Category Der Krieg der Magier

Zurück in die Zukunft

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Zurück in die Zukunft
Eröffnungsball des Kaiserturniers am Hof des Reichsregenten
Gareth, Garetien, Mittelreich

Erneut fallen die Helden in rasendem Tempo durch die Zeit und stürzen taumelnd von einem Kausalknoten in den Nächsten.
Als sie schließlich desorientiert in kalter Finsternis zum Stillstand kommen, macht Tejeran mit seinem Zauberstab Licht und die Helden finden sich unbekleidet im verlassenen Ulmenkabinett des Kaiserhofes wieder.
Nach kurzer Zeit haben sie die Aufmerksamkeit des Personals erweckt und der Rat des Ordens vom Auge ist erneut zusammengerufen.
Wie sich herausstellt sind nur wenige Stunden vergangen. Nachdem die Helden sich angekleidet haben befragt der Rat sie eingehend, besonders Praiodane Almira Werckenfels beweist ihre Expertise in der Kunst der Vernehmung.
In den frühen Morgenstunden entlässt der Orden vom Auge die Helden.

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2. Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Praios’ Schild geht strahlend auf einem wolkenlosen, blauen Himmer auf.
Während sich die meisten der Helden ausschlafen begeben sich Alawin und Idra zur morgendlichen Messe des Kaiserturniers, welche vom Hofgeweihten des Praios gehalten wird.
Danach treten die Beiden bei ihren ersten Waffengängen der Turniersdisziplin der “Waffen zu einer Hand” an.

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3. Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Die Helden werden in der Sankt-Ardare-Sakrale vorstellig und von Dragosch Corrhenstein von Sichelhofen, dem Schwert der Schwerter, empfangen. Das Oberhaupt der Rondrakirche lässt die Legenden um die Abenteuer der Helden verlesen und bittet sie ihren Wahrheitsgehalt unter Eidsegen zu bestätigen.
In Anbetracht ihrer Heldentaten wird ihnen somit die Ehre zuteil unter die Hundert berühmtesten Helden Aventuriens in der Ruhmeshalle im Tempel der Heiligen Ardare in Arivor aufgenommen zu werden.

Nachmittags bestreiten Alawin und Idra ihre Turnierkämpfe im Tjost. Alawin siegt dabei gegen den darpatischen Ritter Albor von Hohenfels und den bornländischen Ritter Valerian von Ilmenstein.

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4. Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Bei bestem Sommerwetter geht das Turnier mit den Einhandwaffengängen weiter.

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5. Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Im Waffengang der Waffengattung zu “Anderthalb und zwei Hand” treten Alawin und Idra im Turnier an.
Alawin besiegt Jallik von Wengenholm, den jungen Sohn des Grafen Hakan von Wengenholm, und die Ritterin Wanda von Turan.
Idra siegt über die Ritterin Uhla von Etzelstein und den Ritter Horrak von Ulmenau.

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Madatag (Erster Erdstag im Praios)
Gareth, Garetien, Mittelreich

In der Fortführung der Zweihandwaffengänge siegt Alawin über den Ritter Decius von Löwenstein und Ludolf von Sturmfels. Idra besiegt unterdessen die Ritterin Rondriane von Wehrheim und Streitmuth von Gerdenwald.

Schließlich tritt Alawin im Halbfinale der Disziplin der Zweihandwaffen gegen den Tobrischen Ritter Bernfried von Ehrenstein an und gewinnt nach einem langen, rondrianischen Kampf.
Idra siegt über Gladia von Freyenfurth-Salderkeim, die Baronin von Mundtbach.

Schließlich kommt es zum Finale in dem Alawin und Idra sich gegenüberstehen. Dabei fängt Idra Alawins wuchtigen ersten Hieb mit einer Weidener Mauer ab und bringt ihn mit ihrem defensiveren Kampfstil sogleich ins Hintertreffen. Als sie ihn bei seinem zweiten Schlag dann in eine Thorwalsche Defensive auflaufen lässt sieht sich der Albernier bedrängt und versucht mit einer Kombination aus schwerer Finte und Wuchtschlag einen Treffer zu landen. Als der schwierige Hieb misslingt nutzt die Luringer Prinzessin den momentanen Vorteil und holt mit dem hölzernen Turnierschwert zu einem der schwierigsten Angriffsmanöver aus, dem Schädelspalter.
Durch den kurzzeitigen Verlust seiner Balance in der Abwehr behindert gelingt es Alawin nicht den machtvollen Schlag zu parieren und er geht spektakulär zu Boden.

Die Magier, Dariyon und Tejeran, begehen diesen Tag als einen der Feiertage ihrer Tradition, dem Madatag.
In der Akademie der Magischen Rüstung nehmen sie an einem Festbankett teil und tauschen sich mir verschiedenen Gästen aus, Absolventen, Adepten aber auch Magier der Lehrkörpers und natürlich die Akademieleiterin Racalla von Horsen-Rabenmund, welche als einer der Weisheiten des Ordens vom Auge die Zeitreise der Helden beim Eröffnungsball gesehen hat. Sie bittet die beiden Helden vor dem Publikum von ihren Erlebnissen um die Schlacht in der gorischen Wüste zu berichten. Dabei flechtet sie geschickt bekannte Fakten um den Dämonenmeister ein, und warnt vor den Gefahren seiner Lehren und der Magie seiner schwarzmagischen Verehrer.

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7. Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Nach der Messe des Hofgeweihten der Rondra kommt es zu den letzten Durchgängen im Tjost.
Alawin siegt dabei im Viertelfinale gegen die Ritterin Ilona von Sterz. Im Halbfinale tritt ihm eine Amazone entgegen. Als diese zum rituellen Gruß an Alawin vorbeireitet nimmt sie den silbernen Visirhelm ab, stellt sich als Gilia von Kurkum vor, Tochter der Amazonenkönigin Yppolita.
Aufgrund Alawins Taten um die Rettung der Amazonenburg Kurkum und vor allem dem Leben ihrer Mutter, legt Gilia ihre Turnierlanze in Alawins Hände und ergibt sich. In der Turnierrolle wird Alawin dies als Sieg zugeschrieben und so zieht er ins Finale ein.
Als der Albernische Ritter nun dem Weidener Emmeran von Löwenhaupt, dem Neffen Waldemars des Bären, gegenübersteht, erinnert er sich daran am Turnier des Hoftags gegen Walpurga von Löwenhaupt im Tjost ausgeschieden zu sein, just die Base seines jetztigen Gegners.
Trotz Aufbietung all seiner Reitkünste und Kampftechnik mit der Turnierlanze gelingt es Alawin nicht seinen Kontrahenten zu besiegen und Emmeran von Löwenhaupt, der trotz seiner jungen Jahre über viel Erfahrung mit Tjost verfügt, hebt ihn aus dem Sattel womit Alawin auch im Finale dieser Disziplin nur den zweiten Platz erstreitet.

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8. und letzter Turniertag des Kaiserturniers
Gareth, Garetien, Mittelreich

Nach der Messe der Hofgeweihten der Tsa beginnt der Buhurt bei dem sich Idra und Alawin in der eindeutig besseren Mannschaft wiederfinden.
Am Ende des Massengefechtes sind kaum noch Reiter mit unversehrtem Zimier am Platz und Alawin, der sich großartig gegen jeden Kontrahenten zur Wehr gesetzt hat, wird als Sieger erwählt.

Abends findet in der kaiserlichen Residenz das Schlussbankett mit dem Finale des Bardenwettstreits statt. Die Helden genießen die Feierlichkeit, treffen alte Bekannte wieder, lernen neue Leute kennen und bewundern den Prunk des Kaiserhauses.

Schließlich findet die Ehrung der Sieger der einzelnen Disziplinen und die Preisverleihung statt.

Alawin gewinnt im Buhurt mit 30 Siegpunkten auf der Turnierrolle und erhält eine magische Waffenscheide, aus der die Waffe stets sauber und glänzend gezogen wird. Zudem einen Lorbeerkranz und die Kaiser-Rauls-Schwerter in Silber, eine edle Spange in der Form gekreuzter Schwerter. Die traditionelle Verleihung dieser Auszeichnung an die Turniersieger der einzelnen Disziplinen des Kaiserturniers ist eine Ausnahme zu der üblichen Vergabe für heldenhafte Taten im Kampf für Recht und Freiheit.

Idra wird mit 27 Siegpunkten für ihren Stieg im Kampf mit der Waffe zu anderthalb oder zwei Hand gekürt und erhält die Ehre der Weihe ihrer Rüstung im Schwertfeuer des Rondratempels zur Letzten Wehr der Heiligen Ardare in Gareth. Zudem ebenfalls einen Lorbeerkranz und die Kaiser-Rauls-Schwerter in Silber.

Die Helden feiern bis in die frühen Morgenstunden.

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Die Entscheidung

Die Helden überlegen wie sie sich auf den bevorstehenden Kampf vorbereiten können. Tejeran untersucht den Bannkreis und beginnt einen zusätzlichen zu zeichnen der gehörnte Dämonen abhalten soll.

Plötzlich – die Helden wissen nicht, wie lange er schon da ist – sehen sie einen bärtigen Mann im Raum sitzen. Es ist Rohal der Weise selbst, in einem hohen Lehnsessel, der in klaren Formen, aber ungemein kunstvoll aus Blutulme geschnitzt ist.
In altertümlichem Garethi beginnt Rohal zu sprechen: “Es ist mir nicht bekannt, welch Darstellung der Ereignisse man Euch gegeben hat. Es mag sein, dass Borbarad nach seiner Art Macht über Euch hat. Wenn Ihr jedoch diewelchen seid, für die ich Euch halte, und wenn wahr ist, was ich über Euch zu wissen vermeine, dann befindet Ihr Euch auf verhängnisvollem Irrweg! Sei es wie es sei: Ich kann Euch die Entscheidung nicht abnehmen, wohl aber sie erleichtern.”
Mit diesen Worten lässt er auf dem Boden neben seinem Stuhl eine glänzende schwarze Kugel materialisieren: ein Schwarzes Auge!
Sie setzt sich in Bewegung und rollt gemächlich auf die Helden zu.
Dann sagt der Weise: “Es gibt nur einen Weg zur Erkenntnis: Beobachtet meinen Bruder und mich!”

Überrascht wollen die Helden den Weisen mit Fragen bestürmen doch verschwindet Rohal wieder genauso plötzlich wie er gekommen ist.
Die Magier, die die Erscheinung mittels Hellsichtzaubern beobachtet haben, stellen klar, dass es sich um ein illusionäres Abbild des Weisen gehandelt hat, ähnlich einem PROJEKTIMAGO, oder eher, eines Progenitors dieser Zauberformel. Zudem war die gesamte Magie in eine Temporalmagie eingehüllt die verblüffende Ähnlichkeit mit jener hatte mit der die Helden in die Vergangenheit gerissen wurden. Ihr Schluss: Dieser Rohal ist nicht derselbe, der draußen die Schlacht vorbereitet, sondern einer aus der Zukunft, der versucht die Vergangenheit zu korrigieren!

Die Helden beschließen der Aufforderung zu folgen.
Tejeran setzt sich, ergreift den Optolithen mit beiden Händen und bittet: “Schwarzes Auge, Schwarzes Auge, zeige uns den Aufenthaltsort Rohals des Weisen!”
In dem düster glimmenden Meteoreisen entsteht ein spiegelndes Bild wie am Grund eines Sees. Langsam schälen sich aus den schwarzen Schlieren erste Bilder.

Ein marmorner Thronsaal mit großen Fenstern wird im Schwarzen Auge sichtbar. Erzmagier, Hochgeweihte und Generäle beraten sich vor einer Landkarte die einen Ausschnitt der Gorischen Wüste zeigt, auf den neben verschiedenen Landmarken auch die Schwarze Feste zu sehen ist.
Durch die Fenster des Saales ist zu erkennen, dass er sich in Keshal Rhi, der fliegenden Festung, hunderte Schritt über der Wüste befinden muss.
Die Anwesenden gehen verschiedene Schlachtpläne durch deren Komplexität aufgrund der aufeinandertreffenden magischen, karmalen und dämonischen Kräfte in höchstem Maße beunruhigend ist.
Tejeran überlegt über Gedankenbilder Rohal eine Botschaft zukommen zu lassen, die Helden entscheiden sich dann jedoch erst dazu, zuerst Borbarad zu beobachten.

Dieser scheint sich im Limbus aufzuhalten und zahlreiche Zauber sehr kunstvoll ineinander zu weben. Ringsherum sind durch den Limbus gehörnte Dämonen auf dem Vormarsch in die Feste. Borbarad betritt das Dämonaion durch einen Sphärentunnel und jetzt fällt den Helden auf, dass dieser Raum sehr viel Ähnlichkeit mit jenem Raum hat in dem die Helden beschworen wurden und dachten auf Rohal getroffen zu sein… sie zweifeln nun daran und fürchten, dass Borbarad sie hinters Licht geführt hat.

Starke astrale Fluktuationen beeinträchtigen die Wahrnehmung des Schwarzen Auges, nach und nach fokusiert es unaufhaltsam auf sas Zentrum der magischen Energien die sich vor der Schwarzen Feste zusammenballen.

Die Helden beoachten durch das Schwarze Auge den Aufmarsch der Truppen: Im Norden, jenseits des Monolithenringes, hat ein Heer Aufstellung genommen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat: Viele hunderte Ritter in antiken Rüstungen, Magier, Druiden und Geoden zu Fuß, auf einem Kriegselefant, auf Fliegenden Teppichen aus blauer golddurchwirkter Schafwolle, Hesindegeweihte, um ein gelbgrünes Schlangenbanner geschart. An den Flanken berittene Späher, die wohl schon seit Tagen Kontakt mit dämonischen Feinden hatten. Hinter dem Heer ein kleiner Troß getreuer Knappen, Adepten und Versorgungstruppen. Im Himmel über dem Heer schwebt Keshal Rhi, die weiße Festung, auf einer Wolke …
Die Truppen Rohals geben sich rondrianisch und scheinen eine Belagerung vorzubereiten. In Angesicht der schieren Zahl an Helden: Krieger, Magier und Geweihte, wird den Helden nun bewusst weshalb der Boronheilige Khalid al-Ghunar von Rashdul zwei Jahre benötigte, um die Überreste dieser Heeres zu bestatten …

Tejeran versucht sich auf Rohal zu konzentrieren – aber das Bild im Schwarzen Auge wird von hellen Flecken durchzuckt und schwenkt erneut um – diesmal auf Borbarads Horde, die auf das Heer wartet.

Nördlich der Schwarzen Feste wartet teils lauernd, teils völlig unbeweglich Borbarads Horde – oder zumindest ein Teil davon. Hunderte Kreaturen müssen es sein. Der schwarze Gallertdämon und die riesige, siebengehömte schwarze Kröte warten inmitten von Chimären und Daimoniden Raubtieren. Zwischen roten Felsbrocken verstreut stehen in eigenartigen geometrischen Formen unzählige Skelette und lebende Leichname, Schwärme dämonisch-schwarzer Ratten wimmeln dazwischen herum. Schwärme von Schwarzgeiern, Krähen, Raben und anderen Aasvögeln kreisen am bleigrauen Himmel. Halbdurchsichtige Geister sammeln sich wimmernd nahe der Mauern, als warteten sie darauf, bald Gesellschaft zu bekommen.
Aus der Tiefe der Gorischen Wüste kehren untote Patrouillen zurück, und Schwarzmagier und wilde Krieger treffen ein, die respektvoll Abstand zu den zahlreichen Ungeheuern halten.
Und dann setzt an der rechten Flanke in majestätischem Bogen ein schwarzer Kaiserdrache zur Landung an.

Erschüttert wird den Helden bewusst, dass sie sich entscheiden müssen. Sie müssen handeln, wollen sie das Kristallherz verstecken oder es zerstören?
Nach einer kurzen Diskussion entschließen sie sich das Herz aus dem Netz zu nehmen und gemeinsam im Geistesbund zu untersuchen. Die Magier erkennen dass es magisch unzerstörbar gemacht wurde und seine Magie zu komplex ist um sie in solch kurzer Zeit zu erfassen. Dennoch offenbart sich ihnen ein Weg das Herz zu zerstören. Tejeran gelingt es mit einem DESTRUCTIBO allein die Matrix welche die Unzerstörbarkeit erwirkt zu vernichten und das Herz somit verletzbar zu machen.
Unter einem gezielten Hieb von Praialas Streitkolben zerbricht das Kristallherz schließlich in sieben Splitter, von denen jeder in einer anderen Farbe des Regenbogens leuchtet.

Währenddessen können die Helden beobachten wie der Hauptteil von Rohals Heer durch den Ring der Monolithen auf die Feste zumarschiert um sich der Horde des Borbarad zur offenen Feldschlacht zu stellen.
Von den Zinnen der Schwarzen Feste schwingen sich steinerne Gargyle in die Luft, ebenso von den Wänden, wo sie bisher statuenartig gelauert haben.
Überall rings um die Schwarze Feste beginnt der rote Sand aufzuwehen, als sich vergrabene Monstrositäten erheben: untote Trolle, skelettierte Oger, Ghule und Zwergenzombies.
Aus der Hauptkuppel sinkt binnen weniger Minuten ein Heer der grauenhaftesten Dämonen herab. Eine Wolke widerlichsten Gestankes breitet sich langsam aus. Es ist ein regelrechtes Pandämonium schwarzer Höllenkreaturen: der vier Schritt große Dämon mit dem Dariyon im Limbus kollidierte erhebt sich aus der Meute. Seine Gestalt ist die einer aufrecht gehenden gewaltigen Katze mit ledrigen Drachenschwingen auf dem Rücken und einem mit Stacheln versehenen Schwanz. Luft, Staub und Fels um ihn herum scheinen regelrecht zu verglühen und in seiner Aura dämonischer Verseuchung zu verderben. Um ihn sammeln sich die allesverzehrenden blutroten Flammen des Schänders der Elemente. Auf ihren Häuptern tragen die lodernden Feuersalamander Kronen aus bizarr gewundenen, weißglühenden Hörnern und ihre Leiber sind von züngelnden Flammen und Schwefelgeruch umgeben. Alles, was sie berühren, gerät in Brand, selbst der Stein und Staub der Gorischen Wüste flammt unter ihnen auf.
Dann erfüllt das Heulen der blutigen Hetzer die eisige Luft der Gor. Großteils getarnt im fließenden Staub der Wüste sind nur ihre gespenstisch grün leuchtenden Augen hier und da sichtbar als sich die weißen, kalbsgroßen Höllenhunde als Flanken um das Dämonenheer legen.
Eine riesige gepanzerte Spinne lässt sich von der Feste herab. Auf dem Rücken des Chitinpanzers wachsen fünf orangefarbene Hörner zwischen einer Unzahl nässender Warzen. Dort, wo bei Spinnen normalerweise ein vieläugiges Haupt sitzt, quellen dem Dämon einige Dutzend Tentakel aus dem Leib, die ein unheiliges blaues Licht umspielt.
Eine weitere sechs Schritt durchmessende Spinne folgt der ersten. Auf ihrem Haupt thronen acht Hörner und ihr riesiger Leib wird von dämonischem Feuer umspielt.
Dann ergießt sich ein Zug aus dunklen Kuttengestalten in das Zentrum des Heerhaufens und schwarze, gehörnte Greifen, unter deren Gefieder die Höllenglut schimmert, steigen in den Himmel.
Schließlich sinkt, langsam materialisierend, eine gelb-violette Wolke aus dem Dämonaion herab. Mit niederhöllischem Gebrüll brechen dutzende Zantoiden hervor. Die drei Schritt großen, aufrecht gehenden Säbelzahntiger springen mit weiten Sätzen über große Felsen in Richtung des rohalschen Heeres, doch der adamantene Wille des Dämonenmeisters hält sie vorerst zurück.
Den niederen Dienern des blutdürstigen Zerstückelers folgt eine Schar feister, warzenbedeckter Körperklumpen, die von fetten, eitriggelben Beinen mit nach innen gebogenen Vogelkrallen getragen werden. Um jeden der dämonischen Leiber winden sich fünf mannsdicke, schuppige Tentakel und aus den messerscharfen Krakenmäulern ist wildes Kreischen zu hören aus die feisten Blutsäufen strategische Positionen beziehen. Beim Anblick der gewaltigen Tentakel mit denen die Dämonen Menschen einfach in der Luft zerreißen können erklärt sich den Helden wieso diese furchtbarsten Kämpfer des Jenseitigen Mordbrenners von Gelehrten als ‘Vernichter’ bezeichnet werden.

Und dann geschieht, worauf Heer und Horde gewartet hatten. Der schwarze Kaiserdrache wendet seinen Kopf zur Rechten, und als die Helden seinem Blick folgen, können sie zwei weißbärtige Männer, jeder in einem fliegenden Stuhl, sehen. Aus der Entfernung sehen die beiden zum Verwechseln aus.
Beide Brüder sind von einer gleißenden Schutzaura umgeben und tragen die einfache graue Tunika, ein Gewand, mit dem sie sich auf kein Spezialgebiet festlegen. Auch die fliegenden Stühle sind sich ähnlich: bequeme Lehnsessel mit kunstvoll geschnitzten Schlangenfiguren. Der eine aus Blutulme, getragen von einer geflügelten, dämonischen Schlange, der andere aus einem unbekannten weißen Holz, getragen von einem Dschinn der Lüfte.

Die Helden verfolgen das Gespräch zwischen Rohal und Borbarad im Schwarzen Auge, doch auch die Heere vernehmen die Worte, denn die Stimmen der Beiden tragen weit über das Schlachfeld.

Rohal: “Ich nehme an, du wirst das Geschehene als logische Fortsetzung deiner These darstellen, daß jeder ein Recht auf die freie Gestaltung der Wirklichkeit hat.”
Borbarad: “Und du wirst darauf bestehen, daß Freiheit dort enden muß, wo die der anderen beginnt – und seien sie noch so unbedeutend.”
Rohal: “Ich teile die Auffassung meiner Freundin Niobara, daß in der Zukunft nichts und niemand unbedeutend ist. Wir wissen doch, daß Los selbst die Ordnung über den Zeitfluß gesetzt hat, und daß der erste und größte Frevler dagegen ihr grimmigster Wächter wurde.”
Borbarad: “Und dennoch geschah und geschieht es immer wieder. Dies ist nicht die erste Zeitmanipulation und auch nicht die letzte – soweit diese Kausalität überhaupt angebracht ist.”
Rohal: “Aber die Kausalität macht doch das Wesen der Schöpfung aus. Sumu ist alles, was wirklich ist, und Los ist alles, was möglich ist, und alles, was jenseits davon ist, das sind die Niederhöllen – maximale individuelle Freiheit, maximales Chaos.”
Borbarad: “Wo wären denn wir, wo wäre denn die Schöpfung, hätte Los sich nicht die maximale Freiheit genommen, Sumu zu erschlagen. Und auch du hast dir die Freiheit genommen, das Reich zu regieren.”
Rohal: “Aber ich habe es als Fehler bereut.”
Borbarad: “Ich bereue nichts!”
Rohal: “Wenn du möchtest … “
Borbarad: “Ich kenne deinen Weisspruch: Einem fliehenden Feind soll man goldene Brücken bauen. Aber ich fliehe nicht.”
Rohal: “Dann sei es, Bruder. Wir beide wußten, daß es unvermeidlich ist.”
Borbarad: “Unverrneidlich wohl – aber nicht unbeeinflußbar. Denn diesmal, Bruder, hast du etwas übersehen … “
Borbarad reißt die Arme hoch.
Rohal: “Solch Entscheidung treffen nicht wir … “
Rohal streckt die seinen zum Bannspruch nach vorne und nickt plötzlich den Helden zu – oder zumindest in Richtung der Feste.

Rohals Heer rückt in geschlossener Formation voran. Magier auf fliegenden Teppichen, Dschinne und Elementare Meister heben von der schwebenden Festung ab. Die Kriegsformationen werden von Geweihten mit karmalen Kräften geschützt, welche die heranpreschenden Dämonen aufhalten während Zauberer und Geweihte die Gehörnten zu exorzieren versuchen. Immer wieder öffnen sich Astralstrudel und reißen Dämonen in den Limbus, doch hält dies die Horde nur kurzzeitig auf, denn die verbannten Dämonen strömen wenig später durch die Sphärentunnel erneut aus der Schwarzen Feste hervor.
Die Luft knistert und flimmert, als beinahe tausend astral begabte Kreaturen auf beiden Seiten beginnen, ihre Kräfte einzusetzen. Hunderte magisch aufgepeitschter Berserker auf beiden Seiten stürzen voran. Kugelblitze huschen irrlichternd über die Ebene.
Mit mächtigem Flügelschlag steigt der schwarze Kaiserdrache auf und stößt ein infernalisches heiseres Krächzen aus, das Magiekundige an den KRÄHENRUF der Hexen erinnert. Aus dem Nichts tauchen Hunderte von schwarzen Eulen und Falken auf, um sich mit unerklärlicher Wut auf die Magier in Rohals Heer zu stürzen. Ihr kreischender Zorn reißt die Raben, Krähen und Elstem mit, und in einer wirbelnden schwarzen Wolke verwandeln die Vögel sich in jene eleganten, großäugigen Magiehasser, die jeder Magier seither zu fürchten gelernt hat: Nachtwinde!
Elementarer Zorn ergießt sich als Felslawinen, Orkanböen und Feuerstürme über die Horden Borbarads, doch die Diener des Schänders der Elemente erwiedern die Angriffe mit brandheißen Ascheregen, aus dem Staub emporwuchernden, allesverschlingenden Rankenwäldern und erstickenden Rauchwolken.
An der Front gegen das Heer aus Untoten scheint es als gelänge es den Truppen Rohals den Feind zurückzudrängen. Dann jedoch beginnen sich die eigenen Gefallenen hinter der Front zu erheben, beseelt von Dämonen der Herrin der Untoten. Als diese den Kämpfern in den Rücken fallen, beginnt die Formation zu brechen und die Dämonen des Blutdürstigen Zerstückelers beginnen in die Reihen einzudringen und sie in ein Blutbad zu verwandeln.

Rötliche Stalagmiten und schwarze Basaltzacken brechen aus dem Boden und spießen zappelnde Opfer auf. Allenthalben wälzen sich Verwundete und Wahnsinnige am Boden. Graue Mahlströme brechen wabernd auf und reißen strudelartig Dämonen und Untote in die Sphären. Brennende Vögel, Flugteppiche und Dämonen stürzen, flammenden Kometen gleich, vom Himmel – so muß der Untergang Bosparans ausgesehen haben.
Längst ist Rohals Heer in kleine Gruppen zerbrochen, die, dicht aneinandergedrängt, standhalten. Borbarads Dämonen toben, Blut und Feuer hinter sich herziehend, über das Schlachtfeld. Die Wolkeninsel ist von geflügelten Steinwesen umgeben, zerberstende Gargylen regnen auf die Kämpfenden unten herab. Um die Geoden und Druiden im Nordosten tanzen Feuer und Eis. Dann beginnt die Erde zu beben, Hunderte Kreaturen verharren und versuchen, auf den Beinen zu bleiben. Schwarze Basalttürme brechen aus dem Boden rings um die elementaren Duelle zwischen Geoden und Feuersalamandern, Druiden und Riesenspinnen. Der ganze Kampfplatz auf 100 Schritt bricht schwarz in die Höhe, roter Sandsturm und Gargylentrümmer rieseln herab. Die basaltenen Finger ballen sich zur Faust, 150 Schritt hoch, und schließen sich über dem gemeinsamen Todesschrei von Zwergen und Dämonen.
Ätzender Säureregen weht über zuckende Menschenleiber. Die Wolkenfeste zieht einen Schwaden beißenden Qualmes hinter sich her, rings umher brechen ganze Stücke ab und verdunsten im Sturz. Und dann stürzt Feuer vom Himmel wie über Selem und Zhamorrah, und Rohals Mannen vergehen in Hekatomben.

Hoch oben am Himmel, inmitten von Rauch und Asche, sind nun wieder die beiden Brüder auf ihren fliegenden Stühlen zu sehen. Beider schützende Schirme schimmern noch immer, doch der Eine scheint plötzlich überrascht. Der Andere erhebt sich in seinem Stuhl, und sein Fluch ist über der ganzen Ebene zu hören: “Bei der Ewiglichkeit der sieben Sphären, der sechs Elemente und der einen Kraft, beim Mysterium von Kha und dem Losstern, bei der Macht der zwölf Götter, der sechs Giganten und der sechs Urdrachen, bei den Sünden von Mada und Satinav, beim Willen unseres Vaters und bei der endlosen Verdammnis des Namenlosen spreche ich diese Worte:
Ewiger Los, Herr der Welten und Schöpfer des Alles, umfange diesen Geist und diese Seele, und du, Menacor, sechsflügeliger Wächter des Limbus, halte Wacht über ein Äon Äonen, auf daß kein lebender und kein noch zu zeugender Mensch, Elf, Zwerg, Echs, Ork‚ Drach. Fee, und auch keiner von gemischter oder anderer Gattung, in der Lage sei, selbigen zurückzurufen in die Dritte der Sphären, es sei denn, dies ist der Wille der Angerufenen oder mein Wille.
Also spricht Rohal, Sohn des Nandus.
FAHR ZUR HÖLLE, BORBARAD!”

Plötzlich bricht mit kosmischen Gewalten ein Urgewitter über die Welt herein. Gigantische Blitze stehen wie weißglühende Sprünge im Weltengefüge am Himmel. Ehe der Blick in Schleiern der Finsternis Erholung findet, bohren sich neue Blitze gleißend in die Augen. Ein beißend kalter Orkan rast über die Hochebene, reißt den roten Staub in massiven Wellen hoch und treibt ihn vor sich her. Böen, dem Heulen Hunderter Dämonen gleich, werfen solide Felszacken, Menschen und Ungeheuer gleichermaßen zu Boden. Und jedesmal, wenn die bebenden Kreaturen den Höhepunkt der entfesselten Katastrophe zu sehen glauben, erzittern die Sphären unter noch wütenderen, immer stärker werdenden Erschütterungen.
Im Optolithen erkennen die Helden wie Rohal den durch die Zerstörung des Kristallherzens verwundbaren Leib Borbarads vernichtet und seinen unsterblichen Geist in die Sphären bannt. Einem gigantischen AUGE DES LIMBUS gleich wird die Seele des Dämonenmeisters durch die sich ausweitende Sphärenruptur gerissen.
Mit infernalischem Kreischen jagen Sprünge durch die roten Mauern von Borbarads Festung. Mauerstücke, so groß wie Häuser, fliegen, wie von der Faust eines sich befreienden Giganten getroffen, in alle Richtungen. Blaues Feuer tanzt auf den schwarzen Trümmem. Höllischen Regenbogen gleich brechen Astralgeister und Dämonen aus den zersplittemden Trümmern hervor, heulend steigt eine Kaskade in den kobaltblauen Himmel, dazwischen wirbeln tausende glänzender Moskitos auf. Glosendes Mobiliar und lodernde Teppiche regnen herab. Selbst die Monolithen, eine Meile entfernt, werden entwurzelt oder stürzen in den roten Staub.
Die Helden, die sich in der zusammenbrechenden Schwarzen Feste aufhalten, können sich nur mittels Magie vor der Auslöschung retten, doch durch Borbarads Satinav-Beschwörung an ersteren gebunden, werden sie im Kontinuum mitgerissen — durch die Wand!

Noch während die Helden dahin wirbeln, teils durch die Luft, teils durch den Limbus, verdichtet sich das unbestimmte Gefühl des Fallens.
Taubheit legt sich auf Augen und Ohren, es ist, als ob sie durch Wasser beobachten würden.
Und dann stürzen die Helden hinein in das Heulen, das an diesem Ort wohl für alle Zeiten anhalten wird, und vertrautes blaues Flackern hüllt sie ein …

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Die Schwarze Feste 2

Die Helden füllen so viele arkane Werke wie sie können aus der Schatzkammer und der Bibliothek in einen Tornister, den sie aus dem Abstellraum mit magischen Utensilien für Expeditionen mitgenommen haben. Da der Tornister nicht schwerer zu werden scheint, egal wie viel Gewicht sie hineinpacken legen sie auch noch Mindorium-Barren und Kleinodien von zwergischer Herkunft dazu.
Xolame betrachtet die kostbaren Goldschmiedearbeiten. Dabei fällt ihr auf, dass manche Schmuckstücke die Runen der legendären erzzwergischen Meisterschmiede Aurin und Raurin tragen.

Schließlich verlassen sie die Schatzkammer wieder und betreten eine freischwebende Transportplatform die sie in das nächste Stockwerk bringt. Dort finden sie einen weiteren Ringkorridor in dessen Innenwand erneut weitere PENTAGRAMMA Artefakte eingelassen sind und von dem Gänge zu den fünf Türmen abzweigen. Beunruhigenderweise können die Helden überall entlang der Wände zwischen den flackernden Schatten Augen sehen die ihnen folgen.

In einer Turmkammer finden die Helden das wahrscheinlich besteingerichtetste Labor, das sie jemals gesehen haben. Anhand der herumstehenden Gerätschaften mutmaßen die Helden, dass hier vor kurzem Zaubertränke sowie Elixire für Klugheit und Charisma hergestellt wurden.

In einer weiteren Turmkammer befindet sich ein Sphärenraum in dem sich drei dunkle Pforten befinden. Anhander der Beschriftungen vermuten die Helden, dass sie nach Alabastrien, zum Labyrinth von Notmark und nach Gyldhall führen.
“Alabastrien ist ein für die damalige Zeit üblicher Namen für die Insel Maraskan”, erklärt Tejeran. “Das Labyrinth von Notmark ist ein legendenumrankter Ort der angeblich unter dem Ehernen Schwert hindurch ins Riesland führen soll. Und Gyldhall ist auf den Weltkarten der Rohalschen Zeit die Hauptstadt des Güldenlandes.”

In der dritten Turmkammer befindet sich eine große, begehbare Kugel die sowohl die Bewegungen des Zwölfkreises und der anderen Sternbilder sowie die Bahnen der acht Planeten und weiterer Wandelsterne abbildet. Dieses beeindruckende Wunderwerk der Astrologie dient nicht nur dazu die Sternenkonstellationen vorherzusagen, sondern ist auch noch in der Lage einen Teil der astralen Macht der Sternensphäre aufzunehmen, zu fokussieren und in ein zentrales Schwarzes Auge abzuleiten. Eine magische Analyse zeigt, dass Borbarad mit diesem Artefakt eine Apparatur erschaffen hat mit der es möglich ist große Mengen permanenter Astralkraft zu gewinnen. Leider hat die jüngste Benutzung bedeutende Artefaktteile einschmolzen und die Apparatur somit vorläufig unbrauchbar gemacht.

In der nächsten Turmkammer finden die Helden ein weiteres Labor in dem sie ein Rotes Auge finden. Tejeran analysiert die halb durchsichtige, dunkelrote Kugel und kommt zu dem Schluss, dass sie zum Auffinden magischer Artefakte, Personen oder astraler Strömungen dient. Er versucht sie zu benutzen um das Kristallherz des Borbarad zu finden, leider jedoch erfolglos.

Unterdessen findet Dariyon in der letzten Turmkammer ein goldenes Elfenfüllhorn in einem Dreibein vor einer Hesindestatue. Der Zauberer staunt, denn diese legendären, hochelfischen Artefakte sind aus dem Horn von Einhörnern geschaffen und destillieren astrale Kraft aus dem magischen Wasser der Salamandersteine. Die Elfen nutzten sie um ihre magische Kraft zu stärken und als Dariyon sieht, dass sich noch ein Tropfen Wasser im Füllhorn befindet trinkt er diesen und spürt eine Kräftigung seines Astralkörpers.

Als die Helden in den Rundgang zurückkehren erkennen sie, dass im Inneren, wo sich Dariyons Meinung nach das Dämonaion befindet, große magische Kräfte wirken. Grauenerregende Geräusche aus den tiefsten Abgründen der Niederhöllen dringen bis in den Korridor und ein Beben lässt die Schwarze Feste erzittern.

Die Zeit drängt und die Helden fahren mit der schwebenden Platform bis in die Wehrkrone über die sich das Kuppelförmige Dach erhebt. Gargyle und Eisengolems bewachen die Feste und eine dämonische Statue scheint große Mengen astraler Kraft in Schadensmagie umleiten zu können um fliegende Eindringlinge vom Himmel zu holen. In Anbetracht dieser Gefahr kehren die Helden schnell in das darunterliegende Stockwerk zurück, in dem sie immer mehr dämonische Erscheinungen wie Schattenwesen, Totengeister und sich ausbreitende Schleimfäden beobachten während die Schwarze Feste immer wieder bedrohlich erbebt.

Immer noch haben die Helden das Kristallherz des Borbarad nicht gefunden während die Anzeichen darauf hindeuten, dass sich die Vorbereitungen des Dämonenmeisters auf die Schlacht in der Endphase befinden.
Der letzte Ort, der den Helden noch einfällt ist das Erdgeschoss des Nordturmes in dem Dariyon auf ein groteskes Ungeheuer aus wirbelnden Wolken von Moskitos traf, das ihn in die Flucht schlug.

Die Gruppe macht sich auf den Weg zurück. Als sie im Erdgeschoss in die Nähe der Gruft kommen, in der hunderte Leichname aus Borbarads Experimenten liegen, spüren sie plötzlich wie sich ihre Nackenhaare aufstellen. Dann vernehmen sie ein Flüstern, eine Stimme, wie tausend Nadelstiche ins Herz, und erblicken in der Gruft ein Wesen aus den tiefsten Abgründen der heulenden Finsternis.
Aus den Schultern des untoten, humanoiden Leibes ragen zwei große, knochige Skelettflügel, von dämonischen Schatten umgeben, die in ihrer Erscheinung an einen gewaltigen Raben erinnern. Nirraven, der Knochenrabe, durchfährt es die Helden, der unzweifelhaft mächtigste Diener der Herrin der Alpträume und Marschall der untoten Heere. Die Aura der Furcht die von dem Neungehörnten ausgeht ist so groß, dass es die Helden ihren gesamten Mut kostet sich leise von dem Anblick zu lösen und davonzuschleichen während dieser in der Gruft hunderte Leichname mit dämonischer Kraft beseelt und zu einem dienstbaren Heer untoter Kämpfer erhebt.

Hastig eilen die Helden die Treppe zum Untergeschoß hinab. Bersten und Splittern läßt die Kellergewölbe erzittern. Erneut. Und wieder. Nach und nach mengen sich tierische und ungeheuerliche Klänge dazu, Schnaufen, Kreischen, Brüllen. Nach den vielfältigen Geräuschen zu schließen, muss es eine ganze Horde sein, die sich da auszubreiten beginnt.
Die Helden verstecken sich auf der Treppe als sie einen schwarzen Gallertberg erblicken, aus dem sich ein Horn sowie ein hin- und herzuckendes Stielauge und eine Unzahl von Warzen erheben. Das Monstrum, der Dämon Je-Chrizlayk-Ura, bekannt als unaufhaltsamer und vielformiger Höllensklave, verfügt über gewaltige Körperkraft. Während er vorwärts kriecht verändert er ständig die Form, bildet Scheinfüßchen aus, um Gegenstände zu ergreifen, zu bewegen oder zu zerreißen.
Langsam, doch unaufhaltsam, verbiegt er die schweren Metallrahmen der Vitrinen, sprengt den umgebenden Fels und zerbricht die von den Helden für unzerbrechlich gehaltenen Kristallwände des Vivariums.
Eine nach der anderen reißt er nieder und befreit die darin eingesperrten Kreaturen.
Ein Gluthauch weht brandheißen Aschen- und Funkenregen aus dem Vivarium zu den sich im Eingang versteckenden Helden herüber. Die Luft stinkt nach Tod und Vernichtung und der Fels der Feste erbebt mit jedem Schritt einer elefantengroßen, schwarzglänzenden, blutwarzigen Kröte die sich durch die Gänge des Vivariums schiebt. Auf ihrem Haupt trägt sie eine siebenhörnige Krone und unter ihrem feisten Körper vergeht der rote Sandstein der Gorischen Wüste aus dem die Feste Borbarads erbaut ist zu schwarzer, stinkender Erde.
Die Helden wagen nicht sich zu erheben und beobachten wie Tuur-Amash, die Schwarze Kröte des Knechters der Wildnis mit dem Blick ihrer goldenen, hervorquellenden Augäpfel die befreiten Kreaturen hypnotisiert. Mit jeder eingeschlagenen Vitrine wächst ihr Gefolge. Obwohl die meisten der Kreaturen von Natur aus bereits über tödliche Fähigkeiten verfügen beginnen sie unter dem Wirken der Kröte weitere, dämonische Eigenschaften auszubilden. Manchen Tieren wächst ein dicker Schuppenpanzer oder gefährliche Fangzähne, Krallen oder Hörner. Andere entwickeln starke Hufe, fledermausartige Flügel, wuchernde Regeneration, tropfenden Geifer voll tödlichem Gift, wilde Raserei oder unnatürliche Schnelligkeit.

Der Weg durch das Vivarium scheint blockiert und so schleichen die Helden in den Stollen zur Mindoritmine. Dort bietet Dariyon dem geretteten Khunchomer Magier an ihn, die Schwarze Witwe und die schöne Semirija saba Hamadi per TRANSVERSALIS in Sicherheit zu bringen.
Die Helden geben ihnen den Tornister mit dem zwergischen Schmuck, den Mindorium-Barren und den arkanen Werken mit und bitten den Magier die Bücher in den Gewölben unter der Khunchomer Drachenei-Akademie zu verstecken. Mit einem Rätsel soll dieser verhindern, dass jemand anderer das Versteck findet.

Nachdem Dariyon zurückgekehrt ist ist die Monsterhorde tiefer in das Vivarium eingedrungen und es gelingt den Helden zum Nordturm zu gelangen. Sie bereiten sich für den Kampf vor und Tejeran entdeckt unter dem Schleim des verbannten Pandämoniums auf der Rampe einen Bannkreis. Da er vermutet, daß dieser die Monstrosität im Nordturm einsperrt beginnt Tejeran das magische Ritual um die Wolke von A’Tall herbeizurufen. Knisternder Nebel verdichtet sich im Gang und kleine Lichtblitze entladen sich zischend in Wand und Boden. Dann beginnt sich der Nebel die Rampe hinauf in den Nordturm zu bewegen und schon lösen sich daraus eine Vielzahl gleißender Lichtkugeln und jagen wild zuckend auf die Monstrosität zu. In knisternden Funkenregen, begleitet von durchdringendem Ozongestank, explodieren die Kugelblitze und vernichten große Teile des gewaltigen Geschöpfes.
Im selben Augenblick stürmen die Helden los und ein ungleicher Kampf beginnt. Alawin, Idra, Xolame und Raidri schlagen mit ihren Waffen mit schweren Hammerschlägen große Wunden in die Kreatur, doch führt jeder Treffer zum herauslösen von mehr und mehr Schwärmen blutsaugender Insekten die die Helden umschwärmen und ihnen große Mengen von Erfahrung und ganze Jahre an Erinnerung rauben. Dariyon und Tejeran dirigieren ihre Flammenschwerter gegen das Wesen und als es schließlich langsam in große Wolken von Moskitos zerfällt, die immer noch von dämonischer Präsenz beseelt sind, versuchen die Magier so viele wie möglich mit WELLEN DES SCHMERZES zu vernichten. Dennoch breitet sich diese erste Generation von Borbarad-Moskitos, deren Entstehung die Helden gerade verursacht haben, im Vivarium und in der Folge in der ganzen Schwarzen Feste aus.

Unterdessen heilen die Helden ihre Wunden und fühlen wie die verlorenen Erinnerungen langsam wieder zurücksickern.
Tejeran prägt sich den Bannkreis ein, eine in seiner Zeit unbekannte Variante, vielleicht vom Dämonenmeister persönlich geschaffen, um Chimären und Daimonide zu bannen.
Als sie den nun zugänglichen Nordturm untersuchen finden die Helden eine große Eisentruhe die wie eine bornländische Schnitzpuppe aus sieben immer kleineren, ineinander geschachtelten Truhen besteht. Den Helden fällt auf, dass sie aus den sieben bekannten, nicht-magischen Metallen bestehen. Zu welchem Zweck die aufwändige Konstruktion in genau dieser Weise angefertigt wurde entzieht sich ihrer mangelnden Kenntnis in der Kunst der Alchimie.

Im innersten Behälter, einer Kugelschale aus purem Gold, finden die Helden schließlich das Kristallherz des Borbarad. Das etwa zwei Fäuste große Herz trägt die Borbarad-Glyphe und strahlt große astrale Kraft aus. Geschwind wickeln die Helden das mitgebrachte magische Netz herum, welches die Zauberkraft des Herzens verbirgt. Peinlichst genau prüfen sie, dass auch keine Facette des Herzens unbedeckt ist und überlegen ihr weiteres Vorgehen.
Da die Horden des Dämonenmeisters bereits mit dem Aufmarsch begonnen haben beschließen die Helden treu im Nordturm Wache zu halten, denn sicherlich wird Borbarad so machen Dämon senden um das Kristallherz zurückzuerobern.

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Die Schwarze Feste

BOR
22
590 BF
Die Schwarze Feste
In der Gorischen Wüste, Gorien, Mhanadistan

Die Helden treten in den roten Sand und sinken bis zu den Knöcheln ein, Staubfahnen wehen auf. Es ist bitterkalt. Vor ihnen erstreckt sich eine Geröllwüste aus rotem Sandstein, bis zum Horizont, der von Staubfahnen blutrot und verschwommen wirkt. Dazwischen ragen skurrile Formationen aus schwarzem Basalt auf: Rippen, sechseckige Prismen. die teilweise turmhoch sind.
Sie blicken wohl nach Süden. Selbst Praios’ Antlitz ist kaum sichtbar. Am düstergrauen Bleihimmel steht zu ihrer Linken blutrot Mada, der Vollmond. Von hinten, aus Norden, bläst, leise heulend wie Aranisches Winselgras, ein steter Wind.
Als sie sich nun umwenden, sehen sie im Norden, eine Meile entfernt, ein domartiges, rötliches Gebilde – Steinformation oder Bauwerk? Ein runder Hügel, rings umher einige Türme. Das ganze Gebilde ist weitläufig umgeben von roten Steinsäulen. Die nächste steht auf halbem Weg zwischen ihnen und der Formation.
Als sie nun nordwärts blicken, stellen sie fest, daß der Wind schräg von oben kommt, so als entspränge er über dem mächtigen Sandsteindom.

Der Boden ist knöchelhoch mit feinem, fließendem Staub bedeckt, darunter verbergen sich massive Rippen, Schwellen und – wie zu befürchten – manches Trichterloch. Weiter draußen scheinen Asphalttümpel voll Pech und echte Staubsümpfe zu lauern.

Einige Schritt entfernt entdecken die Helden einen merkwürdig polierten Schädel. Er stammt wohl von einem Kamel, hat aber einen Spalt wie von einem mächtigen Schnabelhieb.

Zögernd orientieren sich die Helden, doch schließlich entdeckt Idra am Horizont im Westen eine Basaltformation, die wie eine aus dem Boden ragende Kralle aussieht. Sie erinnern sich an das Tal des Liscom von Fasar und Idra ist sich sicher, dass sich die Ruinen der Schwarzen Feste Nord-Östlich der Basaltkralle befanden. Die Helden entschließen sich daher auf den Felsendom im Norden zuzuwandern.

Aufgrund des trügerischen Bodens kommt die Gruppe nur langsam voran, immer wieder müssen sie sich um verborgene Krater, Felsspalten und Schwefelseen herumtasten.

Plötzlich entdecken sie die Knochen eines mindestens Ochsengroßen Tieres im Staub. Der Schädel gleicht dem eines übergroßen katzenartigen Raubtiers mit zwei steinbockartigen Hörnern. Rippen und Wirbelsäule ähneln einem rinderartigen Tier, Beckenschalen und Schwanz gleichen dem einer großen Echse.

Dann erreichen die Helden den Ring aus roten Monolithen. Er dürfte wohl eine Meile Durchmesser haben. In seiner Mitte befindet sich das Gebilde, dass die Helden für die Schwarze Feste halten. Die Magier untersuchen vorsichtig den Monolithen, er ist aus dem lokalen Sandstein und über und über mit völlig unbekannten Symbolen bedeckt, wobei besonders oft Spiralen und konzentrische Kreise erscheinen. Hellsichtmagie enthüllt die stehenden Steine als Teile sphärischer Beschwörungen und Bannformeln.

Die Helden marschieren weiter geradeaus, vorsichtig bemüht, in kein verborgenes Staubloch unter dem trügerischen, fließenden Bodensand zu treten. Zu ihrer Rechten wirbelt der Wind nahe dem Steinkreis baumhoch rote Staubfahnen auf. Alawin, der vorneweg den Boden erkundet, stößt plötzlich mit dem Fuß ins Leere: eine Senke, vielleicht sogar ein Abgrund! Als die anderen Helden neben ihn treten können sie auch links und rechts von ihm das Bodenlose unter dem Sand ertasten. Als sie wieder aufblicken sehen sie, dass der rote Staubwirbel zu ihrer Rechten nur noch hundert Schritt entfernt ist. Eine walzenartige Strömung scheint den Wirbel anzutreiben, ja fast scheint es als würde er auf die Helden zustürmen.

Während die Gruppe sich erneut in Bewegung setzt um den Abgrund zu umgehen und Schutz zu suchen schälen sich gedrungene Gestalten aus den roten Wirbeln.
Vorneweg taumeln zwei Zwerge in blankpolierten Kettenhemden. Als die ersten Ausläufer roten Sandes den Helden ins Gesicht wehen, können sie weitere Wanderer sehen, drei, fünf, acht, ein ganzes Dutzend.
Ein blondbezopfter Hüne hebt grüßend die Hand. Seine linke Gesichtshälfte ist ein grinsender Totenschädel! Auch der Troll, der ganz hinten erscheint, ist ein einziger Brocken rohen Fleisches. Und der stämmige Totschläger auf dem Kamel ganz rechts hat nicht einmal einen Kopf. Der widerliche Geruch trockener Verwesung weht den Helden entgegen.
Entschlossen heben sie ihr Waffen. Auch wenn diese Untoten überraschend schnell aufgetaucht sind — mit so etwas haben die Helden Erfahrung.

Alawin, der sich dem Troll entgegenstellt muss einiges einstecken bevor er einen entscheidenden Schlag landet. Dariyon wappnet sich mit ARMATRUTZ und Flammenschwert während sich Tejeran mit AXXELERATUS und ADLERSCHWINGE in der Gestalt des großen Firunsbären in den Kampf wirft.
Als sie erkennen, dass sie der Übermacht wahrscheinlich nicht gewachsen sind versucht Dariyon mittels eines FORTIFEX eine Brücke über den Abgrund zu spannen, stellt jedoch fest, dass dieser zu breit ist. Mit einem Hieb des Hammer des Magus wirft er seinen Gegner in die staubige Tiefe, und erblickt dabei, dass der Abgrund gefüllt ist voller wimmelnder Untoter, die übereinander klettern um die Helden zu erreichen. Es scheint nur mehr eine Frage der Zeit bis sie von der Überzahl an untoten Angreifern überwältigt werden. Verzweifelt erwehren sich die Helden gegen ihre gnadenlosen Feinden.
Als Praiala von einem der wandelnden Leichnahme so schwer getroffen wird, dass sie kampfunfähig zu Boden geht gelingt es Tejeran gerade noch rechtzeitig sie vor dem Tod zu bewahren, doch Aussicht auf einen Sieg ist nicht in Sicht.
Dann steigt langsam eine riesenhafte, schlanke Gestalt aus einer staubbedeckten Senke die sich auf der anderen Seite des Abgrunds befindet. Das mit sechs Hörnern an Schläfen und Kiefern geschmückte Gesicht ist faltig und warzenübersät und zwei auffällige, lange Augenstiele beobachten jede Bewegung der Helden. Das Wesen ist in eine enge Robe gehüllt deren Kragen schier aberwitzig groß und weit ausladend erscheint. In gänzlich unnatürlicher Weise läuft der Kragen an seinen beiden unteren Enden in je einen Haken mit einem daran befestigten Strick aus, an dem jeweils ein menschliches, stranguliertes Wesen baumelt.
Während die Untoten die Helden immer mehr an den Rand des Abgrunds drängen aus dem sich immer mehr Skelettarme und blanke Schädel emporziehen, dröhnt die Stimme des Dämonen über den Abgrund. Er scheint vieles über die Helden zu wissen, besonders aus den dunkelsten Momenten ihrer Vergangenheit. Besonders Praiala verurteilt er scharf.
Dariyon, der vermutet, dass der Dämon vielleicht Zauberei einsetzt, erkennt mit einem ODEM ARCANUM, dass die Lage wesentlich weniger schlimm ist als befürchtet. Viele der weiteren Untote stellen sich als Illusionen heraus und durch strategische Positionierung und eine reine Verteidigungstaktik gelingt es der Gruppe der Geweihten genug Zeit zu verschaffen den Dämon zu exorzieren und den Kampf schlussendlich zu gewinnen.

Die Helden versorgen ihre Wunden, nehmen Tränke zu sich und setzen ihren anstrengenden Marsch durch die Gorische Wüste fort.
Schließlich sind sie nur noch etwa eine halbe Meile entfernt, als sie eine kurze Pause einlegen und das Bauwerk aus der Ferne betrachten.

Borbarads Schwarze Feste ist eindeutig nicht schwarz. sondern so rot wie die Wüste! Das monumentale und gleichzeitig grazile Bauwerk scheint Sumu zu spotten. Es besteht aus einer kolossalen, domartigen Kuppel mit einer Wehrkrone und einem spitzen Zentralturm, umgeben von fünf Türmen, auf denen jeweils ein kugelförmiger Kopf ruht, ebenfalls von einer Spitze gekrönt.
Keiner der Helden hat je ein vergleichbares Bauwerk gesehen, aber fast jedem fällt nun eines der Märchen ein, mit denen viele Aventurier aufwachsen, von Borbarads hundert Kammern, von den Gewölben des Schreckens, von denen jedes folgende grauenerregender sein soll als das Vorhergehende, von den sieben unsichtbaren Dämonen, die Borbarad ständig begleiten sollen …
Wie auch immer: Die Helden sind sich sicher, daß keiner der Erzähler dieser Märchen die Schwarze Feste je gesehen hat.
Natürlich haben sich die Helden, wie fast alle Aventurier, sich die Feste des Borbarad als schwarze Zwingburg vorgestellt, und so überrascht sie der Anblick dieses urtulamidischen Palasts im Herzen der lebensfeindlichen Gor.
Aus dieser Entfernung können sie noch keine genauen Details erkennen, glauben aber ein zentrales Portal an der ihnen zugewandten Südseite zu erahnen.
Neugierig zaubern Tejeran und Dariyon einen OCULUS ASTRALIS um vielleicht einen magisch versteckten Eingang zu entdecken. Der Hellsichtzauber aus dieser Distanz liefert ein faszinierendes Abbild und dürfte die beeindruckendste Anwendung dieses Zaubers überhaupt sein. Die Silhouette der Feste im Nebel, umwabert von einem ungewöhnlich dichten Geflecht rötlicher und leuchtender Fäden, das sich an der Südseite bei einem Portal und in Form eines unsichtbaren Einganges verdichtet, im Zentrum, etwa in zehn Schritt Höhe, eine Präsenz, die trotz der mächtigen Mauern als pulsierender, menschengroßer Schatten erscheint, und am Himmel feine, sternförmige Linien, wie ein Sprung im Eis, hinter denen unverkennbar der Limbus selbst lauert.
Innerhalb der Wüste sind insgesamt sieben fein verästelte Linien aus astraler Kraft zu sehen, die sich genau bei der Feste schneiden; die drei stärksten verlaufen etwa nördlich nach Tobrien, südwestlich nach Selem und östlich zur Maraskankette. Den Zauberern ist klar, solche magische Linien sind bekannt, aber es gibt kaum einen Punkt, wo man mehrere auf einmal sehen kann.

Vorsichtig nähern sich die Helden weiter an und beobachten dabei den Schlüssel zur Schwarzen Feste, der ihnen den Weg weisen sollte.
Als sie sich dem im Prinzip kreisförmig angelegten Bauwerk nähern, haben die Helden den Eindruck, daß es völlig massiv und ohne Öffnungen jeder Art gebaut ist. Alle Fenster scheinen in Wahrheit nur steinerne Vertiefungen im Mauerwerk zu sein. Die unteren Bereiche sind wie von Pockennarben übersät, weiter oben scheinen Gestalten und Fortsätze aus den Wänden zu ragen. Zuweilen scheinen sich nahe der Mauern Lichter, Luftwirbel und rötliche Staubwolken zu bilden.
Auch bei genauester Beobachtung können die Helden keine echten Fenster sehen. Die merkwürdigen Pockennarben erweisen sich als Gesichter, die Gestalten oben als Gargylenarchitektur, ähnlich der auf alten Festungen. Die Manifestationen in der Umgebung halten die Helden für Irrlichter und andere Geisterscheinungen.
An der Südseite können sie nun das mächtige Portal klar erkennen, doch halten sie lieber auf den Südöstlichen Turm zu. Bestrebt das offensichtliche Portal zu meiden und dort nach einem geheimen Eingang zu suchen wo die Zauberer mit magischer Wahrnehmung einen unsichtbaren Eingang gesehen haben wollen.
Schließlich erreicht die Gruppe die roten Mauern der Feste die sich nun vor ihnen in den bleigrauen Himmel recken.
An vielen Stellen sind sie von mysteriösen blauschwarzen Schriftzeichen bedeckt. Die unheimlichen Gesichter ragen im Abstand von selten mehr als drei Schritt aus der Wand, bis in eine Höhe von etwa acht Schritt. Zwar sind sie aus Sandstein geformt, aber zugleich von beängstigender Lebendigkeit – und das Grauenhafteste daran ist der schmerzerfüllte Ausdruck ewiger Agonie in diesen Gesichtern.
Verwundert stellt Xolame fest, dass die Mauern auf ihrer gesamten Fläche nicht eine einzige Fuge aufweisen, als wäre die Festung gar nicht klassisch aus einzelnen Steinen erbaut worden. Auch erkennt Tejeran, dass das Bauwerk sich deutlich von der gewachsenen Dschinnen-Architektur, wie er sie in Al’Ahabad gesehen hat, unterscheidet – viel mehr scheint sie in ihrer Gesamtheit aus einem Stück gegossen worden zu sein!

Während die Helden entlang der Mauern auf den südöstlichen Turm zuwandern hören sie plötzlich eine Stimme: “Ich täth’ Euch abrathen, hiero einzutreten!”
Vier Schritt weiter an die Mauer gelehnt, hockt da ein magerer Kerl, unrasiert, mit wirrem Haar, und starrt zum Horizont.
Dariyon zaubert sogleich einen ODEM ARCANUM, doch der Fremde scheint vor ihren Augen in Sekunden zu vergehen. Der Kopf sinkt vornüber, Kleidung, Haare, Haut und Fleisch verwittern und zerfallen zu Staub während er langsam umkippt und zerbröckelt. Nur die blanken Knochen bleiben im roten Staub der Wüste liegen.
Dahinter erkennt der zyklopäische Zauberer die magischen Auren der Gesichter in der Wand, die er als Seelensplitter und Persönlichkeitsfragmente gefesselter Seelen identifiziert, die in ewiger Verdammnis und bodenloser Verzweiflung in die magischen Mauern zementiert sind.

Nahe des angepeilten Eckturms im Südosten der Feste beginnt der große Mindoriumschlüssel zu leuchten, immer stärker je näher sie ihm kommen.
Als Dariyon damit die südliche Turmmauer berührt beginnt diese sich aufzulösen, gerade so als wäre sie aus zu Erz erstarrter Luft und Staub geschaffen und würde sich vor ihnen wieder in ihre wahre Form verwandeln.
Hinter diesem Durchgang, groß genug als, dass eine Kutsche hindurch fahren könnte, ist es stockdunkel.

Gerade als die Zauberer an ihren Zauberstäben die Ewige Flamme entfachen und in die Festung eindringen wollen, hält Praiala sie zurück.
“Der Tod ist bei Weitem das Harmloseste, das einem Sterblichen hier droht”, warnt sie ihre Gefährten, “Borbarads Schwarze Feste, erbaut an einer Stelle, die vielleicht seit der Schöpfung verflucht ist, ist sie ein Ort, an dem seit mehr als hundert Jahren die übelsten Bewohner der Niederhöllen ein und ausgehen, an dem tausende von Kreaturen unter grauenhaftesten Umständen ums Leben gekommen sind.
Seid vorsichtig. Dies ist mit nichts vergleichbar, dem wir je gegenüber standen.”

Vorsichtig setzen die Helden ihre Erkundung fort, hinter dem Durchgang erkennen sie im flackernden Licht ihrer magischen Fackeln einen dunklen Turmraum. Als sie das magische Tor durchschreiten schlägt ihnen nach der Eiseskälte der Wüste nun miffig-warme Luft entgegen, staubtrocken und mit dem Geruch von Blut, Asche und etwas unbestimmbar Abstoßendem.
Ein einziger Durchgang liegt im Nordwesen und führt in einen dunklen Korridor.
Die Luft knistert förmlich vor Astralenergie. Plötzlich hört man Schreie und Stöhnen aus der nördlichen Wand.
Als die Helden vorsichtig den Korridor betreten knirscht irgend etwas unter ihren Füßen wie Kies oder Muschelschalen. Da spüren sie kribbelnde Bewegungen an den Knöchen. Alawin fährt zurück, stützt sich an der Wand ab – und greift mitten in zuckend-krabbelnde Bewegungen. Dann fällt ihm etwas in den Nacken …
Die Helden erinnern sich an die magische Bannzone bei ihrer Expedition durch den maraskanischen Dschungel – eine Zauberei die eine Halluzination von tausenden von Insekten die über ihre Haut krabbeln erzeugte.
Die Magier scheinen als einzige nicht befallen zu sein und da sie kein Getier erkennen können versuchen sie das Gefühl zu ignorieren. Als Alawin jedoch etwas über das Gesicht klettert und eklig-krabbelnd versucht sich in seine Nase zu schieben bekommt der albernische Krieger plötzliche Atemnot und beginnt zu würgen.
Dariyon der mit einem ODEM herauszufinden versucht ob ein Zauberer auf ihm wirkt, kann plötzlich erkennen, dass Boden und Wände mit tausenden von rötlichen Kakerlaken, Wanzen, Schaben, Spinnen, Skorpionen, Krabben und Aaskäfern bedeckt sind. Sie winden sich in zuckenden klumpen, bröckeln von den Wänden, fallen wie krätzige Schuppen von der Decke, und drängen in knisternden Wellen auf die Helden zu!
Vor astraler Macht scheint das Ungeziefer jedoch zurückzuweichen und auf die Magier nicht weiter als auf Armeslänge heranzukrabbeln. Schweifende Bewegungen mit dem Zauberstab lassen die Insekten in panischer Flucht zurückweichen oder sogar zu rötlichem Staub zerfallen.
Schnell reagieren die Helden und drängen sich aneinander um sich vor dem unsichtbaren Ungeziefer innerhalb der astralen Aura der Magier zu schützen.
Als sie sich so schleichend weiter vorwärts bewegen erkennt Dariyon mit seinem Hellsichtszauber wie sich das Krabbelgetier am Rand des um ihn gebildeten Kreises zurückweicht, ja sich überschlägt, aber auch nachdrängt, je nachdem wohin er sich mit seinen Gefährten bewegt.

Eng zusammengedrängt, langsam voranschleichend, erreichen die Helden eine Art Ringkorridor, von dem aus viele Durchgänge und Türen abgehen und folgen ihm vorsichtig im Uhrzeigersinn.
Dabei entdecken sie einen Abstellraum mit magischen Utensilien für Expeditionen, eine Kammer mit einem Dutzend hölzerner Golems, eine Gießerei zur Herstellung von Artefakten aus Mindorium, einem Abstellraum mit einem ausgestopften Schlangenmenschen, einen Raum voller Käfige und einem eingesperrten Riesenspinnendaimoniden, einer Ritualkammer zur Herstellung von Chimären, einer Gruft mit hunderten indizierter Leichnahme, einen Operationsraum zur Durchführung von Vivisektionen und einen Kerker. Immer wieder formen sich geisterhafte, klauenbewehrte Scheinarme die aus der Wand zu greifen scheinen und Tejeran glaubt von einem großen, schwarzen Hund verfolgt zu werden.

Im Kerker finden die Helden einen an der Wand auf Haken aufgespießten Gefangenen. Es ist ein kleiner, muskulöser Mann mit südländischen Zügen und wirren, ergrauten Haaren. Er ist halbnackt bis auf eine zerfetzte und besudelte schwarze Hose. Ehedem wohl drahtig und sehr stark, scheint er von Jahrzehnten Kerker gezeichnet. Das Grauenhafteste sind zwei eiserne Haken, die in die Wand hinter ihm getrieben wurden – durch sein rechtes Handgelenk und seinen linken Unterschenkel.
Die Haken scheinen mit der Wand verwachsen und Widerhaken verhindern eine Befreiung.
Eine Untersuchung der Haken mit Hellsichtmagie bestätigt die Vermutung, dass sie mit einer Kombination von INFINITUM, BALSAM SALABUNDE und ZAUBERNAHRUNG HUNGERBANN so verzaubert sind, dass sie den gepfählten Gefangenen bei großen Schmerzen am Leben halten.
Tejeran überlegt und verwandelt ihn mit einem beschleunigten SALANDER in eine Riesenamöbe. In der Gestalt dieses Gallertwesens ist es ein leichtes ihn von den Haken zu befreien und danach zurückzuverwandeln.
Der Gefangene ist anfangs zu keiner menschlichen Kommunikation in der Lage, krümmt sich zusammen und wirkt apatisch. Praiala spricht ihn vorsichtig an, dieser versucht dann jedoch erfolglos sie als vermeintliches Gespenster zu verjagen. Erst nach einer ganzen Zeit ist er in der Lage sich den Helden mitzuteilen und legt ihnen mühsam nahe, im eigenen Interesse zu verschwinden.
Erst auf intensives Befragen beginnt er stockend zu erzählen.
“Narren – wir waren Narren! Dachte mir, ist auch nur ein Mensch. So ich einmal seinen Rücken sehe …
Aber so weit gelangten wir nicht. Seine Dämonen. Ein Sturmwind warf mich nieder. Den Zauberer hörte ich brennen.
Dann kam ER. Ein großer Herr. Sah meine Dolche dann, kam in Zorn.
Sein Erzerner zwang mich zur Wand. Trieb Pfähle in meine Glieder.”
Er bricht ab, krümmt sich und röchelt.
Es braucht noch viel Zuwendung und Praialas Kenntnis in der Seelenheilkunst, ehe er fortfahren kann.
“Die Schwarze Witwe ward mein Name. Ich war gut. Hab Boron manchen Prinzen gesandt.
Dann kam dieser Khunchomer Zauberer. Was für ein Auftrag. IHN hier aufspüren und töten. Der Magicker wollte nur seine Macht. Aber ich – Boron und Phex leibhaftig hätten mich aufgenommen. Wenn’s gelungen – wenn’s gelungen …
Und sonst? Mehr als Sterben gibt es nicht. So dacht ich!
Weiß der Namenlose, was er vollbracht, der Dämonenmeister.
Der Magicker hatte noch Odem, da ihn der Dämon brachte. Dann legte ER seine Hand auf ihn und auf mich. Weiß nicht, was er vollbracht. Sagte nur ein Wort: Immerdar.
Danach hat’s nimmermehr geblutet – aber die Schmerzen. Oh Boron, hab Erbarmen, die Schmerzen …”
Alawin, der die Wunden des Gefangenen versorgt, stellt fest, dass der Mann ein hervorragender Kämpfer gewesen sein dürfte – vor etwa dreißig Jahren. Das völlig vernarbte Gewebe um die Wunden zeigt, dass er unzählige Male versucht haben muss sich zu befreien.

Die Helden legen eine Rast ein, immerhin sind sie seit mehr als dreißig Stunden auf den Beinen, haben einen Gewaltmarsch durch die Gorische Wüste hinter sich und die ständige Anspannung bei der Erkundung der Schwarzen Feste bringt sie an den Rand der vollkommenen Erschöpfung.
Besonders Praiala fühlt sich so Überanstrengt, dass sie zu einer Rast drängt.
Während der Rast wird Praiala von Albträumen geplagt, sie wirft sich hin und her wie unter großen Schmerzen. Als ihre Gefährten sie wecken stammelt sie im erwachen schmerzerfüllt: “Bitte, bitte hört auf zu schneiden! Ihr werdet es nicht finden!”
Sie kann sich wenig an den Traum erinnern und vermutet, dass der Albtraum von den Operationstischen und Skeletten im grauenerregenden Vivisektionsraum herrührt.
Dariyon, der mit einem ODEM eine fremde Präsenz erspürt hat, warnt die Helden, denn mit all den gefesselten Seelen wäre die Gegenwart eines Nachtalps nicht auszuschließen.

Nach einer ausgiebigen Rast untersuchen die Helden eine Treppe in der Gießerei, die sie gestern übergangen haben. Diese führt hinab in einen Gang der sowohl in Richtung des Südwestturmes als auch in das Zentrum der Feste führt. Die Gruppe wendet sich zunächst dem Zentrum zu, in der Hoffnung dort das Herz zu finden.
In der zentralen Kammer finden sie jedoch nur einen Sarkophag aus Kosch-Basalt und zwei steinerne Statuen, eine davon trägt ein Pergamentschleife mit der Aufschrift: ‘Conjuratorius Sephrasto Aviani, affect. duglumspesto, auf eig. Wunsch transform. petrificc., bis Heilung possibl.’
Idra, die sich am Deckel des Sarkophag zu schaffen macht zuckt plötzlich zurück als hohe, geisterhafte Stimmchen zu hören sind: “Menschenhände, Menschenhände!”“Nimm mich!”“Einen zu zwingen, einen zu zwingen …”
Schnell wenden sich die Helden ab und folgen dem Gang in die andere Richtung, zum Südwestturm. Dort folgen sie einer Rampe abwärts in die Kellergewölbe.

Die Helden erreichen die unterirdischen Räume der Schwarzen Feste. Vor ihnen liegt, wie aus sich selbst heraus strahlend, ein Labyrinth aus weiß schimmerndem Glas. Zwischen den gleißenden Vitrinen verlaufen, wie es scheint, kreuz und quer zwei Ring- und fünf Speichenkorridore von gut drei Schritt Breite. Die Luft ist erfüllt von whispernden, lockenden Stimmen. In den unterschiedlich großen Vitrinen sitzen die unterschiedlichsten Kreaturen eingesperrt. Es muss eine gigantische Sammlung von vielen hundert lebenden Kreaturen sein. Jede Vitrine trägt die Borbarad-Glyphe aus dem Zahjad-Alphabet.
Die Helden kennen wahrscheinlich mehr Kreaturen Aventuriens von Angesicht zu Angesicht als jeder andere, aber dennoch geraten sie immer wieder ins Staunen.
Ein Aquarium voll Wasser und nachgebauten Korallen, mit hundertfärbigen Schmetterlingsfischen, Gauklern und Fächerfischen. Ein Chimärenmensch mit dem Unterleib eines Riesenskorpions. Eine ziemlich attraktive Werwölfin. Ein Grolm. Ein fuchsartiges Tier wie aus grünem Alabaster, halb durchscheinend und aus sich heraus leuchtend. Ein massives, gepanzertes Tier, halb Echse, halb Nagetier, das drei Schritt groß ist und aussieht als wäre es eben geboren. Eine Plakette an der Vitrine trägt den Namen “Zitadellenechse”.
Eine andere Vitrine beinhaltet, in einem Eisblock eingfroren, eine Kreatur, die wie ein humanoider Drache wirkt. “Mantra’ke”, eine humanoide, von den Großen Drachen im Dritten Zeitalter erschaffene Dienerspezies.
In wieder einer anderen liegt ein “Khartariak”, ein schwarz befellter Gryphone mit verwesendem Löwenkopf und fledermausartigen Schwingen.
Ein “Gestaltloser”, ein großes, schlankes, humanoides Wesen mit einer silbrigen Haut, einem formlosen Gesicht und ohne Geschlechtsmerkmale.
Ein “Schwarzoger”, ein “Schneelaurer”, ein “Wendigo” und sogar ein “Basilaminenwaldschrat” sind hier verzaubert und hinter Glas eingesperrt.

Staunend wandeln die Helden durch das Vivarium und finden Abzweigungen in lange Stollen mit Bezeichnungen wie “Schwefelsee” und “Mindoritmine”. Immer wieder glauben sie von dem geisterhaften, schwarzen Hund verfolgt zu werden, bekommen ihn aber nie ganz zu Gesicht.
Im Zentrum des Gewölbes finden die Helden einen pavillionartigen Raum mit offenen Wänden. Wo die Hauptkorridore heranführen, treffen sie jeweils auf milchig-gläserne Wände, dazwischen liegen jedoch fünf mannsgroße Spitzbögen.
Im Inneren befindet sich eine Art Zisterne, in Kupfer gefasst, mit abnehmbarem Deckel. Darüber hängt von der Decke ein bequemer Stuhl an einer Kette, die zu einer Winde führt.
Tejeran fällt auf, dass die Kette an der Winde recht lang ist und vermutet, dass man den Deckel anheben kann und so den Stuhl tief in die Zisterne hinablassen kann. Neugierig öffnet er den Deckel. Spiralen und Lichtflecken eines mystisch lebendigen Lichtes huschen den Helden entgegen.
“Könntest du mich mit der Winde hinablassen?”, fragt der maraskanische Magier den Krieger Alawin. “Ich würde mir das gerne genauer ansehen. Ich glaube das muss so etwas wie ein Astralstrudel sein.”
Alawin lässt Tejeran hinab. Als er ihm zuruft ihn hochzuziehen wirkt er erschöpft und ausgelaugt. “Das müsst ihr euch ansehen. Ich glaube der Strudel führt direkt zum Geist des Ewigen Los, der den Limbus erfüllt.”
Auch Dariyon und dann Idra lassen sich hinab.
Idra die sich am längsten im Astralstrudel aufgehalten hat braucht eine Weile um sich nach dem Erlebten zu sammeln. Dann jedoch berichtet sie ihren Gefährten.

“Erst war da so ein merkwürdig schwebener Klang der mich umgab.
Dann wurde mir plötzlich gewahr, dass ich in hundert Jahren tot sein werde, nicht allgemein, sondern ganz klar so als wäre es passiert und ich hätte es erlebt. Ich werde verlöschen wie alle vor mir, denn der Tod macht vor niemandem halt.
Obwohl sie alle, die in den Äonen des Derealters gestorben sind, entschwunden sind, konnte ich sie dennoch um mich wirbeln hören.
Ich blickte zurück und sah Helden die sich dem Ausbruch der dunklen Zeiten entgegenstemmten, vergeblich, und sich erschöpft in ihr Schicksal fügten.
Dann blickte ich voraus und sah in der Gegenwart aus der wir kommen ein noch dunkleres Zeitalter drohen. Alles, was wir und unseresgleichen aufgebaut haben droht unterzugehen.
Es war als wäre unser Kampf für das Gute ein Kampf gegen Giganten und ich begann mich sterbensmüde zu fühlen.
Ich blickte erneut zurück, noch weiter, und konnte sehen wie im Zeitalter der Echsen Unsterbliche und Kaltblüter in erbarmungslosem Ringen lagen – nicht ahnend, daß der Sturz des Besiegten auch die Sieger ins Vergessen reißen wird.
Voraus lag im kommenden Zeitalter eine Zukunft in der fremdartige Völkerscharen aufeinanderprallten. Schwertzauberer und Riesenhafte stampften über zerfallene Ruinen, die einst ein Menschreich waren.
Der unbarmherzige Fluss der Zeit begann mich körperlich an meine Grenzen zu bringen, als wäre ich uralt, eine Greisin und kaum mehr fähig mich ohne fremde Hilfe zu erheben.”

Tejeran und Dariyon nicken. “Das war auch was wir gesehen haben. Und hier ließen wir uns zurückholen.”
Idra, die noch länger im Astralstrudel geblieben war, erzählt weiter: “Wie erstarrt harrte ich aus und blickte noch weiter zurück in ein längst vergessenes Zeitalter. Zottige Urmenschen mit mächtigen Hauern kämpften um einen glühenden Baumstumpf, den der Blitz gefällt hatte. Oder kämpften sie gegen ihre Angst und den Fremden Gott, der den Blitz geschleudert hatte?
In einer fernen Zukunft sah ich die Götter auf Dere wandeln, die Elemente und Sphären lagen ihnen zu Füßen. Doch Furcht erfüllte sie, denn sie sind unsterblich und dennoch endlich.
Diese Erkenntnis ließ mich bis ins Innerste erbeben.
Immer schneller dehnte sich mein Geist aus und ich sah den Anbeginn allen Seins. Ein Urriese, aus dessen verwundetem Leib Licht und Wasser sickerten, entließ den noch warmen Leichnam seiner gigantischen Gegnerin aus seiner Umklammerung. Überwältigende Verwunderung, Trauer und das Ende einer Ewigkeit schlugen mir entgegen.
Dann erblickte ich das Ende Deres, das Urfeuer, alt geworden über die Maßen, umhüllte den Leichnahm von allem, was ist. Wohltuende Wärme, erfüllte Zufriedenheit und der Beginn einer Ewigkeit wehten mir entgegen.
Ich begann mich aufzulösen und mit allerletzter Kraft gab ich das Zeichen mich empor zu ziehen. Hätte ich noch länger dort verbracht, wäre mein Geist jenseits der Ewigkeit vorgedrungen und dabei wohl vergangen.”

Erfahrungen durch den Kontakt mit dem Nayrakis, dem Geist des Ewigen Los

Schrecken der Dunkle Zeiten: Mut (SE), Totenangst +2
Ringen der Echsen mit den Göttern: Klugheit (SE), Neugier +2
Furcht der Götter vor der Endlichkeit: Charisma (SE), Aberglaube +2
Das Wesen des Urfeuers: Intuition (SE), Jähzorn -2

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Nach einer kurzen Rast beschließen die Helden nach einem weiteren Ausgang zu suchen und finden einen Gang der nach Norden führt. An seinem Ende können sie eine breite, gewendelte Treppe sehen die wohl in den Nordturm hinauf führt.
Als sie den Gang betreten, können sie von dort oben das Summen von Insekten hören. Plötzlich brechen mehrere Dutzend schwarzer Krallenhände aus Boden, Wand und Decke, dazwischen ringeln sich widerliche Tentakeln, und da und dort bricht sogar ein dämonisches Maul wie das eines Zant hervor. Eine Welle eiskalter Luft legt sich als Reif auf die Haut, und der Gestank der Niederhöllen drängt ihnen würgend entgegen …
Die vordersten Helden können sich gerade noch retten um nicht von den Tentakeln und Krallenhänden ergriffen zu werden.
Erschrocken erkennen sie, dass jeder Versuch das gewaltige PANDAEMONIUM vor ihnen mit Waffengewalt zu durchdringen aussichtlos wäre. Ein ODEM enthüllt, dass die dämonische Beschwörung von solch großer Kraft erfüllt ist, dass sie wohl für Tage anhalten wird.
Dariyon zeichnet schließlich ein Pentagramm auf den Boden und wirkt einen PENTAGRAMMA. Der Exorzismus hat Erfolg und schleudert die dämonische Präsenz zurück in die siebte Sphäre.

Das Summen der Insekten macht die Helden nervös, immerhin haben sie vieles über die gefährlichen Borbarad-Moskitos gehört.
Raidri, der das Gleiche denkt, erzählt den Helden: “Auf Maraskan war ich einmal in einen Schwarm Borbarad-Moskitos geraten, summende Quälgeister, die einem mit dem Blut gleich auch die Seele aus dem Leib saugen. Zu meinem Glück hatte ich einen echten Erzmagier an meiner Seite, sonst stünde ich heute nicht so klug und weise herum.”
Nach dieser Warnung schützt sich Dariyon mit einem Armatrutz und steigt alleine die gewundene Treppe empor um die gefährlichen Insekten mit einer Welle der Reinigung, einem flächenwirksamen FULMINICTUS, zu eliminieren.
Im unsteten Licht seiner Ewigen Flamme erkennt der Magier inmitten des typischen Turmgewölbes ein bis zur Decke reichendes, groteskes Ungeheuer mit Tentakelbeinen, Krabbenscheren, Hörnern, alles jedoch aus wirbelnden Wolken von Moskitos.
Dariyon erstarrt und macht sofort kehrt, ein Angriff trifft ihn in den Rücken und brennt wie Khunchomer Pfeffer. Er spürt wie die Berührung ihm einen Teil seiner Erinnerungen raubt, jedoch mit der Kraft hunderter Borbarad-Moskitos zugleich.
Taumelnd erreicht er seine Gefährten und sie beschließen einen anderen Weg zu suchen. Konsterniert verlassen sie das Gewölbe und errichten in der Gießerei ein Lager.

Tejeran, der hinter der nordöstlichen Wand der Gießerei einen Hohlraum vermutet, wird von Xolame bestätigt und so beginnt Idra die Wand nach einem Geheimgang abzusuchen, jedoch ohne Erfolg.
Während seine Gefährten rasten beginnt der maraskanische Magier ein Zauberzeichen, die Zähne des Feuers, an die Wand zu malen.
Unterdessen wird Praiala erneut von Albträumen geschüttelt. Schließlich erhebt sie sich, stößte den Wache haltenden Dariyon mit den Worten, “Nein! Nicht mehr! Er muss aufhören zu schneiden!” beiseite und schlafwandelt in den Rundgang.
Die Helden folgen ihr und finden sie in der Gruft wo sie mit einem wirren Gesichtsausdruck auf dem Boden hockt und mit den bloßen Fingern versucht eine der unzähligen Grabplatten zu öffnen.
Dariyon, der erkennt, dass sie erneut von einem Geist besessen ist, wirkt einen REVERSALIS GEISTERRUF. Von wehklagendem Geheul begleitet verschwindet die gefesselte Seele und Praiala erwacht und wirkt gänzlich entrückt.
Dariyon erklärt ihr vorsichtig was passiert ist während Alawin sich die Grabplatte ansieht an der sie sich zu Schaffen gemacht hatte. Die Indexnummer auf der Platte schlägt er in einem Buch nach das in einer Nische liegt und den Titel ‘Inventarium’ trägt. Dort liest er: “Specimen 65.1: Homine, sacerdos Praioti, Gilborn v. Punin, Cerebrum et Cordia extractum, exsangue.”
In den Notizen im Vivisektionsraum findet Idra Berichte über zahlreiche Operationen an Speciment 65.1 mit dem Ziel die Quelle der karmalen Kraft im Körper des Geweihten zu finden. Als Tag seines Todes ist der 29. Travia des letzten Jahres niedergeschrieben. Solche Operationen, sogenannte Vivisektionen, also operative Untersuchungen an lebenden Wesen, wurden später durch den Ersten Klugen Kaiser und nochmals durch Edikt Rohals verboten. Borbarad setzt seinen Wissendurst ganz offensichtlich über jegliche moralische Bedenken derartig qualvolle Methoden einzusetzen. Hier an diesem Ort soll er hunderte von Zwergen auf diese Weise zu Tode gefoltert haben um das Geheimnis ihrer Magieresistenz zu ergründen.
Schließlich führen die Helden Praiala zurück in die Gießerei wo Tejeran seine Arbeit an der Wand fortsetzt.

Als die Zähne des Feuers schließlich vollendet sind, brennt das Zeichen ein großes Loch in den Stein, durch das die Helden in den verborgenen Korridor dahinter blicken können.
Sie steigen hindurch und folgen dem Gang in Richtung des Westturms.

An der Gegenwand führt eine breite, gewendelte Treppe aufwärts. Das Licht der Helden bricht sich im gehämmerten Silberdraht eines im Boden eingelegten Heptagrammes.
Die Zauberer können gerade noch die Zeichen für Wache und Schutz und den Dämonennamen Balkha’bul erkennen, als sich selbiger auch schon manifestiert. Ein feister Leib eines goldglänzenden Drachen dessen Haupt von sechs Hörnern gekrönt wird, drei davon sind jedoch nur als abgeschlagene Stümpfe zu erahnen.
Die Helden schrecken zurück denn vor ihnen steht der sechsgehörnte ‘Wächter der unermesslichen Schätze’, der legendäre Schatzwächterdämon aus dem Gefolge des ‘Seelenfressenden Vermehrers des blutbefleckten Goldes’, der nur ein einziges mal in der Geschichte besiegt wurde – und zwar von Ilkhold Zottelhaar, dem ersten aventurischen Helden, mit Hilfe des verschollenen Zauberschwertes Gnor’a’khir womit er dem Dämon drei seiner sechs Hörner abschlug. Balkha’bul gilt als unbesiegbarer Wächter über die gehorteten Schätze des Erzdämons und seiner höchsten Paktierer.
Feixend öffnet der Dämon sein Maul, durch das sich widerliche Speichelfäden ziehen. Dann dröhnt seine Donnerstimme: “Er hat mich mit einem dieser widerwärtigen güldenländischen Rituale gebannt. Und er hat die dreizehn Worte gut gewählt: ‘Verhindere, daß jemand durch dieses Tor gelangt, sofern nicht ich es freiwillig erlaube.’ Aber, so euch ein Weg gelänge, den Pakt zu umgehen – es wäre mir ein niederhöllisches Vergnügen.”

Die Helden sind vom Anblick des Dämonen erst vor Furcht gelähmt, dann flüchten sie zurück in die Gießerei. Obwohl der Schatzwächterdämon sich nicht aggressiv verhielt zwingt seine furchterregende Gestalt sie dennoch zum Rückzug.

Idra schlägt vor einen anderen Weg ins erste Stockwerk zu suchen. Die Helden überlegen ob es ihnen gelingen könnte mit dem Lederseil den Müllschacht im Kerker hinaufzuklettern. Während Xolame in der Gießerei einen provisorischen Wurfhaken anfertigt zaubert Dariyon einen TRANSVERSALIS um sich über das Gitter zu teleportieren.
Als der Teleportationszauber ihn in den Limbus versetzt erkennt der Magier, dass der Limbus sich im Bereich der Schwarzen Feste wie ein gewaltiger Strudel dreht und trotz seiner Bemühungen seinen Zielort zu erreichen wird er von der kreisenden Strömung davongerissen. Entsetzt erkennt er, dass sich in den grauen Weiten der Äthers Legionen von Dämonen sammeln, die Aufmarschroute von Borbarads Dämonenheer.
Der zyklopäische Magier wird vom wirbelnden Astralstrudel in einer spiralförmigen Bahn immer näher zum Zentrum der Schwarzen Feste gezogen. Plötzlich taucht aus den grauen Nebeln voraus ein vier Schritt großer Dämon auf, katzenartig, fledermausgeflügelt und gehörnt. Einer rettenden Limbusströmung hat der Zauberer es zu verdanken, dass es nur zu einer kurzen Kollision kommt die ein GARDIANUM abschwächt und ihn vor einer Konfrontation bewahrt. Sekunden später hat Dariyon das Zentrum des Strudels erreicht und der Teleportationszauber versetzt ihn zurück in die dritte Sphäre.

Aus der ihn umgebenden Finsternis vernimmt der Magier Geräusche die nur aus den tiefsten Abgründen der Niederhöllen stammen können. Er hadert erst mit sich selbst doch dann entfacht er die Ewige Flamme seines Zauberstabes.
Sein Geist kann kaum erfassen was sein Auge erblickt, denn vor ihm erhebt sich eine Rauchsäule durch die er direkt in die Niederhöllen blickt. Umgeben von einer alles durchdringenden, dämonischen Macht, die jedes Leben verzehrt und zu grauenhaften, untoten Kreaturen entstellt erhebt sich die Zitadelle Thargunitoth’s, die erzdämonische Herrin der Untoten. Der Magier fühlt wie ihr Blick dem Seinen begegnet und seine Seele erschüttert.
Von Panik erfasst wendet er sich ab und blickt in eine zweite Säule. Umgeben von einer unbeschreiblichen, alles Leben verformenden Macht, in der nichts besteht sondern ständig unter Qualen in andere noch monströsere Formen verschmilzt, erhebt sich die erzdämonische Zitadelle Asfaloth’s, der Herrin des wimmelnden Chaos. Auch hier zieht sein Blick die Aufmerksamkeit der Herrin der Chimären auf sich und erneut wendet er sich ab auf der Suche nach einem Ausweg.
Die dritte der drei Säulen die ihn umgeben zeigt einen mit brennenden Lettern beschriebenen gläsernen Wall hinter dem sich die Spiegelhallen Amazeroth’s erstrecken, dem erzdämonischen Herzog der Dunklen Weisheit. Diesmal tritt der Zauberer zur Seite eher er auch noch die Aufmerksamkeit des Herren des verbotenen Wissens auf sich zieht und entfernt sich aus dem Zentrum des dunklen Raumes.
Dariyon befürchtet, das dies wohl ein Mittel des Dämonenmeisters ist um mit den Erzdämonen in Diskurs zu treten und ist fassungslos über welch unglaubliche Willensstärke dieser verfügen muß um sich gegen die Einflüsterungen solcher Mächte zu behaupten.
Suchend blickt er sich um.
Der Raum ist kreisrund, in seiner Mitte erheben sich die drei Rauchsäulen. Außen führen fünf Korridore mit einem merkwürdig grauen Schimmern in verschiedene Richtungen. Am Rand des Raumes stehen Tische, teils mit alchemischem und magischem Gerät, ein verhängter Lehnstuhl, Wandbilder. Die Bilder sind offenbar apotropäische, unheilabwehrende, Darstellungen Heskatets (Frau mit Waage), Azamir des Verfolgers (Augen in Flammensäule) und des Wanderers zwischen den Sphären (Kapuzengestalt) – den drei schlimmsten Dämonen, die einem erfahrenen Beschwörer überraschend begegnen können.
In fein geschreinerten Blutulmenregalen lagern tausende Paraphernalia zur Beschwichtigung von Dämonen, fein säuberlich in Kisten mit den Namen in Zahjad.
An einem Waffenständer hängt ein Beschwörungsschwert in einer Echsenlederscheide.
‘Wo bin ich hier?’, fragt sich der Zauberer während er sich vorsichtig am Rand des Raumes entlang bewegt.
‘Das Dämonaion’, antwortet die telepatische Stimme des Schlüssels zur Schwarzen Feste in seinem Geist.
Dariyon betritt einen der Korridore, genau wie bei ihrer Ankunft in der Vergangenheit führt auch dieser Korridor in den Limbus. Der Zauberer beginnt durch den Limbus vorwärts zu fallen, immer schneller und schneller. Plötzlich leuchtet der Schlüssel auf und ein PLANASTRALE ANDERWELT öffnet ein mannsgroßes Portal, durch das der Zauberer in den roten Sand der Gorischen Wüste versetzt wird.
Mittels GEDANKENBILDER verständigt Dariyon seine Gefährten über seine Situation und versucht erneut einen TRANSVERSALIS, diesmal jedoch vor den versteckten Eingang im Südostturm anstatt in das Innere der Schwarzen Feste.
Tatsächlich erreicht er unbeschadet sein Ziel und kann mit Hilfe des Schlüssels den geheimen Zugang öffnen und zu seinen Gefährten zurückkehren.

Xolame hat inzwischen den provisorischen Wurfhaken vollendet und die Helden beschließen Idra mit dem Lederseil zu versuchen zum Gitter des Müllschachts im Kerker hinaufzuklettern. Sie werfen das Seil über das Gitter und ziehen Dariyon hinauf so, dass dieser einige der Gitterstäbe mit einem REVERSALIS ADAMANTIUM verrosten lassen kann. Sie brechen die verrosteten Stäbe heraus und schaffen ein Loch durch das sie ins erste Stockwerk klettern können.

Wie sich herausstellt befinden sich dort die Privaträume des Dämonenmeisters die wahrscheinlich nur von ihm selbst und vielleicht seinen Vertrauten betreten werden.
In einem luxuriösen Schreibzimmer finden die Helden eine Vielzahl von Manuskripten und Briefmappen mit Briefen von Handelskontakten, Anhängern seiner Theorien, Arbeitsberichten Untergebener sowie teils verschlüsselten Spionageberichten.
Dazwischen entdecken sie einige Notizen wie zum Beispiel:

  • Konnektion von Ymra, der Göttin der Vergangenheit, Oase Yiyimris am Nordrand der Khom, und Yrramis bei Lowangen?
  • Gefangener Orck-Hexer gibt Datum mit 1977. Mondjahr an, will meinen: ihr Kalender ist 36.000 Jahre alt!
  • Wessenthalben sein die Tobrischen Hinkelsteine – von der Luft aus gesehen – schiere Wegweyser von der Gor zum Ehernen Schwerthe? Hätten die Büttel des Alten Drachen hiero gewircket?
  • Finger eynes noch lebendichten Riesen – als Paraphernalium nutzbar?

Tejeran vertieft sich in ein unbekanntes Traktat Rohals namens Wie wirckt die Wircklichkeyt?

Währenddessen liest Praiala auf einem Schreibpult einen Forschungsbericht von der Vivisektion des Praiosgeweihten Gilborn von Punin. Jener Geweihte, dessen Geist als Gefesselte Seele durch die Schwarze Feste irrt und bereits versuchte mit ihr Kontakt aufzunehmen, ist tatsächlich der Erzheilige der Praioskirche, der von Borbarad zu Tode gefolter wurde. Der Forschungsbericht detailliert die Arbeit des Dämonenmeisters und fasst das Experiment schließlich wie folgt zusammen: “Der Experimentator konnte weder Karmaenergie noch Astralenergie finden. Das Specimen wich weder durch RESPONDAMI-Verhör noch LAST DES ALTERS noch EIGNE ÄNGSTE noch NEKROPATHIA von seiner Darstellung von der überirdischen Quelle seiner Macht ab.”
Schockiert stellen die Helden fest, dass Borbarad den Heiligen nicht etwa aus schnöder Blasphemie, sondern aus eiskaltem Forschungsdrang zu Tode gefoltert hat. Schließlich hat er Gilborns Seele sogar aus dem Totenreich zurückgeholt um ihn noch weiter zu foltern, ein Fluch der ihn zu einem Totengeist, einer Gefesselten Seele, werden ließ.
Die Helden begleiten Praiala zurück ins Ergeschoss wo die Geweihte mit der Hilfe ihrer Gefährten den Geist Gilborns von Punin herbeiruft und mit ihm Kontakt aufnimmt.
Die Seele des Erzheiligen ergreift erneut Besitz von der Geweihten, doch diesmal ist sie vorbereitet und ringt nicht mit ihm um die Kontrolle über ihren Geist sondern nimmt ihn freiwillig auf.
Die beiden Seelen berühren sich doch der Heilige versucht nicht das Bewusstsein der Praiotin zu übernehmen, sondern nimmt sie in eine Traumwelt mit, die von tiefstem Praiosglauben und grauenvollen Höllenqualen erschüttert wird. Praiala steht der Seele Gilborns bei die Schrecken zu ertragen und erfährt dabei viel über dessen tief empfundenen Glauben. Aus dessen fundamentalen religiösen Überzeugungen offenbaren sich ihr bislang unbekannte karmale Wege im Kampf gegen den Missbrauch astraler Kraft.

Karmale Fähigkeiten

Regeltechnisch darf Praiala an dieser Stelle ohne weiteren Zeitaufwand die Liturgien des Heiligen Gilborn zu halben Kosten erwerben.
Liturgien:
– Gilborns heilige Aura (Grad III)
– Sankt Gilborns Bannfluch (Grad V)

Zudem ist es ihr möglich zwei vergessene klerikale Sonderfertigkeiten zu erlernen.

Sonderfertigkeiten:
Karmale Einstimmung (200 AP)
Karmale Kraftquelle (200 AP)

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Als sich der Geist Gilborns schließlich zurückzieht erklärt Praiala ihren Gefährten, dass seine Seele durch Borbarads Wirken an die Schwarze Feste gebunden ist. Sie kann leider nur mutmaßen, dass allein die Zerstörung der Schwarzen Feste oder des Dämonenmeisters selbst seine Seele von dem Fluch befreien würde der verhindert, daß er seinen Seelenfrieden in Borons Hallen findet oder gar in Praios’ Lichterpalast Einzug hält.
Die Helden beten, dass sie mit ihrem Unterfangen Erfolg haben und Borbarad vernichtet wird, und somit die Seele des Erzheiligen ihren Frieden findet.

Erneut klettern die Helden in den ersten Stock und beginnen die Privaträume des Dämonenmeisters auszukundschaften.
Sie durchqueren die Bibliothek voller hoher Eibenholzregale vollgefüllt mit arkanen Werken. Tejeran bewundert eine Weltkarte die nebst Aventurien auch noch das Güldenland, das Riesland und den Südkontinent Uthuria zeigt. Als die Helden neben hunderter Sternkarten eine Reihe genauer Thesen für etwa vier Dutzend Artefakten erblicken prägt sich der maraskanische Zauberer eine davon mit einem MEMORANS ein. Staunend gleitet der Blick der Magier über die Buchtitel in den Regalen.
Im angrenzenden Nordturm finden sie einen Meditationsraum mit einer Räuchervase und einem versteinerten tulamidischen Magier. Der von den Helden gerettete Gefangene der sich selbst “Die Schwarze Witwe” nennt, erkennt den Magier und erklärt, dass dies sein Gefährte war der ihn anwarb um Borbarad zu töten.
Die Helden überlegen und schließlich schlägt Praiala die Bannende Sonnenscheibe und sprich das Sankt Gilborn ora pro nobis. Dann formt sie das Zeichen des Auges und spricht:
“Im dreifach heiligen Namen Praios’, des Herrn der Sonne, dessen Gleißen den Makel der Welt auslöscht!
Im zweifach heiligen Namen Daradors, des strahlenden Wächters Alverans, dessen feuriger Atem den Frevel hinwegfegt!
Was der Ordnung der Welt spottet, kann in der Ordnung nicht sein!
Was dem Licht der Welt ein Greuel ist, kann im Lichte nicht sein!
Was das Weltengesetz bricht, kann rechtens nicht sein!
Was nicht sein kann – vergehe!”

Die Versteinerung fällt von dem Magier ab, welcher sich als Shaykal von Khunchom vorstellt. Nach einem Gespräch über die Absichten der Helden erklärt er sich bereit sie im Kampf gegen Borbarad zu begleiten. Er berichtet davon als lebende Astralbatterie benutzt und regelmäßig per MAGISCHEM RAUB seiner Astralkraft beraubt worden zu sein. Er zeigt den Helden eine schwebende Platform die als Aufzug in die oberen Stockwerke der Schwarzen Feste dient.

Gemeinsam durchsuchen sie das Schlafzimmer, die Garderobe, den Vorratsraum und die Küche. Im Badezimmer finden sie ein Schwarzes Auge. Schließlich betreten die Helden einen Raum der mit mächtigen Illusionen zu einem paradisischen Ort der Rahjanischen Freuden verwandelt wurde. Als sie eine in Stein verwandelte tulamidische Schönheit entdecken bricht Praiala erneut die sie versteinernde Magie und die Helden finden heraus, dass es sich um Borbarads Jugendliebe, die schöne Semirija saba Hamadi handelt. Die Helden erlauben ihr sich ihrer Schar anzuschließen und wenden sich dem großen Rundgang zu.

PENTAGRAMMA Artefakte von großer Macht die in die Innenwand eingelassen sind zeugen davon, dass sich der Dämonenmeister weniger vor sterblichen Eindringlingen als vor den gehörnten Schergen des Dämonensultans schützt.

Das Innerste dieses Stockwerks ist nur über ein zweiflügeliges Portal zu betreten, dass die Helden nur dank Dariyons ODEM entdecken, denn ein WIDERWILLE schützt den Eingang vor den Augen unbefugter. Mit vereinten Kräften ziehen sie die schweren Flügel des steinernen Portals auf. Dahinter erstreckt sich eine Vorkammer in der die Helden Opfer einer DISINTEGRATUS-Falle werden. Dank ihrer Erfahrung in der Abtei im Amboss-Gebirge reagieren sie richtig auf den Effekt des BORBARAD-HAUCHS der sie zu ersticken droht. Im weiter führenden Portal befindet sich eine Dämonenfratze aus Mindorium. Idra entdeckt, dass dessen Maul abgegriffen aussieht. Entschlossen greift sie hinein und das Portal öffnet sich. Dahinter erstreckt sich die Schatzkammer des Dämonenmeisters.

Direkt vor den Helden steht eine mannsgroße, goldene Statue eines Löwen mit dem Haupt eines Mannes mit herrlichen Locken. Tejeran, Alawin und Idra erinnern sich an die Sphinx auf der Tempelpyramide von H’Rabaal und blicken sie staunend als. Doch da lösen sich schon ein Dutzend Kugelblitze und zwei Flammenlanzen aus den Augen der Statue. Während die Sphinx in jeder Initiativphase einen weiteren Kugelblitz auf die Helden schleudert treten diese schwer getroffen den sofortigen Rückzug an. Der gerettete Khunchomer Magier stellt sich jedoch mutig dem Sturm aus Kugelblitzen entgegen. Mit einer Art Gardianum-Großschild den er aus seinem Zauberstab formt hält er dem arkanen Bombardement stand. Tejeran und Dariyon glauben ihren Augen nicht, doch gelingt es dem Tulamiden die Kugelblitze aufzuhalten. Immer weitere Blitze lösen sich aus den Augen der Sphinx und der fremde Zauberer, der sie mit all seiner Kraft aufhält fordert die Gefährten atemlos auf: “Tut doch, irgendetwas! Zerstört es!” Die Helden rücken im Schatten des Astralschildes vor und schließlich gelingt es Dariyon mit dem Hammer des Magus den Kopf der Statue zu zerschmettern. Die vergoldete Quarzstatue zerbirst, der Hagel aus Kugelblitzen versiegt und als sich der Rauch und der beißende Ozongeruch verzieht können die Helden sich endlich in Ruhe umsehen.

In der Schatzkammer erblicken sie einen drei Schritt großen schwarzen Monolithen der mit feurig flackernden Zeichen einer unbekannten Schrift bedeckt ist. Tejeran erkennt eine Ähnlichkeit mit den drachischen Glyphen die er auf der Steinkugel Shirchtavanens gesehen hat. Auf einem Pult neben dem Monolith liegt das aufgeschlagene Original des Compendium Drakomagia von Pher Drodont.
Dariyon entdeckt eine Ledertruhe mit sechzig ur-tulamidischen Schriftrollen, die vermutlich Geheimnisse der Magiermogule vom Gadang enthalten.
Idra findet das unter Magiern als verschollen geglaubte Liber Zhammoricam per Satinav. Ein altertümliches Lesezeichen ist auf einer Seite eingelegt und als Idra diese Seite aufschlägt und das Zelemja übersetzt stellt sie fest, dass die Stelle des Buches ein echsisches Zeitreise-Ritual beschreibt.
Praiala erblickt unterdessen ein dunkles, angekettetes Buch das sich magisch bewegt, sich selbst aufschlägt und grauenerregende Illustrationen der Fürsten der Niederhöllen beinhaltet. Es ist ein Zelemja-Echsisch geschrieben und die Geweihte vermutet, dass es sich um das Daimonicum, das berüchtigste und mächtigste Buch über die Siebte Sphäre handelt. Angeblich soll es die wahren Namen von fünf der zwölf Erzdämonen beinhalten, dem einzigen Garanten für eine halbwegs sichere Beherrschung.
Alawin entdeckt unterdessen eine große Standharfe aus dunklem Mohagoni mit zwölf Saiten aus Zwergenstahl deren Schwingungen starke Winde entfachen. Er erinnert sich an den firnelfischen Legendensänger Arktarion Eismeerwandern den die Helden trafen. Dieser erzählte ihnen von Dagal dem Wahnsinnigen, einem Mythos der Elfen. Er war der erste und bedeutendste Legendensänger seiner Rasse, dessen schöne Stimme jeden in ihren Bann schlug und, von seinem Thron an der Gelben Sichel aus, die ganze Welt erfüllte. Seine Harfe soll, der Legende nach, die Zwölf Winde Deres kontrollieren können, eine Kraft deren zerstörerische Macht sich offenbarte als Lügenbringer, der dreizehnte Wind des Namenlosen, Dagals Lied verdarb.
Einen Schatz Borbarads jedoch erblicken sie nicht, die siebengehörnte Dämonenkrone die er besitzen soll. Dies lässt für die Helden nur einen Schluss zu: Borbarad trägt sie gerade während er den Aufmarsch seines Dämonenheeres dirigiert. So langsam läuft den Helden die Zeit davon.

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Reise in die Vergangenheit

Es scheint den Helden als ob sie schrumpfen würden. Nicht körperlich, sondern seelisch. Jahre der Erfahrungen und Abenteuer blättern von ihnen wie trocknender Ton ab. Wie in einem tosenden Wasserfall stürzen sie in ihre Jugend hinab, in ihre Kindheit, zu ihrer Geburt – und darüber hinaus. Reduziert auf das, was vielleicht ihre unsterbliche Seele ist, stürzen sie trudelnd abwärts in einen endlosen, blau schimmernden Schacht. Bisweilen wird ihre Geschwindigkeit so hoch, daß ihnen die Sinne schwinden, dann wieder scheinen sie zu verzögern, und sie ahnen Schlachtenlärm, Feuerschein oder Jubel um sie herum.

Sie sind von einem Netz blauer, weißer und schwarzer Fäden umgeben, die sich hinter ihnen schmerzhaft ins Unendliche dehnen, während sie abwärts stürzen. Ein Gefühl eines großen Verstoßes gegen alles, was heilig und natürlich ist erfüllt sie.
Als sie wieder eine Zone der Verzögerung passieren an dem sie Bruchstücke der Geschehnisse wahrnehmen können, einem entscheidenden Punkt in der Geschichte, an dem hunderte von Ereignissträngen zusammenlaufen, erinnern sie sich plötzlich an den Ausdruck: “karmatische Kausalknoten”.
Tejeran, der im Taumel des Fallens, seinen Zauberstab davontreiben sieht, greift entschlossen nach ihm und kann ihn noch festhalten, bevor er in der vorbeirasenden Vergangenheit verschwindet. Dariyon tut es ihm gleich und es kostet die beiden Zauberer unglaubliche Geschicklichkeit und Geistesschnelle um die ständigen Strudel und Stürze vorherzusehen und die Artefakte festzuhalten während sie von einem Kausalknoten in den nächsten hinabstürzen.

Das hellblaue Schimmern ist ganz plötzlich verschwunden, schneller als es gekommen war. Fackellicht. Grässlicher Gestank – oder haben die Helden ihn selber mitgebracht?
Ein Beschwörungsraum mit Kerzen.
Die Helden stehen inmitten eines Tridekagrammes, eines Dreizehnecks mit eingeschriebenem Stern. Sie verharren ohne jeden Schwung in ihrer jeweils letzten Bewegung.
Sie sind nackt. Wie Rauhreif hat sich gelblicher Schwefel eiskalt auf ihr Haar und ihre Haut gelegt.
Vor ihnen steht ein weißbärtiger Mann mit der hellen, ungebräunten Haut des Akademikers, barfuß, nur mit einer Tunika mit Silbergürtel bekleidet.

Es gibt keinen Zweifel, wer der Magier vor den Helden ist. Tejeran, der gerade diesen Abend das Meisterwerk des Golodion Seemond bewundert hat, haucht ehrfürchtig: “Rohal der Weise”.

“Aha, die größten Helden des Zeitalters. – Wir rechnen Anno 590 seit dem Fall des vieltürmigen Bosparan. Ist Euch solche Datierung geläufig?”, fragt der Weise als die Helden sich gesammelt haben und festellen, dass von all den Personen im Ulmenkabinett offenbar nur sie und Raidri Conchobair von der Magie des Rings des Satinav erfasst worden sind.
Während sie den Worten lauschen, beginnen die Helden den Raum um sie herum wahrzunehmen: ein Tisch mit Kleidung und Waffen, ein verhängter Lehnstuhl, ein zweites Tischchen mit zwei Artefakten, drei verhängte Wandbilder und Regale, dazwischen mehrere Korridore mit einem merkwürdig grauen Schimmern in verschiedenen Richtungen.
“Allheute ist der 22. Tag des Boron Anno 129 seit dem Sturze der Praios-Tryannen. Seit einem halben Mond marschieret ein Heerbann der tapfersten Recken, Geweihten und Magi auf die Schwarze Feste zu.
Borbarad ist im Begriffe, das größte Daimonenheer aller Zeiten zu beschwören. Sich während dieser Zeit zu wappnen, hat er das alte echsische Ritual des Fran-Horas vollführet, welches die Lebenskraft in einen Fokus projeziert, so daß der Magus unverwundbar ist und keinen leiblichen Bedarf mehr hat. Die verborgene Lebenskraft kann Borbarad jedoch nur nutzen, solange sie frei ist.
Ihr nun kommet aus der Zukunft — will sagen: der mir relativen Zukunft – um dies zu verhindern. Denn meine Mannen sind verraten, ihr Schicksal aufs Grausigste besiegelt, Euch alleine kennet Borbarad nicht.
Ihr alleine vermöget, in die Schwarze Feste einzudringen, das Kristallherz des Borbarad zu erobern, die Lebenskraft mit einem magischen Netze zu fesseln, und sodann – dies erst ist der grimmige Teil – das gefangene Herz zu bewachen. Denn falls Borbarad den Plan durchschaut, wird er manche Attacke senden, um das Kristallherz zu erobern.
Eure eigene Gegenwart, ja wohl Euer ganzes Sein, hängt davon ab, daß Ihr bestehet. Darum werdet Ihr obsiegen, notfalls unter Aufgabe Eurer gesamten Kraft des Lebens oder des Astralen oder Teurerem.”

Die Helden hören dem Weisen aufmerksam zu und prüfen den Plan, den er ihnen erklärt.
“Wäre es uns nicht möglich Borbarad zu vernichten indem wir das Kristallherz zerschlagen?”, fragt der maraskanische Zauberer.
“Das würde die Lebenskraft wieder freisetzen. Borbarad würde dies merken, wäre gewarnt und würde ein neues Kristallherz erschaffen. Mit dem Netz könnt ihr das Zauberband unbemerkt unterbrechen, denn nur wenn Borbarad nicht merkt, dass er von seiner Lebenskraft abgeschirmt ist, dann kann der Plan gelingen.”
Tejeran: “Und wie können wir an das Kristallherz gelangen?”
“Die Schwarze Feste ist Aufgrund des Aufmarsches der beiden Armeen sogut wie verlassen. Seid dennoch vorsichtig.”

Nun deutet der Weise mit einladender Geste auf den großen Tisch im Hintergrund: “Sintemalen es notwendig und möglich ward, allein Eure Leiber dem Sat’Nav zu entreißen, habe ich mancherlei Armorium und Nützliches für Euch bereitet.”

Die Ausrüstung

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“Wappnung und Werkzeug sind nach bester Erkenntnis der Clarobservantia über die Schwarze Feste zusammengestellet”, erklärt der Weise.
“Sparet Eure lllumination. Es ist nicht Eure Mission, die Feste zu erkunden. Euer harret kurze Suche und lange Wacht. Für diese nehmet die Laterne.”

Nachdem die Helden die Ausrüstung verteilt haben und beginnen, sie anzulegen, wendet der Weise sich wieder mit einladender Geste zu dem zweiten Tischchen: “Ad primo: Der Schlüssel zur Schwarzen Feste.”
Er zeigt der Gruppe einen typischen, fast ellenlangen Burgschlüssel aus einem regenbogenfarben, gleißenden Metall und deutet dann auf einen der halbrealen Korridore, in dem das graue Nichts wabert.
“Betretet jenen Tunnel der Sphären, bleibet nahe beisammen, weichet nicht voneinander und wünschet Euch beständig, gen Mittag zu fahren. Der Schlüssel wird Euch im Augenblicke das Tor weisen und öffnen. Sodann wandelt zur Feste, meidet das offenbare Portal, findet den wahren Eingang, und wiederum wird der Schlüssel Euch das Tor weisen und öffnen.”
Mit diesen Worten reicht er Dariyon den Schlüssel, wobei er ihm ernst in die Augen blickt.

Nach kurzer Pause nimmt der Magier von dem Tischchen ein silbernes Geflecht von etwa Schildgröße. “Ad sekundo: das Netz. Werft es über das Kristallherz, seine Macht zu binden. So Ihr von dannen wollet, hüllet und traget das Herz vorsichtig im Netze. Niemals darf auch nur eine Facette unbedeckt sein, niemals dürfen Herz und Netz ohne Wächter sein.”
Wiederum reicht er Dariyon das Netz, diesmal mit beiden Händen, wobei sein Blick wiederum prüfend auf dem Helden ruht.
Das Geflecht ist aus dünnen gedrehten Seidenbändern, die mit feinstem Silberdraht durchwirkt sind. (In der Schneiderei Brokat genannt)
Die Maschendichte läßt es allenfalls zu, einen kleinen Finger hindurchzustecken.

Die Helden betreten den Sphärentunnel. Vor ihnen liegt graues, formloses, waberndes Nichts. Ein, zwei Schritte, und sie beginnen zu fallen.
Vorwärts? Abwärts? Ein seltsames Prickeln gleitet über ihre Haut. Der Klang der Sphären dringt ihnen dumpf verwischt entgegen, ohne, dass sie tatsächlich etwas hören könnten.
Als die Gefährten dem anführenden Dariyon folgen, nehmen sie sich gegenseitig als dunklere, klar abgegrenzte Silhouette wahr: kein Geräusch ist zu hören.
Der Limbus, von vielen als die Essenz des Ewigen Los zwischen den Sphären verstanden, erhielt seine heutige Form und Bedeutung durch die Machenschaften Madas, und dann die des Namenlosen.
Die Helden wünschen sich gen Mittag und fallen weiter und immer weiter, in einem rasenden Tempo. Dem Tunnel folgend erreichen sie binnen Sekunden das Tor, der Schlüssel leuchtet auf, und ein PLANASTRALE ANDERWELT öffnet ein mannsgroßes Portal, durch das man den roten Sand der Gorischen Wüste sehen kann.

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Am Hof des Reichsregenten

PRA
1
1015 BF
Am Hof des Reichsregenten
1. Turniertag des Kaiserturniers, Jahresbeginn und Sommersonnenwende
Gareth, Garetien, Mittelreich

Mit goldenem Glanz geht die Sonne über der Kaiserstadt auf. Der Himmel ist wolkenlos und strahlt in königlichem Blau.

Die Garether Bürger feiern den höchsten Feiertag des zwölfgöttergläubigen Aventurien mit Prozessionen mit goldenen Greifenstandbildern und Jubelrufen. Die Namenlosen Tage sind überstanden, ein neues Jahr hat begonnen.

Die Helden finden sich vor der Stadt des Lichts zur Eröffnungsmesse des Kaiserturniers ein. Der Lichtbote, Jariel Praiotin persönlich, hält die Ansprache zum Beginn der Messe, betont die Bedeutung und das Gewicht der göttergewollten Ordnung und ruft zur Demonstration der Macht des Sonnengottes ein mächtiges Wunder, einen Greifen herbei, der über die Schar der Gläubigen hinwegfliegt und sich neben dem Lichtboten niederlässt.
Die Predigt mahnt zu Demut vor den Göttern aber kündet auch von Mut, Zuversicht, und Gottvertrauen in einer Zeit die von politischen und klerikalen Krisen sowie blutigen, militärischen Konfliken geprägt ist.
Die Botschaft an die Gemeinschaft der Gläubigen lautet: “Friede den Menschen, Treue den Fürsten und Gehorsam den Göttern.”

Nach der Neujahrs- und Eröffnungsmesse des Kaiserturniers beginnt die Parade der Turnierteilnehmer vor der Neuen Residenz und dem Einzug aufs Turniergelände.
Danach erfolgt die Eintragung in die Turnierrolle. Alawin stellt erfreut fest, dass das alljährliche Kaiserturnier von nur einem Zehntel der Teilnehmer besucht wird wie das Turnier des Hoftags im Winter letzten Jahres.

Alawin und Idra reiten ihre ersten Durchgänge im Tjost. Der Albernische Krieger besiegt Baron Gonschomir Havelstein von Bärenklamm und den Ritter Tharian von Falkenstein.
Die Luringer Prinzessin besiegt die Amazone Caya von den Drachensteinen und den Ritter Lysterian vom Jergenquell.

Abends finden sich die Helden in ihren besten Kleidern zum Eröffnungsball vor der Neuen Residenz ein. Die Gelehrten Tejeran und Dariyon tragen ihre Fest- und Konventsgewänder, die Inquisitorin Praiala ihr goldenes Festtagsornat mit den Standessymbolen, Xolame ihr maßgeschneidertes Festtagsgewand aus Schatodor, Alawin seine nach neuester Mode angefertigte Ballkleidung aus dem Atelier der Ranari Espenkind und Idra ihr edles Ballkleid vom Hofschneider auf Burg Luringen.

Vor den Helden erstreckt sich eine 200 Schritt lange Allee durch weitläufige Parkanlagen, mit weißem darpatischem Kies bestreut. Links und rechts liegen die berühmten Springbrunnen und wunderschönen Gärten.
Nochmals passieren sie eine übermannsgroße Mauer und erreichen den Großen Platz der Residenz. Vor ihnen liegen Dutzende weiß gekalkte Gebäude mit lotosblauen Fensterläden, unübersehbar zur Rechten aber der Palast mit dem Fuchswappen. Etwa 50 Elitesoldaten des Greifenbanners, des 1. Regiments der Löwengarde, säumen die Auffahrt mit präsentierten Hellebarden. Auf den Rasenflächen haben die kaiserlichen Gärtner rote Tulpen, blauen Rittersporn und gelbe Königskerzen gepflanzt.
Die Helden durchqueren das Ehrenspalier und erreichen die große Freitreppe vor dem Palast.

Gemeinsam steigen sie die mächtige, aber ziemlich flache Freitreppe aus weißem Eternenmarmor hinauf.
Auf dem oberen Treppenabsatz begrüßt sie, an der Spitze einiger Lakaien, alle in Blau, Rot und Messing uniformiert, eine ungewöhnlich attraktive Mittvierzigerin, alanfanisch geschminkt, mit hochgestecktem schwarzem Haar und mit einem prächtigen goldenen Schlüsseln am Gürtel: “Willkommen im Namen Seiner Allerzwölfgöttlichsten Majestät. Ich bin Hofmarschallin Argiope Paligan von Gareth. Darf ich die geschätzten Herrschaften um Ihre Namen bitten?”
Nachdem ein Schreiber eine umfangreiche Liste geprüft hat und nickt, wendet die Hofmarschallin sich wieder den Helden zu: “Wenn ich die Herrschaften hier entlang bitten darf.”

Die Hofmarschallin führt die Helden durch das große Eingangstor in den Palast. Hinter dem Doppelportal liegt eine Säulenhalle, dahinter führen einige Stufen in den ersten großen Saal.
Als die Gruppe die Säulenhalle betritt wird sie von den bereitstehenden Herolden mit Fanfarenstößen begrüßt.
Der Wappenkönig, Vogt Gerwulf von Pallingen, kündigt sie sofort mit lauter Stimme an. Während dieser kleinen Zeremonie stehen weitere Lakaien bereit, um Umhänge und andere Kleidung in die links und rechts liegenden Garderoben zu schaffen. Für abgegebene Kleidung erhalten die Helden ein Stoffstückchen mit einem Drucksymbol zur Wiederausgabe.
Danach betreten die Helden die Prunkräume und Säle des Schlosses.

Vor ihnen liegt eine unübersehbare Flucht von Sälen und Korridoren mit sechs Schritt hohen Decken, erleuchtet von Kronlüstern mit Hunderten von Kerzen und mannshohen vergoldeten Kandelabern. Manche Räume sind auf halber Höhe von einer umlaufenden Galerie gesäumt, die auf Arkadenbögen ruht.
Hunderte von vornehm gekleideten Menschen drängen sich durch die Räumlichkeiten, stehen in Gruppen zusammen oder beobachten abseits des Gedränges. Das beständige Gemurmel erinnert an einen Bienenschwarm, von irgendwo her dringt Marschmusik. Ein Kaleidoskop wundersamer Düfte weht Euch entgegen.
Die Blumendekoration ist verschwenderisch und die Wände sind kunstvoll dekoriert: Gemälde und Kupferstiche wechseln mit Fresken und Wandteppichen ab. Die Böden sind mit poliertem Marmor, spiegelndem Parkett oder mächtigen Tulamidenteppichen bedeckt.
Die einzelnen Säle werden durch riesige Türen verbunden, mit je zwei Lakaien daneben, die – sofern die Türen nicht ohnehin geöffnet sind – die Türschnallen in Kopfhöhe mit Samtkordeln bewegen. Zuweilen führen auch Treppen aus Marmor in höher liegende Halbstockwerke.
Wieder stehen Löwengardisten an den Fuß- und Kopfenden der Treppe, in den Korridoren als Doppelposten im Abstand von 10 bis 20 Schritt und auch in Sälen an der Wand.
Auf den breiten Korridoren ist die Stimmung rondrianisch und sporenklirrend, man trägt hohe Reiterstiefel, Wappenhemden und Kaiser-Alrik-Schnauzbart, und da ist kaum einer, der nicht ein echtes Schwert an der Hüfte trägt. Man hört Schlagworte wie “Albernischer Parlamentarismus”, “Aranische Rebellion”, “Gesamtsicherung der Orkgrenze”, vor allem aber “Vinsalter Größenwahn”.
Ballkleider wie Ballhosen sind gewagt geschnitten, um die Rahjafrüchte der Damen und Herren zu betonen, Schmuck und Kleinodien dagegen werden eher dezent getragen.
Im Großen Ballsaal mit den Mosaiken schreiten die Gäste gerade zur Puniner Polonaise. Der elfische Zeremonienmeister Eolariel Zirilion Silbersee gibt bereits vorsorglich die darauf folgenden fünf Tänze bekannt. Die Hofbarden beginnen, auf einem havenischen Cembalo, einer Harfe, Flöten, Maraskolinen und Streichgeigen zu spielen, und die ersten Tänzer setzen sich in Bewegung.
Im Almadaner Saal mit den Kaiserstandbildern spielt das Musikbanner des 1. Kaiserlich-Königlich Garethischen Prinzengarde-Regimentes auf, der Ragathsky-Marsch dröhnt mit Ferdoker Fanfaren, Zwercher Trommeln, Pauken und Trompeten bis auf die Korridore hinaus.
In der Zwölfgötterhalle begleitet ein der Barde Gilmor von Lautenherz, der König der Barden und Barde der Könige, auf einer echten Vardari-Laute sein Meisterwerk “Die Verschwörung von Gareth”, in der er den answinistischen Mordanschlag auf den jungen Reichsbehüter und seine Vereitelung durch einige Helden schildert. Im Spiegelsaal mit dem im Parkett eingelegten kaiserlichen Wappen und den sechszehn übermannshohen Spiegeln treten der Kaiserliche Hofnarr Flarach der Schelm und einige der besten Gaukler Aventuriens auf.

Die Helden flanieren durch die Ballsäle, dabei begegnet Alawin dem Meister des Bundes der Senne Mittellande, Wallmir Giselliglava von Styringen. Dieser ist hoch erfreut über Alawins Noviziat im Dienste Rondras.
“Der Ruhm eurer Taten ist bereits jetzt so groß, daß er in den Geschichtsbüchern der Gelehrten und den Gesängen der Barden die Jahrhunderte überdauern wird. Ihr seid wahrhaft von den Göttern auserwählt.”
Er fragt ob die Helden schon der Vorladung zum Schwert der Schwerter, Dragosch Corrhenstein von Sichelhofen, gefolgt sind und ermahnt sie dies bei nächster Gelegenheit nachzuholen. Die Aufnahme in die Ruhmeshalle im Tempel der Heiligen Ardare in Arivor ist eine der höchsten Ehren der Kirche.

Praiala trifft auf Arrius von Wulfen, einen jungen Praioten und Hauptmann der Sonnenlegion der mit ihr das Tanzbein schwingt.
“Ich bewundere euren Kampf für die göttergewollte Ordnung und die Freiheit der Menschen. Euere Taten in der Schlacht auf den Silkwiesen und die Befreiung von Greifenfurt zeigen deutlich aus welchem Holz ihr geschnitzt seid.”, lobt er die Helden.
Der Lob ist tatsächlich nicht nur hohle Worte, stammen sie schließlich aus dem Mund jenes tapferen Sonnenlegionärs der den heldenhaften Widerstand der Garether Bürger gegen den Tordochai-Überfall während der Schlacht auf den Silkwiesen organisierte und selbst dem Feind vor den Toren mit der Waffe in der Hand entgegentrat.
Dieser mutige Einsatz und die Schwäches des Prinzen für Heldenmut ließen ihn zum wahrscheinlich jüngsten Anwärter auf die Position des kaiserlichen Hofkaplans des Praios aufsteigen.
Beim Gespräch während des Tanzes erfährt Praiala, dass Arrius von Wulfen die hilberianisch-neopraiotischen Ideen vertritt, die die Gerechtigkeit in den Vordergrund stellen und eine Rechtsordnung anstreben an die auch der Adel gebunden ist.

Unterdessen spricht eine junge, hübsche Hofdame den maraskanischen Magier, Tejeran, an. Er erinnert sich an sie, denn er hatte mit ihr auf dem Eröffnungsball des Hoftags im letzten Winter ein Stelldichein als er nach Personen bei Hofe suchte die den Barden Odilbert kannten.
Die Dame, ihr Name ist Sylvette, ist Mitglied des Hofstaats von König Cuanu ui Bennain von Albernia und verblieb als enge Vertraute von Königin Emer nach dem Hoftag im Kaiserpalast.
“Ihr habt euch wahrhaft einen Namen gemacht”, spricht sie Tejeran ihre Anerkennung aus. “Viele einflussreiche Personen bei Hofe kennen eure Namen.”
Sie fordert den Zauberer zum Tanz und so schreiten beide zur Polonaise. Unglücklicherweise unterschätzt der Magier die schwungvollen Drehbewegungen seiner selbst und der jungen Dame und so gleitet er auf dem spiegelnden Parkett aus und bringt im Sturz auch noch einen weiteren Tänzer zu Fall.
Die Kapelle spielt weiter und im weiten Saal haben nur die direkt Umstehenden den Unfall bemerkt und etwas Platz geschaffen.
Sofort rapptelt der Magier sich auf und hilft dem Gestürzten, einem älteren Herren. Kreidebleich stellt er fest, dass es Baron Dexter Nemrod war, den er unbeabsichtigt, gewaltsam zu Fall gebracht hatte. Der Baron von Ulmenhain, Großreichsgeheimrat und Leiter der KGIA ist wahrscheinlich der gefährlichste Mann im ganzen Neuen Reich. Wie der Magier gehört hat stellt er sein Ziel, das Wohl des Kaiserhauses, über jegliche anzuwendende Mittel. Dies war angeblich auch der Grund warum er vom Amt des Großinquisitors zurücktrat, welches nun durch den zum Bannstahlerorden gehörigen Rapherian von Eslamshagen ausgefüllt wird.
Mit einem knackenden Geräusch richtet der Großreichsgeheimrat seinen verrenkten Nacken und ist bemüht Würde und Form zu wahren.
Tejeran atmet erleichtert als Dexter Nemrod ihn ob seines Fehltritts nicht zurechtweist sondern ihn höflich begrüßt und den Unfall diskret überspielt.
“Meinen Glückwunsch zu eurer selbstlosen Initiative bei der Vereitelung des Giftmordes am Reichsregenten”, lobt er. “Ihr habt schnell, entschlossen und taktvoll gehandelt und das Reich vor einer schweren Krise bewahrt.”
Mit einem unüberhörbar tadelnden Unterton fährt er fort: “Im Gegensatz zu eurem Kampf in Greifenfurt ist eure Arbeit bei der Nachforschung der Geschichte der Stadtheiligen jedoch etwas unprofessionell verlaufen, findet ihr nicht? Mir scheint Oberst Marcian hat das Vorgehen in Greifenfurt mehr gelenkt als ihr es geschildert habt.”
“Der Regent schwärmt, wie sein Schwiegervater, für Heldenmut und Ritterlichkeit. Ich hoffe ihr habt genug Erfahrung um zu wissen, dass manchmal auch unpopuläre Entscheidungen gefällt werden müssen um den größeren Wohl zu dienen”, spricht er warnend bevor er sich erneut seiner Gemahlin Ailyne zum Tanz zuwendet.

Sylvette scheint von dem Vorfall nicht verunsichert und als Tejeran vorschlägt eine Erfrischung einzunehmen begeben sich die beiden in den nächsten Saal und genießen besten Yaquirtaler Bosparanjer, einen Almadaner Schaumwein, aus kristallenen Gläsern.
“Sagt, was bewegt euch? Was gibt euch den Mut euch dem Feind zu stellen und woher nehmt ihr die Weisheit den rechten Weg zu erkennen?”, fragt die Hofdame und lenkt die Schritte des Zauberers weg vom Gedränge in den weniger Frequentierten Ostflügel der kaiserlichen Residenz.
“Man erzählt sich ihr seid kürzlich auf Maraskan gewesen.
Ich habe viel über die Insel, deren prächtige Fauna und Flora und ihre stolzen Bewohner gehört.
Eines Tages möchte auch ich die Wunder Maraskans sehen.
Leider ist mein Platz hier bei Hofe und so kann ich nur den Geschichten und politischen Debatten der Fürsten und Abgesandten lauschen wenn sie über Maraskan erzählen.”

Sie öffnet die Tür zu einem leeren Privatsalon mit Spielbrettern für Garadan, Rote und Weiße Kamele, Brücke von Jergan, Pentagramm und vielen anderen Brettspielen. Bequeme Kissenlandschaften laden zum Verweilen ein und der Duft frischer Blumen liegt in der Luft.
Die Beiden ziehen sich in den Privatsalon zurück, sprechen über Maraskan und die kaiserliche Politik in Bezug auf die Insel, trinken vom erlesenen Wein und genießen die Zeit miteinander.
Einige Zeit später flanieren sie durch die Kaisergalerie als Tejeran bei einem der Gemälde stehenbleibt.
Das Meisterwerk ‘Rohal der Weise‘ von Golodion Seemond zeigt Rohal, der gütig von seinem Thron auf den Betrachter hinabschaut. In seinen Händen hält er den Stein der Weisen und wirkt so real als könne man in das Bild hineingreifen und ihn tatsächlich berühren.
“Golodion Seemond war einst Garether Hofmaler und wird seit zwei Jahrhunderten als der berühmteste Maler Aventuriens anerkannt”, erklärt Sylvette. “Seine Bilder sind von spezieller Magie durchwoben, die das Dargestellte so lebensecht zeigt, dass es sich sogar zu bewegen vermag.
Ein weiteres Meisterwerk des großen Malers ist der ‘
Eichenkönig‘ im Hotel Seelander.”
Tejeran nimmt sich etwas zeit um das Werk auf sich wirken zu lassen und es mit einem ANALYS zu untersuchen.
Schließlich begibt er sich jedoch wieder zurück zu seinen Gefährten in den Großen Ballsaal.

Unterdessen kommt, mitten im Trubel all der vornehmen Herrschaften, plötzlich ein kleines Mädchen, etwa im Pagenalter und prachtvoll in rot-gold-blauem Samt gekleidet, auf die Helden zugesprungen und fragt Alawin: “Habt Ihr den Herrn von Sturmfels gesehen?”
Der Krieger ist einen Moment verwirrt und zögert, denn er weiß nicht recht von wem die Rede ist.
Kurz darauf taucht ein zweites Mädchen auf, das dem Ersten zum Verwechseln ähnlich sieht, aber deutlich stiller und nachdenklicher ist, und kurz darauf eine junge Gouvernante, dezent bemüht, die beiden Kinder ein wenig zu Ruhe anzuhalten.
“Tut mir leid, Kleine, ich weiß es nicht”, antwortet er und sogleich erläutert die Gouvernante hilfreich: “Ihr müßt Euer Allerdurchlauchtigste Hoheit sagen …”
Sein Gefährte Dariyon, der erkannt hat wer die Mädchen sind, flüstert ihm zu: “Die Anrede ist tatsächlich angebracht: Die zwei kleinen Zwillingsmädchen sind die Kronprinzessinnen des Reiches.”
Während sich die Mädchen kichernd ein anderes Opfer für ihre Späße suchen spricht die Helden ein in kostbare Gewänder gekleideter Mann an.
“Die Stillere der beiden Kronprinzessinnen heißt Rohaja – nach Rohal dem Weisen – und wurde auf dem kaiserlichen Hoftag zur zukünftigen Kaiserin bestimmt.
Die Wildere heißt Yppolita. Übrigens war ihr Urgroßvater Fürst Halman ui Bennain von Albernia, der auch Vater der Amazonenkönigin Yppolita war.
Die Prinzessinnen genießen gerade das letzte Jahr ihrer Kindheit.
Endes diesen Jahres werden die Beiden ihren siebten Geburtstag feiern und dann Paginnen werden.”

Er stellt sich als Graf Oldebor von Weyringhaus vor, Burggraf von Kaiserlich Raulsmark und Stadtvogt von Neu-Gareth.
“Bei den Spießbürgern seid ihr schon zu einer Art Idole geworden. Euer selbstloser Kampf um das Wohl der Garether Bürger ist ein strahlendes Vorbild für uns alle”, lobt er die Helden für ihre Taten in der Großstadt.
“Ich habe euch übrigens beim Turnier streiten sehen. Alles Gute und den Segen der Zwölfe für euren Sieg.”

Idra, die selbst nach einem Tanzpartner ausschau hält, erblickt einen Mann den sie beim Turnier des Hoftags kämpfen sah. Obwohl sie sich nicht entsinnen kann wie sein Name war, erinnert sie sich, daß er ein außerordentlich guter Schwertkämpfer ist, beim Lanzengang jedoch eine eher durchschnittliche Figur machte.
“Hocherfreut, Baron Ungolf vom Berg auf Berg”, stellt er sich vor als sie ihn zum Tanz auffordert.
Wie sie herausfindet ist Baron Ungolf nicht nur das Familienoberhaupt des Hauses vom Berg, einem alten Adelsgeschlecht aus der Landgrafschaft Gratenfels im Kosch, sondern zudem Kommandant der Panthergarde, der persönlichen Leibgarde der Kaiserfamilie.
“Bei eurer Aufdeckung des Komplotts und versuchten Giftanschlags auf den Prinzen habt ihr dem Reich einen großen Dienst erwiesen. Der Regent hat nun auch eingesehen, dass auch er seine Speisen immer vom kaiserlichen Mundschenk vorkosten lassen muss. Der Schutz des Prinzen und seiner Familie ist der wichtigste Garant für den Frieden im Reich. Falls euch Verdächtiges auffällt, den Hof betreffend, scheut euch nicht euch direkt an mich zu wenden”, erklärt er Idra während sie das Tanzbein schwingen.

Plötzlich geht ein Raunen durch die Menge, und die Gäste bilden respektvoll ein Spalier. Direkt auf die Helden zu kommt eine der schönsten Frauen, die sie jemals gesehen haben: Ihr blondes Haar ist prunkvoll aufgesteckt und trägt eine rubinbesetzte Krone. Sie hat große, braune Rehaugen und einen vollen, roten Kirschmund. Sie trägt ein rauschendes blauweißes Atlaskleid mit einem faszinierenden Dekoltee. Ihre Bewegungen sind graziös und kraftvoll, und ein sanfter Duft von Flieder umgibt sie.
Im Gefolge der Dame sehen die Helden eine Gouvernante mit einem nicht ganz vierjährigen Knaben sowie zwei Gardistinnen mit Pantherwappen.
“Königin Emer von Garetien, Gattin des Kaiserlichen Regenten, König Brin, und Tochter des Königs von Albernia, Cuanu ui Bennain”, raunt Alawin, der zu einer tiefen Verbeugung ansetzt.
Ihr Sohn, Prinz Selindian Hal, ehemals als Thronerbe gefeiert, ist seit dem königlichen Hoftag nur nach der Dritte in der Thronfolge.

Dann beginnt das Musikbanner des Prinzengarde-Regimentes die Reichshymne zu spielen, und, von der Westseite beginnend, gehen alle Anwesenden der Reihe nach in Kniefall oder Hofknicks. An der Spitze von fünfzig oder sechzig Gefolgsleuten erscheint, huldvoll nach beiden Seiten grüßend, der Kaiserliche Regent, Prinz Brin. Er hat einen Kaiser-Alrik-Schnauzer und Vollbart, auf dem halslangen, dunkelblonden Haar ruht die goldene Krone. Er trägt den kleinen Krönungsmantel in Rot-Gold-Blau mit Hermelinbesatz, dazu Szepter, Greifenkugel und Siegelring. Gekleidet ist er in einem Wappenrock mit Füchsen und Greifen, enge Hosen mit eingesetztem Schrittstück und schenkelhohe Reiterstiefel mit goldenen Sporen. Vor dem Regenten geht nur noch ein Knappe, der auf einem roten Samtpolster eine prunkvollere Krone präsentiert.
Die Männer der Panthergarde, insgesamt 50 Leibgardisten, verteilen sich mit Wehrheimer Präzision im Saal während der Regent ständig von seinen Günstlingen, einem Schwarm kriegerischer, auffallend respektloser, junger Barone umgeben ist.
Die Helden möchten sich vorstellen um zu erfahren welcher Umstand ihnen die Ehrer zuteil werden ließ, die Einladung zu erhalten, doch erwidert der Prinz ihren Gruß mit der gebührenden Anrede nur mit einem Kopfnicken während er von den ihn umgebenden wichtigtuerischen Hofschranzen bestürmt wird.
“Eure Majestät, was den Vorstoß bei Baliho angeht … “, spricht ihn ein junger Baron an und wird bereits von einem anderen unterbrochen: “Eure Kaiserliche Majestät, mit Verlaub, darf ich noch einmal daran erinnern … “, hechelt ein Junker.
“Wie recht Ihr habt, Euer Majestät! Übrigens: Wie ich schon auf den Silkwiesen vorschlug … “, fällt ihm bereits der nächste junge Baron ins Wort.
Die Helden erkennen, dass sie die Aufmerksamkeit des Prinzen nicht erlangen werden sofern sie sich nicht auf das selbe Niveau herunterlassen und geben sich damit zufrieden den Regenten gesehen und gegrüßt zu haben.

“Die Wirren des letzten Jahrzehntes – die Tausend-Oger-Schlacht, die Answin’sche Usurpation und der Zweite Orkensturm – haben viel neues Blut in den mittelreichischen Adel geschwemmt”, erklärt ganz beiläufig eine Edle die sich ganz unbeobachtet neben Idra gestellt hat.
“Hocherfreut sie kennenzulernen euer Wohlgeboren, euer Ehrwürden, wohlgelehrte Herren. Baronin Elea von Ruchin mein Name”, stellt sie sich den anderen Helden vor. “Geschichten über eure Abenteuer werden von den Barden schon im ganzen Reich erzählt. Mögen die Götter euch für eure Taten mit einem Schatz belohnen.”
Als sie dann mit Tejeran zum Tanz schreitet flüstert Idra ihren Gefährten zu, dass Elea von Ruchin nicht nur die Zahlmeisterin des Kaiserhofes sondern zudem die heimliche Hofkaplanin des Phex ist und so im verborgenen über die Finanzgeschäfte des Reiches wacht.

Praiala, die sich eine Erfrischung holt, trifft im Almadaner Saal auf Rapherian von Eslamshagen, den amtierenden Großinquisitor. Er machte sich in der Praioskirche vor allem durch sein kompromissloses Auftreten und radikale Bekämpfung des Unrechts einen Namen und es steht zu erwarten, daß die Heilige Inquisition unter seiner Führung offensiver vorgehen wird als unter dem Großreichsgeheimrat Dexter Nemrod.
Die junge Inquisitorin stellt sich höflich vor und stellt zu ihrer Verwunderung fest, dass sie dem Großinquisitor bekannt ist und mit aufmunternden Worten bedacht wird.
“Die Inquisition braucht Menschen wie euch, die gewillt sind mit dem Licht in der Hand ins Dunkel zu ziehen um jene zu finden die in der Dunkelheit Frevel und Ketzerei predigen. Ihr seid auf dem rechten Weg, lasst euch nicht von Politik und schönen Worten einwickeln sondern folgt dem Wort des Herren.”

Unterdessen trifft Alawin im Großen Saal auf eine junge, hübsche Hofschreiberin die ihn mit allen Mitteln der Kunst umgarnt.
“Oh, der Befreier von Greifenfurt, Retter des Prinzen und Finder des Löwenschwertes, Alawin von Rabenstein.
Was für eine außerordenliche Ehre!
Ich habe euch beim Lanzengang gesehen, welch’ eine Pracht.
Man sagt ihr werdet das Turnier gewinnen.”
Der Krieger trinkt ein Glas mit ihr und bei einem Tanz merkt sie, dass er sich auf dem Parkett nicht ganz so wohl fühlt.
“Ist euch der Rummel hier nicht auch zu viel?”, fragt sie. “Habt ihr gewusst, dass, im Kaiserlichen Garten die uralte Blutulme Argareth steht? Der Baum der der Kaiserstadt ihren Namen gab. Er ist älter als das tausendjährige Neue Reich und stammt noch aus der Zeit als der Mittwald noch das Herz des Kontinents bedeckte.”
Sie schlendern zu einem der Seitenausgänge in die Schlossgärten wo sich die Besucher zwischen perfekt gepflegten, mannshohen Rosenhecken verlieren und vorbei an Springbrunnen und Marmorstatuen lustwandeln.
“Jener Urwald”, erklärt sie, “war von starker elementarer Magie durchflossen und erstreckte sich vom Pandlaril, einem Fluss in Weiden, bis an die Höhen Caldaias, das ist das Hochland zwischen Garetien und Almada. Der heutige Reichsforst stellt jenen geheimnisvollen Teil des Mittwalds dar der der Rodung mit seinen urtümlichen Kräfte bis heute trotzt.”
Sie erreichen die mächtige Blutulme die der Legende zufolge mehr als tausend Jahre alt sein soll und dennoch groß und kraftvoll und in voller Blüte steht.
“Wusstet ihr”, fragt die gelehrte Dame, “dass die Blutulme Argareth den Mittelpunkt Aventuriens markiert? Alle Derographen und Landvermesser richten ihre Arbeit nach ihr aus.”
Der Krieger lässt sich gerne ein wenig von der Dame verführen, flirtet mit ihr und genießt es einmal nicht in einer stählernen Rüstung zu stecken.
Als sie sich in einem Lusthaus im kaiserlichen Schlossgarten niederlassen fragt sie: “Ihr wart gerade einige Zeit fern von Gareth unterwegs. Wohin hat euch euer Weg geführt? Was habt ihr erlebt?”
Alawin erzählt von seinen Abenteuern und von ihrer Expedition auf der Insel Maraskan.
Als er später zu seinen Gefährten zurückkehrt erfährt er, dass es sich bei seiner Bekanntschaft um die Korrespondentin des Aventurischen Boten am Kaiserhof handelt.

Am späten Abend tritt ein Mann mittleren Alters in blauer, mit Symbolen bestickter Seidenrobe, mit einem Stirnband und mit kurzem, mit Wachs gesteiftem Vollbart an die Helden heran und grüßt ehrerbietig: “Gestattet, ich bin Magister Melwyn Stoerrebrandt, der Dritte Hofmagus. Ich darf Euch im Namen des Kaiserreiches zu einer Seance des Geheimen Ordens vom Schwarzen Auge von Punin bitten …”

Die Helden rufen sich in Erinnerung was sie über den Orden gehört haben.
Idra erinnert sich, dass man sich in den Straßen Gareths von einem geheimen Beraterkreis des Kaisers erzählt, in dem Weise und Gelehrte sitzen sollen. Sie können mit einem Schwarzen Auge alles sehen, was in Aventurien vor sich geht.
Der Orden vom Auge, so haben Dariyon und Tejeran es gelernt, ist ein Zirkel von Beratern des Kaisers des Mittelreichs, der insbesondere in wissenschaftlichen, magischen und geheimen Belangen zu Rate gezogen wird. Er waltet diskret im Hintergrund, nur gelegentlich greifen vom Orden angeworbene Spitzel und Söldner dort ein, wo die Sicherheit des Reiches in Gefahr ist. Wichtigstes Instrument und Symbol der Gemeinschaft ist das legendenumwobene Auge des Morgens, ein Schwarzes Auge, mit dem man an ferne Orte blicken kann.
Der Orden wurden während der Friedenskaiserzeit gegründet, ausgelöst durch die Schenkung des Schwarzen Auges durch tulamidische Weise. Ursprünglich dazu gedacht, den Kaisern unauffällige Hilfe auf dem Weg zu weisen Entscheidungen zu sein, ist der Titel einer Geheimen Weisheit heute längst öffentlich. Auch zum Hochmeister des Ordens wird seit Kaiser Alrik traditionsgemäß der Kaiser des Neuen Reiches bestimmt.
Der Wahlspruch des Ordens lautet: “Oculus videt, caput cogitat” (“Das Auge sieht, der Kopf denkt.”)
Böse Zungen behaupten der Großreichsgeheimrat hätte den Spruch getätigt: “Das Auge sieht, der Kopf denkt, die Hand lenkt. Der Orden ist das Auge des Reiches. Manchmal der Kopf. Und hin und wieder muss er zur Hand werden.”
Praiala fällt ein, dass sie das Wappen des Ordens auf einem Brief in der Schreistube von Praiodan von Luring gesehen hat: ein Schwarzes Auge, getragen von Greif und Einhorn als Wappenhaltern.

Die Helden folgen der Einladung und so führt sie der Dritte Hofmagus durch lange Korridore mit vereinzelten Lakaien und Gardisten in den Ostflügel und über ein Treppenhaus ins erste Stockwerk. Hinter einer rötlichen Tür aus Blutulmenholz liegt ein holzgetäfeltes Kabinett mit leicht magischem Ambiente.
Das Ulmenkabinett des Kaiserhofes, durchfährt es die Magier.
Kreisförmig stehen mit rotem Samt bezogene, einfache Lehnstühle, auf denen sich nach und nach über 20 Personen ohne größere Förmlichkeiten niederlassen.
Einige davon erkennen die Helden als magische Prominenz.
Auch Raidri Conchobair, der Schwertkönig, ist unter den Anwesenden.

Virilys Eibon von Rohals Zinne, Erster Hofmagus, Spektabilität des Seminars der Verständigung und Heilung zu Donnerbach, Convocatus des Bundes des Weißen Pentagramms. Der Titelzusatz “von Rohals Zinne”, so haben die Helden gehört, sowie das entsprechende Lehen und Wappen stehen traditionell dem Ersten Hofmagier des Mittelreichs zu. Dies ist der Ort an dem der Erzmagier Rohezal lebt. Virilys Eibon war bereits Hofmagier und Gespiele von Kaiserin Cella und wurde unter Kaiser Reto durch Gaius Cordovan Eslam Galotta in dieser Position ersetzt. Erst nach dessen Verbannung unter Kaiser Hal wurde Virilys Eibon erneut Erster Hofmagier. Der halbelfische Zauberer müsste eigentlich über 100 Jahre alt sein, wirkt aber jugendlich.

Chiranor Feyamun, Zweiter Hofmagus, ein begnadeter Antimagier und Hofastrologe von der Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth, ebenfalls Convocatus des Bundes des Weißen Pentagramms. Er ist angeblich einer der wenigen Zeugen von Kaiser Hals Verschwinden im Bornland.

Melwyn Stoerrebrandt, Dritter Hofmagus, Illusionist von der Schule des Seienden Scheins zu Zorgan sowie Luft-Elementarist der Pentagramm-Akademie in Rashdul. Er ist der Vater von Chrysallia Stoerrebrandt, der Hesinde Geweihte aus dem Pentagon Tempel welche die Helden kennengelernt haben. Seine Ähnlichkeit mit dem Familienoberhaupt Stover Regolan Stoerrebrandt ist unübersehbar.

Racalla von Horsen-Rabenmund, Spektabilität der Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth ist bekanntermaßen eine der großen Stützen des Reiches. Selbst ihre Verschwägerung mit der Familie des Thronräubers Answind von Rabenmund konnte ihr angesichts ihrer unbestreitbaren Kompetenz als Anti- und Kampfmagierin nicht schaden.

Thiron von Uckelsbrück, Spectabilitas minor unter Racalla von Horsen-Rabenmund, Magister Magnus der Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth. Er ist mit Haldana von Luring-Uckelsbrück verheiratet, der Magistra ordinaria contraria an der Akademie der Magischen Rüstung.

Praiodane Almira Werckenfels, Spektabilität des Kaiserlich-Garethischen Informations-Institutes zu Rommilys, ist wahrscheinlich die gefürchtetste Hellseherin des Neuen Reiches. Das Informations-Institut arbeitet eng mit der KGIA zusammen und handelt im Auftrag des Kaiserhauses im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten absolut skrupellos.

Unter all den festlich gekleideten Magiern fällt noch ein kleiner wie ein reicher Händler gekleideter Mann auf.
Und schließlich tritt – ohne jedes Gefolge – Seine Kaiserliche Majestät König Brin ein, der, wie es scheint, zum ersten Mal an einer derartigen Seance teilnimmt.

Als erwartungsvolle Ruhe eingekehrt ist, macht König Brin eine einladende Geste zu Magister Melwyn Stoerrebrandt, der daraufhin erläutert:
“Der wesentliche Grund für diese außerordentliche Seance des Ordens ist ein magisches Artefakt, das das Handelshaus Stoerrebrandt dem Orden zum Kauf anbietet. Das Objekt wurde von einer Expedition unter Erzmagier Rakorium entdeckt und als der Ring des Satinav identifiziert. Die Ordensmitglieder wurden versammelt, um ihr Urteil betreff allfälligen Erwerbs abzugeben. Die weiteren Herrschaften wurden eingeladen aufgrund ihrer Teilnahme an der Expedition und Kunde aus erster Hand. Als Vertreter Herren Stoerrebrandts agiert Herr Dalbert Gursammen vom hiesigen Kontor.”
Auf diese Vorstellung tritt ein kleiner, mopsiger Mann in feinstem Tuch und Pelz mit der typischen Bürgermütze vor, präsentiert eine geöffnete elfenbeinerne Schatulle und erklärt dazu in breitem bornländischem Akzent: “Bei dem zum Verkauf stehenden Objekte handelt es sich um einen einfachen Reif von einer Handspann Durchmesser. Das Material wurde von Spektabilität Rakorium als Mindorium identifiziert. Einzige Bearbeitung ist eine feine Gravur in Bosparano, die übersetzt lautet: ‘Für die größten Helden des Zeitalters’.”
Der Reif, er hat einen Handspann Durchmesser, ist nicht ganz einen Finger breit und wiegt nur etwa 5 Unzen. Umlaufend auf der Außenseite findet sich die Gravur. Das Material ist ein mittelstarkes Blech eines silbernen Metalles, in dem sich das Licht regenbogenartig reflektiert. Die Helden erkennen es ganz eindeutig als Mindorium, einem sehr seltenen, magischen Metall, dass von Zauberern gerne zur Erschaffung von Artefakten verwendet wird, da es die Zauberkraft leichter aufnimmt als andere Materialien.

Spektabilität Werckenfels vom Informations-Institut präsentiert ein Schriftstück: “Die beigefügte Expertise stammt vom Erzmagier Rakorium Muntagonus, Spektabilität der Halle des Quecksilbers in Festum. Bekanntlich ist er nicht nur Hüter des sagenumwobenen Kelches der Magie, des Schlüssels zur Beschwörung des Schwertes Siebenstreich, sondern ist auch Bewahrer der ‘Enzyklopaedia Sauria’ und führender Experte auf dem Gebiet der Echsenmagie, wenn auch nicht unumstritten. Ich erinnere nur an seine paranoiden Warnungen vor den schlafenden Göttern der Echsenmenschen (Allgemeines Gelächter) und seine fast ketzerischen Traktate über Hesinde und Tsa.
Sei es wie es sei, Rakoriums jüngste Expedition galt dem Ring des Satinav. Laut ‘Etherisches Geflüster’ von 253 v.H. – der einzigen relevanten Erwähnung dieses Artefaktes – soll der Ring Symbol und Quelle der Macht Satinavs sein, doch soll ihn der vielgehörnte Wächter der Zeit während der dunklen Zeiten verloren haben, und es soll von kosmischer Bedeutung sein, den Ring vor dem Zugriff der Schüler borbarads zu bewahren.
Jedenfalls hat Rakorium das vorliegende Artefakt vergangenes Jahr in Maraskan gefunden …”

Da grollt König Brin dazwischen: “Wie kommen die Bornländer dazu, heimlich eine Expedition auf Maraskan zu veranstalten? Kaum ist der Löwe ein Jahr krank, wildern die Wölfe durch sein Revier. – Nun gut, weiter …”

“… in Maraskan gefunden und nach eingehender Untersuchung als unbrauchbar zur Bestätigung seiner Theorien befunden. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, wie das Handelshaus Stoerrebrandt in den Besitz des Artefaktes gelangte.”
Darauf dienert Dalbert Gursammen mit kleinem Lächeln: “Nun, die Expeditionen des Erzmagiers übersteigen seine Möglichkeiten bei weitem, und die Finanzierung durch Herren Stoerrebrandt beruht bereits seit über 20 Jahren auf gewissen Arrangements, die über den Besitzer bedeutender Fundstücke keinen Zweifel lassen.”

Spektabilität Werckenfels: “Allerdings kann ich mich an keine einzige Erwähnung des Ringes des Satinav im bekannten Schriftentum der Borbaradianer erinnern. Ich habe die betreffenden Bücher, unter anderem ‘Borbarads Testament’, aus den Bleikammern von Rommilys mitgebracht, damit sie der Orden studieren kann. Die Beschäftigung mit diesen Schriften ist natürlich laut ‘Codex Albyricus’ verboten, aber ich denke, daß wir in dieser Angelegenheit mit einem Dispens vom Collegium Canonikum rechnen können.”

Virilys Eibon, Erster Hofmagus: “Ehe wir zu einer Untersuchung schreiten, möchte ich daran erinnern, daß wir nach wie vor mit schwarzmagischen Anschlägen durch meinen unseligen Vorgänger Galotta rechnen müssen – insbesondere bei Anwesenheit seiner Kaiserlichen Majästet.”

Nachdem der Reichsregent von den Hofmagiern mit etlichen Schutzzaubern vor feindlicher Magie geschützt wurde bereiten die Mitglieder des Ordens sich für die Seance vor.
Tejeran und Dariyon bieten sich an zu unterstützen, immerhin haben sie beide profunde Kenntnisse sowohl in der benötigten Vereinigung von Zauberkraft zu einem Geistesbund als auch in der magischen Analyse. Ihre vorangegangene Teilnahme an der Untersuchung des Artefaktes zusammen mit Erzmagier Rakorium und Spektabilität Khadil Okharim bringe zudem große Vorteile beim Erkenntnisgewinn.

Die Mitglieder des Ordens willigen ein und nehmen das Angebot der Helden an. Beide Magier bekommen ein Platz zugewiesen und nehmen am UNITATION teil. Virilys Eibon, der den Bund führt, leitet den ANALYS ARCANSTRUKTUR ein, bündelt die Hellsichtmagie der gesamten Seance und fokussiert den Ring des Satinav. Für einige lange Minuten tauchen die Bundteilnehmer in tiefe Konzentration. Sie nehmen die magischen Wirkungsmatritzen, das aller Zauberei innewohnende Gewebe aus den Fäden und Bahnen der Kraft, in dem magischen Artefakt so deutlich wahr wie sie es noch nie gesehen haben.

Als sie ihre Untersuchung beendet haben erklärt Virilys Eibon schließlich: “Der Ring beherbergt zwar nur einen biphonischen Cantus, jedoch infinitisiert.
Bemerkenswerterweise handelt es sich beim Ersten um eine der verschollenen Sieben Formeln der Zeit.
Ausgelöst wird diese von einem Nodix Causalis der mittels des zweiten Cantus, einer Clairobservantia Qualitatis, perzipiert wird.
Dieses Phänomen wurde von Niobara von Anchopal in ihrem Werk ‘Astrale Geheimnisse’ erstmals disquirirt, ist aber im Collegium non nemine contradicente.
Der These der Seherin zufolge seien Globuli, sīc erat scriptum Sphärologia Rohalensis inter alia etiam Tertia, fest in der Vergangenheit, aber unbestimmt in der Zukunft.
Jene Nodices Causali die gehäuft um bedeutende Ereignisse der Weltgeschichte entstehen verursachen die Abspaltung von sogenannten Parallelwelten, die jedoch, in opere citato, meist schnell nach ihrer Divergenz wieder vergehen. Id est stellt der Ring …”

König Brin unterbricht unwirsch: “Ja, ja, gut, was heißt das ganze Magierbosparano nun?”

Virilys Eibon: “Vermutlich lassen sich mit Hilfe des Ringes bedeutende Geschehnisse der Weltgeschichte verändern sofern sie noch nicht zu lange zurückliegen. Wenn dies stimmt wäre der Ring von unschätzbarem Wert.”

Plötzlich dringt ein hellblauer Lichtschein aus der Mitte des Ringes, eine Art Säule, die aber nur drei Schriftt hoch reicht. Sie beginnt hektisch zu kreiseln, während sich ebenso hellblaue Lichtzungen faserartig auszubreiten beginnen. Unwillkürlich denkt man an splitterndes Eis oder Glas. Unirdisch hallende Klänge dringen aus dem Licht.
Ruckartig werden Tejeran und Dariyon von den hellblauen Feldern umhüllt, und mit einem wischenden, sausenden Geräusch verschwinden sie. Dann rasen die Rißlinien in alle Richtungen auf die anderen Helden zu.

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Rückkehr der Expedition

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Rückkehr der Expedition
Khunchom, Mhanadistan

Rakorium schließt seine Untersuchung am Ring des Satinav ab. Das Ergebnis der ausführlichen Analysen ergibt, dass das Artefakt eine machtvolle Satinav-Beschwörung bewirken kann welche in den Zeitenfluss eingreift und die Vergangenheit zu verändern vermag. Dabei handelt es sich ganz offensichtlich um eine der verschollenen Sieben Formel der Zeit, und stellt damit einen außerordentlichen wissenschaftlichen Wert dar.
Ausgelöst wird dies sobald der Ring mittels Hellsichtmagie einen sogenannten karmatischen Kausalknoten detektiert, der die passenden Eigenschaften hat. Der Erzmagier postuliert, dass es sich dabei um Macht handelt, persönliche, magische, karmale, politische oder entsprechend weitreichender Einfluss auf das Weltgeschehen.
Sollte der Ring eine solche Macht erkennen, würde sich die Satinav-Beschwörung entfalten.

Mit dem Ende ihrer Untersuchungen schlägt Rakorium vor nach Gareth zurückzukehren um seinen Teil des Vertrages mit dem Handelshaus Stoerrebrandt genüge zu tun und in den Archiven des Pentagontempels weitere Nachforschungen zu betreiben.

Raidri berichtet den Helden, dass er eine Überfahrt nach Perricum organisieren konnte. Um die aktuellen militärischen Konflikte im Maraskansund zu vermeiden konnte er seine Position und seinen persönlichen Einfluss nutzen um eine Passage auf einem Kriegsschiff der Kriegsflotte des Mittelreichs zu buchen das gerade in Khunchom Frischwasser und Verpflegung aufnimmt.

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Rückkehr der Expedition
Khunchom, Mhanadistan

Die Helden schiffen sich auf dem Kriegsschiff ein. Es handelt sich um die Blitz, eine Bireme der Perlenmeerflotte, unter Kapitänin Deirdre Sanin, der Tochter Rateral Sanins XII, des Großadmirals der Westflotte.

Die Blitz sticht bei gutem Wind in See und segelt durch den Maraskansund nach Norden.

Tejeran feiert seinen Geburtstag mit den Helden bei einer guten Flasche Zwillingsrum.

Dabei lernen die Helden den Schiffsmagier, Sigisgold Seehoff von Eisenried, einen Magier der Akademie von Schwert und Stab zu Beilunk, kennen. Er erzählt ihnen über die Entstehung des Golfs von Perricum: “Chalwens Thron war einst ein Berg auf der Landbrücke zwischen Aventurien und Maraskan, den sich die Riesin Chalwen als Heimstatt und Orakelstätte erwählt hatte.
Noch lange vor Jurgas Landung, als die ersten Vorfahren der Thorwaler die Küste Aventuriens erreichten, lebten um Chalwens Thron die Sumurrer, eine Volk der Menschen. Doch sie erzürnten die Götter und so versenkte der Alte Drache Pyrdacor den Berg mitsamt dem umliegenden Reich im Meer, wodurch der heutige Golf von Perricum entstand, Maraskan zur Insel wurde und der zweite Drachenkrieg begann.”

Rakorium, der der Erzählung zugehört hat fügt hinzu: “Der zweite Drachenkrieg, ja, so bezeichnen wir heute die zweite Dere-umspannende Auseinandersetzung zwischen Pyrdacor und Famelor. Der hohe Drache Pyrdacor hatte seit dem Ersten Drachenkrieg die Aufgabe inne, auf Dere über das Gleichgewicht der Elemente zu wachen. Aber schon bald begann der Goldene, die Elemente für seine Zwecke zu missbrauchen. Er schwang sich zum Herrscher der Echsenrassen des 10. Zeitalter auf und versuchte den Niedergang ihrer Vorherrschaft mithilfe der Schlüssel der Elemente aufzuhalten. Seine Manipulation des elementaren Gleichgewichts führte so weit, dass er schon vor Beginn des Zweiten Drachenkrieges die Macht über die Schlüssel des Erzes und des Eises verloren hatte. Wahrscheinlich war es die Vernichtung Chalwens, die den Krieg auslöste. Pyrdacor hatte schon mehrmals versucht, die prophetisch begabte Gigantin zu besiegen. Die elementaren Kräfte, die der hohe Drache bei der Vernichtung der Chalwen entfesselte, waren so enorm, dass ein ganzer Gebirgszug vom Festland abgetrennt wurde; heute besser bekannt als die Insel Maraskan. Was folgte, war ein erbitterter Krieg der Götter gegen den goldenen Drachen, die von seinem alten Rivalen Famerlor angeführt wurden. Schließlich obsiegten die Götter über Pyrdacor, infolge dessen wurde das Echsenreich von Zze Tha zum großen Teil in fremde Sphären entrückt.”

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Rückkehr der Expedition
Auf der Blitz im Maraskansund, Perlenmeer

Die Blitz passiert in den Morgenstunden die Stadt Elburum.
Gegen Mittag kreuzt eine Familie von Grünwalen ihren Weg. Die gigantischen Tiere mit einer Länge von bis zu 25 Schritt sprühen hohe Fontänen in die Luft. Die Mannschaft sieht die Sichtung der Wale als wohlwollendes Zeichen des launischen Gottes der Meere.

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Auf der Blitz im Gold von Perricum, Perlenmeer

Die Bireme erreicht Perricum, das Tor zum Perlenmeer. Als das Schiff in den Kriegshafen einläuft über dem sich die Mauern der Löwenburg auf den schroffen Felsen erheben erzählt die junge Kapitänin Deirdre Sanin: “Jedes Jahr feiert man zu Efferds Ehren ein großes Fest hier in Perricum, einen bunten Reigen von Opferungen, Festgelagen und unterhaltsamen Wasserspielen. Die Feiern, die am Tag des Wassers beginnen und sich über drei Tage erstrecken, locken in jedem Jahr Besucher aus den fernsten Provinzen an, worüber sich nicht nur die Perricumer Wirte von Herzen freuen. Efferd, der sich durch das Fest, das die Praios-Feiern an Aufwand bei weitem übertrifft, geschmeichelt fühlt, blickt voll Wohlwollen auf die Stadt am Golf und bewahrte sie bisher vor allen Übeln. Die Fangerfolge der Perricumer Fischer sind Legende und man erzählt sich gar, daß gelegentlich Fischschwärme von Delphinen direkt in die Netze der Fischer getrieben würden. So kennen die Perricumer seit Jahren nur eine Furcht: Daß irgendwann Praios, der Götterfürst, sich an der Stadt rächen könnte, weil man ihm die gebührende Achtung versagt. Hoffen wir für die Bewohner dieser blühenden Stadt, daß Praios’ göttliche Gnade größer als sein Gerechtigkeitssinn ist.”

Die Helden packen ihre Sachen, führen ihre Pferde von Bord und schiffen aus. Als sie das Hafengelände durchqueren finden sie ein Buch das herrenlos auf der Straße liegt.
Tejeran hebt es auf und stellt fest, dass es das Buch der Schlange eines Hesindegeweihten namens Hesindorian Gänsekiel ist.
Während der Rest der Gruppe zum Hotel Kaiser Reto geht um sich dort für die Nacht einzuquartieren, gehen Alawin, Tejeran und Idra zum Hort der Hesinde, dem Perricumer Hesindetempel.
Dort erfahren sie, dass der etwas schusselige Hesindorian aus Mitgefühl und Anstand die Kinder der Unterschicht unterrichtet. Derzeit könne man ihn im Hinterhof der Fassbinderei Flößler zwischen Flottenakademie und den Korallengärten des Efferd-Tempels finden.

Sie finden Hesindorian der den Kindern nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen sondern auch Geschichte und Tierkunde beibringt.
Er freut sich sehr, dass die Helden sein Buch der Schlange gefunden haben.
Tejeran malt dem Hesindepriester eine große Schautafel die allerlei Tiere zeigt um ihm das Unterrichten zu erleichtern.
Er fragt nach dem Woher und Wohin der Helden und sie erzählen ein wenig von ihren Abenteuern, denen die Kinder gespannt lauschen.
Als die Helden erwähnen, dass sie sich auf der Reise in die Kaiserstadt befinden, fragt Hesindorian ob er sich vielleicht für die Hilfe der Helden erkenntlich zeigen dürfte indem er mit einem Bekannten spricht, der mit seinem Flusssegler den Darpat von Perricum bis Rommilys befährt und die Helden vielleicht mitnehmen könnte.
Das Angebot nehmen sie gerne an und man verabredet sich zu einem Umtrunk am späten Abend.

Die Helden finden sich im Hotel Kaiser Reto ein und essen dort zu Abend. Zur späten Stunde trifft der Hesindegeweihte ein und trinkt mit Tejeran das eine oder andere Gläschen.
Hesindorian berichtet, dass er mit dem Kapitän Zolthan Zeel vom Flusssegler Darpatfalke gesprochen hat und dieser hätte ihm zugesichert, die Reisegruppe für die Hälfte der normalen Chartergebühr mitzunehmen.
Tejeran bestellt eine Flasche der Offenbarung der Zwillinge, einen sehr starken, klaren Zuckerrohr-Schnaps aus Maraskan. Gemeinsam trinken sie bis spät in die Nacht.

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Rückkehr der Expedition
Perricum, Darpatien, Mittelreich

Die Helden gehen zum Flusshafen und finden den Darpatfalken. Kapitän Zolthan Zeel lässt das Schiff für den morgigen Aufbruch ausrüsten.
Sie besuchen den beeindruckenden Efferdtempel der Stadt und bewundern die farbenprächtigen Korallengärten.
Alawin und Idra pilgern danach zur Löwenburg während Dairyon und Tejeran die Magierakademie, die Schule der Austreibung, besuchen.

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Rückkehr der Expedition
Auf dem Flusssegler Darpatfalke, den Darpat hinauf, Darpatien, Mittelreich

Der Darpatfalke segelt bei gutem Wind den breiten Strom hinauf. Während die Magier Bücher lesen sitzt Alawin mit der Angel an Deck und hofft auf einen guten Fang.
Überrascht entdeckt er eine Leiche die den Darpat hinuntergetrieben wird. Die Matrosen holen den Leichnam aus dem Wasser und die Helden finden heraus, dass es sich um einen Mann in Lederrüstung handelt der von einem Dutzend Goblinpfeile getötet wurde die in seinem Rücken stecken.
Die Lederrüstung zeigt ein darpatisches Wappen und von der Kleidung her dürfte es sich um einen Soldaten der leichten Reiterei handeln.

Als der Flusssegler gegen Abend das Dörfchen Gnitzenkuhl erreicht gehen die Helden von Bord, sprechen mit dem Dorfvorsteher und bestatten den Toten am Boronsanger des Dorfes.

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Auf dem Flusssegler Darpatfalke, den Darpat hinauf, Darpatien, Mittelreich

Der Wind steht weiterhin sehr gut und der Darpatfalke erreicht bereits Nachmittags die Ortschaft Mardramund die an der Mündung der Mardra in den Darpat liegt.
Die Reichsstraße die von Rommily den Darpat hinunter nach Perricum führt sorgt für regen Handel und so ist auch die Dorfschenke, die Taverne zur weißen Fee, gut besucht. Die Helden essen und trinken und hören dabei einen Fischer aus Mardramund am Nebentisch eine seltsame Geschichte erzählen.

Der Mann, Darian, berichtet, dass er auf einer Waldlichtung in einer Schlucht, etwas die Mardra hinauf in den Wäldern, einen Zauberstrauch gesehen hat. An dem Strauch blühen angeblich große, goldene Blüten und er würde von leuchtenden Feen umschwärmt. Darian selbst traute sich nicht näher heran, immerhin lebe in der Nähe die schwarze Hela, und wer weiß, vielleicht gehört der Strauch ihr und ihn träfe ein böser Hexenfluch wenn er sich ihm nähern würde.
Die Helden, die bei der Geschichte hellhörig geworden sind, vermuten, dass es sich um einen Morgendornstrauch handeln könnte, jenem verfluchten Gewächs, dass sie in den Sümpfen von Valdahon zwischen Beilunk und Shamaham gesehen haben. Der Morgendorn, der angeblich vom Feenkönig Amraldin im Zorn erschaffen wurde um die Menschen für die Zerstörung seiner Blütenburg zu strafen, verwandelt jene die sich an seinen Dornen stechen in Sumpfranzen.

Tejeran spricht den Fischer an und überredet ihn die Helden zu jener Waldlichtung zu bringen damit sie sich selbst davon überzeugen können.
Noch vor Einbruch der Dämmerung fährt der Fischer Darian die Helden die Mardra hinauf und führt sie in ein schwer zugängliches, dicht bewaldetes Tal.
Als sie bei Einbruch der Dunkelheit die Lichtung erreichen erblicken die Helden tatsächlich einen Strauch mit goldenen Blüten doch erkennen sie gleich, dass es sich nicht um einen gefährlichen Morgendorn handelt sondern um eine goldene Rose mit goldenen Kraus- und roten Mantelblättern die von Blütenfeen umsorgt wird. Beeindruckt betrachten sie das Geschehen mit dem nötigen Respektabstand um die Feen nicht zu verschrecken.

Während die Helden die Rose betrachten zieht langsam Nebel auf.
Plötzlich beobachten sie erschrocken, wie Praiala sich dreht, auf ein unsichtbares Reittier steigt und dann in rasendem Tempo in den Nebel davoneilt, wobei sie dicht über dem Boden zu schweben scheint.
Tejeran versucht noch mit einem Zauber das Entschwinden seiner Gefährtin aufzuhalten, doch ohne Erfolg.
Idra und Alawin, die hinter der davonrasenden Praiala hinterherlaufen, können sie nicht einholen und verlieren sie im Nebel.
Die Gruppe sammelt sich, bildet eine Suchkette, ruft nach der Verschwundenen und durchkämmt den Wald.
Als sie nach langer aber erfolgloser Suche zur Lichtung zurückkehren, finden sie Praiala neben dem Rosenbusch mit einer goldenen Rose in der Hand.

Verwundert bestürmen sie die Geweihte mit Fragen und diese berichtet wie sie ganz verzückt den Rosenbusch betrachtete und plötzlich eine liebliche Musik vernahm. Es war eine traurige alte Weise, die auf einer Panflöte gespielt wurde. Als diese Musik erklang merkte Praiala, dass sie sie trotz ihrer eisernen Willenskraft ganz in ihren Bann zog.
Dann trat ein großer, hagerer Mann mit nackter, haariger Brust, einem Fellschurz um die Lenden und dem gehörnten Kopf eines Widders aus dem dichten Gebüsch. Die Gestalt sprach sie mit dunkler Stimme an und versicherte ihr, sie sei noch schöner als im letzten Jahr, wo er sich auf jenem Hexenfest so unsterblich in sie verliebt hatte. Anschließend forderte er Praiala auf, auf seinen Rücken zu steigen, damit er sie forttragen könne. Da sie noch immer im Bann der Erscheinung stand hatte sie keine andere Wahl als dem Wesen zu gehorchen.
Also stieg sie auf seinen Rücken und er trug sie fort. Als sie nun auf den Schultern des wild durchs Gestrüpp und Unterholz davonpreschenden Widderwesens saß fiel der Bann allmählich von ihr ab. Sie begann sich darüber Gedanken zu machen, wie sie ihrem Verehrer, bei dem es sich um Levthan selbst handelte, verständlich machen könne, dass er sie mit einer Hexe verwechselt haben muss, die er in der Hexennacht zur letzten Sommersonnenwende geliebt hatte.
“Nunja, zum Glück sind wir alle unverletzt und können den Rückweg antreten”, schließt die Geweihte ihre Erzählung ab.

Als die Helden schließlich wieder in der Taverne zur weißen Fee ankommen zaubert Rakorium einen UNBERÜHRT VON SATINAV auf die Rose um zu verhindern, dass diese verblüht.

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Auf dem Flusssegler Darpatfalke, den Darpat hinauf, Darpatien, Mittelreich

Der Wind ist stärker geworden und bereits Mittags können die Helden die Mauern der Stadt Rommilys erblicken.
Kapitän Zolthan Zeel berichtet vom Ochsenwasser, dem großen See nördlich der Stadt: “Der See, mit seinen großen Fischbeständen und dem dafür notwendigen Bootsbau, ist ein Quell des Lebens und verantwortlich für den Reichtum der ganzen Region. Hier wo sich die Trollzacken bis dicht an den See drängen wird ein ausgezeichneter und aromatischer Rotwein angebaut und an seinen Ufern, besonders an sumpfigen Niederungen kommt es zu regelmäßigen Überschwemmungen die den Boden fruchtbar machen. Es gibt mehrere Inseln inmitten des Sees, noch heute steht auf einer von ihnen der Turm Galottas – jener Turm von dem der verräterische Magier den Zug der tausend Oger steuerte. Die Inseln am Nord- und Ostufer hingegen sollte man meiden. Auf der nördlichsten davon steht noch immer die geplünderte Trutzburg des Vogtes, von dem man sich erzählt, dass kleine Kinder fressende, affenähnliche Kreaturen auf ihr hausen würden. In den tiefen des Sees sollen diverse gefürchtete Kreaturen leben, wie lüsterne Wasserfeen und Spukgestalten die Sterblichen lachend und singend in die dunklen Fluten ziehen. Man sagt, dass sie über den Schatz des Riesen Ochstan wachen doch ist unklar wieviel von der Sage um den Riesen stimmt.”
Als die Helden den Kapitän bitten ihnen von der Sage zu berichten erzählt er: “Vor Urzeiten zog der raffgierige Riese Ochstan durch das Land auf der Suche nach Schätzen und Reichtümern. Als er vom Hort des Drachen Sherdacor hörte, suchte er den Kampf gegen diesen. Lange rangen sie bis der Drache unterlag. Sein zu Stein gewordener Leib nennt sich heute Drachenspitze oder auch ‚Sherd Zinne‘, während sich der Riese in einer Senke zur Ruhe legte. Ingerimm, dessen Zwerge häufige Opfer des Riesen waren, ergriff die Gelegenheit und band ihn an den Boden der Senke, während er Efferd bat die Senke mit Regenwasser zu füllen. So entstand das Ochsenwasser. Seither schläft der Riese in der Dunkelheit des Seegrundes, als er sich jedoch einmal regte bebte der See, Fischer ertranken in den tobenden Fluten und ein Tritt gegen den schmalen Grad am südlichen Ende des Sees schuf dabei sogar einen Riss wodurch die gewaltigen Darpatfälle entstanden. Efferd jedoch verschärfte seine Wacht und sorgt dafür dass der Pegel des Sees nicht sinkt.”

Rakorium, der den Helden zugehört hat, schlägt ihnen vor die Darpatfälle zu besuchen, immerhin liegen sie gleich nördlich der Stadt.

“In den Darpatfällen”, so berichtet der Kapitän, “stürzen auf einer Breite von dreihundert Schritt Wassermaßen rund fünfzig Schritt in die Tiefe, während sich an den Rändern zahlreiche Bächlein und vernetzte Rinnsale in kaskadenartigen Sprüngen in die Tiefe ergießen. Donnernd stürzen sich die Wassermassen die Klippe hinunter, hinein in eine in den Fels gegrabene Kaverne. Der mächtige Vorhang aus schäumender Gischt raubt dem Betrachter dabei aber nur im Zentrum die Sicht, während der restliche Anblick eher Sorge bereitet, denn es ergreift einen die Angst, das das Gewicht und die Kraft des vielen Wassers eines Tages die Felsenkante hinfortsprengen und eine gewaltige Flutwelle entstehen lassen könnten. Ein Wörtchen hierbei mitzureden hat angeblich eine hier lebende Nymphe, die den Menschen mit Neugier gegenüber steht und um deren Wohlwollen sich die lokalen Efferd-Diener bemühen. Ein wichtiges Unterfangen, denn auf Dauer hängt das Heil der Stadt Rommilys von ihrem Erfolg ab. Über die Macht des Wasserfalls gebietend könnte das Feenwesen ein wahres Inferno über die Stadt hereinbrechen lassen. Nur wenige Meilen trennt die Stadt vom Wasserfall und so erreicht an windigen Tagen sein Sprühnebel die dort lebenden Menschen, während bereits einzelne Sonnenstrahlen wunderschöne Regenbögen hervorzubringen vermögen. Um ihrer Aufgabe nachzukommen wurde auf einem kleinen Eiland inmitten des Stromes bereits vor Jahrhunderten ein kleines Heiligtum erbaut. Das Kloster Efferdsang. Um das Eiland zu betreten muss man allerdings eine vom Algenbewuchs sehr glitschige Brücke am rommyliser Ufer überqueren.
Für den gefährlichen Weg wird man jedoch mit dem Blick über die fast dreihundert Schritt weit reichende, tosende Flut belohnt. Viele Geweihte Efferds geloben ihrem Gott, zumindest einmal im Leben eine Pilgerreise zu diesem schönsten aller Binnenheiligtümer Efferds zu machen.”

Der Darpatfalke legt im Hafen von Rommilys an und die Helden gehen von Bord. Sie nehmen eine Unterkunft im Hotel Darpatperle.

Die Helden machen sich auf den Aufstieg zum Fuß der Darpatfälle um diese noch vor Sonnenuntergang zu erreichen.
Sie überqueren die Brücke zum Kloster Efferdsang und bestaunen die Urgewalt der Wassermassen.

Als sie Abends unbeschadet ins Hotel zurückkehren und zu Abend essen werden sie von einer verwarlosten Frau um Geld angebettelt. Während ein Hotelpage sie sofort entsetzt fortzerren will, begleitet Tejeran sie hinaus. Sie erzählt ihm von ihrer kranken Tochter und nach Rücksprache mit Praiala begleiten Beide die Bettlerin in das Armenviertel wo sie tatsächlich die siebenjährige Tochter finden, die unter schrecklichen Angstzuständen und Atemnot leidet. Die Praiotin erkennt, dass das Kind an Lutanas erkrankt ist, einer Krankheit die durch Feldermaus und Rattenbisse, aber auch von Ghulen übertragen werden kann. Als die Mutter dies hört berichtet sie, dass die Tochter als Rattenfängerin in der Kanalisation arbeitet. Der Geweihten ist klar, dass die Krankheit, sollte sie nicht korrekt behandelt werden, das Kind mit einer panischen Raumangst traumatisieren wird, welche ihr ein normales Leben unmöglich machen würde.
Die Helden bieten der Frau ihre Hilfe an und wollen am nächsten Tag zurückkehren.

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Rückkehr der Expedition
Rommilys, Darpatien, Mittelreich

Früh am Morgen holen die Helden das kranke Mädchen ab und suchen mit ihr einen Medikus auf. Dieser stellt die selbe Diagnose und ist bereit sie mit einem Heilmittel zu behandeln, dass er aus Blütenstaub und Alkohol herzustellen weiß.
Die Bezahlung der Behandlung übernehmen die Helden denn die arme Frau kann sich die Summe von sieben Dukaten nicht leisten. Sie bedankt sich überschwänglich bei ihnen.

Schließlich brechen die Helden zu Pferd auf. Es ist inzwischen stark bewölkt und ein immer stärker werdender Wind trägt noch mehr graue Wolken von Norden heran.
Die Gruppe reitet auf der Reichsstraße gen Westen und als sie die Feste Hohenstein hinter sich gelassen haben geht der Wind schließlich in einen Sturm über.
Dann beginnt der Hagel. Taubeneigroße Hagelkörner gehen auf die Landschaft nieder und die Helden schützen sich mit Helmen und Rüstungen.
Plötzlich brechen vor den Helden große Tiere aus dem Gebüsch. Eine Stampede von wilden Rindern bricht aus einem Birkenhain der die Getreidefelder im Norden voneinander trennt und quert die Reichsstraße. Ein paar der Pferde scheuen beim Heranpreschen der gut einhundert Darpatbullen und noch einmal so vielen Kühen und Kälbern doch gelingt es den Helden sie zu beruhigen und auszuweichen.
Tejeran erkennt, das die Rinder auf einen größern Mischwald im Süden zuhalten um ihre Jungtiere zu schützen.
Die Gruppe folgt der Herde und sucht ebenfalls im dichten Wald Schutz vor dem Wetter.
Nachdem der Hagelsturm weitergezogen ist brechen die Helden wieder auf und folgen der Reichsstraße weiter.

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Rückkehr der Expedition
Eghistorf, Garetien, Mittelreich

Der Himmel ist immer noch stark bedeckt und eine steife Brise weht von Norden, doch der Sturm hat nachgelassen.

Mittags kurz vor Hartsteen helfen die Helden einer Reiterin des Kaiserlichen Boten- und Kurierdienstes deren Pferd sich einen Dorn eingetreten hat.

Abends erreichen sie die kleine Stadt Nattersquell.

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Rückkehr der Expedition
Nattersquell, Garetien, Mittelreich

Das Wetter ist schön geworden, der Himmel ist blau und der Nordwind ist abgeflaut.

Die Helden erreichen Gareth und mieten sich ein Zimmer im Hotel Handelsherr.
Mit großer Freude stellen sie fest, daß ihre Gefährtin, die Zwergin Xolame, ebenfalls hier ist und sich der Gruppe wieder anschließt.

Rakorium schickt einen Botenjungen zur Villa der Familie Stoerrebrandt. Der Botenjunge kehrt Abends mit der Nachricht zurück, dass sich Emmeran Stoerrebrandt mit Rakorium, Raidri und den Helden treffen möchte. Er lädt sie morgen Abend in seine Villa zum Abendessen ein.

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Rückkehr der Expedition
Gareth, Garetien, Mittelreich

Die Helden gehen tagsüber ihren Geschäften in Gareth nach. Praiala erstattet bei der Inquisition Bericht, Alawin sucht die Sankt-Ardare-Sakrale auf, Idra geht zum Tempel der Sterne und die Magier gehen mit Rakorium zum Pentagontempel um einer weiteren Nachforschung nachzugehen.

Abends finden sie sich in der Villa der Familie Stoerrebrandt ein.
Die Helden berichten über ihre Expedition und den Gefahren denen sie trotzen mussten.
Rakorium berichtet über den Fund des Ringes des Satinav und über das Ergebnis seiner Analysen.

“Der Ring bindet in sich eine Alt-Echsische Zaubermatrix, genauer gesagt eine Satinav-Beschwörung. Dieser Zauber verändert den Fluss der Zeit maßgeblich, eine Macht die mit Bedacht eingesetzt werden sollte”, erklärt der Erzmagier.
“Um den Zauber zur Entfaltung zu bringen muss ein Kausalknoten entstehen, der die Macht des Ringes entfesselt. Kausalknoten entstehen durch Ereignisse welche einen großen Einfluss auf die gesamte Welt haben.”
Der Handelsherr nickt, “Ereignisse wie weitreichende politische Entschlüsse?”
“Ja, soetwas in dieser Art …”, antwortet der Erzmagus.
“Der Ring bedient sich dabei einer Hellsichtkomponente, sehr ähnlich dessen was man unter Magiern heute einen ‘Blicks aufs Wesen’ nennt. Ein Zauber der es ermöglicht bei Wesenheiten nach gewissen Eigenschaften zu suchen. Unsere Analyse ergibt, dass er nach großer Macht sucht.”
“Und jene Veränderung der Zeit?”, fragt der Handelsherr. “Wie könnte das zusammenpassen?”
“Schwer zu sagen … Ich vermute die Temporalkomponente wird den Zeitfluss abändern, in die Vergangenheit, quasi das Rad der Zeit zurückdrehen.
Leider bin ich mit meinen Analysen zu dem Punkt gekommen an dem ich nur mehr mit fremder Hilfe mehr über das Artefakt herausfinden kann. Doch selbst zusammen mit seiner Spektabilität von der Drachenei-Akademie in Khunchom, dem brillanten Artefaktmagier Khadil Okharim, konnte ich nicht mehr herausfinden.
Um meinen Kollegen zu zitieren, er meinte: Manche Dinge brauchen Zeit, erklärt zu werden, weil sie schon sehr alt sind.”

Emmeran Stoerrebrandt nickt bedächtig.
“Vielleicht kann ich eine solche fremde Hilfe zu rate ziehen.
Wenn ihr einverstanden seid, übernehme ich den Ring, entsprechend unserem Übereinkommen, und ziehe Eure Expertise im folgenden weiterhin zu Rate um die Analyse weiter voranzutreiben.”

Die Helden stimmen Rakorium und Emmeran Stoerrebrandt zu, übergeben den Ring und kehren schließlich ins Hotel zurück.

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Rückkehr der Expedition
Gareth, Garetien, Mittelreich

Das Wetter ist schön. Die Magier fahren mit ihrer Bibliotheksrecherche fort während die anderen Helden ihre Zeit im Dienst der Kirchen verbringen.

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Rückkehr der Expedition
Gareth, Garetien, Mittelreich

Morgens erhalten die Helden je eine Einladung die von einem Kaiserlichen Herold überbracht wird.
Alawin bricht das Siegel und liest.

Einladung

Im Namen Seiner Allerzwölfgöttlichsten Majestät, Reichsbehüter Brin, König von Gareth, erlauben wir uns, Euch Alawin von Rabenstein zur Feier des Jahres der Zwölfgötter 22 Hal zum Großen Tausendjährigen Turnier zu Gareth zu laden und Euch zu bitten, Euch am ersten Abend des PRAios in der Neuen Residenz einzufinden. Bei diesem Empfang sind festliche Kleidung und höfische Etikette selbstverständlich verbindlich.
Zur rondragefälligen Pläsier seid Ihr auch eingeladen, Wappen, Wehr und Waffen nach den alten Arivorer Regeln mit Euch zu führen und vor dem Kaiserlichen Hof im Großen Turnier zu fechten.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir Euch zu einer Audienz beim neuerwählten Schwert der Schwerter, dem Oberhaupt der Rondrakirche, bitten, das sich derzeit mit seinem Stab in Gareth aufhält. Ihr seid zur Aufnahme unter die 100 berühmtesten Helden Aventuriens in der Ruhmeshalle im Tempel der Heiligen Ardare in Arivor vorgeschlagen worden.
Für den kaiserlichen Hof: Edle Argiope Paligan von Gareth, Hofmarschallin.
Für die Kanzlei für Scharmützel, Gestech und allerlei Kurzweil: Baron Tsafried von Waldfang, Reichsrat.
Für den Bund des Schwertes: Thorgrim, Sohn des Tuwar, Kastellan und Bewahrer des Rondrariums zu Perricum.

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Die Helden freuen sich über die Einladungen und beraten sich.

Alawin und Idra suchen den Meisterschmied Thorn Eisinger auf. Der Schmied der tausend Helden erklärt Alawin, dass eine solche Prunkrüstung üblicherweise um die 250 Dukaten kostet. Da er ein weit bekannter Meisterschmied ist liegen seine Preise zudem noch darüber. Er würde sich aber auch freuen für die berühmten Helden zu arbeiten und nach einigem Feilschen handeln die Helden aus, dass der Schmied, ob der kurzen Zeit bis zum Turnier, eine Rüstung von seinen Gesellen anfertigen lässt und einen Feinschliff von der Hand des Meisters, erst später und zu einem Aufpreis anbietet. Für 200 Dukaten will er für Alawin eine Gestechrüstung von üblicher Machart anfertigen lassen die der Meisterschmied später in Balance, Gewicht und Zusammensetzung noch verbessern kann.

RAH
30
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Reinigungsfest
Gareth, Garetien, Mittelreich

Am Himmel stehen vereinzelte Schafwölkchen und eine laue Brise sorgt für etwas Abkühlung von der Sommerhitze.

Die Garether begehen das Reinigungsfest, den zweiten der vier Feiertage im Hesindezyklus.
Je nach Stand und Glauben bereiten sie sich auf unterschiedliche Weise mit rituellen Reinigung von Körper, Geist, Haus und Tempel auf das neue Jahr vor, frei nach dem Vorsatz: “Nur was gereinigt ist, kann geprüft werden.”

Alawin sucht die Turniermarschallin, die Schwertschwester Ilgrimma vom Berg, im Rondratempel auf.
Diese klärt ihn erneut über die Turnierregeln auf und zeigt ihm welche Parzelle auf der Turnierwiese ihm zugewiesen ist.
Alawin weist seine Knappin Neowen an sein Turnierzelt und sein Wappenschild bereits dort aufzustellen.

NLT
1
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Isyahadin, Schenker des Irrsinns und Verwirrer der Sinne
Gareth, Garetien, Mittelreich

Der Himmel ist wolkenlos und es ist windstill und schwül. Im Dunst und Flirren der Sommerhitze schwirren Stechmücken umher und die Helden sind froh, dass sie sich in die kühlen Mauern von Hotel oder Tempel zurückziehen können um sich dort ganz der Andacht und dem Gebet an die Zwölfgötter zu widmen.
Sie erinnern sich an das vergangene Jahr und danken den Göttern.

NLT
2
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Aphestadil, Vollstreckerin der ertötenden Trägheit
Gareth, Garetien, Mittelreich

Die Hitze wird immer drückender. Es ist so heiß und schwül, dass jene die sich nicht in ihr Heim zurückziehen können um stille Andacht zu halten ihr Tagewerk kaum noch verrichten können.

NLT
3
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Rahastes, Verderber der Ernten und Früchte, Der in dessen Schleppe Hunger nachfolgt
Gareth, Garetien, Mittelreich

In den Straßen und teils auch in den Unterkünften der Helden fliegen surrende Fliegenschwärme umher die sich hungrig über Nahrungsreste und von der Hitze geplagte Tiere und Menschen hermachen.

NLT
4
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Madaraestra, Schwarzgesichtige Königin der dunklen Schluchten des Yaleth
Gareth, Garetien, Mittelreich

Von Süden her zieht eine schwarze Gewitterfront auf die erst drohend über der Dämonenbrache liegt und sich schließlich über die Stadt und die ganze Goldene Au ausbreitet.
Die Wolken verdunkeln den Himmel und schieben sich vor die Praiosscheibe.
Praiala hat sich mit den Geweihten der Stadt des Lichts im Tempel der Sonne versammelt. Gemeinsam halten sie heilige Andacht und flehen zum Götterfürsten um seinen Segen.
Trotz des Halbdunkels in das die dunklen Wolken das Land hüllen wird die drückende Hitze immer unterträglicher.

NLT
5
1014 BF
Rückkehr der Expedition
Shihayazad, Der dessen Namen man nicht rufen soll, Der Sphärenspalter den keine Waffe zu überwinden vermag
Gareth, Garetien, Mittelreich

Ein schreckliches, trockenes Sommergewitter bricht los. Kein Tropfen fällt vom Himmel und doch schlagen Blitze in Bäume und Gebäude der Stadt ein, gefolgt von dröhnendem Donner.
Nahe der Unterkunft der Helden wird eine Marmorne Greifenstatue vom Blitz getroffen und in viele Teile gesprengt. Einige Bürger die sich in der Nähe aufhielten sterben durch den Blitzschlag und die Helden hören auch von weiteren Opfern in anderen Teilen der Stadt.

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