Findet das Schwert der Göttin

Findet das Schwert der Göttin

Es heißt, seit vielen Jahren liege am Grunde des Chabab ein Schwert, das die göttliche Macht Rondras in sich birgt. Nur wer sich der Göttin würdig erweist, darf hoffen, die Waffe zu finden. Und nur wer die List und die Kühnheit einer Löwin in sich vereint, ist in der Lage, das Fundstück zu bewahren und gegen alle habgierigen und skrupellosen Neider zu verteidigen.


Region: Harben, Arivor, Neetha
Datum: 26. Rondra bis 1. Travia 1014 BF
Meister: Klemens
AP: 600

  • Der Tag der Drachentöter
    RON
    26
    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Harben, Windhag, Mittelreich
    Traum (Kriegereid)

    Alawin befindet sich in Havena, wo er als junger Mann an der Akademie das Kämpfen lernte und den Kriegereid auf das zerbrochene Schwert des Heiligen Reochaid schwor. Im Traum durchlebt er erneut die Abschlusszeremonie der Akademie die traditionell im Rondratempel gehalten wird. Die Tempelvorsteherin, Arabel von Arivor, die Meisterin des Bundes der Senne West, leitet die Zeremonie und nimmt ihm feierlichen den Eid ab in dem er bei den Zwölfgöttern dem Kaiser, dem Fürsten und Albernia die Treue schwört und Ehre, Ritterlichkeit, den Schutz der Schwachen und Wehrlosen, sowie Mut und Wahrhaftigkeit gelobt.
    Alawin’s Träume drehen sich nach den Erinnerungen an den Abschluss seiner Kriegerausbildung auch um einige seiner Jugendträume in denen er Heldentaten vollbringt um seiner Angebeteten zu gefallen.

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    Als Alawin morgens aufwacht erinnert er sich klar an alles, besonders aber an die letzten Momente des Traumes – unergründlich tiefe Wasser, in denen er nach Antworten sucht, sie aber nicht findet.
    Er reflektiert den Traum und seine Einstellung als jugendlicher und heute und erkennt dass sich damals alles nur um Ruhm und Ehre drehte und heute Ritterlichkeit und der Schutz der Schwachen und Hilfebedürftigen die bedeutendste Rolle eingenommen haben.
    Im nachhinein erinnert sich Alawin dass er Arabel von Arivor erst vor kurzem in Havena wiedergesehen hat, als er im Tempel der Löwin in Havena nach Kämpfern suchte denen er eine Anstellung als Grenzschutz im Braakenwald anbot.

    Als die Helden in den Straßen der Stadt unterwegs sind sehen sie Kinder die Drache und Drachentöter mit Holzwaffen spielen. Die Häuser werden für das Fest geschmückt und die Stimmung ist fröhlich. Auch das Wetter ist heiter mit einigen kleinen Wolken und viel Sonnenschein.
    Am Marktplatz sehen die Helden einen Umzug, eine Gruppe von Menschen trägt gemeinsam ein großes Drachenkostüm aus grünem Stoff und einem Kopf aus Holz auf Stangen. Feuerspucker ‘beleben’ den Feueratem des Drachen und Musikanten begleiten die Prozession mit ihrem Spiel auf Trommeln und Flöten.
    Als der ‘Drache’ den Rondratempel erreicht wird er vor den Stufen des Tempelportals von Kostümierten Bürgern mit einem hölzernen Stoßspeer bekämpft und nach wiederholten Angriffen schließlich besiegt. Den Helden fällt auf, dass die Kostüme der Drachentöter sie selbst darstellen. Eine junge Frau ist sogar mit einer Mischung aus Ruß und Fett am ganzen Körper bemalt um wie eine Moha-Frau auszusehen.

    RON
    27
    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Fuldigor's Vertreibung, Der Tag der Drachentöter
    Harben, Windhag, Mittelreich
    Traum (Die Stadt im Krieg)

    Alawin befindet sich in den engen Straßen einer Stadt. Aus der Ferne sind Trommeln zu hören. Alte Männer und zu junge Männer stehen zitternd in den Straßen, notdürftig bewaffnet und die wenigsten gerüstet. Furcht beherrscht die Herzen der Menschen, niemand hält dem Blick Alawin’s stand.
    Als der Krieger die Angst in den Gesichtern der Menschen sieht hört er im Geiste die Stimme von Gunelde, Freifrau von Baliho, seiner Akademieleiterin und Lehrmeisterin: “Ein Mann wird im Kopf besiegt, Alawin!”
    Er bahnt sich seinen Weg durch die Straßen auf die Burgmauer zu. Jenseits der Hügel am Horizont erkennt er die Banner des Feindes. Eines Feindes, der, wie er weiß, keine Gnade kennt. Seine Kriegskunst verrät ihm, dass die Verteidigung der Stadt nicht zu halten ist. Der Feind wird die Stadt im Sturm nehmen.
    Er erinnert sich an Berichte aus den Grenzlanden wo Städte dem Feind zum Opfer fielen. Dass der Preis dafür mit Blut bezahlt wurde, mit dem Blut der Unschuldigen. Die Flüchtlinge sprachen davon dass der Feind jene ermordete die sich ihnen widersetzten, jene versklavte die sich unterwarfen, die Frauen vergewaltige und die Kinder von den Mauern der Stadt warf.
    Verbittert schließt sich seine Faust um den Schwertknauf, würde er kämpfen und untergehen oder sich unterwerfen?

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    Als Alawin aus seinem Traum erwacht hört er im Geiste noch einmal die Stimme seiner Lehrmeisterin: “Mit Treue verdient man Ehre”, den Wahlspruch der Akademie zu Ruada’s Ehr’ den der so oft aus dem Munde der Akademieleiterin gehört hatte.

    Noch im Morgengrauen machen sich die Helden fertig um zur traditionellen Morgenandacht im Rondra-Tempel zu sein.

    In und um den Tempel der Sturmbringerin, wie sie hier im Windhag genannt wird, hat sich bereits eine große Menschenmenge versammelt. Viele der Menschen sind Soldaten oder Seekrieger, aber auch einfache Bürger Harbens sind hier zu finden. Als die Helden den Tempel betreten wird ihnen ein Ehrenplatz von den Geweihten der Göttin zugeteilt.
    Die Messe beginnt mit einer Ansprache des Tempelvorstehers, in der er die Gläubigen an die Vertreibung Fuldigor’s durch Horas erinnert. Danach knüpft er mit einer Beschreibung der Gräueltaten des Riesenlindwurms Shirchtavanen an und dem Mut und der Tapferkeit der Helden die auszogen den Drachen zu töten. Er rückt den Rondragefälligen Kampf gegen den Drachen ins rechte Licht und erinnert die Anwesenden daran, dass die Götter die Menschen auserwählt haben um über Deren zu herrschen und ihnen die Stärke und den Glauben gegeben haben um jene Drachen zu besiegen welche die Welt tyrannisieren.

    Im Anschluss ruft die Priesterschaft zur Pilgerfahrt nach Schattengrund auf und es bildet sich ein Zug von Gläubigen, angeführt von den Priester der Rondra und den Helden. Auch Ayla von Schattengrund befindet sich unter den Pilgern und als die Prozession den steilen Weg zur Pervalsfeste erklimmt und über den Platz der Drachentöter zieht werden sie von allen Seiten vom Volk bejubelt und mit Freudenrufen begrüßt. Auf dem Weg durch die Straßen der Oberstadt fällt ein Regen aus blauen Blütenblättern auf die Helden herab. Bürger stehen in Fenstern und Balkonen mit Körben voller Blütenblätter des ‘Blauregens’, einer Baumsorte die Lianen bildet an denen zu dieser Jahreszeit blaue Blütentrauben blühen.

    Während Praiala und Idra in Harben bleiben um sich mit dem Ehevertrag zwischen Bosvani und Megrim auseinanderzusetzen reisen die anderen Helden mit dem Pilgerzug durch die Eslamsfeste auf die Klippenstraße. Der Weg, den die Helden in der Vergangenheit mehrmals bereist haben, führt in den steilen Felsklippen über dem Meer der sieben Winde Richtung Norden. Unter ihnen donnern die Wellen an die Felsen, der salzige Geruch von Seetang liegt in der Luft und der Wind trägt das Kreischen nistender Seevögeln heran.

    Schließlich erreicht die Pilgerschar abends nach einem langen Marsch den Ort Triveth wo die Helden einen Ehrenplatz im Gasthof und ein Zimmer bekommen während die Rondrageweihten vor dem Ort Zelte errichten.

    RON
    28
    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Triveth, Windhag, Mittelreich
    Traum (Ruhe vor dem Sturm)

    Zielstrebig bahnt sich Alawin seinen Weg zum Haupttor wo man ihn auf seinen Befehl hin durchlässt. Er steigt auf sein Pferd und reitet die Straße hinab zum Fluss der reißend zwischen den Felsen schäumt. Eine steinerne Brücke liegt vor ihm, der einzige Weg über die tosenden Wasser.
    Er steigt ab und schickt sein treues Pferd zurück.
    Mit eine Gebet auf den Lippen zieht Alawin langsam sein Schwert, ein Akt der ihm vorkommt als hätte es eine rituelle Bedeutung für ihn. Mit seinen Augen misst er die Brücke, deren Breite und Länge. Tausende Male hat er den Schwertkampf geführt und mit dem geschulten Blick eines Veteranen schweift sein Blick über jede Unebenheit der Pflastersteine, jeden Felsen der nahen Klippen, die optimale Verteidigungsposition suchend.

    Hier auf der Brücke wo die Übermacht des Feindes nichts bedeutet, wo es zu eng und zu uneben ist um ihn niederzureiten, wo der Wind die Pfeile abschweifen lässt, hier wo der Feind nahezu einzeln passieren muss, hier wird er ihm mit dem Schwert in der Hand gegenübertreten.

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    Bereits früh morgens beginnt die Pilgerschar aufzubrechen und die steile Straße in den Windhag weiter zu ziehen. In Serpentinen geht es hinauf in die Berge auf einer Straße auf der schon so manche Kutsche oder Händlerwagen abstürzte. Bereits früh Nachmittags verschwindet die Sonne hinter den steilen Berghängen des Gebirges und in der Dämmerung erreicht die Pilgerschar schließlich Schattengrund, den Hauptort der gleichnamigen Baronie, in der die Helden vor fünf Jahren den Drachen töteten. Den Helden wird auf Burg Silbergreif die Gastfreundschaft angeboten wo sie sich von den Strapazen des Fußmarsches erholen.

    RON
    29
    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Burg Silbergreif, Schattengrund, Windhag, Mittelreich
    Traum (Kampf auf der Brücke)

    Abwartend steht Alawin auf der Brücke, der Wind zerrt an seiner Kleidung und die Fluten des tosenden Flusses donnern unter ihm gegen die Felsen. Langsam erkennt er das Heer des Feindes die Flanke des nahen Hügels hinab kommen. Hunderte von bewaffneten und gerüsteten Kriegern.
    Mit einem Kampfschrei auf den Lippen stürmen die ersten Krieger auf ihn zu. Doch nicht Angst oder Anspannung beklemmen ihn, eine Gefühl von kühler Überlegenheit breitet sich beim Anblick der wild heranstürmenden Feinde aus. Berechnend und sicher führen die Hände nur wenige gezielte Hiebe mit der langen Klinge in die ungeschützten Flanken der Angreifer. Schwer blutend stürzen sie seitwärts, verlieren durch die Wucht des Ansturms die Balance und werden von den schäumenden Fluten verschlungen. Knapp dahinter nähern sich weitere Krieger. Reihe um Reihe von Angreifern dringen auf ihn ein. Der Schwertarm jedoch scheint nicht müde zu werden, im Gegensatz es fühlt sich an als würde er von einer überirdischen Stärke erfüllt und mit der Präzision eines ausgeruhten Veteranen geführt. Betend zur himmlischen Leuin fühlt er wie IHRE Kraft ihn erfüllt, das Schwert geradezu an Gewicht zuzunehmen scheint ohne sich dabei schwerer führen zu lassen. Mit einer Einschlagskraft die Stein zersplittert schickt jeder Hieb einen weiteren Gegner ins Totenreich. Welle um Welle der Gegner dringt auf ihn ein, doch das Schwert tötet sie alle.
    Schließlich rückt der Feind nur mehr zögerlich an und Alawin erblickt das Feldherrenbanner des Feindes das auf dem Hügel emporsteigt. Dem Signal folgend erkennt er wie einhundert Bogenschützen Pfeile einlegen und abfeuern. Für einen Moment verfinstert sich der Himmel und das surren von einhundert Pfeilen übertönt das Tosen des reißenden Flusses. Trotz des starken Windes, allein aufgrund der gewaltigen Zahl an Geschossen prasselt ein Regen von Pfeilen auf die Brücke hernieder. Gegen den Schmerz der Pfeil-Treffer ankämpfend geht Alawin langsam zu Boden. “Niemals darf der Schmerz stärker sein als du.”, hört er im Geiste die Stimme seiner Lehrmeisterin, doch fehlt ihm die Kraft sich zu erheben. Das Schwert entgleitet der Hand, prallt klirrend auf die Pflastersteine der Brücke. Mit einem Siegesschrei stürmen die Feinde auf die Brücke. Gnadenlos schlagen Sie mit ihren Waffen auf den am Boden liegenden ein, zerhacken ihn in blinder Wut, entstellen den Körper und schneiden ihm Ohren und Haare ab. Schließlich heben sie das Schwert triumphierend empor und schleudern den Rumpf in den Fluss. Ein Horn ertönt und das Heer beginnt sich zu bewegen. Die Hauptstreitmacht sammelt sich am Ufer um über die Brücke überzusetzen. Ein fernes Grollen von Donner rollt über das Land, eine Windböe zerrt am Banner. Dann mit einem gewaltigen Tosen donnert eine Flutwelle den Fluss herunter, reißt Reiter und Pferde mit sich in den Tod. Hunderte Krieger finden ein nasses Grab in den schäumenden Fluten, ihre Körper zerschlagen an den Felsen des Flusses. Die Hand die das Schwert empor hielt wird vom Wasser mitgerissen. Die Waffe von Stoß geschleudert fällt auf den Rand eines Felsens über den donnernden Fluten. Für einen endlos erscheinenden Moment hängt es dort, bis es in die schäumenden Fluten stürzt. Die Brücke ist von der Flutwelle zerstört, für die verbleibenden Truppen führt kein Weg mehr über den Fluss.
    Ein Gefühl von Stolz und Sieg breitet sich aus, der Blick richtet sich zum Horizont, mit Zuversicht und Hoffnung.

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    Als sich die Helden früh morgens auf dem Weg zum Rondra-Schrein von Schattengrund befinden sehen sie, dass dieser von einer großen Zahl von Pilgern umgeben ist. Sie werden von vielen Menschen angesprochen die ihnen Geschenke machen und ihnen ihren Dank ausdrücken. Die Helden erkennen viele der Menschen wieder denen sie damals begegneten. Leute aus dem Ort Schattengrund, aus Bruchsee, aber auch Dorfbewohner aus Schildhöhe wie die Familie Mehltheuer deren Tochter die Dorfbewohner damals aus der Not heraus dem Drachen zu opfern versuchten. Und wäre sie nicht von den Helden mutig befreit worden, hätte vermutlich nicht nur sie sondern auch viele weitere junge Frauen aus dem Dorf ihr Leben gelassen. Auch Dorfleute aus Kleinau kommen den Helden entgegen und machen ihnen Geschenke. Die Helden erinnern sich mit grauen daran wie der Drache im Kalksteinbruch wütete und das Dorf fast vollständig verwüstete. Mit Schmerzen erinnern sie sich an die herzensguten Menschen die in den Flammen des Drachenfeuers umkamen.

    Schließlich erreichen die Helden den Schrein wo einer der Köpfe des Drachen zu Mahnung und Erinnerung aufgehängt ist. Den Helden wird wieder ein Ehrenplatz eingeräumt und Ayla von Schattengrund beginnt mit der Messe. Ihr charismatisches Auftreten beeindruckt die Helden und ihre starke Stimme trägt weit über die Pilgerschar. Sie erinnert an die Menschen die durch das Wüten des Drachen ihr Leben verloren aber auch an die tapferen Seelen die auszogen um dem Untier die Stirn zu bieten. Vier Drachenhatzen zogen aus um den Riesenlindwurm zu töten, die Dritte angeführt vom Pfalzgrafen von Weißengau, der bereits Erfahrungen mit Westwinddrachen und der Jagd auf Tatzelwürmer hatte. Schließlich kommt sie zur Ehrung der Helden, betont ihren Mut und ihre Tapferkeit in den Augen der Göttin. Traditionell beginnt sich nun eine Schlange unter den Gläubigen zu bilden aus all jenen die der Donnernden ein Opfer bringen wollen.

    Alawin, der selbst ein Opfer bringen möchte, hat eine Klinge zu anderthalb Hand aus den Waffenschmieden Arivors mitgebracht, die er aus dem Hort des Drachen erbeutet hatte. Als er vortritt erweist ihm die Priesterin die Ehre als Erster sein Opfer darbringen zu dürfen. Der Krieger hebt die Waffe an Griff und Klinge und kniet sich vor den Altar zu einem Gebet. Über dem Altar erhebt sich die Rondrastatue aus Marmor und hinter ihr ein Fenster aus buntem Glas durch das in diesem Moment die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne fallen. Das wärmende Licht der Morgensonne umgibt die Statue mit einer strahlenden Aureole.

    Vision (Die Donnernde)

    Alawin erscheint es plötzlich als wäre die Statue zum Leben erweckt. Schützend breitet sie ihre weißen Schwingen aus, blickt streng auf ihn hernieder und spricht: “Alawin!”.

    “Ja Herrin.”, antwortet er.

    Und die Donnernde spricht zu ihm: “Ich bin die Herrin die dir den Mut gab gegen den Drachen zu kämpfen.
    Die, die dir die Tapferkeit gab, dem Heer der Orken entgegenzutreten,
    die dir die Verantwortung eingab die Amazonen Kurkums aus der Dunkelheit ins Licht zu führen und
    die dir den Zorn schenkte die Schergen des Namenlosen zu vernichten.
    Denn ich bin der Kampf.
    Ich bin die Ehre.
    Ich bin der Schild der die Hilf- und Wehrlosen schützt.
    Ich bin die Tapferkeit und die Verantwortung.
    Aber ich bin auch der Donner, der Blitz, und der Sturm der über die Grausamen und Ehrlosen kommt.”

    “Ich bin dein, Herrin.”, antwortet Alawin.

    “Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, darum will ich dir von meiner Kraft geben, so du mein Werk tust und in meinem Namen wider das Böse streitest. Doch fürchte dich nicht; denn ich bin bei dir.”

    “Was soll ich tun, Herrin?”, fragt Alawin.

    “Nimm deine Freunde, denen du vertraust, gehe hin in das Land von Ucuri’s Sohn Horas zum goldenen Berge, den ich dir zeigen werde. Dort wo Mythrael der Walkür gegen den heiligen Geron kämpfte, opfere mir daselbst alle deine Schwerter und all dein Rüstzeug.”

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    Das Licht verschwindet als sich Wolken vor die aufgehende Sonne schieben und Alawin bemerkt, dass er noch vor dem Altar kniet. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, niemand scheint gesehen zu haben was er gerade erblickt hat. Mit einem leisen Dankesgebet auf den Lippen bringt Alawin sein Opfer dar und tritt wieder zurück zu seinen Gefährten.

    Die Helden verbringen den Tag mit den Menschen die ihnen zutiefst Dankbar sind. Alawin grübelt über die Worte in seiner Vision nach, ist sich aber nicht sicher alles gut verstanden zu haben.

    RON
    30
    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Burg Silbergreif, Schattengrund, Windhag, Mittelreich
    Traum (Der Weg)

    Alawin fühlt den warmen Sommerwind im Haar und wie er mit seinem Gewand spielt. Seine Hand streicht sanft über das warme Fell seines Pferdes. Der Blick ist zum Horizont gerichtet wo sich eine stolze Stadt erhebt. Aus dem hügeligen Umland voller Ölbaumhaine und Weinreben ragt ein mächtiger Fels aus Vulkangestein der im Licht der Sonne golden glänzt. Darauf erheben sich gewaltige Festungsmauern. An die Hänge zum Fuße jenes Felsens schmiegen sich die weiß verputzten Häuser einer blühenden Stadt. Banner wehen auf den Türmen, das Banner ist geviert von grün und silber, oben rechts zwei schreitende schwarze Löwen.

    Plötzlich befindet sich Alawin im Inneren einer prächtigen Halle. Helles Sonnenlicht fällt durch ein riesenhaftes, prunkvolles Südfenster das aus verschiedenfarbigen Glasstücken zusammengesetzt ist. Als er durch einen Torbogen ins Freie schreitet sieht er einen Park in dem ein wunderschöner, mythisch anmutender, uralter Kirschbaum steht. Auf seinen Ästen tummeln sich hunderte bunter Vögel die sich an den süßen Früchten erfreuen. Dann fällt sein Blick die schroffe Bergflanke hinunter auf einen Tempelkomplex. Hier steht auf einem weiten Platz eine marmorne Statue. Sie stellt den Alveraniar Mythrael dar, den geflügelten, Tigerköpfigen Herold Rondras der nach jeder Schlacht die Helden auswählt, die in Rondras Hallen einziehen dürfen. Dahinter beginnen die steinernen Treppenstufen die in den von Säulenreihen umgebenen Tempel führen.

    Wieder wechselt das Bild im Traum, Alawin befindet sich auf den Treppenstufen die vorhin noch weit entfernt lagen. Er steigt die Stufen empor und tritt durch das Tempelportal. Eine große Rondrastatue hält ihm ihre Hände entgegen als würde sie ihn willkommen heißen und mit offenen Armen empfangen. Als er näher tritt erkennt er dass die Statue an ihm vorbei blickt. Dem Blick der Statue folgend, wendet er sich um und erblickt ein Relief an der Wand neben dem Eingang. Nur undeutlich kann er es ob dem Licht das ihn durch den Tempeleingang blendet erkennen, doch es erscheint ihm wichtig, von Bedeutung zu sein.

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    Die Rondra-Geweihten führen den Pilgerzug an diesem Tage wieder zurück aus den Bergen hinunter an die Küste. Abends erreichen sie wieder Triveth wo Alawin Ayla von Schattengrund bittet sich mit ihm unter vier Augen zu unterhalten.

    Er berichtet ihr von seinen Träumen und der Erscheinung im Rondra-Schrein von Schattengrund. Die Ardaritin erkennt in den Träumen die Reflexion von Alawin’s ehrenhaften Prinzipien die sich in der Traumwelt widerspiegeln. Was er im Schrein gesehen hat deutet sie als den Ruf der stürmischen Göttin, dem er folgen sollte. So manch ehrenhafter Menschen fühlt in seinem Leben die Nähe zu Rondra, manch einer entschließt sich sogar ihr sein Leben zu opfern und ihr als Geweihter zu dienen. Eine Erleuchtung wie die von der Alawin berichtet ist jedoch etwas sehr seltenes.
    Als Alawin über Mythrael den Walkür und Geron den Einhändigen fragt, zeigt Ayla ihm einige Passagen aus dem heiligen Rondrarium.

    Mythrael der Walkür

    »Rondras Herold, Mythrael genannt, kürt nach jeder Schlacht unter den Toten die größten Helden, sammelt sie und geleitet sie in Rondras Hallen. Dereinst, im Letzten Großen Kampf, wird er die Alveranischen Heerscharen der toten Helden befehligen. Mythrael, dem die Beinamen Erz-Alveraniar, Marschall der alveranischen Heerscharen und Weggefährte der toten Helden sind, erscheint mit Tigerhaupt, eisernen Flügeln und Flammenschwert und ist am Nachthimmel sichtbar als das von allen Völkern gleich erkannte Sternbild des Helden.«

    —Heiliges Rondrarium, Viertes Buch, Kapitel Mythrael

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    Geron der Einhändige

    »Am Thage Frauwen Rondra, alsz vor vielen Götterlaufen die ersten Leuth aus dem fernen Guldenlandt auf Alveranthürn anlangten, war daz Lieblich Feldten ein verwünschenes Landt, daz noch kaum ein klüglich Wesen zuovor geschauet hatt – allein Fuldigor hauste in den Gulden-Felsen – und vielerleien wildt Geschöpf sprangen über Felder, Wiesen unt Wälder: Sintemalen die Leuin, die Königin alln Gethiers unt Gefleuchs.

    Da aper warn unter den Guldenländlern die, die schlau warn und tapfer warn; die fühleten sich den Löwen gleich unt denen über, die feig und verschlagen in ihren Häusern warn.
    Da aper that sich Mythrael, der Himmelsleu, dem kundt, der Geron hiesz, als mächtig Leu in dunkelm Walde, grad alsz der Recke in ein lieblich Feenseen schwamm. Des Manns Schwertklinge war ferne unt er trat dem Löwen entgegen, blosz wie er war. Der Leu brüllte und bisz und schlug mit den Prancken, und fürewahr risz er des Recken rechte Handt vom Gliede, – Geron aper würgete dasz gewaltige Thier, und endtlich vermochte keiner, den andern zuo bezwingen.
    Da aper sprach der Alveraniar in andrer Gestalten zu Geron: Er that ihm Frauwen Rondras Sein kundt, gab ihm das gulden Schwerte Siebene Streich unt hiesz ihn, von der Herrin in alln Landten zuo künden unt zuo vollführen im Zeichen Frauwen Rondras, wozuo das heilig Schwerte von Herrn Prajos geschaffen, – dabei hatte der Recke doch allein die linke Handt noch!
    Da aper ritt Geron von dannen, erschlug alles Ungetüm und baute Frauwen Rondra dorten eine Hallen, wo er Mythrael erstmal getroffen und wo heuer Arivoren sich in den Himmel hebet.
    Als er diez aper alles vollführet, da wuchs ihm wundersam am rechten Gliede eines Leuen Klaue.
    Und er ging hin unt focht mit der Linken und Sieben-Streich, dem himmlischen Schwerte.«

    —Heiliges Rondrarium, Sechstes Buch, Kapitel Geron

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    Ayla vermutet, dass es sich bei dem Goldene Berge um den Burgberg von Arivor, den ‘Goldenhelm’ handelt. Südlich der Stadt liegt der Gerons-See wo, so glauben viele, Geron gegen Mythrael gekämpft haben soll. Die Priesterin selbst entnimmt aus dem heiligen Rondrarium allerdings, dass es sich um einen Feensee gehandelt hat, den sie selbst eher im sagenumwobenen Ranafandelwald vermutet, einem Feenwald der, ähnlich wie der Farindelwald, vom Volk gemieden wird. Wie sie berichtet ist der Ranafandelwald ein äußerst dicht bewaldetes Hügelland südwestlich von Arivor und dem Gerons-See, das nach dem hier entspringenden Ranafandel-Fluss benannt ist. Sein Name weist zudem auf den vom Heiligen Geron erschlagenen Wasserdrachen Ranafan hin, dessen finstere Mächte bis in den Wald gereicht haben und bis heute für allerlei unheimliches Getier darin verantwortlich sein sollen.

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    1014 BF
    Der Tag der Drachentöter
    Triveth, Windhag, Mittelreich

    Die Pilgerreise führt über die Klippenstraße nach Süden wo sie gegen Abend wieder in Harben ankommen.

  • Arivor – Stadt des Kriegeradels
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    1014 BF
    Arivor – Stadt des Kriegeradels
    Harben, Windhag, Mittelreich

    Der Himmel ist strahlend blau, eine stetiger Westwind treibt kleine Wölkchen vom Meer aus Richtung Land.

    Da Alawin, seinen Träumen folgend, nach Arivor pilgern möchte sucht er ein Schiff das ihn nach Süden bringen könnte.
    Im Seehafen Harbens findet Alawin die Schivonelle Esquiria Piara, deren Heimathafen in Kuslik liegt und welche noch heute in diese Richtung auslaufen wird.

    Die Helden entscheiden die Gelegenheit am Schopf zu packen bevor sie unter Umständen weitere Tage auf ein anderes, wahrscheinlich langsameres Schiff warten müssen und kaufen für recht günstige 25 Dukaten die Schiffspassage auf der Esquiria Piara, unter Kapitän Haldur Ravendoza.

    Noch am Vormittag läuft die horasische Schivonelle aus und macht gute Fahrt gen Süden.
    Die Nacht ist bereits hereingebrochen als die Esquiria Piara im Hafen von Kuslik ankommt.
    Die Helden übernachten in einer Unterkunft im Hafenbezirk.

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    1014 BF

    Morgens beschließen Tejeran und Dariyon eine Magierakademie aufzusuchen um Heiltränke für die Gruppe zu erwerben. Wie sie in der Straße hören wurde kürzlich das Freie Wissenschaftliche Institut zur Erforschung, Klassifizierung und Vertiefung Arkaner, Übersinnlicher Kräfte und Phänomene unter dem Schutz Unserer Weisen Herrin Hesinde zu Kuslik eröffnet. Die Gründung dieser Forschungsstätte, an der die fähigsten Magier aller drei Gilden arbeiten, wurde zwar bereits vor neun Jahren von einem gemeinsamen Konsortium der drei großen Magiergilden beschlossen, bis zur tatsächlichen Eröffnung dauerte es schließlich bis letztes Jahr.
    Als die Magier dort ankommen finden sie die Forschungseinrichtung in einem dreistöckigen, unscheinbaren Bürgerhaus untergebracht. Das Gilden-unabhängige Institut ist noch im Aufbau begriffen und wirkt wohl klein aber sehr exklusiv. Tejeran spricht mit dem Kustor und handelt für die Gruppe Heiltränke für 330 Dukaten heraus.

    Obwohl Tejeran noch sehr gerne in Kuslik bleiben würde, immerhin bietet die moderne, weltoffene Stadt noch zwei weitere Magierakademien und den weltgrößten Hesindetempel, drängt Alawin zum baldigen Aufbruch. Die Helden brechen schließlich mittags auf und folgen der Reichsstraße gen Osten Richtung Arivor.

    Die Sonne ist bereits untergegangen als die Helden feststellen, dass sie Arivor heute nicht mehr erreichen werden und so errichten sie ein Lager am Waldrand nahe der Straße. Als Dariyon im Licht des Lagerfeuers einen Blick auf die Karte der Feenwelt wirft erkennt er, dass sie sich an den nördlichen Ausläufern des Ranafandelwaldes befinden.

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    1014 BF
    Arivor – Stadt des Kriegeradels
    Festtag des Hochheiligen Geron des Einhändigen
    Arivor, Horasreich

    Wie die Helden erfreut feststellen hat sich der Sommer hier im Horasreich noch nicht vom Herbst vertreiben lassen und so geht die Morgensonne auf einem blauen Himmel auf und ein lauer Sommerwind weht den Geruch von Wiesenblumen und Kornfeldern heran.

    Bei bestem Wetter erreicht die Gruppe im Laufe des Vormittags das von Weinbergen und Ölbaumhainen geprägte Umland von Arivor. Am Horizont erblicken die Helden eine stolze Festung auf einem mächtigen Felsen der im Licht der Sonne golden glänzt. Hunderte weiß verputzte Häuser zieren die Hänge zum Fuße des Felsens.

    Als die Helden schließlich die Stadt erreichen erfahren sie dass heute im Horasreich, und ganz besonders hier in Arivor, einer Hochburg des Rondraglaubens, der Festtag des Hochheiligen Geron des Einhändigen gefeiert wird. Das Volk feiert und man misst sich in Wettkämpfen wie im Holzhacken oder dem Kräftemessen im Karrenziehen, eines beliebten Spektakels bei dem zwei Mannschaften mit Tauen an einem Wagen zerren und versuchen ihn auf ihre Seite zu bringen.
    Alawin’s erster Weg führt ihn jedoch zum Tempel der Heiligen Geron und Ardare auf dem Schwerterfeld zum Fuße des Goldenhelms, des Burgberges der Stadt. Auf dem Vorplatz des Tempels der sich mit einer klassischen Säulenfront und breiter Vortreppe über die Kronstraße erhebt steht eine große, marmorne Mythrael-Statue die über alles zu wachen scheint, was auf dem Schwerterfeld vor sich geht. Alawin erklimmt die Stufen und erblickt im Inneren des Tempels eine zentrale Rondrastatue, welche ihm ihre Hände entgegen hält als wolle sie ihn mit offenen Armen empfangen. Ihr Blick jedoch richtet sich nicht direkt auf das Tempelportal sondern auf ein Relief daneben. Als die Helden dieses Untersuchen erkennen sie dass es sich um eine Darstellung der heiligen Thalionmel handelt, der Löwin von Neetha, einer Heilige der Rondra-Kirche. Das Relief zeigt, in beeindruckendem Detail, die klassische Szene der Thalionmel auf der Brücke über den Chabab vor Neetha. Hunderte Wüstenkrieger sind am Südufer versammelt und versuchen die Brücke im Sturm zu nehmen auf der ihnen die Heilige Thalionmel als einzige Verteidigerin alleine die Stirn bietet. Aus den Wolken am Himmel fallen Strahlen alveranischen Lichtes auf die Heldin herab die in stolzer Kriegerpose mit erhobenem Schwerte den Feind aufhält.
    Alawin bittet Tejeran für ihn eine möglichst detailgetreue Kohlezeichnung des Reliefs anzufertigen da ihm das Bildnis im Traum sehr bedeutsam erschien.
    Schließlich spendet Alawin noch fünf Dukaten und die Gruppe verlässt den Tempel wieder.

    In einem Gastgarten in der Stadt sehen die Helden eine Possenreißerin die die Gäste mit Witzen und satirischen Parodien unterhält. Als der Wirt die Darbietung unterbricht und sie hinauszuwerfen droht zeigt diese in die Runde und plötzlich beginnen sämtliche Tische und Sessel, teils mit den Gästen darauf, umherzuspazieren und sich ihren Weg hinaus auf die Straße zu bahnen. Als der Wirt nun zornentbrannt nach der Wache ruft und die Frau beim Arm packen will, macht diese eine abwehrende Geste, schreit “Spürt meine Macht! Ignifaxius Flammenstrahl!”, und rennt vor dem verdutzten Wirten davon.

    Belustigt von dem ‘Kunststück’ der Possenreißerin melden sich die Helden zum Karrenziehen an und gewinnen gegen eine Mannschaft aus muskulösen Feldarbeitern. Tejeran nimmt zudem noch an der Holzhacker-Mehrkampf-Meisterschaft teil. Dabei müssen die Teilnehmer, bewaffnet mit einem Holzfällergurt und einem Kletterseil, einen Baumstamm erklimmen und ihn in einer markierten Höhe von sechs Schritt mit der Axt fällen.
    Sehr überrascht gewinnt Tejeran den Wettkampf als schnellster Teilnehmer und wird im allgemeinen Durcheinander vom vermeintlichen Veranstalter des Wettbewerbes gekürt und erhält eine Holz-Medaille an einem Band.

    Die Helden besuchen danach noch den Goldenhelm, den Burgberg, von wo aus sie eine schöne Aussicht über die umliegende Landschaft genießen. Schließlich reservieren sie ein Zimmer im Nobel-Hotel Siebenstreich wo Tejeran den Abend mit Lesen verbringen will. Als er feststellt, dass der Almanach der Wandlungen spurlos verschwunden ist, grübelt er nach wo er ihn verloren haben könnte und kommt zu dem Schluss dass er zuletzt am gestrigen Abend am Lagerfeuer neben dem Ranafandelwald daraus gelesen hatte. Alawin erwähnt, dass er selbst morgen in den Ranafandelwald aufbrechen will um nach einem Feenteich zu suchen. Da Tejeran vermutet, dass die Possenreißerin eine Schelmin sein könnte schlägt er vor diese aufzusuchen. Er erklärt, dass allgemein von Schelmen behauptet wird, dass diese als Kinder von Kobolden aus der Wiege gestohlen und von ihnen aufgezogen werden. Demzufolge hoffe er, dass jene Possenreißerin vielleicht eine Hilfe bei einer Erkundung des Ranafandelwaldes sein könnte.

    Alawin und Tejeran begeben sich also Abends noch einmal auf die Straßen der Stadt um nach der Possenreißerin zu suchen und finden sie schließlich in der Schenke “Zum Schreyen” neben dem berühmten Theater von Arivor. Als sie diese ansprechen stellt sie sich als die selbsternannte Weltenretterin, Lorea von Weither, dem Schelmenkind und Tochter des Leirix von Punin vor. Sie unterhält die beiden mit Witzen und als der Zauberer sich schon den Bauch hält vor lachen führt sie Tejeran sehr plastisch vor wie eine medizinische ‘Operation’ an seinem getrübten Auge hier im Horasreich wohl aussehen würde. Schließlich lässt der Lachanfall etwas nach und der Magier bemerkt, dass sich sein Auge gebessert zu haben sein. Als die Helden nun zum Punkt kommen und Lorea das Angebot unterbreiten sie für Bezahlung in den Ranafandelwald zu begleiten scheint diese zuerst gar nicht begeistert, lässt sich jedoch schließlich überreden.

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    Im Morgengrauen brechen die Helden begleitet von Lorea vom Kusliker Tor aus auf. Zuerst suchen sie den Lagerplatz auf wo sie auf dem Herweg übernachtet haben, jedoch auch nach einer gründlichen Suche ist nichts von dem Zauberbuch zu finden. So entschließen sich die Helden aufs Geratewohl direkt in den Ranafandelwald zu marschieren, einen geheimnisumwobenen Feenwald in dem angeblich auch nach mehr als tausend Jahren noch der bösartige Einfluss des Wasserdrachen Ranafan zu spüren sein soll, welcher von Geron dem Einhändigen besiegt wurde.

    Nachdem sich die Gruppe hoffnungslos verirrt hat und auch Dariyon unter Zuhilfenahme der Karte der Feenwelt keinen Feenteich ausfindig machen konnte, schlagen die Helden im dichten, verwunschenen Wald ein Lager auf. Während die Anderen rasten hält Alawin wache, Tejeran arbeitet an einem Zauberzeichen das ihnen helfen könnte und Lorea holt ein Buch hervor und liest daraus. Als Alawin die Schelmin fragt ob sie nicht vielleicht ein hilfreiches Feenwesen herrufen könnte lockt diese unter großem Brimborium einen aufrecht gehenden Waschbären an der offenbar sprechen kann. Nach einem Teich befragt erklärt dieser, dass er den Weg zu einem Teich kenne und Lorea hin führen könnte. Als Tejeran auffällt, dass das Buch in dem die Schelmin liest doch tatsächlich der verlorene Almanach der Wandlungen ist, fragt er diese woher sie das Buch hat und erhält als Antwort, dass diese es gefunden hätte. Sie gibt es dem Magier zurück und die Helden brechen das Lager ab und folgen dem seltsamen Waschbären tiefer in den Wald.

    Schließlich erreicht die Gruppe einen Teich dessen geheimnisvoll, dunkle Wasser von Baumriesen und dichtem Unterholz umgeben sind. Auf einer Seite des Teiches befinden sich Felsen über die man bis auf etwa einen Schritt über die von Lotosblüten gezierte Wasseroberfläche hinab klettern kann. Inmitten des Teiches erhebt sich zudem, etwa sechs Schritt nahe dieses Felsens, ein natürlicher, hochragender Steinblock auf dem ein großer Löwe mit einer prächtigen Mähne liegt. Alawin bittet seine Gefährten hier im Dickicht auf ihn zu warten während er sich dem Uferfelsen nähert und bis zum Wasser hinabsteigt, wobei sich der Löwe erhebt und ihn aus Smaragdgrünen Augen mustert. Der Krieger ist zuerst unsicher ob er den richtigen Ort gefunden hat und wie das Opfer zu erbringen ist, als er aber schließlich die Waffen und Rüstungen ablegt und ins Wasser steigt wie es die Legende vom Heiligen Geron berichtet, erblickt er ein Glitzern vom Grund des Teiches. Alawin taucht um ein Bild zu bekommen was sich dort unten befindet und entdeckt, dass eine Vielzahl von Schwertern den Grund des Teiches bedecken, deren glänzende Klingen sich vereinzelt im Licht spiegeln. Entschlossen taucht er auf und klettert an Land. Inbrünstig ruft er die Donnernde an, Rondra, die Göttliche Löwin. Alawin reflektiert bei jeder Opfergabe die Taten die er damit vollbrachte, und erkennt, dass es ihm nur Dank Rondra’s Gaben überhaupt möglich war diese zu vollbringen. Eine nach der Anderen lässt der Krieger in die Wasser des Teiches gleiten. Zuerst das Kettenhemd, das er nach seinem Kriegereid von seinem Vater erhalten hat. Dann den albernischen Anderthalbhänder und das Langschwert. Schließlich auch den besonderen Anderthalbhänder aus der Geheimkammer unter dem Ingerimmtempel von Greifenfurt und zuletzt die schwere Rüstung aus den Drachenschuppen des Riesenlindwurms Shirchtavanen. Sogar den Wattierten Waffenrock und seine schweren ledernen Handschuhe lässt er auf den Grund des Feenteiches sinken. Das gesegnete Schild aus der Amazonenburg Kurkum und den Speer aus dem Labyrinth auf Phrygaios sowie die Wurfaxt Sternenschweif und einen einfachen Dolch behält er bei sich. Er überlegt kurz und erinnert sich an seine Vision. “Opfere mir daselbst alle deine Schwerter und all dein Rüstzeug.”, hatte die Göttin ihm befohlen, und so hatte er es getan. Alawin erhebt sich und ein fernes Donnergrollen ist zu hören. Der Krieger sieht dies als Zeichen der Bestätigung dass die Donnernde sein Opfer angenommen hat. Im stillen Gebet bittet er die Göttin um ein Zeichen was sie ihm nun auftragen wolle doch bleibt alles still und auch der Löwe auf dem Menhir beobachtet ihn nur regungslos.

    Schließlich wendet sich Alawin ab und sucht seine Gefährten auf um den Heimweg anzutreten.
    Dank der Schelmin und Dariyon’s Karte schaffen es die Helden schlussendlich den Ranafandelwald wieder zu verlassen und erreichen Arivor wieder mit Einbruch der Dämmerung.

  • Das Löwenschwert
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    Das Löwenschwert
    Arivor, Horasreich

    Alawin besucht die Waffenschmieden von Arivor und erwirbt einen einfachen Anderthalbhänder sowie ein klassisches Kettenhemd mit Wattierter Unterkleidung.
    Auf den Wunsch des Kriegers hin versieht Tejeran die Wattierte Unterkleidung mit einem Zauberzeichen um sie gegen Stiche und Schläge widerstandsfähiger zu machen.
    Dariyon verbringt den Tag lesend im Hotelzimmer der Gruppe in Arivor’s bestem Hotel dem Hause Siebenstreich.
    Abends bemerkt Tejeran, dass der Almanach der Wandlungen wieder verschwunden ist. In der Tasche in die er das Buch gepackt hat findet er nur ein dickes Bündel trockenen Laubes. Verärgert vermutet der Magier dass ihm die Schelmin wohl einen Streich gespielt hat.

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    Das Löwenschwert
    Arivor, Horasreich

    Alawin begibt sich zum Rondratempel um zu beten. Nach einem Gespräch mit einem Priester kommt er zu der Überzeugung, dass die Visionen von der Heldentat der Heiligen Thalionmel ein Fingerzeig Rondra’s sind sich auf die Pilgerreise nach Neetha zu begeben wo Thalionmel, die Löwin von Neetha, sich opferte um das Heer der Novadis aufzuhalten. Wie er erfährt ziehen jedes Jahr viele Gläubige nach Neetha um sich im Wasser des Chabab zu waschen, den Tempel zu besuchen und vielleicht das Legendäre Schwert Thalionmels zu finden.
    Dariyon verbringt auch diesen Tag mit dem Studium.
    Tejeran begibt sich zur Schenke „Zum Schreyen“ um die Schelmin Lorea zu treffen. Sie ist zwar nicht anwesend, der Wirt meint aber dass sie hier häufig anzutreffen sei. Der Zauberer bezahlt den Wirt dafür ihm einen Laufbruschen ins Hotel Siebenstreich zu schicken sobald sie auftaucht.

    Gegen Abend wird Tejeran schließlich vom Sohn des Wirten aufgesucht und so begibt er sich zur Schenke um mit der Schelmin zu sprechen. Er erklärt Lorea, dass das von ihm gesuchte Zauberbuch immer noch verschwunden ist und, dass er ihr den “Scherz” mit den Laubbündeln zuschreibt, was er für einen Zaubertrick der Schelmin hält.
    Lorea lädt ihn auf ein Glas Wein ein und gibt zu, dass sie sich einen Spaß erlaubt hat. Das echte Buch wäre jedoch leider verschwunden … im “Limbus” wie der Zauberer die Worte der Schelmin korrigiert. Sie behauptet, dass es eines aufwändigen Rituales bedürfe um den verlorenen Almanach der Wandlungen wieder zurück zu holen. Der Zauberer durchschaut schnell den erneuten Schwindel der Schelmin, spielt jedoch vorerst einmal mit. Lorea erklärt ihm das Ritual, welches einen Beschwörungskreis aus Schweineblut – oder zumindest roter Farbe – benötigt, sowie Beschwörungskerzen, rituelle Beschwörungsformeln, ein leeres Buch sowie Schreibutensilien. Auszuführen sei das Ritual genau dort wo das Buch verschwand, der Schelmin zufolge passierte dies am Schwerterfeld während des Festes des Hochheiligen Geron. Um die Macht Mada’s zu nutzen sollte das Ritual auch idealerweise Nachts durchgeführt werden, am besten von zwei Magiern.
    Wohl wissend was auf ihn zukommt erklärt sich Tejeran bereit mitzumachen und seinen Kollegen Dariyon zu überreden ihnen zu helfen.

    Die Magier treiben rasch noch die fehlenden Hilfsmittel auf und treffen sich danach mitten in der Nacht mit Lorea auf dem Schwerterfeld. Hier bereiten sie den Beschwörungskreis vor, die beiden Magier bemühen sich dabei dass dieser zwar beeindruckend aussieht, jedoch völlig wirkungslos ist. Im schwachen Licht der Beschwörungskerzen beginnen die Magier auf Bosparano die “Beschwörungsformel” zu singen, welche sie absichtlich aus frei erfundenen Sätzen bilden. Schlussendlich werden Passanten auf die unheimlichen Vorgänge aufmerksam, die Stadtwache wird gerufen und eine Schar von verängstigten Schaulustigen bildet sich um die Helden. Als die Stadtwache mit einigen Priestern des Rondratempels auftaucht beginnt bereits schwarzer Rauch aus dem Beschwörungskreis aufzusteigen. Das leere Buch in der Mitte des Kreises erhebt sich von selbst in die Luft wo der Wind durch die Seiten streicht und schließlich beginnt die Feder des ebenfalls wie aus Geisterhand schwebenden Schreibzeuges darin zu schreiben. Schließlich versuchen die Priester einzugreifen doch der Rauch ist zu dicht geworden um die Magier gut sehen zu können und so schlagen sie blind auf die vermeintlichen Schwarzmagier ein. Im selben Augenblick rutscht den beiden Magier ihre gesamte Kleidung und Ausrüstung vom Leibe, die Gegner erblicken die splitternackt vor ihnen stehenden Zauberer und ein schweres Buch fällt scheinbar aus dem Nichts auf Tejerans Kopf. Geistesgegenwärtig packt Tejeran das Buch und nur einem beherzen Teleportationszauber Dariyon’s ist es zu verdanken, dass der Rondrakamm eines der Geweihten Tejeran nicht den Kopf von den Schultern holt.
    Vom rabiaten Transport durch den Limbus zu Boden geworfen rappeln sich die Magier erst einmal etwas desorientiert auf und finden sich im Hotelzimmer wieder, verwirrt angestarrt von ihren Begleitern. Sie erklären die Vorkommnisse, bitten die Gruppe möglichst gleich aufzubrechen und sich mit ihnen bei ihrem letzten Lagerplatz an der Straße nach Kuslik zu treffen. Die Magier kleiden sich an, packen schnell noch ihr restliches Habe ein, und verschwinden mit einem weiteren Transversalis. Unterdessen machen sich auch die restlichen Helden zum Aufbruch bereit, während sie überlegen welche Begründung sie am Stadttor für ihre nächtliche Abreise angeben wollen.

    Noch vor Anbruch des Tages treffen sie schließlich am ausgemachten Lagerplatz ein wo die beiden Zauberer sie schon erwarten und die Gruppe setzt den Weg nach Kuslik fort.

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    Das Löwenschwert
    Arivor, Horasreich

    Abends erreichen die Helden schließlich die Stadt Kuslik wo sie sich eine Unterkunft suchen.

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    Das Löwenschwert
    Kuslik, Horasreich

    Alawin findet im Hafen ein Schiff das am 10. Efferd Richtung Süden ausläuft. Der Schnellsegler Arconta unter Kapitänin Leonore Nauta wird Neetha anlaufen und diese Strecke bei gutem Wind in weniger als zwei Tagen zurücklegen. Der Krieger spricht daraufhin mit dem Zahlmeister und bucht der Gruppe für 30 Dukaten eine Passage nach Neetha.
    Tejeran nutzt die Ruhe an diesem Tag um das Zauberzeichen das er auf Alawin’s Wattierte Unterkleidung gemalt hat fertigzustellen. Dabei passiert ihm jedoch ein grauenhaftes Missgeschick und der Zauber entfaltet seine elementar-affine Aura in einem Maße das die Rüstung nicht nur großteils stock steif macht sondern auch noch Mindergeister anzieht welche die magische Wirkung unberechenbar beeinflussen. Wohl oder übel müssen die Helden ein neues Set von Wattierter Unterkleidung einkaufen. Tejeran schenkt das missratene Zauberwerk dem Institut der Arkanen Analysen und beginnt damit ein neues Zauberzeichen auf der neu erstandenen Rüstung zu konstruieren.

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    Das Löwenschwert
    An Bord der Arconta, Kuslik, Horasreich

    Die Arconta läuft bei gutem Wind aus und steuert gen Süden.

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    Das Löwenschwert
    Neetha, Chababien, Horasreich

    Mittags erreicht die Arconta Neetha und die Helden gehen von Bord. Sie durchqueren Efferdiana, den Hafenbezirk, und kommen über den Großen Markt. Da Praiala mehrere Jahre in Neetha gelebt hat führt sie die Gruppe durch die Stadt. Der erste Anlaufpunkt der Helden sind der Rondratempel und die Ordensburg der Ardariten welche aus dem hier häufig verwendeten rosa Marmor gehauen sind der aus dem nahe gelegenen Gebirge, den Hohen Eternen, stammt. Vom Tempel aus kann man die felsigen Ufer des Chabab überblicken, einige Ruinenreste deuten darauf hin wo sich einstmals die Brücke befunden hat auf der die Heilige Thalionmel sich der Übermacht stellte. Ein ganzes Stück Flußaufwärts befindet sich die Thalionmel-Furt wo sich Pilger im angeblich heilkräftigen Wasser des Chabab baden und den Uferschlamm nach dem verloren gegangenen Löwenschwert absuchen.

    Die Helden durchqueren die Furt wobei sie Flussabwärts einen Kran erblicken der über die steilen Uferfelsen hinausragt. Ein dickes Seil läuft über ein Umlenkrolle hinunter ins Wasser. Nahe des Seils erkennen sie ein Floss das von zwei Männern mit langen Stangen gestakt wird.

    Auf der anderen Seite der Furt erreichen die Helden schließlich das Pilgerlager. Die Helden wandern zwischen den Zelten hindurch und werden schließlich von einem hochgewachsenen Mann angesprochen. Er stellt sich als Rondrian Donnerhall von Donnerbach vor, einem Rondrageweihten aus dem Norden. Er hat bereits von den Heldentaten der Gruppe gehört, freut sich sie zu sehen und lädt sie in sein Zelt ein. Wie die Helden herausfinden war er lange Zeit auf einer Mission im hohen Norden des Kontinentes, als er jedoch vor einem Jahr nach Gareth kam und sah was die Orks im Mittelreich angerichtet haben, schwor er im Tempel der Heiligen Ardare er werde das Löwenschwert finden und es seinem Heimattempel stiften, auf dass es in Kriegszeiten gegen den Feind geführt werde. Seitdem sucht er hier in Neetha nach dem Schwert, bisher jedoch erfolglos.
    Wie er selbst sagt grämt es ihn sehr dass Ungläubige ebenfalls nach dem Schwert suchen. Besonders die professionelle Schatzsucherin Chalandria Huttenar aus Havena ist ihm ein Dorn im Auge. Gerüchten zufolge drang sie mehrmals in die versunkene Unterstadt Havenas vor, plünderte in unwegsamen Gebirgen verlassene Drachenhorte und raubte die Schatztruhen tulamidischer Grabmäler.
    Als die Helden das Zelt verlassen und ihr Blick auf einen Überwurf neben dem Eingang fällt, sehen sie dass um die Schultern des Rondrianischen Ornats ein Löwenfell gelegt ist.

    Tejeran, neugierig was es mit dem Kran auf sich hat, sucht die Handwerker auf die dort ihren Dienst versehen. Er erfährt, dass der Kran der Schatzsucherin Chalandria Huttenar gehört. Sie habe eine Konstruktion des berühmten Mechanicus Leonardo von Havena erworben die es ihr erlaubt auf den Grund des Chabab hinabzusteigen und über längere Zeit unter Wasser zu verweilen. Ein Blick über die Klippe zeigt eine Mischung aus Schildkrötenpanzer und Glocke die sich unter Wasser befindet.

    Da Alawin unsicher ist was seine nächsten Schritte angeht suchen die Helden den Rondratempel auf und sprechen mit einem Geweihten. Als Alawin ihm von seinen Träumen berichtet schlägt der Geweihte vor dass die Gruppe ihre Zelte im Pilgerlager aufschlägt und bittet Alawin daran zu denken, dass es die Rondrakirche begrüßen würde wenn im Falle des Fundes des Löwenschwertes diese Reliquie dem Tempel zukommen würde. Scheinbar eine Phrase die der Geweihte gewöhnt ist für jeden Neuankömmling zu wiederholen.

    Zurück im Pilgerlager besuchen die Helden das Zelt der Schatzsucherin welche sich selbst eine Händlerin nennt. Sie wirkt ob der Fragen der Helden misstrauisch und will nichts über ihre Arbeit oder deren bisherigen Fortschritt berichten, auf die Frage nach früheren Funden vertröstet sie die Helden auf einen anderen Tag.

    Auf ihrer Suche nach dem Schwert tauchen die Helden in den kühlen Fluten des Chabab, meditieren über Rondras Gaben und die Heldentaten der Löwin von Neetha, oder üben sich im Kampf.
    Im Zeltlager der Pilger finden die Helden aber auch weitere interessante Gesprächspartner.

    Beispielsweise trifft die Gruppe auf eine freundliche Südländerin namens Dulacia Lanera. Die attraktive, götterfürchtige Mengbillanerin wirkt Kampferfahren und als die Helden sie danach befragen erklärt sie, dass sie an der Kriegerschule Rabenschnabel in Mengbilla das Kämpfen lernte. Sie warnt die Helden vor Rondrian Donnerhall. Nicht nur, dass es sich für einen Geweihten der Rondra wohl nicht gehöre, sich mit dem Fell eines erlegten Löwen zu schmücken, noch dazu habe er keinen Schatten, ein mögliches Zeichen das er mit dem Namenlosen im Bunde sei.

    Die Helden treffen auf einen in weite, weiße Gewänder gekleideten Elfen namens Firlionel Nachtschatten. Im Gespräch mit den Magiern Dariyon und Tejeran erzählt er von der “Vereinheitlichten Kräftetheorie”, von der die Beiden schon einmal gehört haben. Firlionel behauptet der Schöpfer der Theorie zu sein und diskutiert gerne mit den Magiern über seine Forschungen. Als Elf lehnt er die Vorstellung allmächtiger Götter ab und lehrt, die Zwölf seien nur die Ausprägungen bestimmter magischer Teilgebiete – Praios beispielsweise die Verkörperung der Antimagie. Firlionel erklärt er suche nun hier nach dem Löwenschwert, weil er hofft, mit Hilfe dieses Artefaktes beweisen zu können, dass die “Göttin Rondra” nicht mehr als die personifizierte Kampfmagie ist.

    Unter den sonst sehr Rondragläubigen Pilgern treffen die Helden auf einen weiteren Exoten, Karsham Thamar al-Rikk ibn Thufir, einen Novadi. Von ihm erfahren die Helden dass Abu Dhelrumun ibn Chamallah, der Kalif und Oberhaupt aller Novadis, in den Wirren des Khômkrieges verstarb. Statt ihm regiert nun Malkillah III. Mustafa ibn Khalid ibn Rusaimi von Unau. Idra spricht ihm sein Beileid aus, da sie den Kalifen kannte, hatte sie doch dessen Tochter aus der Gewalt des Sultans Hasrabal von Gorien befreit. Karsham berichtet, dass er ebenfalls nach dem Schwert suche denn, so seine Logik, eine Waffe, die Hunderte von Novadis töten konnte, muss bei den ungläubigen Al’Anfanern erst recht verheerenden Schaden anrichten.

    Alawin begibt sich schließlich erneut in den Rondratempel und betet in Stille zu Rondra. Dabei vernimmt er die Stimme mit der die Göttin in Schattengrund zu ihm sprach. “Stehe an Meinem Tage auf dem Pfeiler Meiner Zahl und harre dessen, was Ich dir sende.”
    Da sich Alawin aus seiner Zeit bei den Amazonen daran erinnert, dass diese den Praiostag Rondratag nennen, und Praiala ihm erklärt, dass dies in Neetha ebenso ist, rechnet sich Alawin aus, dass der nächste Rondratag am 12. Efferd, d.h. morgen ist. Da Rondra die zweite unter den Götter ist schliesst Alawin, dass ihr Zahl die Zwei sei.

    Als die Nacht hereinbricht schlagen die Helden ihre Zelte im Pilgerlager auf.

    Von der Behauptung der Mengbillanerin neugierig gemacht fordert Alawin den Rondrianer Abends zu einem Trainingskampf heraus. Im Licht der Fackelt erkennt der Krieger eindeutig, dass sein Gegner tatsächlich keinen Schatten zu haben scheint. Alawin verliert den Trainingskampf gegen den scheinbar übermächtigen Rondrian Donnerhall in nur wenigen Schlägen.

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    Das Löwenschwert
    Neetha, Chababien, Horasreich

    Während sich die Pilger am Rondratag zum besonders groß begangenen Gottestdienst vor dem Tempel versammeln steigt Alawin, relativ unbeobachtet, in den Fluss und schwimmt zu den Überresten des zweiten Brückenpfeilers. Der ehemalige Stützpfeiler der zerstörten Chababbrücke ist erfreulicherweise nur wenig durch Satinavs Hörner beschädigt und reicht bis etwa dreiviertel Schritt unter der Wasseroberfläche, so dass der Krieger hier gut stehen kann.

    Kaum hat Alawin den Stützpfeiler erreicht verdunkelt sich der Himmel auffallend rasch: Von Osten her treibt aufkommender Wind schwarze Gewitterwolken stürmisch auf Neetha zu und die Wellen des Chabab beginnen heftiger zu werden. In der Feme zucken bereits die ersten Blitze.
    Starke Böen schlagen dem Krieger entgegen, schäumende Wogen prallen gegen seine Brust, immer näher kommen die vom Himmel herabzuckenden Blitze. Der Wind treibt erregt kreischende
    Möven vor sich her, alle anderen Tiere haben sich wohl schon angstvoll verkrochen.
    Dann fallen die ersten Regentropfen herab: Erst einige wenige, die mit unangenehm lautem Geräusch gegen die nahen Felsen platschen und in ungezählte Partikel verspritzen, danach immer mehr, wie ein dichter Vorhang. Schließlich öffnen sich die Schleusen des Himmels ganz, und der Regen stürzt fassweise hinab – das Wasser rings um ihn scheint zu kochen, so wird es durch Wind und Regen aufgewühlt. In Kürze ist Alawin nass bis auf die Haut, Haare und Kleider mit Wasser vollgesogen. Regentropfen prallen fast schon schmerzhaft in sein Gesicht und rauben ihm beinahe die Sicht – doch die um ihn herum niederfahrenden Bitze erhellen immer wieder grell die Sicht auf die stürmischen Fluten und die gefährlichen Uferfelsen.
    Unheimlich schnell sind die Wellen des Chabab gestiegen. Die Gischt spritzt jetzt manchmal bis über den Kopf und das Stehenbleiben wird immer schwieriger. Im Licht eines Blitzes glaubt Alawin einen ertrinkenden Tralloper Riesen vorbeitreiben zu sehen …

    Nur unter Aufbietung all seines Mutes und bedingungslosem Gottvertrauen gelingt es Alawin auszuharren und nicht die Flucht zum vermeintlich rettenden Ufer anzutreten.
    Schließlich tobt das Unwetter direkt über der Furt. Die am Ufer verbliebenen Helden beobachten wie der Gottesdienst der unter freiem Himmel stattfand in den Tempel der Göttin Rondra verlegt wird.

    Plötzlich fährt ein Blitz direkt neben Alawin nieder – und auf einmal steht vor ihm die leuchtende Erscheinung einer schönen und majestätischen Kriegerin in einer altertümlichen Rüstung: Thalionmel die Löwin von Neetha.
    Sie scheint in einem inneren Feuer zu strahlen, ihr Körper zeigt besonders helles Licht an Linien, die kreuz und quer über ihr Gesicht und die nackten Arme laufen – die einzige Erinnerung an ihre Zerstückelung durch die gegnerische Übermacht.
    Die “Löwin” spricht mit der Eindringlichkeit und Majestät einer Heiligen, ihre Lippen umspielt ein gütiges Lächeln: “Mein Freund, sei mir gegrüßt im Namen der Göttin. Du bist jener große und rondragefallige Recke, der von Ihr auserwählt wurde, und du hast deinen Mut bewiesen – so soll Deine Suche erfolgreich sein. Doch dazu musst du einen anderen Ort aufsuchen – Du glaubtest doch wohl nicht, das Löwenschwert sei zu finden, indem man nur tüchtig im Schlamm wühlt? Oh nein, es ist nicht hier – um es zu bekommen, musst du meinem Beispiel folgen und dich der Garde des Tugruk Pascha stellen – zu Füßen seines Thrones …
    Rondra sei an deiner Seite!”

    Danach verschwindet die Heilige wieder. Als Alawin sich umsieht stellen er erstaunt fest, dass das Gewitter fast ganz abgeklungen ist. Von einem Gefühl der Ehrfurcht und nie gekannter Zuversicht bewegt, kehrt er wieder ans Festland zurück.

    Aus der Legende der Heiligen Thalionmel ist Alawin wohl bekannt, dass Tugruk Pascha, der Sultan war der die Wüstenkrieger gegen Neetha führte. Aus seinem Traum erinnert er sich an das Banner das das Signal zum Pfeilhagel gab und seine Kriegskunst verrät ihm das dies sicherlich vom Feldherrenhügel aus gegeben wurde, welcher sich südlich des Chabab befand.

    Praiala, welche die Gegend um Neetha kennt, erklärt Alawin, dass sie weiß von welchem Platz die Rede ist. Der Überlieferung nach war ein kleine Hügel im Südwesten der ehemaligen Brücke der Platz von wo aus Tugruk Pascha die Schlacht beobachtete. Noch heute ist der Hügel deshalb verrufen und wird von den Neethanern gemieden. Er liegt etwas abseits der Karawanenstraße nach
    Drôl inmitten einer von Krautstreifen, Sträuchern und vereinzelten Bäumen geprägten offenen Heidelandschaft und ist die höchste Erhebung im Umkreis.
    Am Fuße des Hügels sind verwitterte Pfähle zu erkennen, welche Finsternis bannende Symbole des Praios tragen und den unheiligen Einfluß des Ortes von der Straße abwenden sollen. Praiala berichtet dass der Neethaner Praiostempel sich alljährlich um deren Erneuerung kümmere.

    Als die Helden den Hügel erreichen stellen sie fest, dass sie von der Hügelkuppe aus einen guten Rundblick über das Umland haben: Im Osten und Süden die Straße, im Westen das Meer, im Norden der nahe Chabab und dahinter die Stadt Neetha.

    Während die Helden auf dem Hügel warten, beginnt im nahe gelegenen Fluss das Wasser zu schäumen – zuerst sieht es aus der Ferne wie eine Nachwirkung des Unwetters aus, doch dann wird der Ursprung der Erscheinung deutlich: Direkt aus den brodelnden Wogen reitet eine Gestalt auf die Helden zu, der neun weitere Berittene folgen. Als sie näherkommen, sind sie deutlich als Untote erkennbar: Aus vermoderten Turbanen und Gewändern trieft das Wasser, ihre Gesichter sind fahlgrau und aufgedunsen, ihre Waffen fleckig, die Pferde gehen mit staksigen Schritten.
    Den Helden, die sich an den Horror der Schlacht auf den Silkwiesen erinnern, als die Toten sich vom Schlachtfeld erhoben, kriecht das Grauen in die Glieder.

    Wenig später folgen dem novadischen General seine gesamten Truppen – all seine Krieger tauchen aus den Fluten auf und reiten an Land. Die Helden sehen sich jetzt wohl ungefähr 650 bewaffneten Leichen auf untoten Pferden gegenüber, die schweigend auf sie zukommen.
    Die Untoten sind in ziemlich fortgeschrittenen Stadium des Verfalls: die Kleider hängen in Fetzen herab, die Gesichter sind kaum zu erkennen, zum Teil liegen die Knochen bloß. Das Sonnenlicht vermag die matten Helme nicht zum Glänzen zu bringen, Gras und Kräuter scheinen unter dem Huftritt der toten Pferde zu verdorren, der Wald von Reiterlanzen ragt hoch in den Himmel.

    Ob der Übermacht ist den Helden klar, dass sie nur durch eine rasche Flucht ihr Leben retten können. Dariyon mahnt die Helden zur Flucht, wendet sich ab und eilt den Hügel in entgegengesetzter Richtung hinab. Alawin jedoch weicht nicht zurück sondern harrt der Dinge die da kommen würden. Wolle die Donnernde ihn nun zu sich rufen so wäre er jetzt bereit dazu. Tejeran, Xolame, Praiala und Idra verharren auch, unsicher doch willens ihrem Freund in einen aussichtslosen Kampf und falls nötig schlussendlich in den Tod zu folgen.

    Schließlich ist der Anführer der Untoten am Fuße des Hügels angekommen. Trotz seines Zustandes lässt sich noch erahnen, dass er einst ein gutaussehender und kühnblickender Wüstensohn gewesen sein muss – heute allerdings trägt sein Gesicht neben Zeichen des Verfalls auch Spuren eines großen Schmerzes.
    Gekleidet ist der Reiter in ehemals kostbare Gewänder, unter deren Löchern ein verrostetes Kettenhemd durchschimmert. Vor ihm liegen zwei Schwerter quer über den fleckigen Sattel: Das eine ist ein Doppelkhunchomer voller Rostflecken, das zweite ein makelloses, noch blitzendes Schwert mit langer Klinge und kostbar verziertem Griff. Nach einigen Momenten Stille beginnt er mit knarrender, aber recht gut verständlicher Stimme zu sprechen: “Ich bin Tugruk Pascha, unseliger und verdammter Anführer der Wüstensöhne. Groß war meine Gier nach Macht und Ruhm, tief war mein Sturz – ich verstieß gegen die Gebote der Ritterlichkeit, ließ meine Mannen gegen eine Einzelne fechten – und Rastullah übergab sie Rondra zur Vernichtung. Ich wagte nicht, meine Niederlage einzugestehen und flüchtete in den Tod – doch er ward mir nicht vergönnt – seit Jahrhunderten muss ich das Löwenschwert hüten, dessen Berührung mir unsägliche Qualen bereitete. Wie habe ich gelitten und bereut!
    Nun endlich scheint die Zeit gekommen, wo ich es weiterreichen kann. Rastullah und Rondra sind mir wieder gewogen, der Löwe und die Löwin wenden mir ihr gnädiges Gesicht zu – meine Krieger und ich können endlich Ruhe finden. Nehmt das Schwert, o Fremdlinge, hütet und führt es wohl im Namen und Sinne der Unsterblichen.
    Möge Rastullah mit Euch sein!”

    Mutig steigt Alawin den Hügel hinab und nähert sich der Schlachtreihe der Untoten. Als er neben Tugruk Pascha ankommt überreicht dieser ihm das Löwenschwert. Bei der Berührung durchfließt Alawin einen Moment lang die Kraft der Göttin.

    Nach einem Moment der Stille gibt Tugruk Pascha einen stummen Befehl und wortlos wenden die Novadis ihre Pferde und bilden eine Gasse, durch die ihr Anführer zurückreiten kann in den Fluss – und direkt weiter in die lang ersehnte Erlösung. Seine Mannen folgen ihm. Zurück bleiben die Helden, die nun das von so vielen sehnlichst gesuchte heilige Artefakt in Händen halten.

  • Es geht weiter

    Nachdem die untoten Wüstenkrieger wieder in den Fluten des Chabab verschwunden sind machen sich die Helden wieder auf den Weg zurück zum Pilgerlager, das – wie man schon von weitem sehen kann – von der Überschwemmung hart getroffen wurde. Schlammmassen bedecken die verschütteten Überreste der Zelte, vielerorts graben Pilger verzweifelt im Dreck auf der Suche nach ihrem verlorenen Habe, doch vieles scheint der Fluss davongeschwemmt zu haben.
    Auch Neowen und Valpo sind damit beschäftigt das Zelt der Heldengruppe zu bergen und die Pferde einzufangen.

    Als Alawin mit dem Löwenschwert das Pilgerlager betritt entsteht ein Moment der andächtigen Stille, viele der Pilger hatten sicherlich gehofft selbst das verlorene Schwert zu finden. Danach wird der Krieger von der Pilgerschar umgeben während die anderen Helden versuchen ihr Zeltlager zu bergen. Dariyon und Tejeran bemerken, dass die Havener Schatzsucherin Chalandria Huttenar ihre Gehilfen sehr eindringlich zur Suche nach einem verlorenen Kanopenkrug antreibt. Sie scheint entsetzt über den Verlust und malt ihren Knechten in blumiger Sprache sehr detailliert aus was sie mit ihnen machen wird wenn der Krug verschollen bleibt.
    Über die Panik der Schatzsucherin verwundert sprechen die Magier sie an und erfahren, dass der verlorene Kanopenkrug aus einer Ur-Tulamidischen Grabstätte stammt und sehr wertvoll aber auch sehr gefährlich ist.
    Sie entschließen sich ihr zu helfen und beginnen mit der Suche.

    Alawin versucht inzwischen sich durch die Pilgerschar Richtung Thalionmel-Furt zu bewegen, dabei wird er von allen Seiten bedrängt. “Ich erkenne es, das ist das heilige Artefakt!”, rufen einige. “Das Löwenschwert ist gefunden!”, rufen andere. “Thalionmels Schwert kehrt zu den Menschen zurück!”, schallt es über das Pilgerlager. In den Augen der Menschen kann er die unterschiedlichsten Gefühle erkennen, sie reichen von Freude über Bewunderung bis hin zu blankem Neid. Plötzlich nähert sich ihm eine Frau, die mit starrem, weltentrücktem Blick auf ihn deutet. Beim Näherkommen offenbart sie ein deutliches Hinken im rechten Bein und sie stützt sich mit einem Stock. Ihre Augen sind milchig weiß getrübt als sie Alawin erreicht raunt sie mit entfremdeter Stimme: “Ihr führt das Heiligtum bei Euch, o Auserwählter! Ich bitte Euch um Eines: Lasst mich das Heiligtum nur einen Moment spüren, auf dass ich geheilt werde von dem Schmerz, der meinen Leib und meine Seele verbrennt.”
    Alawin lässt sich jedoch nicht beirren, behält das heilige Schwert wohl in der Hand und setzt seinen Weg fort.
    Als er die Furt durchquert hat hat die Nachricht über den Fund des Schwertes bereits die Stadt erreicht. Der Schwertträger wird am Ufer bereits von den geweihten der Göttlichen Löwin empfangen und in den Rondratempel begleitet. Dort wird er von Nepolemo ya Torese, dem Oberst-Komtur der Ardaritenfestung und höchsten Geweihten der Rondra Chababiens, willkommen geheißen. Der vierzigjährige Recke bejubelt den Fund und lässt das Wort über die Rückkehr des Löwenschwertes von den Geweihten vor dem Tempel verkünden. Thalionmel’s Schwert wird auf dem Altar des Tempels unter die Augen der Rondrastatue gelegt und langsam bildet sich ein stetiger zustrom von Gläubigen die es, unter den strengen Augen der Geweihten, erblicken dürfen, im Tempel zu Rondra beten und ihr danken. Inzwischen unterhält sich Nepolemo mit Alawin und lässt sich von ihm in allen Einzelheiten schildern wie er das Schwert gefunden hat.

    Unterdessen in den Wassern des Chabab…
    Dariyon entdeckt den verlorenen Kanopenkrug mittels eines Odem Arcanum in den Wassern des Flusses. Die Flutwellen dürften das Gefäß davongespült haben und es liegt nun zwei meter tief unter Wasser und unter dicken Ästen und Steinen eingeklemmt. Aufgrund der immer noch starken Strömung bezaubern sich die Magier zuerst mit einem Attributo bevor Dariyon in die Fluten steigt und den Kanopenkrug vorsichtig von der Verschüttung befreit, bevor er ihn schlussendlich an Land bringen kann.
    Die Schatzsucherin bedankt sich bei den Magiern und erlaubt ihnen den Krug erst einmal im Zelt in Augenschein zu nehmen um sicher zu stellen, dass er nicht beschädigt wurde. Tatsächlich erkennen die Magier, dass das Gefäß mit Bannzeichen gegen gehörnte Dämonen versehen ist. Eine magische Analyse zeigt zudem, dass in dem Krug, der glücklicherweise noch immer verschlossen ist, mehrere Dämonen der Faulige Monarchin des ewigen Siechtums gebunden sind. Jene gehörnten Schrecken können von einem Wirt Besitz ergreifen um dann jede Art von Krankheit in die Welt hinaus zu tragen. Auch nur ein kleinster Riss in der Versiegelung würde es den Formlosen Dämonen erlauben sich wie ein Nebel ins Freie zu ergießen um dann einen Wirtskörper auszuwählen.
    Erschrocken lassen sie sich von Chalandria erklären wo sie die Kanope gefunden hat. Diese beschreibt ihnen den Fund in einem Ur-Tulamidischen Grabmal in der Wüste. Ein Magier aus Fasar den sie mitgenommen hatte, untersuchte die Kanopen und warnte sie eindringlich davor diese nicht anzufassen, da sie zum Schutz gegen Grabräuber aufgestellt wurden und böse Mächte entfesseln würde, deren Namen er aus Angst nicht aussprechen wolle. Die Schatzsucherin ließ sich davon jedoch nicht abschrecken und nahm, nebst vielerlei gefundener Grabbeigaben, auch eine der Kanopenkrüge mit, konnte aber bisher keinen Käufer dafür finden.
    Die Zauberer sind bestürzt über die Hartgesottenheit der Schatzsucherin und während Tejeran beginnt die Kanope im Zelt mit einem Bannkreis aus Zauberzeichen gegen Dämonen zu umgeben macht sich Dariyon auf den Weg zu den Gefährten.

    Praiala ist gerade zusammen mit Xolame, Idra, Valpo und Neowen damit beschäftigt ihre gerettete Ausrüstung auf die Pferde zu packen als Dariyon ihr berichtet. Gemeinsam durchqueren sie die Furt und während Praiala mit Dariyon zum Praiostempel eilt suchen die Anderen eine Herberge auf ein Zimmer zu nehmen und die Ausrüstung zu reinigen.
    Im Praiostempel sieht Praiala viele bekannte Gesichter, immerhin hat sie hier mehrere Jahre gedient. Horas, der Hochgeweihter des Praiostempels zu Neetha, begüsst sie persönlich doch als sie ihm über die Schatzsucherin Chalandria Huttenar und deren aus einem Grab geraubten Kanopenkrug voller Dämonen erzählt verfinstert sich seine Mine. Er beauftragt Praiala die Kanope in seinem Namen sicherzustellen und zum Tempel zu bringen.
    Die Schatzsucherin ist erbost als Praiala mit Dariyon und drei Stadtwachen dort auftaucht, leistet jedoch keinen Widerstand. Zusammen mit Tejeran bringen sie das Gefäß zum Praiostempel wo es in die Gewölben unter dem Tempel gebracht wird. Hier auf heiligem Boden untersuchen sie es zuerst bevor sie weitere Schritte unternehmen. Einem Exorzismus gegenüber ist der Hochgeweihte skeptisch da diese Art der Vertreibung von Dämonen bei Gehörnten ohnehin meist sehr schwierig ist und man die Dämonen dazu auch sehen müsste, sprich im Zuge des Rituals die Kanope öffnen oder zerschlagen. Sollte der Exorzismus nicht gelingen wären die Dämonen dann frei und könnten schreckliches anrichten.

    Während Xolame sich Striegelzeug kauft und sich um Glanzfell und Patrasch kümmert lesen Dariyon und Tejeran in der Herberge.

    Im Praiostempel erklärt Oberst-Komtur Nepolemo ya Torese dem Schwertfinder Alawin dass er ihn einlädt im Tempel zu bleiben. Er selbst wird zur Göttin beten um die Gründe für die Rückkehr des Schwertes zu deuten und zu entscheiden was damit nun zu geschehen hat.
    Während der Nacht kommt es zu einem Einbruch in den Tempel doch die Diebin wird von den Geweihten gefasst.

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    Neetha, Chababien, Horasreich

    Morgens erklärt Nepolemo Alawin, dass das Löwenschwert zum Erzherrscher von Arivor, dem Seneschall des Ordens der Heiligen Ardare und Meister des Bundes des Senne Altes Reich, Dapifer ter Bredero, gebracht werden soll. Er bittet Alawin sich ihm anzuschließen und zusammen mit einem Tross von Geweihten das Schwert der Heiligen Thalionmel nach Arivor zu bringen.

    Alawin entscheidet sich dazu sich den Rondrianern anzuschließen und so reist er mit den Geweihten und zusammen und seinen Gefährten per Schiff nach Kuslik.

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    Kuslik, Horasreich

    Während der Reitertrupp der Rondrakirche unter Nepolemo ya Torese, gefolgt von Alawin, Idra, Praiala, Xolame, Neowen und Valpo, nach Arivor reist verbleiben Dariyon und Tejeran in Kuslik. Die beiden Magier berichten, auf Wunsch des Hochgeweihten von Neetha, an der Halle der Antimagie über den gefundenen Kanopenkrug.

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    Arivor, Horasreich

    In Arivor werden die Helden bei ihrem Eintreffen in den Anlagen des rondrianischen Ordens in die weithin bekannte Ruhmeshalle der Rondra geführt. In dem großen Raum erblicken sie Statuen der größten aventurischen Helden wie des großen Leomar Drachenherz, Hlûthar von den Nordmarken, den Drachentöter Festo von Aldyra oder den Echsenbekämpfer Geron den Einhändigen.

    Der Seneschall Dapifer ter Bredero empfängt die Gruppe schließlich in einem großen Saal halb sitzend und halb liegend in einem breiten Bett. Sein Gesicht hat fast die Farbe seines wohlgeschnittenen eisgrauen Bartes angenommen, auf seiner hohen Stirn und der Halbglatze glänzen Schweißperlen, die von Zeit zu Zeit von einem jungen Diener mit einem Bausch abgetupft werden. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes begrüßt Dapifer die Helden mit unerwartet klarer und kräftiger Stimme.
    Er lässt sich von Alawin dessen Geschichte erzählen, von der Theophanie, der Gotterscheinung, Rondra im Schrein der Burg Silbergreif in Schattengrund, über die Träume, das Opfer am Feenteich im Ranafandelwald, die Erscheinung der Heiligen Thalionmel im Chabab, bis hin zum Fund des Löwenschwertes am Feldherrenhügel des Tugruk Pascha.
    Wie sich herausstellt scheint der Seneschall jedoch immer wieder abzuschweifen. Er erzählt ebenfalls von Visionen die ihm in den letzten Wochen während seiner Fieberanfälle zuteil wurden.
    Er berichtet von einer Löwin, umgeben von überirdischem Glanz, die auf ihn zu trat und mit hallender Frauenstimme zu sprechen begann. Zuerst beschreibt Dapifer vor allem die Schönheit dieser Erscheinung, dann erst geht er auf die Worte der Göttin ein: Ay’Halam al’Rhondrachai (Bosparano und Alt-Tulamidya für “Stahl, der Rondras Ehre schützt”) wird zurückkehren.

    Aufgrund der Bedeutung des Löwenschwertes wird der Seneschall eine Delegation ins zentrale Mittelreich entsenden um das Schwert der Schwerter, den obersten Geweihten der Rondrakirche, Viburn von Hengisfort, in Kenntnis zu setzen und ihm das Heilige Schwert zu überbringen. Da Dapifer überzeugt ist, dass Alawin’s Geschichte der Wahrheit entspricht und die Göttin ihn auserwählt hat, soll Alawin die Delegation begleiten und das Schwert tragen.
    Geehrt beginnt Alawin nun mit den Reisenvorbereitungen, immerhin liegen zwei anstrengende Wochen Reise zu Pferd vor ihm. Praiala, die inzwischen längst in Gareth erwartet wird um weitere Befehle entgegen zu nehmen, bietet ihm an sich anzuschließen. Auch Idra möchte die Gruppe begleiten da sie gerne zurück in ihre Heimat möchte und auch Xolame und Valpo schließen sich an. Alawin schickt noch an diesem Tag Neowen nach Kuslik um die beiden Zauberer über die bevorstehende Abreise zu unterrichten und schlägt vor sich vor den Toren Vinsalt’s zu treffen.

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    Arivor, Horasreich

    Die Helden reisen zu Pferd den Yaquir hinauf. Es geht über Vinsalt, Punin und Ragath nach Gareth. Während der Reise sehen die Helden die Schönheit Almadas mit ihren Weinbergen, weißen Feldmauern und den prunkvollen Lustschlösschen ihrer Herrscher. Auch die Lebensart der Almadaner scheint stark von ihrem berüchtigten Temperament geformt: Heißsporne und Amazonen, Schürzenjäger und Verführerinnen, Caballeros auf edlen Rössern doch vor allem ein Volk der Offenheit und der Lebensfreude.

    Während ihrer zwei Wochen dauernden Reise hört Alawin viel von den Predigten der Rondrageweihten. Je mehr er sich mit der Doktrin der Göttlichen Leuin befasst desto mehr beginnt er seinen eigenen Platz in der göttlichen Ordnung zu verstehen. Er nimmt an den rituellen Zweikämpfen des Schwertbundes teil und wird in die Tradition der meditativen Schwerttänze eingeführt. Dabei fühlt er eine tröstliche und freundliche Kraft die ihn leitet, wie die starke Hand eines Vaters. In den Momenten dieser meditativen Schwertübungen fühlt er sich vollkommen im Reinen mit der Welt.

    Schließlich erreicht die Nachricht von einem Boten der voraus geschickt wurde den Reitertrupp. Seine Erhabenheit, Viburn von Hengisfort, weilt in Gareth und erwartet die Ankunft der Delegation in der Sankt-Ardare-Sakrale, dem Tempel zur Letzten Wehr der Heiligen Ardare vom Erntefestmassaker zu Gareth, dem größten Rondra-Tempel Aventuriens.