre Arme und Beine.

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Der Schrei des kleinen Mädchens lässt Praiala sich aufbäumen. Mit den scharfen Kanten ihres Sonnenszepters gelingt es ihr einige der Wurzeln abzutrennen oder wenigstens zu verletzen.
Während ihre Augen sich an das Zwielicht gewöhnen schneidet die Geweihte sich und ihre Gefährten frei, doch beständig dringen weitere Wurzeln von über ihnen auf sie ein.

Von allen Seiten scheinen die gierig nach ihnen greifenden Wurzeln sie zu umgeben. Ein Aufstieg zurück, durch diese von unheiligem Leben erfüllten Pflanzen wäre hoffnungslos. Sie würden wie Fliegen in einem Spinnennetz enden.

Die Schreie ihrer Gefährten lassen die Geweihte wild nach den Wurzelsträngen schlagen. Lange werden sie sich den dämonischen Gewächsen nicht mehr widersetzen können, denn immer mehr beginnen nach ihnen zu greifen.

Sich hastig umblickend entdeckt Praiala einen Tunnel der unter größeren Bäumen hindurch zwischen Felsen und monströs wirkenden schwarzen Wurzeln in die Dunkelheit führt.
Dort scheint sich nichts zu bewegen und es ist weit genug entfernt damit die Wurzeln die auf sie eindringen sie nicht mehr erreichen können.

Das Kind hinter sich herziehend und dicht gefolgt von Hesindiane kriecht Praiala in den finsteren Tunnel.
Dann bemerkt sie in dem dünnen Licht, das hereindringt, die Gebeine. Unglaublich viele Knochen. Sie bedecken den ganzen Boden. Manche glänzen noch immer feucht und dunkel. Überall zwischen den Steinen liegen Knochen herum.
In der Dunkelheit vor ihnen schimmert plötzlich etwas. Ein fahler Lichtpunkt.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Wed Sep 29, 2021 9:48 am

Hastig holt Praiala Zunderdose, Feuerstein und Stahl hervor und entfacht ein paar Funken um die Laterne zu entzünden.

Das Licht der verdreckten Kutschenlampe fällt matt auf den dunklen Fels und den von bräunlichen Knochen bedeckten Boden. Modrige Überreste bedecken die Höhle wohl kniehoch, und mit jedem Schritt verdichtet sich der Gestank von Fäulnis und Verderben in der abgestandenen Luft.

Dort hinten, in einer größeren Höhle, von wo Praiala die schwache Reflexion von Licht wahrgenommen hat, blinkt nun etwas wenn sie mit der Laterne in diese Richtung leuchtet. Der Tunnel scheint mehrfach verzweigt zu sein, doch nimmt die Geweihte keinen Laut wahr, außer ihrem eigenen rasselnden Atem.

Mit dem Sonnenszepter fest im Griff tastet sich Praiala vorsichtig voran, das zitternde Mädchen an der Hand und dicht gefolgt von Hesindiane.
Ihr schwindelt. Liegt es am Gestank, an der abgestandenen Luft in der Höhle, oder am Anblick der Leichenreste. Es müssen hunderte von menschlichen oder tierischen Kadavern sein, die hier in diesen Höhlen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, doch inzwischen bilden sie auf dem Boden eine Art einheitliche Masse aus der sich nur hier und da große, morsche Knochen, Geweihe oder völlig verrottete Kleidungs und Rüstungsteile abheben.

Als die Frauen bis in die größere Höhle vorgedrungen sind erkennt Praiala, dass hier erst vor Kurzem durch eine Art Felseinsturz einen Teil der Decke eingebrochen ist. Felstrümmer und uralte morsche Holzbalken, türmen sich am hinteren Teil der Höhle auf. Darüber scheint sich ein kaminartiges Loch zu befinden.

Zwischen den Trümmern erkennt die Geweihte etwas metallenes, das das schwache Licht der Kutschenlampe spiegelt.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Thu Sep 30, 2021 8:13 pm

Vorsichtig nähert sich Praiala dem glänzenden Metall, einem metallenen Rundschild das, im Gegensatz zu dem allgegenwärtigen Verfall, weder verrostet noch angelaufen ist. Als die Geweihte den Schild, der offenkundig aus rostfreiem Zwergenstahl gefertigt wurde, behutsam anhebt erkennt sie die kunstvoll ziselierte Sonnenscheibe und das Zeichen des Hohen Drachen Daradors. Es gibt nur einen Orden der Schilde mit dieser Symbolik verwendet. Die Sonnenlegion der Praioskirche.
Vom ehemaligen Träger des Schildes ist kaum noch etwas übrig, Rüstung, Kleidung und Knochen zerfallen förmlich unter Praialas Berührung.

Dann schweift der Blick der Geweihten zur eingestürzten Decke. Über ihr erstreckt sich ein natürlicher Schacht durch Fels und Wurzeln aus dem die Trümmer, die den Boden bedecken, wohl herabgestürzt sein müssen. Zwischen den herabhängenden Wurzeln haben sich teils Holzbalken im Sturz verkeilt. Allzuweit scheint der Schacht jedenfalls nicht empor zu führen, vielleicht ein dutzend Schritt, dann scheint er durch weitere Trümmer gänzlich verschüttet. Nur an einer Stelle scheint Tageslicht durchzuscheinen.

Mit einem Seufzer setzt sich Hesindiane auf einen dicken Holzbalken und blickt verzweifelt empor. "Da kommen wir niemals hoch."

Tröstend setzt sich Praiala neben sie und legt ihr den Arm um die Schulter, das gerettete Mädchen drückt sich ebenfalls an sie. In diesem Moment, in dem die beiden Frauen voller Verzweiflung den Blick nach oben richten, fällt ein Strahl hellen Sonnenlichts durch den Spalt hoch über ihnen.
Und in diesem Licht erkennt Praiala eine Reihe von rostigen Eisensprossen, die zwischen Trümmern, Rissen im Fels und schwarzen Wurzeln empor führen.
Diente dieser Schacht vor seinem Einsturz dazu in diese unterirdischen Höhlen hinabzusteigen? Könnten diese rostigen Sprossen ihr Gewicht noch tragen? Neue Hoffnung keimt in der Praiotin auf.

Dann erfüllt plötzlich das Brüllen einer großen Bestie die Tunnel. Schon einmal hat Praiala ein solches Gebrüll gehört. Es ist der Klang eines Tatzelwurms, eines Gromaschs wie die Zwerge sie mit Abscheu nennen, und er hat sie gewittert.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Fri Oct 08, 2021 10:42 am

"Schnell! Hier führen Sprossen hinauf! Klettert da rauf!", ruft Praiala während sie dem Mädchen auf den Schutthaufen hinaufhilft. "Du bist die Leichteste. Du kletterst voran. Hesindiane ist gleich hinter dir."

Erst zögernd, dann aber überraschend behende, klettert das Kind los. Hesindiane folgt ihr knapp dahinter um helfen zu können, sollte das Kind in Schwierigkeiten geraten.
Unterdessen kommen die schleifenden, kratzenden und stampfenden Geräusche aus der Finsternis der Tunnel immer näher.

Auch die Geweihte hat keine Zeit zu verlieren. Schnell schultert sie das Schild der Sonnenlegion und zieht sich gleich hinter ihrer Gefährtin an den Sprossen hoch.
Das Eisen ist mit einer dicken Schicht aus Rost überzogen und knirscht gefährlich unter ihrem Gewicht.
Praiala ist gerade auf die Höhe der Höhlendecke emporgeklettert als sie eine massive Gestalt erblickt die aus dem Tunnel gekrochen kommt.

Das riesige Maul ist mit Zähnen bewehrt die so lang und spitz sind wie Dolche und der massige Körper ist mit einem Panzer aus dicken, dunklen Schuppen bedeckt.

Image

Mit einem erneuten Brüllen öffnet das Tatzelwurmartige Ungetüm seinen Rachen und speit eine schwarze Rauchwolke aus die sich rasch in der Höhle ausbreitet und zu den Fliehenden emportzusteigen droht.
Der Rauch steigt immer höher und Praiala muss bereits auf die gleichen Sprossen klettern auf denen auch Hesindiane sich abstützt während sie dem Mädchen weiter hinauf hilft. Wenn sie nicht schneller sind wird der wallende, schwarze Rauch sie gleich einhüllen.

"Schneller!, entfährt es ihr als sie hört wie das abscheuliche Monstrum beginnt über den Schutt und das Geröll unter dem Schacht zu klettern.
Da wo die emporsteigende schwarze Wolke ihre Beine streift spührt Praiala eine beißende Kälte die ihre Füße taub werden lässt und ihr das Gefühl in den Beinen nimmt. Oh Herr Praios hilf!

Sich nur mit ihren Armen hochziehend klettert die Geweihte um ihr Leben. Da ist auch schon die schmale Öffnung über ihnen zwischen Schutt und Felsen. Mit letzer Kraft zieht die Geweihte sich hoch, zwängt sich hindurch und rollt sich zur Seite. Nach Luft ringend bleibt sie bäuchlinks liegen und starrt in die Dunkelheit. Langsam kommt sie wieder zu Atem und es wird wieder heller um sie herum. Sie sind wieder im Wald. In der dämonenverfluchten Brache.
Sie liegen auf einem Schutthaufen aus dem uralte, dicke Holzbalken wie Stricknadeln aus der Wolle ragen. Diese vermoderten Balken sind die verrotteten Überreste dessen was einst einmal Windmühlenflügel waren.

Dann plötzlich trifft die Geweihte die Erkenntnis wie ein Schlag und ihr Herz macht einen Sprung. Sie kennt diesen Ort. Das hier ist die zusammengestürzte Ruine der Schwarzdornmühle. Jene verfluchte Windmühle die dem Garether Bürgerheer während der ersten Dämonenschlacht als Feldlazarett diente. Doch die Verwundeten wurden hier nicht gesundgepflegt sondern heimlich in unheiligen Ritualen geopfert. Und just an diesem finsteren Ort gab der Druide Archon Megalon vor zwei Monaten mit Hilfe der Blutigen Träne der Nacht dem Nachtalp Mareks des Schlitzers seine körperliche Gestalt wieder. Marek, der Mörder, der ihr und ihrer Familie so viel Leid zugefügt hat. Nur durch die Nachforschungen Praialas und ihrer Gefährten und ihrem beherzten Eingreifen konnten sie Marek und seine untoten Diener besiegen, Archon Megalon in die Flucht schlagen und sich aus der einstürzenden Schwarzdornmühle retten. Doch Marek ist tot. Die Mühle vernichtet. Und jetzt weiß Praiala auch ganz klar wo sie sind. Ganz nahe am Rande der Brache. Nur ein paar hundert Schritt in diese Richtung, und sie werden den Waldrand und die Reichsstraße erreichen!

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Mon Oct 11, 2021 8:35 am

Getragen von ihrem festen Glauben und ihrem Pflichtgefühl rappelt Praiala sich mühsam auf. Die schweren Wunden an Brust und Armen haben wieder angefangen frisch zu bluten doch das taube Gefühl in ihren Beine vergeht und so zwingt sich die Geweihte erneut aufzustehen.
Auch Hesindiane und das Bauernmädchen sind wieder auf den Beinen und haben sich ängstlich von dem Schutthaufen entfernt.

"Ich weiß jetzt wo wir sind. Den Göttern sei Dank sind wir nahe am Rand der Brache. Kommt, wir müssen hier entlang!"

Entschlossen stapft Praiala los, gefolgt von ihren beiden Gefährten. Der Wald ist hier weniger dicht und der sumpfige Boden ist festgefroren und von Reif bedeckt. Es kommt ihr so vor als wäre sie seit Tagen nicht mehr so schnell vorangekommen. Vielleicht ist es aber auch die aufflammende Hoffnung endlich der dämonenverfluchten Brache zu entrinnen die sie antreibt und ihren Schritten Schnelligkeit verleiht.

Während sie weiter durch den lichter werdenden Wald marschieren beginnt es immer stärker zu schneien. Die Firunskälte des Winters erscheint der Geweihten geradezu gnädig, denn sie dämpft die Schmerzen ihrer Wunden. Je näher sie dem rettenden Waldrand kommen desto dichter fällt der Schnee und desto mehr schwinden ihr die Kräfte. Die Helligkeit des Tages geht bereits in ein fahles Zwielicht über als sie die letzten Baumreihen hinter sich lassen.
Jenseits der nun nur noch verstreut wachsenden Bäume schlängelt sich ein breites graues Band durch die Ifirnsweiße Landschaft.

Die Reichsstraße! Sie haben es geschafft. Sie sind gerettet!
Mit der Erleichterung über ihre erfolgreiche Flucht übermannt Praiala die Überanstrengung der letzten Tage und die Erschöpfung durch den Blutverlust. Sie spürt wie sie in die Knie geht und ihr langsam schwarz vor Augen wird.

"Praiala. Wacht auf! Praiala." Angst schwingt in Hesindianes Stimme mit. Ein kalter Schmerz in ihrem Gesicht lässt die Geweihte wieder zu Bewusstsein kommen. Ihre Wunden schmerzen erbärmlich und sie ist mit ihren Kräften am Ende.
Es ist schon fast dunkel und Praiala erkennt in der Dämmerung die Silhouette der Ruinen von Burg Zwingstein. Offenbar hat Hesindiane sie zwei Wegstunden entlang der Reichsstraße nach Norden getragen.
Gerade will Praiala fragen was ihre Gefährtin beunruhigt und warum sie sich im Gebüsch verstecken, doch als sie Hesindianes Blick folgt entdeckt sie eine Gestalt im Zwielicht die sich ihnen langsam nähert.
Ein Reiter, gerüstet und mit gezogener Waffe. Noch scheint er sie aufgrund des Schneefalls und der beginnenden Dunkelheit nicht entdeckt zu haben.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Sat Oct 16, 2021 9:44 am

Die Frauen verharren still und regungslos im Gebüsch. Beständig rieseln Schneeflocken leise vom Himmel herab.

Die gerüstete Gestalt nähert sich langsamen Schrittes, die Zügel in der einen Hand, das Schwert in der Anderen. Nun erkennt Praiala auch, dass es sich um eine Ritterin in Garether Plattenrüstung handelt, die einen weißen Fellumhang fest um die Schultern gezogen hat. Aufmerksam späht die Reiterin in das Unterholz das den Rand der Brache säumt, geradezu als suche sie nach Bewegungen oder Spuren im Schnee.

Jetzt ist sie nur mehr ein dutzend Schritt entfernt, gleich werden sie entdeckt werden.
Da erkennt Praiala die wallenden, roten Haare der Reiterin unter der Kapuze des edlen Leopardenfellumhangs und die außergewöhnliche Machart der schweren Rüstung aus zwergischem Thoschkrilstahl.
Mag es eine glückliche Fügung oder der Wille der Götter sein, denn es ist ihre Freundin und langjährige Gefährtin Idrasmine von Luring zu Reichsforst.
Wie eine Welle warmen Sonnenlichtes breitet sich das Gefühl der Erleichterung in Praiala aus und gibt ihr neue Kraft.
"Idra!", ruft sie aus und löst sich aus der Deckung des Gebüsches.

Die Reiterin blickt einen Augenblick forschend auf die vom Morast und Dreck geschwärzte Geweihte, schwingt sich vom Pferd und eilt auf sie zu.
"Praiala!", ruft sie aus und umarmt ihre Freundin. Jetzt erst erkennt die Praiotin das von Sorgen gezeichnete Gesicht und die Augenringe von den durchwachten Nächten der letzten Tage. "Den Göttern sei Dank, endlich haben wir dich gefunden!"

Mit einem Blick auf Praialas Wunden holt Idrasmine aus der Satteltasche ein Fläschchen mit klarer Flüssigkeit hervor und reicht es ihr.
Während Praiala den Heiltrank dankbar annimmt tritt Hesindiane mit dem Bauernmädchen an der Hand aus dem Gebüsch hervor.
Idrasmine blickt erstaunt von der Einen zur Anderen. Unterdessen entkorkt die Geweihte das Fläschchen und der erfrischende Geruch von Wirselkraut und Vierblättriger Einbeere steigt ihr in die Nase.
Mit einem großen Schluck trinkt Praiala den Heiltrank aus und spürt sogleich wie die heilende Kraft der Pflanzenextrakte die Blutungen stillt und die Wunden schließt. Die Schmerzen gehen zurück und ihr Körper wird von neuer Lebenskraft erfüllt.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Sun Feb 06, 2022 11:53 pm

"Idra, den Göttern sei gedankt. Nicht nur, dass wir es endlich aus der Brache geschafft haben, sondern auch noch gleich auf ein bekanntes Gesicht zu treffen!"
Dankbar blickt die Geweihte auf das leere Fläschchen in ihrer Hand, atmet tief durch und sieht dann zu ihren beiden Begleiterinnen. "Ihr könnt ruhig hierher kommen, dass ist meine gute Freundin und Weggefährtin Idrasmine von Luring - ein mehr als willkommener Anblick und eine sehr tapfere Kämpferin."
Zögerlich nähert sich Hesindiane mit dem Mädchen an der Hand und macht einen ungeübten Knicks vor der gerüsteten Reiterin.
Praiala erlaubt sich ein erleichtertes Grinsen als sie wieder zu Idra sieht: "Idra, das ist Hesindiane, eine tapfere Straßenwächterin die ich in der Brache aus den Fängen von ziemlich üblem Gesindel befreien konnte und ...", sie stockt, als ihr bewusst wird, dass sie nicht einmal den Namen des Mädchens weiß und kniet sich vorsichtig zu ihr hin. "Du bist jetzt in Sicherheit. Ich bin Praiala Greifeneck, und wie heißt du?"
"Lidda", antwortet das Kind zaghaft.
Sie schenkt dem Mädchen ein beruhigendes Lächeln und dreht sich dann wieder zu Idra: "Sie wurde entführt und sollte geopfert werden. Hesindiane hat mir dabei geholfen sie aus der Brache zu befreien aber du siehst selbst wir haben ... so einiges mitgemacht."
Praialas verdreckte Erscheinung steht ganz im Gegensatz zu ihrem unter normalen Umständen so gepflegten Äußeren und auch ihr Blick wirkt ungewöhnlich wild, wie der eines gehetzten Tieres. Die beständige Nervosität weicht immer mehr offensichtlicher und kaum zu unterdrückender Erleichterung, aus der Brache entkommen zu sein und noch dazu eine ihrer Gefährten getroffen zu haben. Mit all der Anspannung unter der sie nach all dem Erlebten noch immer steht und der Erschöpfung die sie ob der Strapazen fühlt, fällt es der Geweihten schwer trotzdem ruhig und gefasst zu bleiben und nicht vor Erleichterung schluchzend Idra um den Hals zu fallen, denn sie will für die beiden Begleiterinnen weiter stark bleiben.
"Idra", beginnt sie, "ich habe schlechte Nachrichten. Ich habe in der Brache eine Verschwörung entdeckt und muss so schnell als möglich nach Gareth. Die beiden sollten fürs erste irgendwo hinkommen wo sie warm und trocken sind und wo sie sicher sind."
Praiala sieht Idra eindringlich an: "Ich weiß, an dir kommt so schnell nichts vorbei", ehe sie kurz ihre Gedanken sammelt und sich umsieht, die beiden Mitgeflohenen und dann Idra und ihr Pferd.
"Ich versprech dir ich werde dir alles ganz genau berichten, aber bis ich dir alles erzählt habe vergeht viel Zeit und die Warnung wird vielleicht zu spät in Gareth eintreffen. Ich weiß es ist viel verlangt aber ... leihst du mir dein Pferd? Ich muss so schnell wie möglich nach Gareth und ... darf ich dir die beiden anvertrauen? Such mit ihnen eine Unterkunft und komm dann nach ... ich werde ihre Aussagen brauchen."
Idrasmine nickt zustimmend, wendet sich ihrem Streitroß zu, streichelt es zärtlich und meint: "Arkoudi kennt dich lange genug, er wird dich sicher nach Gareth tragen. Aber sei vorsichtig. Es ist schon recht dunkel für einen schnellen Ritt."
Zu Hesindiane und dem Mädchen gewandt fügt Praiala hinzu: "Bei Idra seid ihr sicher, ich muss schnell sein aber sie wird mit euch nachkommen und dort treffen wir uns.
Hesindiane"
, fügt sie noch hinzu, "soll ich wenn ich nach Gareth komme jemanden benachrichtigen? Oder wirst du das machen, wenn du dort bist?"
Hesindiane blickt die Geweihte voller Bewunderung für ihren Mut und ihr Pflichtbewusstsein an. Nach allem was sie überstanden hat wären andere nun bestimmt nicht auch noch den Verschwörern hinterhergeeilt. "Keine Sorge Praiala, nach einer Woche in der Brache kommt es auf eine Nacht mehr oder weniger nicht an. Ich werde mich selbst bei der Wachstube am Emer-von-Gareth-Tor in St. Parinor melden und dem Wachtmeister der Straßenwacht bericht erstatten. Kümmert ihr euch um die wichtigen Angelegenheiten."

Während Idra ein paar Dinge aus den Satteltaschen nimmt und dann Praiala die Zügel in die Hand drückt grübelt diese und spricht ihre Freundin schließlich leise auf Tulamidya an, der Sprache der Tulamiden welche sie und ihre Gefährten in Mhanadistan erlernten.
"Es tut mir leid dass ich dir das aufbürden muss, aber die Warnung ist wirklich wichtig um Unheil zu verhindern. Was diese Beiden betrifft, ich habe sie gerettet und glaube sie sind wer sie zu sein scheinen, aber bitte sei vorsichtig. Ich habe sie immerhin in der Brache getroffen."
"In Ordnung", antwortet sie, "ich werde nicht unachtsam sein."

Nachdem die Geweihte sich mit etwas Wasser das Gesicht gereinigt hat steigt sie in den Sattel und entzündet die Blendlaterne die sie von der Kutsche mitgenommen hat.
"Passt gut auf euch auf, Praiala", meint Hesindiane als die Geweihte sich verabschiedet.
Praiala nickt und antwortet: "Ihr könnt Idra vertrauen, sie ist eine hervorragende Kämpferin und sie wird euch sicher nach Gareth bringen. Dort treffen wir uns und dann sorge ich dafür dass ihr auch weiterhin vor diesen Verbrechern sicher seid."
Nachdem Idrasmine den Bolzenköcher und die schwere Armbrust festgezurrt hat entzündet auch sie eine Blendlaterne um auf dem Rückweg nach Gareth nicht vom Pfad abzukommen.

"Idra, dich schicken wirklich die Götter!, sagt Praiala schließlich, "Danke! Wir sehen uns im Handelsherr und dann werde ich dir alles genau berichten."
Mit einem leichten Schenkeldruck lässt sie das Streitroß lostraben und leuchtet dabei den Weg sogut es geht mit der Laterne aus.
Das Pferd, das in der Nacht viel besser sieht als seine Reiterin, geht ganz von allein in einen schnellen Galopp über, geradeso als hätte es zugehört und das Gespräch verstanden. Vielleicht spürt es jedoch auch einfach die Eile seiner Reiterin.

Die verschneite, gepflasterte Reichsstraße ist ganz eben und keinerlei Hindernisse stellen sich der Geweihten in den Weg, nur hier und da führt die Straße durch einen Waldstreifen in dem die dunklen Bäume ihre kahlen Äste wie lange Finger nach ihr ausstrecken.
Der Wind geht kalt durch die Dunkelheit und es dauert eine ganze Zeit bis Praiala Lichter von Gehöften und einzelnen Hütten am Straßenrand erkennen kann.
Die aus Brettern genagelten ärmlichen Katen stehen bald immer dichter und die Geweihte erkennt, dass sie sich dem Südquartier nähert, dem ärmlichsten Stadtteil Gareths, der hier ohne eine klare Begrenzung fließend in die Dörfer des Umlandes übergeht.

Hier und da erblickt Praiala Gestalten entlang der Straße. Bettler, Obdachlose, Betrunkene, Dirnen und Halunken die ihrer nächtlichen Beschäftigung nachgehen.
Bald muss die Geweihte das Pferd zügeln um in der Dunkelheit keinen Passanten niederzureiten.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Sat Feb 12, 2022 1:33 pm

Nervös blickt Praiala sich um während sie den Eslamsweg entlang in Richtung Altstadt reitet. Zu viele dunkle Gassen erstrecken sich zwischen den Häusern. Hier im Südquartier, dem Elendsviertel Gareths, gibt es nach Sonnenuntergang keine Patrullien der Stadtwache denn die Straßen werden von Banden wie den Almadanern und der Alten Gilde kontrolliert. Gardisten lassen sich Nachts lieber nicht mehr in den lichtlosen, engen Gassen blicken sondern ziehen sich in die Wachstuben zurück. Am Puniner Tor, dem südlichen Stadttor Alt-Gareths, befindet sich eine solche Wachstube die Praiala schon einmal betreten hat.

Und genau dorthin will Praiala so schnell wie möglich. Sie braucht Unterstützung, denn alleine kann sie es sicher nicht mit den Verbrechern aufnehmen.
Der Eslamsweg, die Reichsstraße von Punin nach Gareth, führt in gerader Linie durch das Südquartier bis zum Puniner Tor.
Während so manches Gebäude direkt an der Magistrale den Wohlstand eines angesehenen Händlers, Gelehrten oder Handwerkers zur Schau stellt, ist von diesem vordergründig, scheinbaren Reichtum schon in den dahinterliegenden Gassen nur noch wenig zu sehen. Zu dieser vorgerückten Stunde im kalten Boronmond fühlt sich die Geweihte von den ärmlichen Passanten unwillkürlich bedroht. In ihrem verdreckten Ornat und erschöpft auf dem edlen Pferd könnte sie schnell zum Ziel von Dieben oder Straßenräubern werden.
Als ihr diese Gefahr bewusst wird treibt sie das Pferd erneut zur Eile an. Der Eslamsweg ist doch recht breit und eine schnelle Reiterin holt man vielleicht nicht so leicht aus dem Sattel.

Der eisige Wind der ihr entgegenweht riecht nach dem Rauch der Holzfeuer aus den Kaminen der Stadt. Hier und da vermischt er sich mit dem Uringeruch der Färber- und Gärbereien, den Ausdünstungen des Unrats aus den Nebengassen und dem Gestank des billigen Fusels der kleinen Kneipen und billigen Absteigen.
Von Westen kündet der Geruch von Fäulnis von den Guteleuthäusern, den Hütten der Aussätzigen die am Rand zur Dämonenbrache in klapprigen Bretterverschlägen und Zelten hausen.

Mit ruhiger Führung leitet Praiala das Pferd im Galopp die breite Reichsstraße entlang, weicht Trunkenbolden und Bettlern aus und hat bereits in wenigen Minuten den Rodweg erreicht der vom Eslamsweg nach Osten abzweigt und zum Traubenmarkt führt.
Da erkennt die Geweihte an der Fassade des Eckhauses das Garether Stadtwappen und sieht wie eine Gruppe Gardisten, im Volksmund wegen ihrer blauen Umhänge Blaumäntel genannt, mit Laternen, Schwertern und Armbrüsten bewaffnet das Haus verlassen.
Natürlich, die Wachstube Sonnengrund! Warum habe ich nicht gleich ...
"Heda!", ruft sogleich einer der in Kettenhemden gerüsteten Männer ihr zu, "Zügelt das Pferd bevor jemand zu Schaden kommt!"
Praiala bringt das edle Ross gekonnt vor der Gruppe zum Stehen und senkt ihre Laterne um die Gardisten nicht zu blenden.
Die sechsköpfige Truppe scheint gut gerüstet und bewaffnet. Ihr Anführer, ein glatzköpfiger Leutnant mit Stiernacken und kantigem Kinn, tritt näher an die Geweihte heran und beleuchtet sie mit seiner Laterne.

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Re: Game Thread (IC)

Post by Idrasmine » Thu Feb 24, 2022 7:35 pm

Praiala sieht zu den Blaumänteln hinab und neigt den Kopf grüßend "Praios sei Dank euch hier zu sehen! Mein Name ist Praiala Greifeneck, Luminifer der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale. Ich bin im Auftrag der Heiligen Inquisition unterwegs und verfolge eine Gruppe von Mördern um den gesuchten Verbrecher Isidian Winterkalt. Sie planen einen Mordanschlag, einen feigen Giftmord. Um dies zu verhindern brauche ich Unterstützung.
Die Mörder treffen sich um Mitternacht beim Hexenkessel. Wenn wir unverzüglich handeln können wir die Verschwörer festnehmen und die Übergabe des Giftes und damit den Mordanschlag verhindern."

Sie hebt Hand und Amtsinsignien empor um ihre Worte zu unterstreichen und den Respekt der Stadtgarde einzufordern und fährt mit strenger Stimme fort: "Ich fordere euch hiermit auf, im Namen der Kirche des Götterfürsten und seiner Heiligen Inquisition, mir zum Treffpunkt dieser Verbrecher zu folgen, sie festzunehmen und den feigen Mordanschlag zu vereiteln."
Das erhobene Sonnenszepter und ihr Ornat mit den goldenen Sphärenkugeln am Gürtel lassen keinen Zweifel an ihrem Stand und in den Gesichtern der Gardisten erkennt Praiala keine Zweifel.
Nach einer unangenehmen Pause neigt der Leutnant, der Praiala angesprochen hat, respektvoll sein Haupt und antwortet: "Verzeiht Ehrwürden, wir haben euch in der Dunkelheit nicht erkannt. Ihr seid gerade im rechten Moment hier denn wir rücken gerade zur Patrullie entlang der Magistrale aus.
Der Hexenkessel ist jedoch keine Gegend in der wir zu solcher Nachtzeit Präsenz zeigen. Selbst Tagsüber ist es nur mit entsprechender Truppenstärke ratsam. Es gibt zu viele kriminelle Elemente die sich dort herumtreiben und man läuft Gefahr in einen Hinterhalt gelockt zu werden.
Um wie viele Verbrecher handelt es sich?"

Praiala überschlägt kurz was sie gehört und gesehen hat und antwortet: "Vier bis acht Männer begleiten den Magier Isidian Winterkalt, der vom Bund des Weißen Pentagramms für seine Verbrechen gesucht wird. Sie sind bewaffnet und beabsichtigen ein tödliches Gift an Mittelsmänner weiterzugeben. Der Übergabeort soll die Nirgendgasse beim Hexenkessel am Krötenstieg sein. Er hat seine Männer dorthin vorausgeschickt mit dem Auftrag den Übergabeort zu sichern. Es ist also Vorsicht geboten."
Während sie dies erzählt kann die Geweihte klar erkennen, dass den Gardisten die Gefahr eines solchen Einsatzes wohl bewusst ist.
"Ein abtrünniger Magus und vier bis acht Schergen die sich des Handels mit verbotenen Substanzen strafbar machen", wiederholt der Anführer der Blaumäntel betont langsam. "An wen soll das Gift übergeben werden? Wer ist der Abnehmer?"
Die im Südquartier faktisch regierenden Unterweltbanden sind sicherlich zu gefährlich um ihnen bei einer solchen Operation unvorbereitet in die Quere zu kommen, das ist der Geweihten bewusst, doch von diesen haben die Banditen nicht gesprochen.
"Die Verbrecher sprachen von einem Kontakt in Adelskreisen an welchen das Gift übergeben werden soll", berichtet Praiala wahrheitsgetreu. Die Männer scheinen darüber deutlich erleichtert.
"Nun gut", antwortet ihr der Leutnant. Zu einem einfachen Gardisten gewandt gibt er in befehlsgewohntem Tonfall Order den gesamten Rest der Nachtwache einsatzbereit zu machen. Während dies geschieht erteilt er weitere Befehle: "Tankred, ihr rückt mit euren Männern entlang der Zwielichtgasse von Norden her an und bezieht hinter dem Laden des Pfandleihers Grabensalb Stellung. Croenar und Antaro, ihr nehmt Janka und Garo und kommt von Süden entlang des Stadtrands um ihnen den Weg in die Brache abzuschneiden.
Der Rest rückt mit mir von der Sankt-Yasinthe-Tränke über den Krötenstieg an."

Als acht weitere Blaumäntel in Rüstung und voller Bewaffnung das Haus verlassen wendet sich der Leutnant erneut an Praiala: "Stellt das Pferd im Hof der Wachstube unter. Pferde sind nachts im Südquartier abseits der Hauptstraße selten und das Schlagen der Hufeisen wäre weithin hörbar."

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